
Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Wie lange stehe ich
nun hier? Ein paar Stunden werden es sicherlich sein. Naja, aber die
Arbeit muss hinter sich gebracht werden, also ist das wohl schon ok
so. Ich nehme einen schweren Backstein und drücke ihn in seine
Lücke. Murmle dabei leise vor mich hin…
Eckstein,
Eckstein, alles muss versteckt sein
Eckstein, Eckstein, alles muss
versteckt sein
Ich
liebe meine Arbeit. War schon immer so. Wahrscheinlich habe ich das
von meinen Vater geerbt. Er war jahrelang berüchtigt, der beste
Handwerker der Stadt zu sein. Schade, dass es immer weniger Leute
unserer Art gibt. Ich denke, dass es wichtig ist, dass der Beruf
weitergeführt wird. Es ist einfach traurig, so etwas aussterben zu
lassen.
Es
macht Spaß. Es macht wirklich Spaß. Die Arbeit ist zwar manchmal
etwas beschwerlich, doch ich denke, das ist jede Arbeit mal. Sie ist
zwar nicht gerade einfach, aber das Nachgefühl ist es wert. Das
Nachgefühl, zu etwas Großem beigetragen zu haben und nicht
einfach nur ein irrelevantes, unwichtiges Leben geführt zu haben,
das in einen eben so unsinnigen Tod führt. Ein Leben nur mit
Langeweile, ohne jemals das Gefühl zu haben, etwas zu dieser
verdammten Welt beigetragen zu haben. Ein Alptraum für mich.
Zum
Glück trifft mich nicht dieses traurige Schicksal. Mir geht es gut.
Ich lebe mein Leben mit allen Freuden und Vorzügen, die es mir
bietet.
Augen auf, ich
komme!
Aufgepasst, ich komme!
Zeig dich nicht!
Ich
streiche mit meinen Werkzeug den Verputz in die Rillen zwischen den
roten Steinen. Als ich fertig bin, trete ich einen Schritt zurück,
grinse bei dem Anblick meines Meisterwerks. Ein wahrhaftiges Glück
einen Erfolg von mir zu betrachten.
Dazu
hatte ich nie sonderlich die Chance. Stolz auf meine Arbeit zu sein,
meine ich. Die Kinder fanden mich immer seltsam, wenn ich jedes
Interesse in dem Handwerk zeigte. Mein Vater… nun ja, ich glaube,
mein Vater hätte mich auch lieber aufgehalten, es zu erlernen.
Vielleicht hätte er gerne die Familientradition gebrochen. Aber es
liegt uns nun mal in den Genen.
So
wie vieles andere. Alles liegt uns in den Genen, nicht nur unsere
Stärken, auch unsere Fehler. Als ich das erste Mal den Fehler von
meinem Vater gesehen habe, war ich… 9, vielleicht?
Ich
habe mit meinen damals besten Freund bei uns zu Hause übernachtet.
Dad hat uns damals ein Sandwich gemacht, aber… ich hatte keinen
Hunger. Also habe ich meinen Freund mein Sandwich gegeben. Wir sind
dann auch bald schlafen gegangen. Mein Freund war sehr müde und
alleine spielen machte nun wirklich keinen Spaß.
Also
legten wir uns hin und schliefen beide auch relativ schnell ein. Es
war ein angenehmer Schlaf, bis ich mitten in der Nacht von einem
Quietschen aufwachte. Ich blickte müde auf und was ich sah, war mein
Vater, wie er meinen anscheinend schlafenden Freund von hinten nahm.
Verwirrt schaute ich diesem, auf gewisser Weise amüsant wirkenden,
Schauspiel zu und sah dann, wie mein Vater wieder aufstand und seine
Silhouette mein Zimmer verließ. Leise versteckte ich mich wieder
unter der Decke, bevor mein Vater mein frühes Erwachen noch
bemerkte.
Ich
habe nie mit ihm darüber geredet. Doch in den nächsten Tagen, als
die Polizei zu uns kam und uns verhörte, blieb ich standhaft
gegenüber meinen Vater. Ich sagte, er habe sich nie mir oder meinen
Vater gegenüber seltsam verhalten. Ich glaube, ab da bemerkte er,
dass ich ihn liebe.
Meine
Liebe zu Kindern zeigte sich erst später. Es war, als ich an einen
Spielplatz entlang lief. Eigentlich also ganz klassisch. Es ist auch
nicht so, dass ich nur irgendwelche perverse Gedanken hätte. Ich
schätze Kinder als wertvolles Gut und empfinde es als eine Ehre,
sie aus der Welt der Unschuld in die wirkliche Welt zu bringen. Es
ist einfach… fantastisch.
Nur
ist es ärgerlich, dass ich die Kinder nicht betäuben kann. So muss
ich sie auf eine andere Weise… verschwinden lassen. Und hoffen,
dass sich die Kinder niemals zeigen werden.
Ich
blicke noch einmal auf die Mauer, klopfe daran, um ihre Festigkeit zu
prüfen. Sie ist fest. Felsenfest. Ich drehe ich mich um.
Zeig dich
nicht!
Versteck dich
„Versteck
dich schön hinter deiner Mauer.“, flüstere ich, „zeig dich
nicht.“