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Gefangen in Albträumen

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Mein Name ist Jonathan und ich komme aus einer Kleinstadt in Montana. Ich habe vorher noch nie einen Post auf einer Plattform veröffentlicht, doch in diesem Fall dachte ich mir, dass es notwendig wäre meine Erlebnisse mit anderen zu teilen. Zwar gehe ich davon aus, dass mir niemand von euch glauben wird, aber für den Moment ist das auch noch unwichtig. Doch solltet ihr jemals in dieselbe Situation kommen wie ich, wisst ihr zumindest was euch erwartet und findet vielleicht aufgrund meiner Erfahrungen einen Weg euch und andere zu retten. Es fällt mir nicht leicht das Geschehene nochmal vollständig zu durchleben, allerdings werde ich danach endlich mit allem abschließen können. Die Geschehnisse, wegen denen mein Leben sowie die von vielen anderen jetzt am Arsch sind, begannen vor ungefähr drei Monaten. In jeder Nacht hatte ich denselben Traum. In diesem stand ich auf einer wunderschönen Gras-landschaft, welche von zahlreichen Hügeln umgeben war. Ich konnte den Wind spüren, welcher mich umgab. Er war ruhig und angenehm erfrischend. Ich sah sogar, wie das Gras von dem Wind bewegt wurde. Die Wärme der Mittagssonne war zu spüren und die Vögel zwitscherten. Es wirkte alles so echt in diesem Traum, als wäre es eine eigene Welt. An diesem Ort, nicht weit entfernt auf einem Hügel, stand meine verstorbene Frau Sarah in ihrem Hochzeitskleid. Ihr Rücken war mir zugewandt, weshalb ich nicht ihr Gesicht sehen konnte. Ich und Sarah hatten gemeinsam so viele Pläne gehabt. Wir wollten ein eigenes Haus, Kinder oder vielleicht irgendwann in ein anderes Land ziehen. Keines dieser Ziele haben wir gemeinsam erreichen können. Sie war Polizistin und verlor bei diesem Job ihr Leben. Sie war zu einer Demo beordert worden, wo ein Extremist aus der Menge einen Molotov Cocktail auf sie warf. Sie verstarb ein paar Stunden später an ihren Verletzungen im Krankenhaus. Ich war an dem Tag in einem längeren Meeting gewesen, bei welchem ich mein Smartphone stummgeschaltet hatte, weshalb ich die Anrufe und Nachrichten ihrer Kollegen und ihrer Familie nicht mitbekam. Als ich es dann nach dem Meeting bemerkte, machte ich mich sofort auf den Weg zum Krankenhaus, doch ich kam zu spät. Ich arbeitete in einer anderen Stadt und steckte auf dem Weg zum Krankenhaus im Stau. Wegen grade mal einer halben Stunde Verspätung, konnte ich mich nicht mal mehr von ihr verabschieden. Das konnte ich mir nie verzeihen. Ich hoffte anfangs zumindest im Traum ihr noch nahe sein zu können, doch bei jedem Versuch ihr in diesem Traum näher zu kommen, verschwand sie plötzlich und tauchte an einer anderen Stelle auf. Wenn ich versuchte sie anzusprechen, antwortete sie nicht. Das Einzige, was ich von ihr hören konnte, war ihr schluchzen. Sie weinte jedes Mal und nichts, was ich sagte, änderte etwas an diesem Zustand. Sie stand einfach nur da und weinte während des gesamten verdammten Traums. Es war die reinste Tortur. Jedes Mal, wenn ich aufwachte, spürte ich wie ich immer mehr und mehr zerbrach. Nach weniger als einer Woche gelang es mir nicht mal mehr normal einzuschlafen. Aber ohne Schlaf arbeiten konnte ich natürlich auch nicht. Aus diesem Grund fing ich an Schlaftabletten zu nehmen. Diese Tabletten waren der einzige Grund weshalb ich es schaffte im Alltag auch nur ansatzweise zu funktionieren. Aber sie waren natürlich nicht die Lösung des Problems.  Die Gespräche mit meinem Psychologen Martin, welchen ich noch aus meiner Schulzeit kannte, sowie mein Kater Leon, waren was mein Leben noch grade so in der Bahn hielten.

Eines Tages sagte mir Martin während einer längeren Sitzung: „Diese Träume sind wahrscheinlich ein Produkt deiner Schuldgefühle. Ich kann dir jedoch garantieren, dass du es nicht hättest ändern können. Wir müssen jetzt daran arbeiten, dass du einen Abschluss finden kannst.“. Ich betrachtete es ähnlich wie er. Sarahs Tod war bereits zwei Jahre, her und seitdem fühlte sich mein Leben nicht mehr lebenswert an. Ich lebte noch in derselben Wohnung, in welcher wir vorher lebten. Ich brachte es nicht übers Herz ihre Sachen aus unserer Wohnung zu entfernen. Es hafteten einfach zu viele Erinnerungen an ihnen. In einem Moment brachten sie mir Trost, da ich mich an schöne Momente mit ihr erinnern konnte, im nächsten Moment musste ich dann jedoch daran denken, was noch alles hätte sein können und zerbrach fast daran. Mir war bewusst das ich sie loslassen musste, ich konnte es aber einfach nicht. Jeder gemeinsame Gegenstand und jedes Foto von uns war wie ein Schatz für mich. Dennoch wollte ich nach zwei Jahren damit jetzt endgültig abschließen können. Bis der Tod uns scheidet kam zwar viel zu früh, aber ich musste trotzdem einfach irgendwie mit meinem Leben weitermachen. Ich wollte das endlich wieder Freude in mein Leben kommt und ich wusste das geht nicht, solange ich das alles nicht endlich verarbeite. Also fragte ich Martin nach Möglichkeiten, wie ich diesen Traum loswerden könnte. „Für jemanden wie dich könnte ich mir ehrlich gesagt zwei Möglichkeiten vorstellen. Möglichkeit eins wäre, du schreibst deinen Traum auf und veränderst ihn schriftlich zum Guten. Das würde dir allerdings vermutlich nicht dauerhaft helfen können. Dafür brauchst du auf jeden Fall noch weitere Therapiestunden. Daher wäre mein zweiter Lösungsansatz, dass du es mal mit luziden Träumen versuchst.“. „Luziden was bitte?“ fragte ich ihn irritiert. „Nun ja, stell das Ganze dir mal so vor. Jeder Traum ist wie eine Art Film. Man fühlt sich zwar noch so tief in die Handlung mit eingebunden, aber es gibt keine Kontrolle über das Geschehen in ihm. Bei luziden Träumen wiederum, könntest du quasi sowohl die Stelle der Hauptrolle als auch des Regisseurs einnehmen. Du kannst jederzeit, wenn du dir bewusst wirst das du träumst, das Geschehen in diesem Traum beeinflussen oder auch komplett verändern. Du kannst den Traum komplett nach deinen Wünschen gestalten, ihm sogar eine Handlung geben und auch mit deiner Traumwelt interagieren.“.  Ich war mir nicht sicher, was ich davon halten soll, aber er garantierte mir, dass es im Internet genug Foren, Bücher und Tutorials geben würde, mit denen man das luzide Träumen lernen kann. Er selbst hatte wohl auch schon seine eigenen Erfahrungen mit diesem Thema gemacht. Er sagte mir, dass er eigentlich auch für eine lange Zeit depressiv war, als er seinen Bruder verloren hatte. Durch das luzide Träumen konnte er sich in seinen Träumen von ihm richtig verabschieden. Er ermahnte mich jedoch, den Traum dann wirklich nur für den Abschied von Sarah zu nutzen. Allerdings gab er zu, dass das mit dem luziden Träumen eher ein freundschaftlicher als ein professioneller Rat war.

Ich hielt zuerst nicht viel davon, da ich sowieso nur mit einem Traumabbild von ihr reden könnte, doch als ich mich intensiver mit diesem Thema befasst hatte, war ich Feuer und Flamme dafür. Abgesehen davon, dass ich dadurch vielleicht Trost finden würde, war es tatsächlich möglich durch das luzide Träumen sein Leben von Grund auf zu verbessern. Ich begann also mit meinen Übungen und schaffte es nach einiger Zeit immer häufiger, mir bewusst zu werden, wenn ich träumte. Mir fiel dabei auf, selbst wenn mir bewusst war das ich träumte, konnte ich trotzdem nicht so in das Geschehen eingreifen, wie ich es eigentlich wollte. Ich konnte mich ihr immer noch nicht nähern und auch nicht das Aussehen dieser Traumwelt beeinflussen. Außerdem realisierte ich mehr und mehr wie seltsam dieser Traum doch eigentlich wirklich war.

Einmal ging ich jenseits der Hügel in meiner Traumwelt, da ich mich meiner Frau immer noch nicht nähern konnte. Plötzlich stand ich vor dem Ende meiner Traumwelt, welche viel eher eine Insel war, welche über einem riesigen schwarzen Abgrund schwebte. Je mehr ich mich anstrengte, desto mehr konnte ich schemenhaft etwas in dem Abgrund erkennen. Es wirkte so, als würde sich da unten irgend-etwas ruckartig bewegen. Ich wiederholte dies öfter in meiner Traumzeit, da ich bei meiner Frau leider immer wieder mit dem Kontaktaufbau scheiterte. Irgendwann meinte ich schemenhaft einen riesigen Kopf in der Dunkelheit zu erkennen. Der Rest des Körpers wurde von etwas, was ich noch nicht wirklich ausmachen konnte, bedeckt. Eines Tages las ich in einem Forum über luzides Träumen, das durch das Sterben in einem Traum man unter anderem auch zum nächsten Traum wechseln könne. Also entschloss ich mich eines Tages dazu die Aktion durchzuführen, welche mich letztendlich zur Erkenntnis brachte, was es mit den Träumen auf sich hatte. Ich stellte mich an den Rand der Insel, schaute noch ein letztes Mal zu meiner Frau und fokussierte mich danach auch direkt wieder auf den Abgrund vor meinen Füßen.  Auch wenn ich mir bewusst war das ich im Traum nicht wirklich sterben konnte, rebellierte alles in mir gegen die Entscheidung, welche mein Kopf beschlossen hatte. Ich zögerte für einen Augenblick und überlebte, ob dies wirklich die beste Entscheidung war, doch ich beschloss das es den Versuch wert war. Also machte ich einen weiteren Schritt nach vorne, woraufhin mich die Schwerkraft direkt packte und in die Dunkelheit zog. Ich spürte den Luftwiederstand sowie die dadurch eintretende Kälte, ehe die Finsternis mich verschluckte. Es fühlte sich realer an als ich es mir vorgestellt hatte. Ich wurde hin und her geschleudert, als wäre ich in einem Strudel gefangen. Je weiter ich in dem Abgrund verschwand, desto mehr fühlte es sich an, als würde mich etwas von innen heraus verschlingen. Bilder von der Beerdigung meiner Frau sowie von anderen traurigen und traumatischen Ereignissen meines Lebens stiegen in mir auf und ich bekam Angst, da das hin und her Schleudern kein Ende zu nehmen schien. Doch plötzlich wurde ich aus dem Sog rausgeschmissen und befand mich in einem Raum. Ich war verwirrt, als ich feststellte, dass ich mich grade wieder in meinem eigenen Schlafzimmer befand. Außerdem schwebte ich über dem Boden. Verblüfft begann ich mich umzuschauen. Ich war von dem detaillierten Traum sofort fasziniert. Jedes Buch was ich besaß und selbst das Bild von mir und meiner Frau waren exakt an demselben Ort, wo sie auch in der realen Welt waren. Im nächsten Moment schaute ich zu meinem Bett. Das, was ich dort sah, versetzte mich für kurze Zeit in eine Art Schockstarre. Das Verstörende war nicht auf meinen Körper schauen zu können, welcher immer noch in meinem Bett lag, sondern die langen silbernen Fäden, welche ihn festhielten. Sie waren mehrere Meter lang und dick wie Drahtseile. „Was zum Henker?“, war alles, was ich in dem Moment noch rausbringen konnte. Ich schaute mich noch einmal in meinem Zimmer um. Es sah wirklich aus wie mein Zimmer in der realen Welt. Soweit ich mich vergewissern konnte, stimmten absolut alle Details. Es wirkte alles einfach viel zu real für einen Traum. Ich versuchte meine Füße auf dem Boden abzusenken, doch entweder glitten sie leicht in den Boden rein oder wurden von ihm abgestoßen. Wenn ich versuchte zu laufen, fühlte es sich ähnlich an, als würde ich versuchen auf einem Trampolin zu gehen. Als ich dann schließlich an mir herabschaute, fiel mir auf, dass ich durchsichtig geworden war. In dem Augenblick jagte ein schrecklicher Gedanke durch meinen Kopf. „Ist das noch ein Traum oder bin ich schon tot?“ Ich schloss meine Augen und stellte mir vor zu erwachen, doch es gelang mir nicht. Ich versuchte auch mir vorzustellen, wie meine Umgebung sich verändert, aber auch dieser Versuch blieb erfolglos. Ich schrie, dass ich aufwachen will. Ich versuchte meinen Kopf gegen die Wand zu schlagen, in der Hoffnung, dass ich im Traum sterben und aufwachen würde, doch mein Kopf glitt einfach durch die Wand hindurch. Es war fast so, als wäre sie flüssig. Nach einigen erbärmlichen Versuchen aufzuwachen, gab ich mich geschlagen und sah mich weiter im Raum um. Ich hoffte eine andere Möglichkeit aus diesem Traum zu finden, zu entkommen, oder zumindest zu verstehen was mit mir geschah. Mir fiel eine Art Riss in der Wand an dem Fußende von meinem Bett auf. Die Fäden, welche meinen Körper eingehüllt hatten, entsprangen aus diesem Riss in der Wand. Ein seltsames Licht entströmte aus dem Riss, welches nicht wirkte, als könnte es von dieser Welt stammen. Der Anblick faszinierte mich auf eine eigenartige Art und Weise, doch gleichzeitig jagte er mir auch eine enorme Angst ein. Es fühlte sich an, als würde es meinen Verstand zersetzen. Je länger ich hineinschaute, desto mehr kam ich in eine Art Trance. Nach einer Weile schaffte ich es mich von dem Einfluss dieses Lichts zu befreien und versuchte meinen Fokus auf etwas anderes zu lenken, also betrachtete ich die Fäden um meinen Körper herum etwas genauer. Sie glitzerten aufgrund des Lichts aus dem Spalt und ich hatte das Gefühl, dass irgendetwas durch sie aus meinem Körper herausgezogen wird. Einige von ihnen pulsierten sogar leicht als wären es Adern. Ein paar einzelne Fäden waren nochmal um das Bett herum gewunden worden und fixierten meinen Körper. Meine Neugier wurde für einen Augenblick stärker als meine Angst, weshalb ich versuchte mit meinem Finger einen der seildicken Fäden zu berühren. Es war mir nicht möglich ihn physisch zu berühren, aber ich konnte ihn trotzdem auf eine andere Art erfassen. Es war, als könnte ich seine Präsenz fühlen. Sie war eiskalt, aber in ihrem Inneren befand sich eine seltsame Wärme. Ich spürte, wie diese Wärme stückweise in den Riss an meiner Wand gesogen wurde, woraufhin ich realisierte, dass diese Fäden tatsächlich etwas aus meinem Körper heraussogen. Grade in dem Moment, wo ich angestrengt darüber nachdachte was ich tun kann um es aufzuhalten, ging ein kräftiger Ruck durch einen der Fäden, welcher an meinem Fuß befestigt war und der Riss an meiner Wand begann sich langsam zu vergrößern. Es ähnelte einem Vorhang, der immer weiter aufgezogen wurde. Ich hatte zuerst die Befürchtung das mein Körper reingezogen wird, doch als ich mich daran erinnerte, dass mich Fäden am Bett festhielten, begriff ich, dass ich wahrscheinlich nicht dort reingezogen werde aber vielleicht etwas rauskommen würde. Plötzlich zog mich eine unsichtbare Macht zurück in meinen Körper. Bei dem Eintritt in meinen Körper, verlor ich augenblicklich das Bewusstsein.

