MittelSchockierendes EndeTod

Eine farblose Welt

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Graue Wolken bedecken den Himmel. Kalter Wind fegt durch
die leeren Häuserschluchten. Schwere Regentropfen füllen die
Gehwege mit tiefen, schmutzigen Pfützen. Mit langsamen Schritten
schleppt sie sich zu ihrem Sitzplatz im hinteren Teil des
Klassenzimmers neben dem Fenster. Sie wirft ihre Tasche unter den
Tisch, lässt sich lustlos in ihren Stuhl fallen und betrachtet die
farblose Welt, die sich draußen ausbreitet. Laut prasseln die großen
Regentropfen gegen die schmierigen Scheiben. Das Mädchen lässt
ihren Blick durch das Klassenzimmer schweifen. Überall Schüler, die
sinnlose Gespräche führen. Gelangweilt lehnt sie sich zurück,
beobachtet weiterhin das inhaltslose Getue ihrer Mitschüler und
wartet, bis auch diese ermüdende Zeit ihr Ende findet.

Sanft trommelt der Regen auf den Boden, spielt sein
beruhigendes Lied auf den Pfützen in der Straße. Der Wind stimmt
mit einem fröhlichen Pfeifen mit ein. Entspannt betritt er das
Klassenzimmer, begrüßt seine Mitschüler mit einem freundlichen
Lächeln, wobei sein kurzes, braunes Haar auf und ab wippt.
Ordentlich verstaut er seine Tasche unter dem Tisch und schaut sich
um. Sein Blick wandert zum Fenster, wo die dicken Regentropfen die
verschiedensten Muster auf das dünne Glas malen. Sein Augenmerk
richtet sich auf eine seiner Mitschülerinnen. Verträumt schaut sie
aus dem Fenster. Ihre langen, schwarzen Haare fallen ihr über die
Schulter. Sie scheint eine ungewohnte Ruhe auszustrahlen. Trotz ihrer
unauffälligen, dunklen Kleidung kann er seinen Blick nicht von ihr
abwenden. Ihre Bewegung reißt ihn aus seinen Gedanken als ihre
Blicke aufeinander treffen. Schnell wendet er sich um, versucht zu
vermeiden, dass das Mädchen ihm beim Starren bemerkt. Doch im
Augenwinkel versucht er sie weiterhin zu sehen. Ihre großen,
hellblauen Augen, die ihn zum Lächeln bringen. Ihr weiches,
schwarzes Haar, welches ihr so süßes, rundes Gesicht einrahmt. Er
hört noch einige spannende Worte von seinen Mitschülern, wie sie
über ihr Wochenende berichten, ehe die Stunde beginnt.

Überrascht bemerkt sie ihren Mitschüler. Seine
eindringlichen Blicke. Wieder jemand, der auf sie herabschaut. Mit
einem scharfen Blick mustert sie ihn, wie er wie all die anderen
sinnlos über uninteressante Dinge redet und dabei ein Lächeln
vortäuschen muss. Die Stunde beginnt, die Schüler setzten sich und
sie begutachtet weiterhin den Jungen. Sie kann sehen, dass er sie
weiterhin mustert. Ein Lächeln huscht über seine Lippen. Sie spürt,
wie er über sie lacht. Angewidert wendet sie ihren Blick ab, wartet
bis die langatmigen Stunden vorübergehen und starrt wieder in die
trostlose, regnerische Straße durch das schmierige Fensterglas.

Die Stunde beginnt. Er verschafft sich noch einen kurzen Blick
auf das Mädchen und muss wieder lächeln. Es scheint als wäre sie
in ihrer eigenen Welt, so wie sie verträumt aus dem Fenster schaut.
Durch den süßen Anblick aufgeheitert widmet er sich motiviert den
Themen des Unterrichts, beantwortet die Fragen des Lehrers und
diskutiert mit seinen Klassenkameraden.

Mit trübem Blick folgt sie den Geschehnissen im
Klassenzimmer. Abgeneigt von all der Falschheit, die die Schüler in
sich haben, die Interesse am Unterricht heucheln. Die Stunden
strecken sich zäh über den Vormittag. Der nervtötende Gong läutet
zur Pause. Die Schüler wuseln wild durcheinander. Genervt vom Trubel
erhebt auch das Mädchen sich langsam aus ihrer Starre und folgt
widerwillig der Masse. Unauffällig verschwindet sie im Gedränge und
taucht in der grauen Masse unter.

Nach dem Ertönen des Gongs steht der Junge auf, streckt sich
und atmet tief durch. Mit fröhlichem Blick schaut er sich wieder
nach seiner stillen Mitschülerin um und erhofft einen weiteren,
schönen Anblick zu erhaschen. Doch er sieht sie nur kurz, als sie
inmitten der bunten Menge aus Schülern im belebten Gang
verschwindet. Munter macht er sich mit seinen Freunden auf in die
Pause. Draußen angekommen ziehen sich die Wolken mittlerweile
zurück, die Sonne scheint hell auf ihn herab und ein Regenbogen
ziert den Himmel. Er atmet erneut tief durch und genießt die frische
Luft. Im Wind leicht wehende, schwarze Haare ziehen seine
Aufmerksamkeit auf sich. Das süße Mädchen aus seiner Klasse zieht
ihren Weg über den Schulhof. Den Kopf nach unten gerichtet begibt
sie sich wieder Richtung Schulgebäude. Glück ist es, was er
verspürt bei dem Gedanken, dass sie selbst mit solch müdem Blick
noch so schnell über den Hof, zwischen den anderen Schülern entlang
huscht.

