18+ ContentCreepypastaEigenartigesGeisterMord

Eingesperrt im Keller

Heute besuchte ich mal wieder meinen Urgroßvater. Ich mache es viel zu selten aber ich glaube er merkt es selber nicht einmal mehr. Er ist schon seid einer weile relativ senil aber heute war mal wieder einer seiner besseren Tage. Wenn er einen dieser Tage hat, erzählt er oft aus seiner Vergangenheit. Er wiederholte seine Geschichten oft, es gibt wohl noch keine die ich noch nicht fünfmal gehört habe. Also stellte ich mich schon darauf einmal wieder einer seiner alten Kamellen zu lauschen doch es kam anders. Er saß an dem Tisch neben der Durchreiche zur Küche. Ich machte uns einen Kaffee und er sagte das ich auch noch den Kuchen auf den kleinen Tisch stellen soll. Ich reichte auch noch zwei Teller durch und setzte mich zu ihm. Die Möbel waren altmodisch. Halt typisch Wohnung von Urgroßeltern.

Heute erzählte er mir, wie schon gesagt, eine unbekannte Geschichte. Dazu muss ich noch sagen das er ein Polizist war und er eine ganze Weile in Venedig gearbeitet hat bevor er nach Florenz umgezogen ist. Was ich heute erfahren sollte ist der Grund aus dem er wegzog. Er begann zu erzählen.

„Damals war ich noch recht neu im Dienst. Jeden Tag passierte irgendwas. Meist Straßendiebe aber manchmal auch interessanteres. Naja darauf will ich jetzt nicht eingehen das würde zu lange dauern. Jedenfalls, ich war ungefähr ein Jahr im Dienst, wurde ein Mädchen, sie muss um die 17 gewesen sein, zu uns gebracht. Man befreite sie aus dem Keller eines stattlichen Familienanwesen wo sie von ihrer Mutter und ihrer Schwester eingesperrt. Mehrere Monate verbrachte sie in dem Keller des Anwesens. Als ich zwei Tage nach ihrer Ankunft über Nach allein auf der Wache war (alle anderen Waren ausgerückt), sprach sie das erste Mal. Jedoch zunächst nicht mit mir. Kurz nach ihrer Ankunft schlug sie noch um sich und hatte Angstzustände, danach war sie so müde das sie übermäßig lang schlief. Jetzt redete sie das erste Mal. Ich war sehr überrascht. Ich ging hinter zu dem Bereich mit den Zellen und setzte mich auf einen Stuhl vor die Gitterstäbe. Sie schaute mich an und fing an zu erzählen. Ohne dass ich was sagen musste begann sie mir alles zu erzählen.

››Ich liebte ihn. Ich wollte ihn. Er liebte mich. Er wollte mich. Wir waren ineinander verfallen und waren nur noch für uns da, wir hatten nur noch Augen für uns. Wie lernten uns kennen als ich einen Spaziergang durch die Stadt machte. Ich stand auf einer Brücke und schaute hinunter auf den Kanal als er sich neben mich stellte. Wir kamen ins Gespräch und er begleitete mich auf meinem Spaziergang wir redeten viel und es war wunderschön. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag.‹‹

Ich machte mir Notizen auf einen Block den ich schnell vom Tresen geholt hatte als sie eine kurze Pause eingelegt hatte.

››Eines Tages war es dann soweit. Wir gaben uns unseren ersten Kuss. Es war heimlich in einer der hintersten Gassen die wir finden konnten. Wir durften uns nicht erwischen lassen. Sie müssen wissen,‹‹ Das war das erste Mal das sie mich persönlich ansprach. ››dass meine Familie streng katholisch ist und sie ist auch sehr bekannt in gehobeneren Kreisen. Hätte uns jemand miteinander gesehen, unvorstellbar. Doch wir liebten uns. Irgendwann einmal waren meine Eltern weg. Sie besuchten Freunde meines Vaters zum Geburtstag. Und wir ergriffen die Gelegenheit. Wir saßen in meinem Zimmer, mein Herz pochte, ich wusste nicht genau was jetzt geschehen würde. Ich habe nie viel darüber erfahren was man macht, wenn man sich so lieb hatte wie wir. Mein Vater sprach einmal von dem Tier mit zwei Rücken ich verstand aber nicht was er damit meinte. Gabriel‹‹ Ich vermute sie meinte damit ihren Freund. ››konnte es mir zeigen. Er sagte ich sollte mich ausziehen und einfach hinlegen. Es war wirklich eine der mit Abstand schönsten Sachen die mir je passiert sind. Es war so liebevoll wie er mich berührte und küsste. Gleichzeitig konnte er aber auch zugreifen und seine männliche stärke zeigen. Dann passierte es. Er drang in mich ein und nach kurzem Schmerz empfand ich ein so schönes Gefühl wie noch nie zuvor.