Es dauerte einen Moment, bevor ich wieder bei vollem Bewusstsein war, woraufhin ich diese dicken und klebrigen Fäden an mir spüren konnte. Aber da war noch etwas. Es fühlte sich an, als würde etwas meine Brust berührte, etwas, was sich wie eine Hand anfühlte. Ich wollte meine Augen öffnen, doch ich hatte noch keine Kontrolle über meine Muskulatur. Mein Herzschlag beschleunigte sich vor Angst, was das Wesen, das mich berührte, wahrnehmen konnte. „Das ist jetzt aber mal eine Überraschung. Sieht aus, als wäre da tatsächlich jemand aufgewacht. Das passiert echt nicht oft.“, sagte es und fing an zu kichern. Ich versuchte zu schreien doch aus meiner Kehle kam nur ein heiseres Krächzen. „Oh, das war aber ein erbärmlicher Versuch. Niemand wird kommen, um dir zu helfen, weißt du? Also, warum gehst du nicht einfach wieder schlafen und grüßt deine Frau von mir?“ Ich spürte, wie sich die Hand von meiner Brust entfernte. Mit all meiner Kraft riss ich meine Augen auf. Ich bereute die Entscheidung in dem Moment bereits als ich ein großes schwarzes Auge über mir erblickte.                                                                                                                                                                                                       Es war eine Spinne. Auf mir hockte eine gewaltige Spinne, welche jedoch einen menschlichen Oberkörper besaß. Dieses Ding war fast so lang wie mein Bett und seine acht haarigen Beine berührten den Boden meines Zimmers. Sie musterte mich eindringlich, mit ihren acht Augen, ehe sie ihr Maul zu einem boshaften Grinsen verformte. Speichel tropfte dabei von ihren langen scharfen Fangzähnen auf mich herab. Sie sahen ähnlich aus wie die eines Vampirs. „Was guckst du so? Noch nie so etwas Schönes wie mich gesehen?“ Ich versuchte panisch die Fäden zu lockern, was lediglich die Spinne zum Lachen brachte. Ich begann zu schreien, doch dieses Mal hielt sie mir mit ihrer Hand schnell den Mund zu. Es war zwecklos, egal was ich tat, ich konnte mich nicht befreien. Vor schierer Verzweiflung kamen mir die Tränen. Ich hoffte immer noch, dass dies einfach nur ein widerlicher Albtraum sei und ich in Wahrheit immer noch unter meiner warmen Bettdecke lag, doch all das fühlte sich so echt an.

Die Spinne strich eine meiner Tränen mit einer ihrer Krallen von meiner Wange und führte sie in ihren Mund, ehe sie weitersprach. „Glaub mir, dafür das du alles für mich verkompliziert hast, wirst du mehr als nur die paar Tränen hier vergießen. Ich werde noch eine Menge Spaß mit dir haben.“ Die Kralle, mit der sie meine Träne aufgesammelt hatte, hüllte sich plötzlich in Dunkelheit. Es sah aus wie Rauch. Sie holte aus und stach die Kralle in meine Stirn, doch entgegen meiner Erwartung tat es nicht weh, es wurde jedoch sehr kalt. Ich hielt nicht lange diese erdrückende Kälte aus, ehe mir schwarz vor Augen wurde.

Als ich meine Augen das nächste Mal aufschlug, wusste ich nicht, wo ich war, und brauchte einen Moment, bis ich mich an das Geschehene erinnern konnte. Es war dunkel und die Luft was kühl und feucht. Ein unangenehmer modriger Geruch umgab mich. Ich bemerkte nach einer Weile Risse an der Decke vom Raum, durch welche das Mondlicht hindurchschien und den Blick auf einen mit Lehm bezogenen Steinboden preisgab. Ich schien mich in einer Art Höhle zu befinden. Nachdem ich mich von der Wand, an der ich lehnte, aufrappelte, schaute ich mich voller Panik nach einem Ausgang um und schrie um Hilfe, in der Hoffnung, dass jemand an der Oberfläche mich hören würde. Doch ich hörte keine Antwort von draußen. Nicht mal das Rauschen von Blättern im Wind oder der Lärm einer Straße waren zu hören. Nach einiger Zeit begann ich mich vorsichtig durch die Höhle zu tasten, in der Hoffnung einen versteckten Weg nach draußen zu finden. Gelegentlich konnte ich durch Risse in der Decke Umrisse meiner Umgebung erkennen, doch es brachte mich nicht wirklich weiter. Ich fand noch ein paar weitere Gänge, die von meiner Kammer hinweg führten, doch entweder endeten sie in einer Sackgasse oder wurden zu schmal, als das ich durchgepasst hätte. Auch wenn ich verzweifelt nach einem Ausgang suchte, wollte ich ums Verrecken nicht riskieren irgendwo stecken zu bleiben. Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der niemand mich hört und zu meiner Rettung kam, sackte, ich erschöpft auf den Boden der Höhle. Es wirkte so, als wäre ich einfach in einen unterirdischen Hohlraum hinein teleportiert worden. Ich begann fieberhaft darüber nachzudenken was hier los war. Ich fragte mich bereits nach kurzer Zeit, ob mich diese Spinne durch den Riss in meiner Wand zu einem anderen Ort oder gar einer anderen Welt gebracht hatte. Die Aussicht in einer völlig anderen Welt oder vielleicht sogar Dimension mit was auch immer festzustecken, ließ mein Herz so stark pochen, dass ich es in meinem Hals spüren konnte. Gerade als ich mir die Frage stellte, ob es noch andere Gefangene gibt, hörte ich hinter mir, wie ein Haufen Steine zu Boden fielen. Hektisch drehte ich mich um und konnte grade noch in der Dunkelheit eine Bewegung ausmachen. „Wer ist da?“, rief ich mit zittriger Stimme in die Dunkelheit rein. Ich erhielt keine Antwort und wer oder was auch immer da mit mir in diesem Raum war, hatte aufgehört sich zu bewegen. Ich war mir dennoch sicher, dass ich beobachtet wurde. Plötzlich war ein seltsames Geräusch aus einer anderen Ecke des Raumes zu hören. Es klang ähnlich, wie wenn man eine stumpfe Schere in der Luft auf und zu schnappen ließ. Nach einer Weile gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit, woraufhin ich in der Höhle Bewegungen ausmachen konnte. Mein Herz setzte für einen Moment aus, als ich eine Spinne von der Größe eines Pferdes in der Dunkelheit entdeckte. Ihr Fell war pechschwarz und ihre dunklen Augen musterten mich eindringlich. Ich wagte es nicht mich zu bewegen. Fieberhaft schaute ich mich nach einer Waffe oder einem Fluchtweg um, doch das Einzige, was ich fand waren ein paar Steine auf dem Höhlenboden. Die große Spinne ließ ihre Greiffänge zusammen schnappen. Daher kamen also die seltsamen Geräusche. Trotz der Entfernung konnte ich sehen, wie eine seltsame Flüssigkeit von ihren Fängen auf den Boden tropfte.

Die Angst überwältigte mich schließlich und ich wollte wegrennen, doch dann spürte ich, wie sich etwas an meinem Bein bewegte. Noch bevor ich reagieren konnte, durchzog ein gewaltiger Schmerz mein Bein. Es fühlte sich an, als würde ein Stück glühende Kohle sich in mein Fleisch reinbrennen. Ich schrie und schüttelte mein Bein, wobei ich hörte wie etwas auf den Boden fiel. Ich sah auf mein Bein und stellte fest, dass sich dort eine Beule entwickelt hatte, welche rasend schnell immer weiter anschwoll, bis sie in Sekundenschnelle platzte. Ich wurde fast ohnmächtig vor Schmerzen und fühlte wie mein Blut mir das Bein hinunterfloss. Aus der Dunkelheit schnellte plötzlich etwas hervor.  Es war eine weitere Spinne, wenn auch nicht so groß wie die in der Ecke. Ich schaffte grade noch sie wegzuschlagen, bevor sie auf meinem Gesicht landen konnte. Die Höhle wurde plötzlich von den Geräuschen tausender kleiner Schritte ausgefüllt. Dutzende Spinnen von der Größe von Ratten und Schäferhunden bewegten sich auf mich zu. Die große Spinne hingegen bewegte sich nicht, doch sie gab Geräusche von sich. Es war, als würde sie ihnen Anweisungen geben. Ich sah mich fieberhaft nach einem Ausweg oder einem Gegenstand um, mit dem ich mein Leid selbst beenden könnte, doch stattdessen sah ich einen großen Tunnel, ungefähr 10 Meter neben mir. Ich hätte schwören können, dass dieser vorher nicht da war. Ich humpelte so schnell ich konnte darauf zu. Ein paar der Spinnen hatten mich bereits erreicht, als ich am Tunnel ankam und sprangen auf mich drauf. Es gelang mir die meisten abzuschütteln, doch zwei von ihnen waren auf meinem Rücken gelandet und bissen mich mit voller Kraft. Ich erhöhte mein Tempo, obwohl mein Bein mit der Verletzung mittlerweile fast vollständig betäubt war. Ich zog so schnell ich konnte mein T-Shirt aus, um sie von meinem Rücken zu kriegen. Ich war grade erleichtert ihr Gewicht nicht mehr an mir zu spüren, als plötzlich ein Ruck durch meinen Körper ging und ich zurückgeworfen wurde. Doch fiel ich nicht hin, stattdessen spürte ich eine klebrige und kalte Masse an mir, welche mich festhielt. Ich war direkt in ein riesiges Spinnennetz gelaufen. Keine Sekunde später spürte ich wie sie an mir hochkletterten. „Nein! Geht weg von mir! Verpisst euch!“ Ich schrie aus Leibeskräften und versuchte mich zu befreien, doch bei jedem Versuch mich loszureißen, fühlte es sich an als ob mir die klebrigen Fäden gleich die Haut abreißen würden. Dutzende haarige Beine begann damit mich immer weiter einzuspinnen. Jedes Mal, wenn es mir gelang eine Spinne abzuschütteln, war da bereits eine andere.Je weniger ich mich bewegen konnte desto mehr von ihnen begannen mich zu beißen. Ich konnte mit jedem weiteren Bissen spüren, wie meinem Körper die Kraft ausging. Es fühlte sich durch ihre Bisse an, als würde ich langsam von innen heraus verbrennen. Ich versuchte mich loszureißen und schrie die Spinnen an, doch es gab kein Entkommen mehr. Also sackte ich in mich zusammen und hoffte es würde schnell vorbei sein. Jedoch bemerkte ich etwas gegenüber von mir, auf der anderen Seite des Netzes. Zuerst erkannte ich im Dunkeln nur verschwommene Bewegungen, doch je näher es kam, desto mehr konnte ich es erkennen. Es war die Kreatur, welche mich in diese Hölle geschickt hatte, Seite an Seite mit einer Gestalt, welche ich nicht sofort erkannte. Erst als sie langsam näherkam, erkannte ich meine Frau. Sie trug noch ihre Dienstkleidung, welche jedoch in Fetzen an ihr herunterhing. Ohne die Kleidung hätte ich sie vermutlich nicht wiedererkannt, denn ihr Gesicht war vollständig von den Flammen verzehrt worden. Lediglich ein paar versenkte blonde Haarsträhnen waren noch auf ihrem Kopf übrig. Langsam kam sie näher, ehe sie vor mir stand und mir direkt in die Augen starrte. Ihre einst so glasklaren blauen Augen waren trübe, wie die eines toten Fisches und jegliche Wärme war aus ihnen verschwunden. Sie streckte langsam ihre Hände in Richtung meines Gesichts aus. Als sie meine Wangen berührte, konnte ich spüren wie mein Herz zu schlagen aufhörte und die Schmerzen endlich verschwanden.

Schreiend und schweißgebadet kam ich in meinem Bett wieder zu mir. Hektisch schaute ich mich in meinem Schlafzimmer um, doch von den Fäden oder von Spinnen war nichts mehr zu sehen. Ich schaute dorthin, wo der Riss an der Wand war, doch auch da war nichts zu sehen. Erleichtert atmete ich auf. Ich hatte noch nie zuvor einen so intensiven Albtraum gehabt und konnte es mir einfach nicht erklären. Zwar hatte ich auch schon früher Träume gehabt, in denen ich minimal Schmerzen empfinden konnte, doch das in diesem Traum war die reinste Folter. Zu dem Zeitpunkt dachte ich jedoch noch, dass dies eher ein Thema für meinen Psychologen war. Bei einem Blick auf den Wecker stellte ich fest das es grade mal 4:00 Uhr morgens war. Da ich ziemlich gerädert war von der Nacht und mich jetzt definitiv nicht wieder hinlegen wollte, beschloss ich mich für den heutigen Tag krankzumelden. Nach dieser absolut beschissenen Nacht brauchte ich unbedingt Ablenkung.

