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Die Wächter des Tempels

Abgeschlagen von jeglicher Zivilisation befindet sich ein uralter Tempel. Dieser hatte dunkle Zeiten, sowie die größten Erfolge der Menschheit überdauert. In dem Tempel sind seit seinem Beginn Wächter untergebracht, die ihn bewachen. Ein enger Kreis von Menschen wurde dafür auserwählt und gibt den Posten der Wächter von Generation zu Generation weiter.

In den Katakomben des großen Tempels huschten drei Gestalten die mit weiten Gewändern gekleidet waren durch die Gänge. Ihre Kapuzen hatten sie tief ins Gesicht gezogen.

Die drei Männer waren die momentanen Wächter. Auf ihren Kutten waren Symbole abgebildet, die für den jeweiligen Wächter standen. Es gab den Wächter des  Feuers, den Wächter der bitteren Kälte und der Wächter der Zeit. Alle waren mit mystischen Fähigkeiten ausgestattet, die den normalen menschlichen erstand bei weitem überschreiten.

Sie bewegten sich an das Tor des Tempels, denn es geschah etwas, was nur äußerst selten geschah. Es klopfte jemand an das Tor. Nur wenige Sterbliche wussten überhaupt von der Existenz des Tempels, geschweige denn von mysteriösen Wächtern die ihn bewachten. Eigentlich konnten es nur die Familien der Wächter selbst wissen.

Deshalb waren die drei Wächter verständlicherweise in großer Aufruhr. Sie standen an dem großen Holztor und der Wächter des Feuers schob einen kleinen Riegel beiseite um nach draußen sehen zu können. Es war dunkel draußen und ein Unwetter herrschte. Er konnte nur eine durchnässte Gestalt erkennen. “Wer stört die Ruhe dieses Tempels?”, fragte er nun. “Ich… Ich suche Schutz und hörte, dass ich diesen hier bei euch finden könnte.”, stammelte eine recht junge Männerstimme.

Der Wächter drehte sich fragend zu den anderen beiden um. “Was sollen wir nur tun mit dieser armen verwirrten Seele?” Sie überlegten einen Moment. Dann antwortete der Wächter der Zeit: “Ich habe eine Idee. Wie wäre es mit einem Vertrauenstest? Den muss jeder angehende Wächter ablegen und so sehen wir, ob wir ihn trauen können, oder nicht. Lasst ihn rein. Wenn er schwach ist, wird er es nicht überleben.”

Der Wächter des Feuers wendete sich an den Fremden. ” Gut, wir lassen euch eintreten. Aber ihr müsst unser Vertrauen erst gewinnen. Das wird nicht einfach, also seit gewarnt.” Draußen hörte man erleichterndes Atmen. “Ich tue alles was nötig ist. Hauptsache, ich bin in Sicherheit.”  Der Wächter der Kälte entfernten die zahlreichen Schlösser an dem Tor und öffnete es. Der junge Mann rannte ins innere. Er war völlig erschöpft. Sein einfacher Mantel war mit Wasser vollgesogen. Die Wächter ließen ihn einen Moment, um sich zu sammeln.

Dann wendete sich der Wächter des Feuers an ihn. “Bevor wir dir vollen Schutz gewähren, musst du unsere drei Prüfungen bestehen. Beginnen werde ich, dann der Wächter der Kälte und die letzte Prüfung wird der Wächter der Zeit sein. Nun folge mir.

1. Prüfung : Der Wächter des Feuers

Der Wächter führte den Fremden nach links. Sie kamen an eine Weggabelung die sich in drei Wege teilte. Ganz links führte der Wächter den jungen Mann in eine Kammer, die eine rote Tür besaß. Er zeigte auf eine markierte Stelle in den Raum. “Stell dich nun dorthin. Für die Dauer der Prüfung musst du dort stehen bleiben. Es wird nicht leicht werden. Ich erkläre dir nun was geschehen wird. Du wirst dich gleich fühlen, als ob du verbrennen wirst. Aber das wirst du nicht wirklich. Du wirst es an jeder Pore in deinem Körper spüren. Halte dem Stand und die Prüfung ist bestanden. Bereit?” Der Fremde nickte nur. Der Wächter streckte seinen Arm aus und murmelte etwas auf Latein.

Der junge Mann begann leicht zu zucken und schaute auf seinen Körper hinunter. Sein Blick war geschockt und starr. Er begann zu schreien und und sich zu winden, doch er blieb auf dem markierten Bereich. “Oh Gott ich brenne! Mach dass es aufhört! Sofort!”, schrie er gequält. Der Wächter ließ ihn noch einen Moment weiter Leiden, bis die Schreie schwächer wurden. Dann nahm er seinen Arm runter und der Fremde sackte zusammen.

“Gibst du auf Fremder? Du hast jeder Zeit die Möglichkeit dazu. ” Der junge Mann raffte sich langsam auf und schnappte nach Luft. “Ich gebe nicht auf. Schickt mich zur zweiten Prüfung.”