Das hässlichste Geräusch das man sich vorstellen kann erfüllte den Raum. Ein knarzen und quietschen direkt hinter uns. Gabriel sprang von mir runter und wir versteckten uns unter der Decke doch alles war zu spät. Meine Mutter riss sie hinunter und sah uns an. Ich konnte mich nicht bewegen. Ich erblickte meine Schwester die hinter meiner Mutter stand. Sie musste gepetzt haben. Sie war auch zuhause geblieben. Sie musste Mutter hinterhergeeilt sein und hat uns verraten. Meine Mutter erwachte aus ihrer Starre und packte mich am Arm. Sie zog mich raus, schob mich durch den Flur, die Treppen runter und dann in den Keller. Dort warf sie mich in einen kleinen dunklen Raum.‹‹ Sie begann zu weinen. Ich dachte schon das wäre ihre ganze Geschichte gewesen. Doch es ging weiter. Sie bat um ein Glas Wasser und ich brachte ihr eins. Als sie ihren Arm ausstreckte sah ich wie abgemagert sie war. Es war abstoßend und weckte in mir Mitleid. Es wirkte als könnte man ihren Arm wie ein Stückchen Holz zerbrechen. Sie trank einen Schluck und redete weiter.

››Es war kalt. Das einzige was mich noch wärmte waren meine Tränen. Ich kauerte mich zusammen. Ich lag da. Stundenlang und weinte. Irgendwann konnte ich nicht mehr und schlief ein. Am nächsten Tag. Kam irgendwann meine Mutter rein. Ohne ein Wort mit mir zu reden schmiss sie etwas Heu in eine Ecke des kleinen Raumes (wohl für meine Bedürfnisse) und ein Jutesack in die andere. Das einzige Licht kam von einer verstaubten Lampe die permanent brannte. Ich erkannte in welchem Raum ich lag. Es war einer unserer ungenutzten Lagerräume oder ehr eine unserer ungenutzten Besenkammern. Der Raum war höchstens drei mal drei Meter groß. Die Wände bestanden nur aus nackten Steinen der Boden und die Decken taten ihnen gleich. Das einzige das nicht aus Stein war, war die schwere Holztür. Meine Schwester kam nach einer Weile rein und stellte einen Teller mit Essen hin. Nur Fleisch und Wasser. Es schmeckte komisch. Solches Fleisch hatte ich noch nie gegessen doch ich schlang es herunter, ich war viel zu hungrig um nein zu sagen. Ich fragte mich was mit Gabriel passiert ist. Ich fragte mich ob ich hier wieder rauskomme, ob es nur eine kurze Strafe ist oder ob ich hier für immer bleibe. Ich hörte nach einer Woche auf darüber nachzudenken und dachte an viele verschiedene Sachen. Ich fand mich nicht mit meinem Schicksal ab aber alles worüber ich in diesem Zusammenhang hätte nachdenken können habe ich schon gedacht. Hundert male. Die Tage hier sind lang. Nach ungefähr zwei Wochen gab es kein Fleisch mehr. Nur noch Brot und Wasser. Aber warum auf einmal? Hatten sie keins mehr? Oder wollten sie mir keins mehr geben?

Ich konnte nicht mehr genau mitzählen wie viel Zeit vergangen war. Also legte ich mir Heuhalme unter meinen Jutesack um die Tage an ihnen abzählen zu können. Ich musste sie verstecken da alle ein bis zwei Wochen das Heu gewechselt wurde.‹‹

Mir wurde berichtet das es in dem Raum extrem stank und einige Polizisten sich beim Öffnen der Türe übergaben. Anscheinend waren auch die einzigen Luftzugänge die Spalten zwischen dem Holz. Es muss grausam gewesen sein.

››Es war ekelhaft. Ich versuchte meine Bedürfnisse zu unterdrücken so lang es ging. Aber es ging nicht immer. Ich fühlte mich wie ein Schwein. Es war permanent kalt und stank. Ein Hass baute sich in mir auf. Gegen meine Mutter, meine Schwester und gegen meinen Vater der nichts unternahm. Ein paar Tage später fing ich auch an Gabriel zu hassen der mich immer noch nicht gerettet hatte. Egal wer von denen rein gekommen wäre ich hätte ihn liebend gerne umgebracht und zerfleischt. Doch, ich war viel zu schwach. Ich hatte kaum noch Kraft, war immer hungrig und hatte sogar mit dem Denken aufgehört. Ich wusste einfach nicht mehr was es zu denken gibt. Ich hatte jegliche Hoffnung aufgegeben.