Plötzlich hörte ich wie etwas an meiner Tür kratzte. Voller Panik rannte ich zu meinem Fenster, um nach draußen zu flüchten, doch ich hielt inne, als ich ein sanftes Maunzen hinter der Tür hörte. Sowohl erleichtert als auch etwas peinlich berührt öffnete ich die Tür, wo mein Kater Leon auf mich wartete. Seine kleinen gelben Augen schauten mich voller Erwartung an. „Ich schätze mal du hast Hunger, nicht wahr mein Freund?“, sagte ich mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Dieser Kater war die letzten Jahre für mich mehr als nur ein einfaches Haustier. Ich bekam ihn von meiner kleinen Schwester geschenkt, kurz nach dem Tod meiner Frau. Zunächst war er einfach nur meine emotionale Stütze gewesen, doch mittlerweile war er für mich ein Teil meiner Familie geworden.

Ich wollte ihn streicheln, doch als ich meine Hand nach ihm ausstreckte und er daran schnupperte, holte er plötzlich mit seiner Kralle aus und riss mir die Hand auf.

Ich weiß, was jetzt einige von euch denken werden, nämlich das die Stimmung von Katzen ziemlich unberechenbar sein kann, doch mein Leon war nie so. Er war ein sehr verspielter und verschmuster Kater, weshalb mich sein plötzlich aggressives Verhalten zutiefst schockierte. Ich schaute irritiert dabei zu, wie er sich auf den höchsten Schrank, den er finden konnte, flüchtete und mich von da aus mit angelegten Ohren und weitaufgerissenen Augen anstarrte. Ich versuchte im Laufe des Vormittags des Öfteren ihn von dem Schrank runterzuholen, doch bei jedem Versuch von mir sich ihm zu nähern, begann er zu fauchen. Erst deutlich später traute sich mein Kleiner wieder runterzukommen, um etwas zu fressen. Gegen Abend traute er sich auch wieder in meine Nähe. Es wirkte, als hätte er mich nicht wieder erkannt und stattdessen etwas anderes gewittert, welches ihm absolut nicht geheuer war. Ich war fertig mit den Nerven und wollte das Erlebte so schnell es geht verarbeiten. Also rief ich Martin an, ob er sich morgen mit mir treffen könnte. Unser Termin war eigentlich erst in der Woche darauf, doch er willigte ein sich schon vorher mit mir zu treffen, außerhalb seiner regulären Arbeitszeit.

Ich traf mich mit ihm am nächsten Abend in einem Café, in der Nähe seiner Praxis. Ich erzählte ihm von meinem Traum. Ich hatte die gesamte letzte Nacht nicht geschlafen, was man mir ansah. Meine Erzählungen waren fahrig und wahrscheinlich verwirrend. Am Ende des Gesprächs schaute er mich voller Mitleid aber auch voller Sorge an. Er meinte, dass er nicht damit gerechnet hätte, dass meine Schuldgefühle so stark seien. Er ging davon aus, dass ich mich unterbewusst selbst bestrafen wollte und daher in diesen Albtraum mit den Spinnen quasi von mir selbst gefoltert wurde. Allerdings konnte auch er sich nicht erklären, warum ich so starke Schmerzen in diesem Traum gespürt hatte. Dies dürfte laut ihm eigentlich gar nicht möglich sein. Schließlich seufzte er und sagte mir: „Es tut mir leid John, aber ich befürchte meine Hilfe alleine wird vermutlich nicht mehr ausreichen.“.

„Wie meinst du das?“, fragte ich, obwohl ich mir schon denken konnte was er mir gleich sagen würde. „Ich meine, dass es langsam Zeit wird deine Behandlung nicht mehr ambulant, sondern stationär fortzuführen. Es wäre wahrscheinlich das Beste für dich.“

Ich stieß daraufhin ein bitteres Lachen aus. „Na super. Dann verliere ich als nächstes also meinen Job und danach vermutlich noch alles andere, was ich habe. Martin, ganz im Ernst, wie stellst du dir das vor? Ich schaffe es grade mal so über die Runden zu kommen und ich habe dieses Jahr schon fast die Hälfte der tolerierbaren Anzahl von Fehltagen überschritten. Zudem erreich ich bei meiner Arbeit bei weitem nicht mehr die Leistung wie zu der Zeit als Sarah noch lebte. Die werden mich bei nächstbester Gelegenheit feuern, wenn ich jetzt auch noch für wer weiß wie lange in eine Psychiatrie gehe!“ Martin blieb ruhig und schaute mir eindringlich in die Augen, während er weitersprach.„Jonathan, wenn das so weitergeht, wirst du noch durchdrehen und auch dann wirst du deinen Job verlieren. Ich und Clara werden dich unterstützen. Wir schulden dir eine Menge und wollen dies irgendwie zurückzahlen.“

Ich seufzte genervt auf. Martin und ich hatten zwar früher schon Kontakt gehabt, aber wir wurden erst beste Freunde durch jenes Ereignis, auf welches er gerade anspielte. Es freute mich zwar, dass er mir helfen wollte, dennoch hasste ich den Grund, wegen dem er es wahrscheinlich tat. „Martin, ich bin dir zwar dankbar, aber das kann ich nicht annehmen. Ich habe damals Erste Hilfe geleistet, weil ich einen verunglückten Motoradfahrer auf der Straße fand. Ich konnte nicht wissen das er dein Sohn war. Ich hätte auch jedem anderen geholfen. Ihr seid mir nichts schuldig.“

„Ich weiß, dennoch wäre Stevan jetzt tot, wenn du nicht gewesen wärst. Denk aber bloß nicht, dass das der einzige Grund ist, warum ich dir helfen will.“ Ich seufzte nur, ehe ich meinen Kaffee austrank und auf meine Uhr schaute. „Tut mir leid, aber ich habe noch etwas zu erledigen. Ich muss jetzt gehen.“, log ich, während ich dabei war meine Jacke anzuziehen. „Bis zum nächsten Mal.“ Martin wusste wahrscheinlich das ich einfach nur eine Ausrede erfunden hatte, weil mir das Thema unangenehm wurde, doch er nickte einfach nur. Er versicherte mir jedoch nochmal, dass sowohl er als auch seine Frau Clara jederzeit mich unterstützen würden, wenn ich Hilfe brauchen sollte.

Bevor ich in dieser Nacht schlafen ging schaute ich mir bis ungefähr 23 Uhr noch eine Serie an. Nach und nach konnte ich spüren, wie die Schlaftabletten allmählich ihre Wirkung zeigten. Ich streichelte vor dem Schlafen gehen nochmal meinen Kater und warf mich danach, obwohl ich noch angezogen war, einfach in mein Bett.

Der Albtraum in dieser Nacht war noch schlimmer als der in jener Nacht davor. Ich kam in ihm zu Bewusstsein, nur um festzustellen, dass meine Augen verbunden waren. Ich schien auf einem Bett zu liegen, konnte mich aber nicht bewegen. Ich spürte an meinem ganzen Körper Verbände und konnte um mich herum Maschinen piepsen hören. In meinem Hals steckte ein Schlauch, über welchen ich atmete. Meine Haut fühlte sich unter den Verbänden an, als würde sie verbrennen und ich versuchte zu schreien, doch aufgrund des Schlauchs war es nur ein undeutliches Stöhnen. Plötzlich konnte ich Stimmen hören. „Es tut mir leid, aber sie wird es wahrscheinlich nicht überleben.“ Sagte ein männliche Stimme. „Wo bleibt Jonathan? Er sollte ihr jetzt beistehen!“. Ich hörte eine weibliche Stimme schluchzen. Ich erkannte Sarahs Mutter.

Mir wurde klar, dass ich in diesem Moment Sarahs letzte Augenblicke erlebte.

„Er hat gesagt, er steckt im Stau. Er wird wahrscheinlich nicht kommen.“, antwortete Sarahs Vater. Er klang so, als stände er vollkommen neben sich.

Plötzlich spürte ich ein Stechen in meiner Brust, welches mir die Luft raubte. Ich hörte ein lautes Piepsen, ehe mehrere Leute in den Raum reinstürzten. „Wir verlieren sie! Bringt die Eltern raus, ich kann mich so nicht konzentrieren!“.

Ich hörte das Schreien von Sarahs Mutter und wie ihr Mann versuchte sie zu beruhigen, während er selbst seine Tränen zurückhalten musste.  Dann spürte ich mehrere Rucke durch meinen Körper, ehe ich wieder in meinem Bett aufwachte.

Ich schaute mich hektisch um, doch alles schien normal zu sein. Ich meinte beim Aufwachen an meinem Bettende eine Bewegung gesehen zu haben, allerdings tat ich das zu dem Zeitpunkt als Einbildung ab und sah auch dort nichts, als ich mein Licht anmachte. Ich zitterte am ganzen Leib, als ich in die Küche lief und mir einen Kaffee machte. Es war zwar erst 2 Uhr morgens, aber an Schlaf war für mich nicht mehr zu denken.

Ich musste die ganze Zeit an den Traum denken. Es fühlte sich wieder alles so real an. Ich fragte mich, ob es wohl damals wirklich so ablief. Sarahs Eltern hatten sich einen Monat, bevor diese Albträume bei mir losgingen, tragischerweise umgebracht. Mittlerweile frage ich mich jedoch, ob es wirklich Zufall war, dass kurz darauf die Albträume bei mir losgingen oder ob sie das gleiche erlebt hatten wie ich.

Den restlichen Tag bei der Arbeit überlebte ich dank zahlreicher Tassen Kaffee und einem Energy Drink. Meine Kollegin Susan schaute mehrfach nach mir und leistete auch in der Mittagspause mir Gesellschaft. Wir hatten vor einigen Monaten gedatet, doch es wurde nichts daraus, da ich mich nicht von Sarah lösen konnte und mich der Tod ihrer Eltern ebenfalls mitnahm. Doch sie zeigte dafür Verständnis, da sie vor einigen Jahren ihren Freund durch einen Autounfall verloren hatte und selbst lange Zeit darüber nicht hinwegkam. Sie sagte mir, dass sie auf mich warten würde, und dass sie dennoch für mich da sein würde.

Jedenfalls half mir Susan den ganzen Tag bei meiner Arbeit, obwohl sie selbst viel zu tun hatte und bot mir auch an jederzeit für mich da zu sein, wenn ich sie brauchte.

Als ich ihr von meinen Albträumen erzählte, empfahl sie mir, dass ich es mit Meditation versuchen sollte, um mich vor dem Einschlafen zu entspannen. Ich versuchte dies auch. Ich hatte es eine ganze Woche lang versucht, doch es war eher so als ob es die Träume sogar verschlimmern würde. Als ich am siebten Tag aus einem meiner Albträume aufwachte, brauchte ich ganze 10 Minuten, um zu realisieren, dass das, was ich sah nicht nur ein Traum, sondern die Realität war. An meinem Bettende hatte sich über Nacht ein gewaltiger Riss gebildet. Ein feuchter und modriger Geruch, wie aus einem alten Keller oder einer Höhle, schlug mir entgegen, als ich den Riss näher begutachtete. Ich schauderte, als die Erinnerungen an den Albtraum über die Höhle hochkamen, doch das war nicht das Schlimmste. Die Form des Risses hatte eine erschreckende Ähnlichkeit mit dem Riss in der Wand, den ich damals in dem Traum sah, wo diese grässliche Spinne auftauchte. Auch mein Kater Leon schien in letzter Zeiter immer ängstlicher zu werden. Er versteckte sich ständig in der Wohnung. So etwas hatte er vorher nie gemacht.

Zu dem Zeitpunkt begann ich zum ersten Mal in Betracht zu ziehen, dass ich es hierbei mit etwas zu tun habe, was weder natürlich noch psychologisch zu erklären war. Vermutlich sind da draußen jetzt ein paar besonders kluge Köpfe, welche sich fragen wie ich das denn bitte nicht vorher bemerkt habe. Und dazu frage ich euch nur eines: Ist das euer Ernst? Wer zum Henker, der einen gesunden Verstand besitzt, würde aufgrund einzelner Geschehnisse, welche ihm in seinen Träumen passierten, darauf kommen, dass er es mit etwas Übernatürlichem zu tun hatte? Jedenfalls brachten der Riss in meiner Wand sowie das seltsame Verhalten meines Katers mich dazu, etwas Neues auszuprobieren. Also besorgte ich mir aus einem Esoterik-Laden in der Stadt Räucherwerk.

Ich hatte sowas schon öfter in Filmen gesehen sowie in Büchern darüber gelesen. Zu Hause begann ich gleich damit meine Wohnung zu räuchern. Der Kater verkroch sich dabei unter meinem Sofa im Wohnzimmer, was mich jedoch nicht verwunderte. Nachdem ich fertig war, lüftete ich meine gesamte Wohnung, um wieder atmen zu können. Es stank jetzt regelrecht nach allen möglichen Kräutern und ich bekam langsam Kopfschmerzen, da ich zu viel davon eingeatmet hatte, aber ich hoffte, dass dies zumindest irgendetwas brachte. Ich schaute mir an diesem Abend bis spät in die Nacht eine Serie an, da morgen Wochenende war. Mein Kater kuschelte sich währenddessen auf meinen Schoß und ich streichelte ihn die gesamte Zeit. Irgendwann wurde ich müde, doch mein Kater wollte mich nicht gehen lassen. Er warf sich vor meine Füße als ich versuchte ins Schlafzimmer zu gehen und krallte sich letzten Endes sogar in mein Bein fest, als ich meine Schlafzimmertür öffnete. Ich dachte, dass er nicht alleine sein wollte und ließ die Tür zum Schlafzimmer für ihn offen, doch er schien um jeden Preis verhindern zu wollen das ich schlafe. Zwar beunruhigte mich das, doch ich dachte, wenn etwas da gewesen war, es durch das Räuchern jetzt weg sein müsste. Also schloss ich Leon aus dem Schlafzimmer aus, um endlich schlafen zu können. Nach einiger Zeit verstummte sein Kratzen und Maunzen und ich schlief ein.