2. Prüfung: Der Wächter der Kälte

Der Wächter des Feuers schickte ihn zurück an die Gabelung. Der Mann nahm den mittleren Weg und durchschritt nun eine blaue Tür. In dem Raum erwartete ihn schon der Wächter der Kälte. “Wird ihre Prüfung, wie die erste nur umgekehrt?”, fragte der Fremde forsch. “Da muss ich euch enttäuschen. Bitte folgt mir.”, antwortete der Wächter knapp. Im hinteren Teil der Kammer stand ein Behälter. Er war voll mit Wasser. “In diesem Behälter befindet sich das kälteste Wasser dieser Welt. Ich sorge dafür dass dies so bleibt. Ihr werdet in diesem Behälter so viel Zeit verbringen müssen, wie ich es befehle. Es ist so gut wie unmöglich wenn ihr mich fragt.” Der Mann ignorierte den Wächter und stieg in den Behälter.

Er verzog das Gesicht. “Scheiße! Das ist unmenschlich kalt.” “Gebt ihr schon auf? Ihr müsst komplett untertauchen. Erst dann starte ich die Zeit. Beeilt euch lieber, ihr wisst nicht wie lange ihr aushalten müsst.” Der Mann bekam nun einen zornigen Ausdruck auf dem Gesicht und tauchte unter. Er strampelte und kämpfte gegen die unfassbare Kälte des Wassers an. Der Wächter beobachtete das Ganze mit großer Gelassenheit. Dann gab er dem fremden ein Zeichen, dass er auftauchen konnte.

Der Mann hustete und zitterte an jeder Stelle seines Körpers. “Möchtet ihr lieber den Tempel verlassen? Diese Prüfung schien euch an eure Grenzen zu bringen. Geht lieber jetzt, denn die dritte ist die schwierigste. Aber das wusstet ihr bestimmt bereits.” Der fremde bebte nun vor Wut. “Bringt mich zur dritten Prüfung!” Der Wächter leitete ihn zur Weggabelung zurück und der Fremde durchschritt den rechten Weg.

3. Prüfung: Der Wächter der Zeit

Der Gang führte ihn an eine schlichte weiße Tür. Der Wächter stand in dem fast leeren Raum. “Mit was möchtet ihr mich denn quälen? Kommt schon mir macht gar nichts mehr Angst.”, versuchte der Fremde zu provozieren. Der Wächter ging wortlos auf ihn zu und hielt ihm seine Hand auf die Stirn. Er zeigte dem Fremden seine Familie vor seinem geistigen Auge. Dann ließ er sie altern. Er zeigte ihm jeden Menschen der dem Fremden wichtig war. Jeder zerfiel zu feinsten Staub. Der Mann konnte nichts mehr sagen. “So werden sie eines Tages ändern. Ich habe dir das unausweichliche gezeigt. ”

Der Fremde blieb eine Weile stumm sitzen dann stand er auf. “Es macht mir nichts mehr aus. Zeit macht mir keine Angst. Habe ich bestanden? Ich möchte es von euch drei erfahren.” Die Gleichgültigkeit des Fremden kam dem Wächter etwas seltsam vor, doch er hatte auch die letzte Prüfung ohne wahnsinnig zu werden gemeistert.

Er führte ihn zur Eingangshalle zurück. Nun standen die Wächter um dem Fremden herum. “Du hast alle unsere Prüfungen ohne große Spuren gemeistert. Sag uns Fremder, wer bist du?” Der Fremde lächelte. “Hat man euch nicht geleert keine Fremden in eure sichere Festung zu geleiten. Wächter des Tempels, dass ich nicht lache. Es gibt noch einen weiteren Wächter der viel mächtiger als ihr drei Witzfiguren zusammen seit. Das bin nämlich ich.”, lachte nun der fremde hämisch und baute sich vor den drei Wächtern auf.

Die Wächter wichen zurück. “Du… du bist der Wächter der ewigen Qualen. Das kann nicht sein. Wurdest du nicht vor Jahrhunderten verbannt?”, stammelte der Wächter der Zeit. “Ach herrje. ich dachte der Wächter der Zeit wüsste über so Dinge Bescheid. Ja ich bin es und ihr werdet nun leiden und zwar nach meiner Art.”

Der Wächter schnippte locker mit den Fingern und die drei Wächter erstarrten. er hatte sie nun komplett unter Kontrolle. Die drei erlitten höllische Qualen. In ihrem Inneren bohrten sich gefühlt tausende Spieße gleichzeitig hinein. Der Wächter der Qualen überließ sie ihrem Schicksal und verschwand wieder aus dem Tempel. Wenn man den Tempel entdeckt und ihm sich nährt, dann hört man die erschütternden Schreie der Wächter auch heute noch.

 

 

 

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