Nervös drängt sie sich zwischen den anderen Schülern
hindurch, versucht einen stillen Platz für sich allein zu finden.
Sie will weg von den Anderen. Weg von allem. Der Regen verstummt und
übergibt die Welt dem nervigen Gemurmel der Schüler. Die dunklen
Wolken lichten sich, sodass die leichten Sonnenstrahlen den Dreck auf
den Boden und die verschmutzen Pfützen treffen. Ein Regenbogen
scheint sich zu bilden, doch auch dieser wirkt schleierhaft farblos
neben den verbliebenen grauen Wolkenfetzen. Schnellen Schrittes
bewegt sie sich durch die engen Wege zwischen den Gruppen aus
Schülern, versucht sich ihren Weg zurück ins Gebäude zu bahnen.
Dorthin, wo sie Ruhe hat, wo sie niemand findet. Alleine im Gang
flüchtet sie schnell zu den Toilettenräumen, ehe sie von jemandem
gesehen wird. Sie eilt in eine der Kabinen, verschließt die alte
Kabinentüre hinter sich und setzt sich auf den heruntergeklappten
Sitz. Sie horcht einen Moment, ob noch jemand im Raum ist. Doch
nichts ist zu hören. Ganz allein sitzt sie bedrückt dort und starrt
auf die verschlissenen Fliesen auf den Boden. Langsam greift sie in
ihre Hosentasche. Ein Klicken ertönt als sie die Klinge ihres
Taschenmessers ausfährt. Das Mädchen lehnt sich vor und drückt die
Klinge mit viel Kraft gegen die Kabinentüre. Mit zitternden Händen
ritzt sie ihre Gedanken ins Holz. Eine Träne fließt ihre Wange
hinab als sie ihre eigenen Worte vor sich in die Tür geritzt sieht:

Die Farbe verblasst. Grau verschwimmt die Welt.
Ich
verlasse euch, nichts was mich hier hält.“

Weitere Tränen rinnen ihr Gesicht hinab. Unruhig krempelt sie
ihren Pullover am rechten Arm bis zum Ellbogen hoch. Zittrig hält
sie die kurze Klinge an ihren Unterarm. Ein dunkler Tropfen Blut ist
zu sehen, als sie den Stahl oben ansetzt. Ein unterdrücktes Stöhnen
entfährt ihr bei dem krampfhaften Hinabziehen der scharfen Klinge.
Tränen von Trauer und Schmerz vermischen sich in ihren Augen. Ihr
Blut rinnt ihren Arm entlang. Große Tropfen fallen auf die
ausgeblichenen Fließen und färben diese in ein sattes Rot. Schwer
atmend lehnt sie sich zurück und lässt ihre Arme baumeln. Das
Taschenmesser fällt klirrend zu Boden und das Blut fließt weiterhin
ihren Arm entlang. Der Gong ertönt, die Schüler strömen als Masse
wieder ins Gebäude. Das Mädchen schließt erschöpft die Augen, die
Welt um sie herum verstummt. Erleichtert schafft sie es, ihren
Mundwinkel anzuheben, ehe sie einschläft.

Der Gong ertönt, die munteren Schüler begeben sich zurück
in den Unterricht. Der Junge schlendert ebenfalls zurück in seinen
Klassenraum. Skeptisch schaut er sich um, als der Platz am Fenster
nach Stundenbeginn nicht besetzt ist. Verwirrt fragt er seine
Mitschüler. Doch diese wissen nichts von ihr und auch der Lehrer
kann ihm keine Antwort geben. Besorgt versucht er dem Unterricht
weiter zu folgen. Die Klasse diskutiert und arbeitet an den Aufgaben,
bis es zum Schulschluss gongt und die Schüler nach Hause gehen
können. Beunruhigt beim Anblick der Tasche unter dem Platz am
Fenster begibt auch der Junge sich nachdenklich auf den Weg nach
Hause.

Der nächste Morgen beginnt. Die Sonne scheint. Die Vögel
zwitschern ihre Lieder zum Pfeifen des sanften Windes. Der Junge
betritt hoffnungsvoll das Klassenzimmer. Mit einem Lächeln begrüßt
er auch an diesem Tag seine Mitschüler. Doch dieses Lächeln
verblasst, als er auf den Platz des Mädchens blickt. Von seiner
Mitschülerin mit den langen, schwarzen Haaren keine Spur.
Stattdessen schmückt eine gläserne Vase mit einer weißen Blüte in
ihr den kleinen Tisch. Innerlich zerbrochen lässt der Junge sich auf
seinen Stuhl sinken. Sein sonst so fröhlicher Blick wandelt sich in
einen trüben Gesichtsausdruck. Die aufgeregten Gespräche der Schüler
werden zu einem nervigen, unerträglichen Gemurmel. Die Sonne wirft
ihre viel zu grellen Strahlen auf die schmutzigen Fenster. Im
farblosen Licht blüht diese Blume nun, mit herabhängendem
Blütenkopf. Ihre weißen Blätter sind das einzige, was den Blick
des Jungen in dem Gemisch aus farblosem Grau auf sich ziehen kann.

~Gobuka

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