Ich träumte jedoch nicht richtig. Da war lediglich ein Gefühl zu fallen und unbeschreibliche Kälte. Ich sah Bilder aus meiner Vergangenheit aufblitzen, wie ich Sarah damals in einer Disco kennen lernte, wie wir in unsere erste gemeinsame Wohnung zogen, unser erster großer Streit sowie unsere Hochzeit und wie wir in unsere jetzige Wohnung einzogen.

Als ich aufwachte, spürte ich wie Tränen meine Wangen hinunterliefen. Ich wollte sie wegstreichen, doch ich konnte meinen Körper nicht bewegen. Schlafparalyse dachte ich erst, bis ich bemerkte, dass etwas an mir klebte und beim Öffnen meiner Augen, nachdem ich meine Tränen wegblinzelte, die Spinnenfäden sah. Dieses Mal waren sie im ganzen Raum verteilt. Das machte es mir schwer im Dunkeln auch nur die Schemen meiner Möbel zu erkennen. Die einzige Lichtquelle kam von diesem seltsamen Riss in der Wand meines Zimmers, dessen ominöser Ausstrahlung ich beinahe wieder verfiel. „Gefällt dir, was du siehst?“, hörte ich auf einmal eine Stimme über mir flüstern. Ich schaute nach oben und spürte, wie mir mein Herz fast aus der Brust sprang. Es war direkt über mir an der Decke und lächelte höhnisch auf mich herab. Ich versuchte gar nicht erst zu schreien, als ich die Fäden über meinem Mund bemerkte, welche meine Lippen fest versiegelt hielten. „Ach herrjeh bist du ein Dummkopf!“, sprach es und fing dabei an zu lachen. „Du scheinst wirklich kein bisschen dazu zu lernen, was? Hast du noch nicht deine Lektion gelernt, nachdem ich dich dafür bestraft habe, als du den von mir erstellten Traum beeinflussen wolltest?“, sprach es, während all seine Augen auf mich fokussiert waren. Ich schloss meine Augen und wünschte mir so sehr aufzuwachen. Ich wünschte, dass ich einfach nur den Verstand verloren hatte und in meinem Bett wieder aufwachen würde. „Ach jetzt verstehe ich! Du versuchst dir einzureden, dass ich gar nicht echt bin. Das ich lediglich ein weiterer Albtraum von dir bin. Aber dem ist nicht so. Ich bin wirklich da und ich beabsichtige auch zu bleiben.“ Im nächsten Moment hörte ich einen Aufprall neben meinem Bett und öffnete meine Augen. Es war von der Decke heruntergesprungen und stand jetzt direkt vor mir. „Ich muss schon sagen, durch dich ist das alles hier viel komplizierter geworden. Ich werde dir, da du mein Partner bist, jedoch eine letzte Warnung geben sowie auch einen Beweis dafür, dass ich da bin. Normalerweise würde ich dir dafür jetzt einfach eine Verletzung zufügen, aber ich mag dich irgendwie, von daher will ich mal nicht so sein.“, sprach es und zwinkerte mir lächelnd mit einem seiner Augen zu, ehe es zu meiner Zimmertür krabbelte. Mit einem heftigen Ruck riss es die Tür auf, ehe es in meinem Flur verschwand. Noch bevor ich begreifen konnte, warum es das tat hörte ich wie Möbel umgestoßen wurden und wie Leon schrie. Ich versuchte mich erneut zu befreien, doch je mehr ich mich bewegte desto erschöpfter wurde mein Körper. Er fühlte sich an, als wäre ich Kilometer weit gerannt. Bei meinem Versuch zu schreien, um meine Nachbarn zu rufen, riss ich mir lediglich die Lippe auf und die Fäden verhinderten das man mich hören konnte. Ein seltsames Gefühl überkam mich, als ob alles Glück aus mir herausgerissen wird, ehe mir schwarz vor Augen wurde.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war ich immer noch gefesselt, allerdings bemerkte ich wie die Spinnenweben in meinem Raum sich veränderten. Sie glänzten nicht mehr und wirkten matt und kraftlos. Ich konnte beobachten, wie die meisten von ihnen sich nach und nach in Luft auflösten. Plötzlich sah ich aus dem Augenwinkel wie etwas von meiner Zimmerdecke fiel und mit einem dumpfen Laut auf dem Boden neben meinem Bett aufschlug. Ich drehte mich reflexartig zur Seite, wobei ein paar der Fäden, die mich festhielten, rissen. Hastig begann ich mich zu befreien und atmete tief ein, als ich die Fäden um meinen Mund endlich loswurde. Als ich jedoch nachsah, was da von meiner Decke gefallen war, realisierte ich voller Entsetzen, das es Leon war. Ich begann hastig damit die Fäden zu lösen, wobei ein ekelerregender Geruch mir entgegenschlug. Als ich realisierte warum, übergab ich mich beinahe. Dieses Biest hatte meinem armen Kater den Bauch aufgerissen und offenbar alle Organe von ihm entfernt. Egal wie sehr ich es auch wollte, ich konnte nicht mal weinen. Ich fühlte mich den gesamten restlichen Tag leer. Ich brachte es bis zum Abend nicht über das Herz ihn zu begraben und starte ihn einfach nur an. Ich war wie in einer Art Trance. Als ich ihn dann jedoch bei mir im Garten begrub, kamen die ganzen Schuldgefühle und Fragen hoch. Hätte ich Leon retten können? Was war dieses Ding? Warum tut es mir das an und warum zum Henker nannte es mich seinen Partner?

Ich beschloss den Rest des Wochenendes damit zu verbringen zu recherchieren. Ich las im Internet über alle möglichen Fabelwesen. Ich machte nur gelegentlich Pausen, um etwas zu Essen und um auf Toilette zu gehen. Während des gesamten Wochenendes schlief ich nicht, doch letztendlich war meine Suche erfolglos. Verdammt ich hatte sogar in einigen Foren mich erkundigt, ob jemand diese Erfahrungen auch schon gemacht hatte. Die Antworten waren wie kaum anders zu erwarten weder hilfreich noch schmeichelhaft. Die meisten dachten, dass ich mich nur wichtigmachen wollte, andere fragten nach Beweisen und andere sagten mir einfach nur, dass ich krank sei und in die Psychiatrie gehöre.Ich hoffe wirklich inständig, während ich mehr und mehr verzweifelte, dass diese ganzen Arschlöcher mal in eine ähnliche Situation kommen und dieselbe Hilfsbereitschaft, welche sie mir gezeigt haben, dabei erfahren. Gleichzeitig konnte ich es aber auch verstehen. Ich hätte höchstwahrscheinlich früher selbst so darauf reagiert, wenn ich so etwas gelesen hätte. Vorausgesetzt ich hätte überhaupt darauf reagiert.

Am Sonntagabend beschloss ich schließlich eine E-Mail an meinen Chef zu schreiben, dass ich krankheitsbedingt die nächsten zwei Tage nicht zur Arbeit kommen könnte. Ich hatte keine Angst mehr meinen Job zu verlieren. Die Angst davor, was dieses Ding mir und anderen noch alles antun könnte war größer als alles, was ich je zuvor gefühlt hatte.

Ich recherchierte bis spät in die Nacht weiter und merkte, wie ich immer müder wurde. Ich hatte vermutlich seit Samstagmorgen unzählige Tassen Kaffee intus, doch ich wusste, dass das nicht mehr genügen würde, um mich wachzuhalten. Ich begann zu joggen und Eisbäder zu nehmen, um wach zu bleiben, doch letzten Endes schlief ich irgendwann am Montag doch vor meinem PC ein.

Als ich zu mir kam, befand ich mich in dem Foyer eines Krankenhauses. Die Neonleuchten surrten und flackerten leicht und der Geruch nach Desinfektionsmittel und abgestandenem Schweiß erfüllte die Luft. Ich schaute mich um, doch ich sah weder Patienten noch Angestellte weit und breit. Nicht mal der Empfang war besetzt. Ich realisierte zunächst nicht das ich wieder träumte, bis mir ein paar seltsame Plakate an den Wänden auffielen. Es waren Bilder von mir und meiner Frau, doch dort wo ihr Gesicht hätte sein müssen, war lediglich ein riesiger Brandfleck.

Plötzlich hörte ich die Sprechanlage des Krankenhauses knacken und eine mir leider nur allzu vertraute Stimme war zu hören. „Du scheinst allen ernstes immer noch nicht aufzugeben. Dachtest du wirklich ich kriege nicht mit das du darüber nachforschst, was ich bin? Ich kann dir garantieren, selbst wenn du das jetzt wissen würdest, könntest du mich immer noch nicht loswerden.“

„Was soll das alles? Warum tust du mir das an?“, schrie ich los, ehe ich mich hätte stoppen können, doch es beachtete mich nicht einmal. „Ich habe mich dazu entschieden, dass ich ab jetzt deine Träume für dich interessanter gestalten werde. Ist doch bestimmt langweilig für dich immer nur dasselbe zu träumen, nicht wahr?“, sagte es in einem Ton, als ob es krampfhaft versuchen würde nicht gleich loszulachen. „Zu deinem Glück biete ich dir jedoch eine Chance an. Ich schätze mal du hast es noch nicht bemerkt, aber dies hier ist dasselbe Krankenhaus, in welchem deine ach so geliebte Frau damals starb, allerdings habe ich ein paar kleine Veränderungen vornehmen lassen. Ich weiß genau, dass du es nicht geschafft hattest zu ihr zu kommen und dich von ihr zu verabschieden. Aber was wäre, wenn ich es dir ermöglichen könnte?“ Mein Herzschlag setzte für einen Moment aus. Dieses Monster, welches mich jede Nacht quälte, bot mir eine Chance auf Erlösung an? Ich wusste ich sollte ihm nicht trauen, doch ich wollte es in diesem Moment zu sehr. „Dachte ich mir, dass das deine Aufmerksamkeit erregen wird! Also lass mich dir die Spielregeln erklären.“ Dröhnte es aus der Sprechanlage. „Deine Frau befindet sich zu diesem Zeitpunkt im Zimmer 113 der Intensivstation, dort wo sie auch damals schon auf dich gewartet hatte. Ich habe mir allerdings, wie du dir vermutlich schon denken kannst, erlaubt ein paar kreative Verbesserungen an diesem Gebäude vorzunehmen. Wenn du es schaffen solltest sie zu erreichen, bevor das Piepen des EKG`s ihren Tod bestätigt, wirst du von deinem Leid erlöst und ich werde dich nicht mehr aufsuchen. Ich könnte dir sogar, wenn du es schaffst mich zu beeindrucken, eine Traumwelt erschaffen, in der du und deine Frau wieder zusammenleben könnt. Eine Welt, in der du wieder glücklich sein kannst. Du musst lediglich durch die Tür der Notaufnahme gehen, um das Spiel zu starten. Wenn du jedoch aufgeben möchtest, gehst du jetzt einfach zum Ausgang. Keine Sorge, ich werde dich nicht aufhalten.“ Noch bevor es zu Ende geredet hatte, stand ich bereits vor der Tür der Notaufnahme und stieß die Tür auf. Im Flur hinter der Tür war es etwas dunkler, da die meisten Lichter aus waren. Ein starker metallischer Geruch schlug mir entgegen, welcher mich zum Würgen brachte. Als ich die ersten Schritte machte und die Tür zum Foyer sich hinter mir schloss, knackte die Sprechanlage erneut. „Ach ja, ich hatte jetzt beinahe vergessen zu sagen, dass du ab jetzt nicht mehr allein sein wirst. Wenn es dem Krankenhauspersonal gelingen sollte dich zu töten oder du deine Frau durch mein Labyrinth nicht rechtzeitig erreichen kannst, wird der Traum enden und du wirst weiterhin leiden müssen.“ Ich ignorierte jedoch die in mir aufsteigende Furcht und lief so schnell ich konnte den Flur hinunter. Nach einiger Zeit konnte ich plötzlich das Piepen eines EKG‘s hören, doch es klang so, als würde es aus jeder Richtung kommen. Selbst aus dem verdammten Fußboden meinte ich es hören zu können. Ich landete schließlich im Wartezimmer der Notaufnahme, wo sich der metallische Geruch verstärkte. Es war hier deutlich dunkler als zuvor, weshalb ich einen Moment brauchte, um mich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Ein erstickter Schrei entfuhr mir, als ich die Quelle des Geruchs erblickte. Überall über den Boden des Wartezimmers verteilt lagen abgenagte menschliche Überreste. Die Wände hatten sich stellenweise durch das getrocknete Blut bereits begonnen rostbraun zu verfärben. Und in dem Moment, als ich an einer Leiche in der Ecke des Raumes die Überreste meines Pyjamas sah, kamen sofort die Erinnerungen wieder hoch. Das war nicht das erste Mal, dass diese Kreatur mit mir spielte. Jede Nacht, seitdem ich sie zum ersten Mal sah, brachte sie mich hierher, um ihr krankes Spiel zu spielen. Zum Glück konnte ich grade noch rechtzeitig eine Bewegung in der Dunkelheit erkennen, weshalb ich ausweichen konnte und das Skalpell an mir vorbeiflog und in der Wand hinter mir stecken blieb. Das Wesen, dass das Skalpell  geworfen hatte, sah auf den ersten Blick aus wie ein Arzt, bis es näherkam und ich erkennen konnte das es kein Gesicht, sondern nur einen Mund besaß, welcher zu einem übernatürlich großen Grinsen verzogen war. Einige der Türen im Flur öffneten sich plötzlich und weitere der Kreaturen in der Verkleidung von Krankenschwestern und Pflegern bewegten sich grinsend auf mich zu. Ich schaffte es mit aller Kraft mich aus meiner Schockstarre zu lösen und rannte grade noch rechtzeitig an einer Krankenschwester vorbei, welche mit einer Spritze nach mir ausholte, in den spärlich beleuchteten Flur. Manche der Kreaturen zischten oder fauchten wütend während andere ein schrilles Lachen ausstießen, ehe sie mir alle hinterherrannten.