Auf einmal, ganz plötzlich hörte ich eine Stimme. Sie sprach in Zungen die meine Ohren nicht verstanden, mein Kopf aber, wusste sie zu übersetzen. Ich weiß nicht wessen Stimme es war. Aber sie kannte mich. Die Stimme machte mir Mut. Sagte ich solle durchhalten. Ich hatte Angst vor ihr. Hier unten konnte keiner sein. Nicht einmal Ratten verirrten sich hier her. Es mussten jetzt schon 10 Wochen vergangen sein. Eine Woche redete die Stimme mit mir bevor ich sie erkannte. Die ganze Woche hatte ich nicht geantwortet bis ich sie erkannte. Es war Gabriel. Er sprach zu mir. Er sagte mir das meine Mutter ihn getötet hätte und sie ihn an mich verfüttert hätte. Er sagte mir das ich eigentlich schon 20 Wochen hier unten bin und nur oft das Zählen ausgelassen habe. Ich erfuhr auch von ihm das er ewig gebraucht hat einen Weg zu finden mich zu kontaktieren. Ich war so froh ihn wieder bei mir zu haben. Doch, ich wusste er war nicht wirklich da. Ich konnte ihn nicht berühren. Aber er war genug da um mit mir zu reden. Und er war auch echt. Ich weiß es. Wir fingen an viel Normales zu reden. Aber wenn jemand rein kam um etwas Essen zu bringen und mich erwischte wie ich mit ihm redete wurde ich geschlagen. Meine Mutter und meine Schwester schimpften dann immer mit mir und schrien mich an das es ekelhaft ist wie verrückt ich bin, dass ich ekelhaft bin und dass ich mich benehmen soll. Doch wir redeten weiter. Er war das einzige das mir noch irgendeinen Halt gab.

Nach, wie er sagte 22 Wochen, konnten wir uns das erste Mal berühren. Nur kurz, aber es war wunderschön. Es war nur eine kurze Berührung unserer Hände. Es war auch zu der Zeit als wir anfingen darüber zu reden einfach meine Familie umzubringen. Er sagte das sie schuld wären und dass sie büsen müssten für das was sie getan haben. Ich wollte es auch. Ich lechzte nach Rache und er feuerte mich noch mehr an. Ich konnte mich mit jedem Tag mehr bewegen. Und wir konnten uns mit jedem Tag mehr berühren. Und Endlich war es so weit. Wir konnten das zu Ende bringen wobei uns meine Mutter unterbrochen hatte. Ich setzte mich auf ihn und find an. Ich freute mich, es war die größte Freude seid dem ich eingesperrt wurde. Endlich durfte ich wieder dieses schöne und perfekte Gefühl spüren. Ich fing an mich auf ihm zu bewegen, ich genoss jede kleine Bewegung und wieder, knarzte die Tür.

Ich wurde an den Haaren weggezogen. Meine Schwester schrie nach meiner Mutter. Sie kam rein, ihre Kehle platze förmlich auf. Gabriel stand hinter ihr und schnitt sie auf. Meine Schwester schaute ungläubig. Sie konnte ihn anscheinend nicht sehen. Sie fragte voller Angst wer da ist. Dann gab sie mir die Schuld und schlug mich. Bis Gabriel auch sie tötete. Ich brach zusammen. Dann wachte ich hier auf als mich die Polizisten brachten.‹‹

››Moment mal‹‹ sagte ich. ››Es wurden keine Leichen gefunden. Um genau zu sein wurde nur ihr Vater gefunden.‹‹

››Was ist mit ihm passiert?‹‹

››Als ein Polizist ihm sagte warum sie hier sind rannte er weg. Als er außer Sicht war musste irgendwas passiert sein er wurde tot aufgefunden. Er ist in einen der Kanäle gestürzt und ertrunken.‹‹

››Gut.‹‹ erwiderte sie.

Ich sah sie erschreckt an. Ein breites Grinsen lag auf ihrem Gesicht als würde sie sich sehr darüber freuen. Die Zelle öffnete sich. Ich schaute an mir herunter. Die Schlüssel fehlten. Sie stand auf und ging raus. Sie umarmte und küsste die Luft. Sie ging und unterhielt sich mit etwas. Dann trete sie sich um. Sie sagte ››Er tut ihnen damit einen Gefallen. Nochmal danke das sie zugehört haben.‹‹ Dann wurde mir schwarz vor Augen.

Ungefähr dreißig Minuten später fand man mich mit einer Platzwunde am Hinterkopf. Ich wusste das sie mich nicht niedergeschlagen haben kann. Als ich meine Aussage gemacht habe kündigte ich und packte meine Sachen. Ich ging nie wieder zurück nach Venedig.“

Das was alles was er mir sagte. Ich weiß er ist Senil. Und gleich nach der Geschichte verfiel er auch wieder in diesen Zustand. Ich kippte den kalt gewordenen Kaffee aus und tat den Kuchen in den Kühlschrank. Ich musste los. Ich weiß wirklich nicht ob es wahr sein kann was er mir erzählte aber es klang so sicher. Es klang nicht nach einer Geschichte die seiner Demenz entsprang. Vielleicht hat ja jemand von euch mal dieses Mädchen gesehen. Ach was rede ich da sie wird schon tot sein. Aber wer weiß. Vielleicht hat hier jemand ähnliche Geschichten gehört oder erlebt. Erzählt mir davon. Ich muss wissen ob es war ist.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Überprüfen Sie auch
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"