Hektisch las ich beim Rennen die Schilder des Krankenhauses, wobei ich fast das große Loch im Boden vor mir nicht bemerkte. Mehrere spitze Rohre warteten grade mal zwei Meter weiter unten auf mich, wo einer meiner Körper bereits von ihnen aufgespießt worden war. Eine der Kreaturen hatte zu mir aufgeholt und sprang mir entgegen, doch ich wich aus woraufhin sie mit einem gellenden Schrei in die Grube stürzte und ein Rohr ihren Kopf durchbohrte. Doch sie begann einfach nur daran herumzurütteln, woraufhin es zerbrach. Sie versuchte aus dem Loch heraus zu klettern. Ich wollte jedoch nicht länger meine Aufmerksamkeit darauf lenken und rannte so schnell ich konnte weiter. Ich rannte und rannte, bis der Weg vor mir sich schließlich gabelte.

Angestrengt dachte ich darüber nach, ob ich hier schon einmal war und erinnerte mich schließlich daran, dass sowohl der mittlere als auch der rechte Weg in einer Sackgasse endeten. Also rannte ich schnell in den linken Flur hinein, wobei mir ein grässliches Detail an den Wänden auffiel. Über die Wände verteilt waren blaue Augen eingebettet, welche mich genaustens beobachteten. Sie sahen genauso aus wie die meiner Frau. Die Geräusche meiner Verfolger wurden immer lauter, woraufhin ich versuchte noch schneller zu rennen. Meine Lunge drohte jeden Augenblick zu zerreißen. Die Flure verschlungen sich immer weiter, je länger ich lief. Ich begegnete immer wieder weiteren Kreaturen. Ich konnte mich auch nicht richtig orientieren, da die Beschriftung der Räume absolut unlogisch war. Beispielsweise folgte auf Raum 208 auf einmal der Raum 402 und einmal, als ich einem Schild mit der Aufschrift „Kardiologie“ folgte, befand ich mich plötzlich in einer Küche wieder. Mir ging die Puste aus, doch ich konnte keine Pause machen. Das Piepen des EKG`s wurde immer unrhythmischer und lauter, wobei die Lichter des Krankenhauses auch immer heftiger zu flackern begannen. Als ich vor den Kreaturen in eine Tür mit der Aufschrift „MRT“ flüchtete, befand ich mich plötzlich wieder im Wartezimmer der Notaufnahme, welches nun jedoch in Flammen stand. Der aufsteigende Rauch erschwerte die Sicht noch mehr für mich, doch ich rannte weiter. Ich konnte einfach nicht aufgeben! Aufgrund des Rauches bemerkte ich den Pfleger vor mir nicht und spürte sogleich einen heftigen Schmerz, als er seinen Kugelschreiber in eins meiner Augen rammte. Ich stieß einen Schrei aus und versuchte ihn beim Vorbeirennen mit meinem Ellbogen umzuwerfen, wobei ich mir diesen brach, ohne dass das Monster auch nur ins Taumeln gerat. Das Piepen des EKG`s wurde immer hektischer und klang so, als würde es jeden Moment stoppen. Ich rannte durch die Flammen in den nächsten Flur rein, um den Monstern zu entkommen, doch ich war nicht schnell genug, weswegen meine Kleidung Feuer fing. Ich versuchte die meisten der Flammen an meiner Kleidung auszuklopfen, doch es gelang mir nicht. Die Schmerzen sowie der Geruch meines verbrennenden Fleisches trieben mich fast in den Wahnsinn. Der Flur vor mir wurde jedoch immer heller und ich konnte an seinem Ende eine große Tür entdecken mit der Überschrift „Intensivstation“. Dahinter befand sich ein weiterer Flur, an dessen Ende ich eine Tür sah. Raum 113 stand in großen roten Buchstaben drauf geschrieben, woraufhin ich meine letzte Kraft für den Sprint zur Tür verwendete. Die Monster waren mir mittlerweile dicht auf den Fersen und ein Finger streifte sogar für einen Moment meine Schulter. Kurz bevor ich bei der Tür ankam, hörte ich jedoch einen herzzerreißenden Piepton, ehe es ruhig wurde. Ich rüttelte heftig an die Tür, doch sie ließ sich einfach nicht öffnen. Ich hämmerte und trat gegen die Tür, doch sie regte sich nicht und ich konnte das hämische Lachen der Monster hinter mir hören. Ein unheilvolles Knirschen hallte durch den Flur und ich realisierte, dass es von den Wänden kam, welche sich unaufhaltsam aufeinander zu bewegten. Die Monster beachteten dies nicht mal und lachten einfach weiter, ehe sie sich in Rauch auflösten. Die Lichter erloschen und ich fiel weinend und erschöpft auf den Boden, ehe ich spürte, wie die kalten Wände des Flures mit immenser Kraft gegen meinen Körper drückten.

Seit dieser Nacht wurden meine Albträume nur noch schlimmer. In manchen verfolgte mich die Leiche meiner Frau und beschuldigte mich sie im Stich gelassen zu haben, während ich in anderen von Kreaturen gejagt und gefressen wurde. In einem Traum dachte ich sogar zunächst ich sei wach geworden, da ich mich in meinem Bett wiederfand, bis ich mich in meinem Schlafzimmer umschaute und bemerkte, dass ich nicht allein war. Die mir wichtigsten Personen standen um mich herum, doch allen fehlten die Augen.

Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, wurde die Belastung für meine Psyche immer größer. Ich verschlief teilweise oder machte sogar größere Fehler bei meiner Arbeit. Ich wusste das es nur eine Frage der Zeit wäre, bis ich gefeuert werde, was letzten Endes allerdings noch schneller passierte als ich dachte. Da ich jedoch noch genug Geldreserven hatte, musste ich mich noch nicht sofort nach einem neuen Job umschauen, wozu ich allerdings sowieso keinen Nerv mehr gehabt hätte. Ich verbrachte meine Zeit damit zu trinken sowie damit, mein Testament vorzubereiten, für den Fall, dass mir etwas passieren sollte. Meine Nachforschungen im Internet sowie in Bibliotheken ergaben immer noch rein gar nichts. Allerdings fiel mir eines Morgens, als ich am Küchentisch saß und meinen ersten Kaffee trank, etwas äußerst Beunruhigendes in der Zeitung auf. Seit einer Woche nahm in meiner Stadt und ihrer näheren Umgebung die Zahl von verschwindenden Personen und Haustieren immer weiter zu. Zunächst versuchte ich das als Zufall abzustempeln, doch leider fand ich am nächsten Morgen auf meinem Nachttisch ein paar Augen. Jeden Morgen wiederholte sich dies und es wurden immer mehr und mehr. Die Polizei konnte ich logischerweise nicht rufen, da ich dann sofort als Täter abgestempelt worden wäre, weshalb ich mein Bestes gab sie heimlich zu entsorgen. Die einen spülte ich die Toilette runter während andere von mir im Hausmüll versteckt wurden, in der Hoffnung, dass keine Spur zu mir führen würde.

Allerdings begriff ich in der Zeit endlich, warum mich die Kreatur damals ihren Partner nannte. Meine Vermutung, dass die Fäden, welche meinen Körper nachts umschlungen, mir etwas rauszogen, während ich schlief, schien zu stimmen. Durch mich gewann es seine Energie und je mehr es hatte, desto öfter konnte es offenbar auf die Jagd gehen. Ich versuchte so oft es ging nicht zu schlafen, wobei ich sogar auf Drogen zurückgriff, doch ich konnte nicht ewig ohne Schlaf durchhalten und fand nach wie vor nichts über diese Kreatur. Ich verlor fast vollständig die Kontrolle über mein Leben. Mein Körper wurde immer schwächer und ich begann sogar aufgrund des Schlafentzugs leicht zu halluzinieren. Sowohl Martin als auch seine Frau Clara sowie meine Familie telefonierten häufig mit mir und besuchten mich einige Male. Am meisten freute ich mich jedoch über die Besuche von Susan. Sie kam gelegentlich nach der Arbeit bei mir vorbei und unterstützte mich sowohl im Haushalt als auch bei der Jobsuche. Abgesehen davon fühlten sich die Gespräche mit ihr immer so befreiend an. Susan hatte einfach aufgrund ihrer freundlichen und mitfühlenden Art ein Talent dafür, dass ich mich gelegentlich, wenn auch nur für einen kurzen Moment, wieder richtig lebendig fühlen konnte. Sie hatte für mich dieselbe Bedeutung, wie für einen Ertrinkenden im Ozean ein Rettungsring. Sie war mein letzter Funke Hoffnung. Ohne sie, hätte ich zu dem Zeitpunkt schon längst aufgegeben. An einem Abend hatten wir gemeinsam etwas getrunken und ehe ich mich versah, lagen wir uns in den Armen und verbrachten die Nacht gemeinsam im Bett. Ich wachte am nächsten Morgen voller Entsetzen auf, als ich realisierte in was für eine Gefahr ich sie gebracht hatte. Ich schaute mich im Schlafzimmer um, doch zu meiner Erleichterung lag sie noch friedlich schlafend neben mir und drückte sich meinen Arm gegen die Brust. Bei einem Blick auf den Nachttisch fiel mir außerdem auf, dass die Kreatur mir diesmal nichts hinterlegt hatte. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, fällt mir auf, dass jedes Mal, wenn sie bei mir schlief, die Kreatur nicht auftauchte. Vielleicht konnte sie in diesen Momenten, wo ich so glücklich war, weniger Einfluss auf mich ausüben und mir somit auch keine Energie rauben, um auf die Jagd zu gehen. Ich denke jedenfalls nicht das Susan andernfalls noch am Leben wäre. Jetzt ist es zu spät für mich diese These zu bestätigen und ich kann euch somit natürlich nicht garantieren, dass dies euch retten könnte. Aber an eurer Stelle würde ich es auch gar nicht erst versuchen. Es war ein schwerer Fehler, dass ich mich auf sie in dieser Zeit eingelassen hatte. Wir hatten damit begonnen meine Wohnung wieder auf Vordermann zu bringen sowie den Riss in meiner Wand wieder zu verschließen, als sie auf einmal einen Anruf erhielt. Der Anruf war von ihrem Vater, welcher ein paar Städte weiter nördlich lebte. Ihre Mutter war schwer gestürzt und befand sich seitdem im Koma. Susan fuhr ab da nach der Arbeit immer zu ihren Eltern, um ihren Vater zu unterstützen und ihre Mutter im Krankenhaus zu besuchen. Sie kam somit nur noch selten zu mir. Durch die Überanstrengung wurde sie schließlich krank, weswegen sie beschloss sich bei ihr zu Hause zu erholen. Ich bot ihr an bei mir zu übernachten, doch sie brauchte, wie sie selbst sagte, ihre Ruhe und ich wollte sie nicht bedrängen.

Schließlich bekam ich in einem Albtraum einen weiteren Besuch von meiner Frau Sarah. Sie sah in diesem jedoch nicht entstellt aus, sondern wie an dem Tag unserer Hochzeit. Sie kam auf mich in ihrem Brautkleid zu, doch der Blumenstrauß, den sie in ihrer Hand trug, war schon lange verwelkt. Sie warf ihn mir vor die Füße und beschimpfte mich mit Worten, die ich vorher noch nie aus ihrem Mund gehört hatte. Schließlich schrie sie mich an, dass es mir noch leidtun würde, dass ich mich auf „diese Schlampe“ eingelassen habe, ehe ich in meinem Bett wieder aufwachte. Zwei Tage später bekam ich zur Mittagszeit einen Anruf von Clara. Sie fragte mich, ob Martin sich bei mir gemeldet habe. Er war wohl am Abend zuvor nochmal in sein Büro gefahren, um noch ein paar Berichte zu prüfen, kam danach jedoch nicht mehr nach Hause. Als sie das sagte, erinnerte ich mich voller Schrecken daran, dass ich heute Morgen unter anderem ein paar grüne Augen auf meinem Nachttisch wiederfand, welche eine erschreckende Ähnlichkeit mit denen von Martin hatten. Ich sagte ihr, dass ich nicht wüsste wo er war, aber mich melden würde, wenn ich etwas herausbekommen würde. Ich legte auf und lief ins Badezimmer, um mich zu übergeben. Ich hatte die Augen von einem meiner besten Freunde in den Hausmüll geworfen und es nicht mal bemerkt!

Obwohl ich mich sogar selbst verletzte um nicht müde zu werden, schaffte ich es nur zwei weitere Tage wach zu bleiben, ehe ich bei meinen Recherchen am PC einschlief.

Was mich jedoch in dieser Nacht erwartete, war das schlimmste Ereignis von allen, die ich bisher erleben musste. Als ich zu mir kam, fand ich mich im Flur eines Hauses wieder. Ich wusste jedoch nicht wo genau ich war und wie ich hergekommen war, weshalb ich es wieder für einen Traum hielt. Aber dieses Mal, war alles anders. Mein Sichtfeld war auf eine unnatürliche Art und Weise erweitert worden. Außerdem konnte ich keine Farben mehr wahrnehmen, sondern sah meine gesamte Umgebung nur in Schwarz und Weiß. In dem Moment, als ich ein langes beharrtes Spinnenbein sah, welches sich aus meinem Augenwinkel nach vorne bewegte, wurde mir erst klar, dass ich in diesem Moment wahrnahm, was die Kreatur machte. Auf der anderen Seite des Flures befand sich eine Tür, welche zu einem Spalt geöffnet war, und ich konnte hören, wie jemand sprach. Die Kreatur bewegte sich langsam auf die Tür zu, ohne dabei auch nur das kleinste Geräusch von sich zu geben. Je näher wir kamen, desto mehr viel mir auf, dass die Person wohl telefonieren musste, denn ich konnte nur ihre Stimme hören, aber ich erkannte die Stimme erst als wir nur noch wenige Meter von der Tür entfernt waren.

Ich versuchte zu schreien, um sie zu warnen und den Körper der Kreatur zu kontrollieren, doch beides gelang mir nicht. Dann, als ich hörte, wie das Telefon aufgelegt wurde, beschleunigte die Kreatur ihre Schritte, riss die Tür auf und stürzte sich auf Susan, ehe sie überhaupt schreien konnte. Dieses verdammte Monster fiel über meine Susan her und begann sie bei lebendigem Leib zu fressen, aber das war noch nicht alles. Es teilte mit mir all seine Sinne, weshalb ich jeden Brocken Fleisch, welches es ihr von den Knochen riss, selbst schmecken konnte und je mehr ich oder Susan um Gnade flehten, desto mehr Zeit ließ es sich bei seiner Mahlzeit. Da Susan alleine in einem Haus, außerhalb der Stadt lebte, hatte es alle Zeit der Welt.

Als es schließlich seinen Hunger gestillt hatte, hebte es auf, was von Susan noch übrig war, öffnete einen Riss in der Wand und ging mit ihr auf der Schulter hindurch. Im nächsten Moment sah ich durch die Augen der Spinne, dass sie in einer gewaltigen Halle von einer still gelegten Fabrik war, von wo aus sie direkt durch ein Loch im Boden in den Keller verschwand. Sie webte Susan blitzschnell ein, bis man nur noch die Schemen ihres Körpers erkennen konnte und klebte sie dann an der Wand fest. Meine Sinne begannen plötzlich zu schwinden, doch bevor alles schwarz wurde konnte ich noch erkennen, wie innerhalb des Kellers mehrere eingewebte Gestalten sich an der Wand windeten.

Als ich aufwachte, glaubte ich immer noch den Geschmack von Susan im Mund zu haben, weshalb ich mich übergeben musste. Ich suchte hektisch meine Wohnung ab, um zu schauen, ob ich irgendwo ihre Augen finden konnte, doch ich fand sie nicht, weshalb ich es für einen weiteren Albtraum hielt. Dennoch hatte ich das Gefühl, das mir irgendetwas fehlte. Um mich zu beruhigen sowie um den Geschmack von Erbrochenem aus dem Mund zu kriegen, beschloss ich in die Küche zu gehen und mir ein Glas Milch zu holen.

Ich holte mir ein Glas aus dem Küchenschrank, ehe ich zum Kühlschrank ging. Das Glas fiel mir zu Boden und zerbrach in hunderte kleine Stücke, als ich die Nachricht an meinem Kühlschrank sah, die ich mit zitternden Händen abnahm. Auf dem Blatt Papier, welches ich in meinen Händen hielt, stand in großen roten Druckbuchstaben:

„DEIN ANTEIL!“.

Ich wollte es nicht sehen. Ich wollte es so gerne ignorieren und einfach wieder in meinem Bett aufwachen. Doch ehe ich mich stoppen konnte, griff ich bereits nach dem Griff der Kühlschranktür und zog sie auf. Da war sie, meine geliebte Susan. Ihre Haut war so weiß wie der Schnee an einem Wintermorgen und ihr schönes braunes Haar verdeckte zum Teil ihr Gesicht. Hätte man mir einfach nur eine Nahaufnahme des Gesichts gezeigt, hätte ich gedacht sie würde einfach nur tief und fest schlafen. Doch es war keine Nahaufnahme, weshalb ich den Teller sehen konnte, auf dem ihr Kopf war. Das einst weißgräuliche Porzellan hatte jetzt einen tiefdunkelroten Farbton angenommen.

Ich bin mir nicht sicher, wie lange ich danach das Bewusstsein verloren hatte oder durch was ich wieder aufwache. Ich weiß nur, dass ich danach lediglich die nächsten paar Minuten die Deckenleuchte meiner Küche anstarrte und an absolut gar nichts mehr denken konnte. Ich spürte das mein Körper in einer Pfütze lag und hörte das Tropfen von Wasser. Der Inhalt meines Kühlschranks war offenbar aufgetaut und der auftretende Verwesungsgeruch erfüllte die gesamte Wohnung. Mit wackeligen Beinen stand ich auf und schloss die Kühlschranktür, ehe ich in mein Arbeitszimmer ging und das Fenster öffnete. Ich setzte mich an den PC und begann erneut zu Recherchieren.

Das Einzige, was für mich jetzt noch zählte, war meine Rache. Ich wollte es der Kreatur endgültig heimzahlen und mir waren sämtliche Konsequenzen, die es für mich hatte, egal. Der Hass, welchen ich nach Susans Tod verspürte, war eines der stärksten Gefühle, welches mich jemals eingenommen hatten. Er motivierte mich dazu jede stillgelegte Fabrik in meiner Nähe herauszusuchen, um sie dann nachts von oben bis unten zu durchsuchen. Ein paar Mal scheuchte ich dabei lediglich ein paar Obdachlose auf, während ich manchmal aber auch Schüsse abgeben musste um ein paar Junkies, welche sich von mir gestört fühlten, zu vertreiben. Leider verpasste ich dabei auch einmal einem Junkie einen Streifschuss. Er hatte ruckartig in seine Jacke gegriffen, weshalb ich einen Warnschuss abgab, welcher ihn jedoch leider am Bein streifte. Ich war seit meiner Zeit in der Armee ziemlich eingerostet, da ich nach meiner Dienstzeit im Irak nie wieder eine Waffe jeglicher Art anrühren wollte, doch die Ereignisse der letzten Zeit löschten meine pazifistische Art vollständig aus. Für mich zählte nur noch mich für Susan zu rächen und dabei, wenn möglich, ein paar Überlebende zu retten.

Ich fand nach einigen Tagen, in welchen ich mich mit billigen Drogen wachgehalten hatte, schließlich das Versteck der Kreatur, gerade mal 10 Kilometer von meiner Stadt entfernt. Es handelte sich um ein altes Stahlwerk, welches vor einigen Jahren geschlossen wurde. Nachdem ich mein Auto neben der Einfahrt parkte und unter dem Drahtzaun hindurchkroch, fand ich ein Loch im Mauerwerk, durch das ich in die Fabrikhalle reinschlüpfen konnte. Das Licht des Vollmonds schien durch die kaputten Fenster in die Halle, doch die gewaltigen Steinsäulen im Inneren warfen gewaltige Schatten, weshalb ich dennoch das Licht meiner Taschenlampe benutzen musste. Ich fand nach weniger als einer Minute bereits das Loch im Boden, in welches die Kreatur Susans Leiche geschleppt hatte. Das Licht meiner Taschenlampe erfasste grade noch so den Boden des Lochs. Es war viel tiefer, als ich es in Erinnerung hatte, weshalb ich beschloss nach einem anderen Weg in den Keller zu suchen.

Bedacht darauf kein Geräusch zu machen, ging ich vorsichtig durch die Halle hindurch. Auf dem Boden lag einiges an Schutt herum, welcher wohl großteils von der Decke gefallen war, und ich fluchte jedes Mal innerlich, wenn ich aus Versehen auf die im Raum verteilten Glasscherben trat, welche jedes Mal ein lautes Knirschen oder Knacken von sich gaben. Ich konnte jedoch nicht zu sehr auf den Boden achten, da ich mich gründlich in der Halle umsehen musste. Mein Rucksack gab Geräusche von sich, wenn er beim Gehen gegen meinen Rücken schlug. Ich hatte zur Sicherheit mir ein paar Ersatzbatterien eingepackt und einen Benzinkanister sowie eine Gasflasche dabei. Desweitern hatte ich in beiden Seitentaschen meines Rucksacks einen Molotow-Cocktail und eine Machete an meinem Gürtel befestigt. Selbst eine kleine Flasche Pfefferspray hatte ich in meiner Hosentasche, falls ich in eine Situation komme, in der ich nicht mehr nachladen kann und fliehen muss. Es gab in der Halle jedoch viel zu viele Orte, von denen aus mir jemand oder etwas auflauern konnte, weshalb ich mich trotz meiner immensen Vorbereitung sehr unwohl fühlte. Plötzlich lenkte mich ein leises Poltern zu meiner linken ab, doch zum Glück konnte ich durch das Licht meiner Taschenlampe grade noch rechtzeitig den Nachtwächter vor mir erkennen. Er stand wenige Meter von mir entfernt im Schatten einer der Säulen und hatte mir den Rücken zugewandt. Ich konnte in dem kurzen Moment, ehe ich vor Schreck die Taschenlampe fallen ließ, grade noch den Aufdruck „Security“ an seiner Jacke erkennen. In dem Moment als die Taschenlampe zu Boden fiel, drehte er sich ruckartig in meine Richtung, ehe er langsam auf mich zu ging. Ich hatte keine Ahnung wie das überhaupt sein konnte, da laut meinen Recherchen das Stahlwerk seit längerer Zeit keine Nachtwächter für das Gebäude einsetzten und es seitdem auch für den einen oder anderen Rave genutzt wurde. Instinktiv richtete ich meine Pistole auf ihn und versuchte ihn dazu zu bringen nicht näher zu kommen. „H-Hey du! Ich möchte keinen Ärger haben. Bleib einfach weg von mir und alles ist gut!“ Doch er beachtete mich nicht einmal und ging seelenruhig weiter auf mich zu. Ich konnte aufgrund der Dunkelheit noch nicht einmal seinen Gesichtsausdruck, geschweige denn irgendein Zeichen von Anspannung bei ihm erkennen. Er wirkte, so, als befände er sich auf einem friedlichen Spaziergang im Park, obwohl ich die Waffe immer noch auf ihn gerichtet hatte. Ich nahm schließlich all meinen Mut zusammen, ehe ich die Waffe auf seinen Kopf richtete und ihn anschrie: „Hey bist du taub, oder was?! Ich habe gesagt du sollst stehen bleiben! Wenn du noch näherkommst, knalle ich dich ab!“. Er hielt jedoch trotz meines Einschüchterungsversuchs nicht mal für eine Sekunde inne und ging einfach weiter. „Das reicht ich hatte dich gewarnt!“, schrie ich schließlich, ehe ich meine Waffe auf sein Bein richtete und abdrückte. Der Knall hallte durch die gesamte Halle und schreckte ein paar schlafende Vögel auf, welche hektisch durch die offenen Fenster nach draußen flogen, doch der Nachtwächter blieb gespenstisch still. Ich hatte erwartet das er schreiend zu Boden gehen würde und mich auf jede nur erdenkliche Art verfluchen würde, doch er geriet lediglich kurz ins Taumeln, ehe er weiter auf mich zu ging. Ich brauchte einen Moment, um meine Verwirrung abzuschütteln, ehe ich ihm zwei weitere Male ins andere Bein schoss, doch auch diesmal taumelt er lediglich kurz, ehe er weiter auf mich zu ging. Erst als er aus dem Schatten der Säule hervortrat und das Licht des Vollmonds ihn erhellte, verstand ich, dass ich es nicht wirklich mit einem Menschen zu tun hatte. Von der Statur her war die Nachtwache menschlich, doch er hatte keine Haare und es befanden sich lediglich Augen in seinem Gesicht. Alles andere fehlte. Dazu kam, dass seine Haut mit einer seltsamen grauen, gummiartigen Schicht überdeckt war, welche sich um seinen ganzen Körper herum langsam zu bewegen schien, wie eine Würgeschlange, welche grade dabei war ihre Beute zu zerquetschen. Das Verstörendste an ihm waren jedoch seine Augen. Sie sahen milchig weiß aus und wirkten, als sei er Tod, doch sie fokussierten mich die ganze Zeit und zeigten weder ein Zeichen von Intelligenz noch von Schmerz oder Wut. Schließlich übernahm der Instinkt für mich und ich gab drei weitere Schüsse ab. Zwei davon trafen ihn direkt in den Brustkorb und der Letzte ging direkt in seine Stirn. Doch das Einzige, was die Schüsse bewirkten war, dass er jetzt etwas schneller auf mich zuging. Ich konnte erkennen, wie die sich bewegende graue Fleischmasse die Kugel aus seiner Stirn rausdrückte, ehe sich das Einschussloch sofort verschloss, ohne auch nur eine Spur zu hinterlassen. Als er mich fast erreicht hatte, gelang es mir das Pfefferspray aus meiner Hosentasche zu holen. Ich drückte mit voller Kraft auf den Auslöser. Ein lautes Zischen war zu hören, als der Strahl aus der Flasche kam, ehe er direkt zwischen den Augen des Nachtwächters landete. Sofort kam ein beißender Geruch auf, welcher mich zum Husten brachte, doch zumindest erzielte das Spray seine Wirkung. Er blieb stehen, krümmte sich und rieb sich wie wild die Augen. Ich nutzte sofort den Moment aus und sorgte für einige Meter Abstand, ehe ich einen der Molotovs nahm und das Tuch mit meinem Feuerzeug entzündete. Er schien die Flammen bemerkt zu haben, denn er taumelte hektisch zurück, was jedoch dafür sorgte, dass er stolperte und mit einem dumpfen Aufschlag auf dem Boden landete. In genau diesem Augenblick, holte ich aus und traf ihn schließlich direkt am Brustkorb. Der Nachtwächter verschwand innerhalb von einer Sekunde in einer Wand aus Flammen, ehe er mit einem Geräusch, welches wie ein erstickter Schrei klang, aus den Flammen auf mich zu sprintete. Die Flammen loderten wild um ihn herum, weshalb es wahrscheinlich mein Ende gewesen wäre, wenn er mich erwischt hätte. Er sprang auf mich zu, woraufhin ich schnell auswich und er der Länge nach auf dem Boden aufschlug. In dem Moment entdeckte ich neben mir am Boden ein langes rostiges Metallrohr, welches ich sofort aufhob, um ihn damit auf Distanz halten zu können. Als er erneut versuchte sich auf mich zu stürzen, schlug ich mit aller Kraft auf seinen Kopf ein, woraufhin ein lautes Knacken zusammen mit dem Klirren von Metall durch die Halle halte. Immer wieder schlug ich auf seine Arme, Beine sowie auf seinen Kopf ein, bis er schließlich nach einem kräftigen Schlag gegen seine Schulter auf die Knie sackte und mein Rohr zerbrach. Selbst da hörte ich nicht auf, auf seinen Kopf einzuschlagen. Meine Hände schmerzten wie verrückt, doch ich konnte einfach nicht aufhören. Als er erneut versuchte sich aufzurichten, zielte ich mit der abgebrochenen Stelle des Rohrs auf seinen Brustkorb und stieß mit aller Kraft zu. Es gab ein widerlich schmatzendes Geräusch, als sich das Rohr in seinen Brustkorb hineinbohrte, doch es reichte nicht aus. Der Nachtwächter ergriff mit aller Kraft das Rohr, doch anstatt sich erneut auf mich zu stürzen, drückte er sich das Rohr immer weiter in den Brustkorb rein, bis es mit einem lauten Knacken auf der anderen Seite seines Körpers wieder herauskam. Während der gesamten Prozedur schaute er mir tief in die Augen. Seine Augen, welche vorher so trüb waren, wirkten zu meiner Überraschung auf einmal so lebendig. In ihnen war Schmerz zu erkennen aber auch etwas, was für mich wie Dankbarkeit aussah. Dann schloss er schließlich seine Augen, ehe sein Brustkorb unnatürlich zu zucken begann und sich aufblähte. Ich sprang schnell zurück, ehe seine gesamte Haut aufplatzte und eine schwarze flüssige Masse auf den Boden spritzte, welche zuckend über den Boden robbte. Sein Körper erschlaffte vollständig und die Überreste seiner Haut verbrannten so schnell wie ein Haufen vertrocknete Blätter, weshalb ich kurz darauf sein Innerstes sah. Es befand sich ein menschliches Skelett in seinem inneren, dessen Organe noch vollständig intakt waren, ehe es mit einem klappern zerfiel. Ich unterdrückte so schnell ich konnte das Gefühl mich übergeben zu müssen, ehe mein Blick sich auf die schwarze Masse richtete. Sie robbte weiterhin über den Boden, fast so wie ein schwer verwundetes Tier, welches trotz einer tödlichen Verletzung durch ein Raubtier immer noch verzweifelt sich in Sicherheit bringen wollte, obwohl es keine Hoffnung auf Überleben mehr gab. Als die Masse auf dem Boden zu zucken aufhörte ertönte ein Schrei aus dem Keller, den ich der Kreatur zuordnete, doch ich war wie gelähmt von dem Anblick der Knochen, welche vor meinen Füßen von den Flammen langsam verschlungen wurden. Die Bilder von Sarah sowie die Erinnerung an die Schmerzen, die ich in dem Albtraum hatte, in der ich ihre Rolle übernahm, überwältigten mich, weshalb ich wie in einer Art Trance war. Alles wirkte für mich in diesem Moment wie etwas, dass ich im Fernsehen sah, aber nicht wie die Realität. Ich war mir nicht mal sicher, ob ich nicht einfach in einem weiteren Albtraum gefangen war. Ein weiterer dieses Mal von Wut erfüllter Schrei der Kreatur ließ mich jedoch aus meiner Trance aufschrecken woraufhin ich schnell meine Taschenlampe aufhob und meine Pistole nachlud. „Du dreckiger kleiner Bastard!“ hörte ich ihre Stimme durch die Halle dröhnen. „Du wirst dir noch Wünschen an Stelle meines Auserwählten verbrannt zu sein, dafür sorge ich!“ Ich schaute mich nach einem Ausgang, um welchen ich schließlich im Feuerschein ausmachen konnte. Ungefähr zwanzig Meter entfernt von mir befand sich eine leicht offenstehende dicke Metall Tür woraufhin ich sofort lossprintete. Ich hörte laute trippelnde Schritte hinter mir und ein kurzer Blick über meine Schulter zeigte mir das die Kreatur mich fast eingeholt hatte. Ich schoss mehrere Male hinter mich doch obwohl die Kreatur vor Schmerzen fluchte, hörte sie nicht auf mich zu verfolgen und ich erwartete jeden Augenblick ihre Krallen in meinem Rücken zu spüren. Ich verfluchte mich innerlich dafür das ich dachte ich könnte es mit diesem Ding in der Realität leichter aufnehmen, ehe ich die Tür erreicht und mit aller Kraft zuzog. Die Kreatur erreichte die Tür jedoch fast zeitgleich und es gelang ihr eine Hand zwischen Tür und Türrahmen zu kriegen. Sie zog mit aller Kraft, um die Tür aufzukriegen, woraufhin ich hastig mit einer Hand die Machete von meinem Gürtel nahm und damit auf ihre Finger einschlug. Es knackte und knirschte bei jedem Schlag, doch obwohl die Kreatur dabei zusammenzuckte, ließ sie einfach nicht locker. Also holte ich noch kräftiger aus und schlug immer weiter zu, bis schließlich die Klinge einige ihrer Finger abtrennte und sich ein Schwall grünen Blutes auf den Boden ergoss. Reflexartig ließ sie los woraufhin ich die Tür mit einem lauten Knall zuzog. Die Kreatur stieß einen Schrei, welcher geradezu vor Hass triefte, aus, ehe sie wie Wild am Türgriff rüttelte und zog. Ich stemmte mich mit aller Kraft dagegen, doch die Tür ging immer weiter auf, bis ich ein lautes metallisches knirschen hörte und die Tür wieder zufiel. Ich schätze mal das sie den Türgriff versehentlich abgerissen hatte. Grade als ich erleichtert aufatmen wollte gab es jedoch einen lauten Knall und die gesamte Tür erzitterte. Eine Menge Staub rieselte von der Decke hinunter und brannte in meinen Augen, ehe es einen weiteren Knall gab, welcher von dem Quietschen von Metall begleitet wurde. Ich wollte nicht herausfinden, wie lange sie brauchen würde, um durchzubrechen weshalb ich so schnell ich konnte durch den Flur in den nächsten Raum lief. Sofort hackte ich auf den Türgriff des nächsten Raumes mit der Machete ein, bis dieser abbrach woraufhin ich die Tür mit aller Kraft zuknallte. Keuchend vor Erschöpfung sah ich mich schließlich in meiner neuen Umgebung um. Der Raum, in dem ich war, sah wie ein viel zu groß geratener Flur aus, in welchem mehrere Kabinen mit eingebauten Tischen standen, welche wohl früher mal Büros waren. An den Rändern des Raums waren mehrere Türen und Glasfenster eingelassen worden, hinter denen sich größere Büroräume befanden. Die Glasscheiben waren Großteiles bereits eingeschlagen worden und die Kabinen und Wände waren mit zahlreichen Graffitis verziert worden. Es gab allerdings kein Anzeichen dafür das noch jemand oder etwas sich mit mir in diesem Raum befand und ich wollte auch nicht länger bleiben, um herauszufinden, ob ich recht hatte, weshalb ich schnell durch den Raum zum nächsten gang lief, welcher mich in das Treppenhaus führte. Eine Treppe führte in das Stockwerk über mir, während die andere direkt in den Keller führte. Eingebaut in einer Wand befand sich außerdem ein großer Aufzug, mit welchem wohl früher schwere Gegenstände aus und in den Keller reingebracht wurden. Nicht weit von mir entfernt konnte ich die massive Eingangstür des Gebäudes sehen, weshalb ich ehrlich gesagt für einen Moment drüber nachdachte so schnell es ging diesen Ort hier zu verlassen. Allerdings verwarf ich den Gedanken schnell wieder da ich erstens sowieso diesem Ding nicht wirklich entkommen konnte, ich Susan rächen wollte und wenn möglich überlebende retten. Also ging ich vorsichtig die Treppe in den Keller runter, während ich auf jedes noch so kleine Geräusch und jeden Schatten in meiner Umgebung achtete. Als ich unten ankam, erkannte ich im Schein meiner Taschenlampe bereits ein dickes Spinnennetz, welches so platziert war, dass man durch den Gang weder in den Keller rein noch aus dem Keller wieder raus konnte. Also begann ich mit meiner Machete die Spinnenweben zu beseitigen, was jedoch aufgrund ihrer Größe und Widerstandskraft noch schwerer war als ich erwartet hatte. Ich schaffte es jedoch nach einer Weile mich hindurch zu hacken und trat in das Kellergewölbe ein. Es war stickig und der Geruch von Blut und verwesendem Fleisch raubte mir den Atem. Ein plötzlicher lauter Knall von oben ließ mich zusammenzucken und kurz darauf hörte ich das zerbrechen von Holz und Glass. Offenbar hatte die Kreatur, ohne dass ich es bemerkte, die Metall Tür bei der Fabrikhalle aufgebrochen und zerlegte grade auf der Suche nach mir die Büros über mir. Während sie dabei wie ein wahnsinniger rief das ich rauskommen soll, machte ich mich bedacht darauf mich nicht durch ein Geräusch zu verraten wieder auf den Weg. Die Suche nach Überlebenden stellte sich jedoch als noch schwerer heraus als gedacht. Das Kellergewölbe bestand aus zahlreichen Fluren, in welchen mehrere Türen waren. Es war außerdem teilweise schwierig hindurchzugehen, da der Boden Großteils von einem Teppich aus Spinnenweben bedeckt war, an denen meine Stiefel manchmal kleben blieben. Abgesehen vom Boden waren auch die Decke und die Wände Großteils eingewebt und nach einiger Zeit fand ich in ihnen auch die ersten menschlichen und tierischen Überreste. Während ich bei den Tieren wie Katzen oder Hunden häufig einen Schnitt oder Biss an der Kehle finden konnte, welcher zum Tod geführt hatte, musste ich leider feststellen das die Menschen nicht so viel Glück hatten. Ihnen allen fehlten die Augen und ihre Bäuche waren häufig aufgerissen worden. Einigen fehlten auch Arme und Beine während manche offenbar das Glück hatten, nur ihren Kopf zu verlieren. Von vielen standen die Münder offen und ich bildete mir teilweise ein sie noch atmen oder wimmern zu hören, doch keiner von ihnen hatte einen spürbaren Puls oder aber war in so einem schrecklichen zustand, dass ich gar nicht erst mehr nachprüfen musste, ob sie noch lebten. Ein totes Reh an der Decke verriet mir außerdem das die Kreatur wohl auch gelegentlich im Wald auf die Jagd ging. Hinter den Türen wiederum fand ich meistens nur leere Räume und Lagerhallen, während andere zahlreiche Haufen von Knochen beherbergten. Es lagen dort so viele Knochen, dass ich Probleme hatte, die menschlichen von den Tierischen zu unterscheiden. Es waren im Allgemeinen viel mehr Opfer der Kreatur hier unten als ich annahm. Klar es waren bereits über vier Dutzend in letzter Zeit verschwunden, aber es kam mir vor, als wären noch viel mehr hier unten als die als vermisst Gemeldeten. Abgesehen davon ging ich nicht davon aus das jeder der Vermissten wirklich ein Opfer der Kreatur wurde. Sicherlich gab es in einigen Fällen noch andere Ursachen, was mich jedoch in Anbetracht der ganzen Knochen und Leichen hier unten nur noch mehr verunsicherte. Ich meine, heißt das nicht das die Kreatur vielleicht nach einer Weile sogar in einer anderen Region oder einem anderen Land auf Jagd gehen konnte? Es konnte immerhin Portale erschaffen, es wäre also nicht unmöglich das sie jederzeit von überall sich ihre Opfer holen konnte. Die Tatsache das sie mich nicht schon längst mit einem Portal aufgespürt hatte verriet mir jedoch, dass sie diese Fähigkeit vermutlich nur nutzen konnte, während ich schlief und sie dabei mir pausenlos Energie entziehen konnte. Ich suchte den Keller weiter nach überlebenden ab, doch es fühlte sich an, als wäre das einzig lebende hier unten ich selbst und dieses verdammte Spinnenwesen, bei welchem ich absolut keine Ahnung hatte, wo es sich grade befand und irgendwann hinter jeder Ecke vermutete. Nach einiger Zeit der vergeblichen Suche fand ich jedoch den Raum, in den es Susan gebracht hatte. Es war die größte Halle, welche ich dort unten gesehen hatte. Das Licht, welches durch die Decke kam, beleuchtete den Ort jedoch nur spärlich, weshalb ich mit meiner Taschenlampe den gesamten Raum ableuchten musste. Mir vielen einige eingebwebte gestalten auf welche von der Decke hingen und sich zum Teil noch leicht bewegten. Sie waren von Kopf bis Fuß eingewickelt worden, weshalb ich die Form ihrer Körper nur schemenhaft erkennen konnte. Ich wollte ihnen helfen, hatte aber leider keine Chance sie dort auf normalen weg runterzuholen. Sie hingen ungefähr 8 Meter über mir und ich sah nichts mit dem ich sie hätte erreichen können. Ich schaute an den Wänden ebenfalls nach überlebenden doch die Wände waren Großteils leer. Nicht mal Susans Leiche war noch hier, was wohl bedeutete das es sie bereits vollständig verschlungen hatte. Ich hörte plötzlich wie Steine von der Decke rieselten und drehte mich sofort in die Richtung des Geräusches. Eine der Personen, welche von der Decke hing, zuckte wild umher, weshalb ich davon ausging, dass sie aufgrund der Spinnenweben über Mund und Nase langsam erstickte. Ich suchte panisch den Raum nach einer Leiter oder etwas dergleichen ab, doch ich fand absolut nichts. Ich konnte erkennen, wie sich der Brustkorb der Person ruckartig hob und senkte und konnte hören, wie er hektisch nach Luft schnappte. Die Zeit lief ihm ab und ich fand keine Möglichkeit ihn unbeschadet da runterzuholen. Deshalb entschloss ich mich dazu seine Gesundheit zu riskieren in der Hoffnung ihn dabei zu retten. Ich richtete meine Pistole auf die Spinnenweben an seinen Füssen und drückte ab, doch der Schuss traf lediglich die Decke. „Hör auf zu zappeln verdammt! Ich will dir helfen!“ schrie ich während meiner Hände anfingen zu zittern, doch ich versuchte erneut die Spinnenweben zu treffen. Die Kugel ging erneut daneben, doch aufgrund des Lärms begannen auch die anderen an der Decke sich zu regen. Ihre dumpfen Hilferufe, welche grade noch so durch die Fäden zu hören waren, trieben mich nahezu in den Wahnsinn. Ich gab einen weiteren Schuss ab, doch die Kugel traf nicht so wie ich es geplant hatte. Das Zucken von der Person, der ich helfen wollte, hörte langsam auf als mehr und mehr Blut von seiner Bauchregion an ihm runterfloss und unaufhaltsam auf den Boden tropfte. Mit einem frustrierten Aufschrei warf ich aus Reflex die Waffe weg, welche scheppernd auf der anderen Seite des Raumes liegen blieb. Doch es war mir in dem Moment egal. Ich sackte zusammen und weinte so sehr, wie ich es seit Sarahs Tod nicht mehr getan hatte. Mir wurde schmerzlich bewusst das ich trotz all meiner Mühen niemanden retten konnte und durch meinen dämlichen Versuch jemanden zu befreien der Kreatur meine Position preisgegeben hatte. Ich meine was hatte ich erwartet? Das ich genug Kugeln habe, um alle Überlebenden von der Decke zu schießen und die dann auch noch alle zufällig den Sturz auf den Kellerboden überleben würden? Abgesehen davon, wie hätte ich sie jemals lebend wieder rausbringen sollen? Es war alles zu viel. Ich wollte nur noch, das dass alles aufhört, und es war mir egal wie. Ich zögerte einen Moment ehe ich die Machete fest umschoss und die Klinge zu meinem Hals wandern ließ, doch in dem Moment wo ich zudrücken und schneiden wollte hörte ich aus einer Ecke des Raumes ein Geräusch. Es klang ähnlich wie das gluckernde Knurren eines Magens. Ich richtete in der Hoffnung doch noch einen überlebenden retten zu können meine Taschenlampe auf die Ecke. In der Ecke befand sich im Gegensatz zu dem, was ich erwartet hatte, jedoch kein Opfer der Kreatur, sondern ein seltsames graues etwas, welches eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Kokon aufwies. Trotz der Dunkelheit konnte ich erkennen wie es leicht pulsierte. Es erinnerte mich bei genauerer Betrachtung an das Schlagen eines Herzens. Ich war mir zunächst nicht sicher, was ich tun sollte, doch in der Hoffnung einen überlebenden dadrinnen zu finden, ging ich entschlossen auf den Kokon zu, während sich meine Finger um den griff der Machete vor Anspannung verkrampften. Nach einem Augenblick des Zögerns stupste ich vorsichtig mit der Machete dagegen, ehe ich vorsichtig meine Hand austreckte. Dieses Ding, war unnatürlich warm und fühlte sich an wie rohes Fleisch. Vorsichtig platzierte ich meine Machete auf der Außenhülle und begann zu schneiden, doch die klinge rutschte immer wieder ab. Plötzlich berührte etwas von der Innenseite des Kokons aus, meine Hand woraufhin ich schnell zurückwich. Dass was mich berührt hatte, fühlte sich eindeutig an wie eine Hand. Bevor ich das geschehene jedoch verarbeiten konnte, traf mich ein heftiger Schlag gegen den Hinterkopf und ich verlor das Bewusstsein.

Als ich wieder zu mir kam, überwältigte mich sofort ein grässlicher Schmerz in meinem linken Arm. Ich hatte eine tiefe Fleischwunde, die sich offenbar zu entzünden begann. Ich versuchte reflexartig meine Hand auf die Stelle zu drücken, was jedoch von einer kalten klebrigen Masse, welche ich sofort als die Spinnenweben wieder erkannte, verhindert wurde. Alles um mich herum war stockdunkel und ich konnte mich keinen Zentimeter bewegen. Die Kreatur hatte mich von Kopf bis Fuß eingesponnen und an eine Wand geklebt. Zu meiner Erleichterung hatte ich jedoch noch meine Augen und mein Gesicht war nicht eingewebt worden, weshalb ich zumindest einigermaßen normal atmen konnte. Das Gewicht meines Rucksacks noch auf meinem Rücken zu spüren, gab mir ein wenig Hoffnung. Die Hoffnung verschwand jedoch genauso schnell wieder, als ich realisierte, dass ich meine Machete verloren hatte und meine Pistole lag wahrscheinlich noch auf dem Boden, wo ich bewusstlos wurde. Ich versuchte noch einige Zeit wie wild mich loszureißen, was jedoch nur dafür sorgte, dass der Schmerz in meinem Arm intensiver wurde. Ich schaffte es nicht einmal an meine Hosen- oder Jackentaschen zu kommen. Entmutigt und erschöpft sackte ich in mich zusammen und überlegte mir fieberhaft, wie ich mich doch noch befreien könnte, doch in dem Moment bemerkte ich ein Geräusch in meiner Nähe. Beim genaueren Hinhören erkannte ich, dass es sich um ein röchelndes Atmen handelte, welches von mir gegenüber zu kommen schien. Es klang zu meiner Erleichterung menschlich. Das Atmen klang sehr schwach, doch ich dachte mir, dass wir es vielleicht mit etwas Glück schaffen würden, gemeinsam einen Weg nach Draußen zu finden. „Hey, bist du wach?“, flüsterte ich in die Dunkelheit. Es wurde für eine Weile still, ehe mein gegenüber mir röchelnd antwortete. „Jonathan? Bist du es?“ Ich verstand zunächst nicht, woher die Person meinen Namen kannte, doch dann traf mich die Erkenntnis wie ein Schlag. Diese Stimme aus der Dunkelheit klang ähnlich wie die von Martin, jedoch klang er so, als wäre er um Jahrzehnte gealtert. „Martin bist du es wirklich? Woher weiß ich das ich nicht träume?“ „Glaub mir, ich wäre mehr als nur froh darüber, wenn das hier lediglich einer von deinen verdammten Träumen wäre. Vielleicht ist es aber auch einer und ich bin nur ein Produkt deiner Fantasie? Aber woher soll ich das denn bitte wissen?“ Die Antwort klang Martin nur zu ähnlich, weshalb ich mich etwas beruhigte. Obwohl ich mich darüber freute, dass er noch am Leben war, machte es für mich absolut keinen Sinn, dass er noch am Leben war. „Es tut mir leid, dass ich das frage, aber es ist schon lange her das dieses Ding dich verschleppt hat. Selbst wenn es dich nicht getötet hat, wie kann es sein das du nicht verhungert oder verdurstet bist?“ Martin schnaubte verächtlich, ehe er antwortete. „Hat ständig den verdammten Pizza Service gerufen, um mich zu verpflegen, was denn sonst? Jetzt mal im Ernst John, du kannst mit mir über alles reden, aber stelle nicht noch einmal die Frage warum ich verfickt nochmal noch lebe! Du willst die Antwort nicht wissen und ich will die Antwort darauf einfach nur verdrängen! Kapierst du das?!“ Sein plötzlicher Gefühlsausbruch bestürzte mich zwar, doch ich konnte trotzdem nicht so einfach nachgeben. Ich musste mir nach allem, was ich bereits erlebt hatte, einfach sicher sein. „Martin! Dieses Ding hat mich schon in meinen Träumen mit meiner toten Frau gequält, woher soll ich wissen das du echt bist, wenn du mir nicht meine Fragen beantwortest?“ „Und woher willst du wissen das ich echt bin, wenn ich deine Fragen beantworte? Dieses Ding liest offenbar deine Gedanken, während du schläfst und hat Zugriff auf deine Erinnerungen. Du kannst dir nicht sicher sein was echt ist! Es könnte genauso gut sein das es dich die gesamte Zeit bis zu meinem Verschwinden hat träumen lassen!“

Martin hatte recht. Es machte absolut keinen Sinn ihm diese Fragen zu stellen und brachte mich auch nicht im Geringsten weiter. Also beschloss ich direkt zu dem Thema zurückzukommen, wegen dem ich ihn eigentlich angesprochen hatte. „Hör mir bitte genau zu! Ich bin hier eigentlich runtergekommen, um dieses Ding zu töten und seine Gefangenen zu befreien, aber jetzt stecke ich hier selbst fest. Wenn du irgendeine Idee hast, wie ich mich von den Fäden befreien kann, kann ich dich hier herausführen.“ Während ich mehr und mehr verzweifelte, blieb Martin für einen Moment still, ehe ein müdes Seufzen seine Kehle verließ. „Selbst wenn du noch einen Weg finden würdest dich zu befreien, wäre ich nur ein Klotz am Bein. Dieses Ding hat mir meine Augen rausgerissen und einen Arm abgetrennt. Meine beiden Beine fühlen sich an, als wären sie gebrochen worden und ich kann nicht mal mehr meine Zehen bewegen. Abgesehen davon kenne ich keine Möglichkeit wie man diese Fäden loswird. Ich habe jedenfalls nicht mitbekommen das irgendwer das geschafft hat. Aber jetzt habe ich eine Frage an dich.“

„Die wäre?“, fragte ich, während ich mir fieberhaft überlegte, wie ich mich am besten aus den Fäden rauswinden könnte. „Clara und Stevan, geht es ihnen gut? Hat es ihnen auch etwas angetan?“

„Nein, sie sind soweit ich weiß noch wohlauf. Ich habe hierunten auch keine Spur von ihnen gesehen.“

Martin lachte daraufhin laut los, ehe er von einem heftigen Hustenanfall unterbrochen wurde. „Zumindest etwas Gutes bei all der Scheiße.“, keuchte er schließlich, ehe ich hörte, wie er geräuschvoll auf den Boden spuckte.

Plötzlich nahm ich aus meinem Augenwinkel den Schein einer Taschenlampe wahr, welcher immer näher auf uns zukam. Voller Hoffnung rief ich dem Licht entgegen: „Hey komm schnell her! Wir sind hier drüben! Bitte hol uns raus!“

„Was ist denn jetzt los?“, fragte Martin verwirrt.

„Da läuft jemand mit einer Taschenlampe! Verstehst du denn nicht?! Wir sind gerettet!“

Ich konnte im Schein der Taschenlampe nun Martins Gesicht erkennen. Seine Wunden hatten angefangen zu eitern und er war so bleich wie ein Geist. Außerdem begann er mehr und mehr am ganzen Körper zu zittern, doch an seiner angespannten Mimik konnte ich erkennen, dass dies weder an den Schmerzen noch an der Kälte lag. „Jonathan,“ wisperte er schließlich mit zitternder Stimme. „Ich kann seine Schritte hören. Das ist nicht die Rettung!“

„Was redest du da? Diese Kreatur braucht doch kein Licht. Wir sind bald schon hier raus!“

„Da hast du diesmal wohl in gewisser Weise recht, John.“, stammelte Martin schließlich. Er atmete tief ein, ehe er weitersprach. „Denk nur bitte daran, was auch immer gleich geschieht, es ist nicht deine Schuld.“

Verwirrt schaute ich von ihm zurück zum Licht der Taschenlampe und sah hinter dem Lichtkegel Umrisse von langen Spinnenbeinen. Wortlos ging die Kreatur zwischen uns, packte sich einen Spinnenweben von der Decke und wickelte die Taschenlampe darin ein, bis sie wie eine schäbige Deckenleuchte an ihm herunterbaumelte. „Ich dachte mir, ich bringe dir etwas Licht, damit du dein neues Zuhause besser betrachten kannst. Dachtest du etwa wirklich jemand außer dir selbst würde freiwillig durch diesen Keller gehen, trotz all der Leichen und Spinnenweben hier unten?“, fragte es mich sichtlich amüsiert, während es prüfend mit ihren Fingern über die Klinge meiner Machete strich. Die Finger, welche ich ihr erst kürzlich abgetrennt hatte, waren bereits vollständig nachgewachsen.

„Versteh mich bitte nicht falsch, es ist wunderbar das du hier bist! Ich meine, ich hatte ehrlich gesagt Sorge dir nicht genug Hinweise gegeben zu haben, wo ich doch meine Sinne mit dir geteilt habe. Aber hey, du bist jetzt doch eher hier als erwartet. Das du einen meiner Auserwählten tötest hatte ich allerdings nicht kommen sehen. Naja, ich werde dann wohl einfach länger in dieser Welt bleiben müssen, um einen Ersatz dafür zu finden.“

Die Wut übernahm mich schließlich vollständig und bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, drückte ich mich mit aller Kraft nach vorne und schrie ihr ins Gesicht.

„Was willst du eigentlich von mir, du verdammter Wichser?! Warum tötest du mich nicht einfach damit ich mir nicht mehr dein dämliches Gelaber anhören muss?!“ Noch während ich sprach, holte das Wesen aus und ließ die Klinge auf mich niedersausen. Ich schloss instinktiv meine Augen und bereitete mich auf die Schmerzen vor, doch stattdessen hörte ich Martin laut aufschreien. Ich riss meine Augen sofort wieder auf und sah die Machete, welche tief ins Martins Schulter versenkt worden war. „Zu deinem Glück und seinem Pech brauche ich dich einigermaßen unversehrt. Ab jetzt solltest du, wenn ich dich nicht zum Reden auffordere, dein Maul halten, sonst kriegt es der gute Martin ab.“, sprach die Kreatur, ehe sie langsam die Klinge aus Martin herauszog. „Ich werde es dir nicht so einfach machen und dich töten. Jedes Mal, wenn du mich unterbrichst, wird Martin dafür büßen. Was denkst du wohl wie oft ich noch zuschlagen kann, ohne ihn zu töten? Möchtest du es etwa herausfinden?“ Ich schüttelte nur stumm den Kopf, während ich es vermied dem Ding in die Augen zu schauen. Ich wollte nicht, dass es sich erneut provoziert fühlte und Martin angriff. „Du wolltest grade wissen, was ich von dir will. Willst du das immer noch wissen?“, fragte es mich, woraufhin ich leicht nickte. „Na schön. Du hast heute zwar mal wieder alles für mich verkompliziert, aber da wir schon so viel Zeit zusammen verbracht haben, möchte ich dir noch verraten, warum ich das hier tue und was dir noch bevorsteht. Also dann“, sagte es, ehe es ein künstlerisches Räuspern von sich gab. „Fange ich mal mit der Geschichtsstunde an. Weißt du Jonathan, meine Spezies hat ein äußerst lästiges Problem. Im Gegensatz zu euch auf der Erde gibt es bei uns keine Geschlechter, weshalb wir uns nicht auf die übliche Art und Weise fortpflanzen können. Dafür haben wir eine andere Methode.“, sagte es, woraufhin es sein Maul öffnete und auf seine Fangzähne deutete. „Ein Biss genügt, um den Körper eines Menschen mit unserem Gift zu korrumpieren. Allerdings genügt es nicht sich irgendeinen Menschen zu schnappen. Unser Auserwählter darf nicht mehr viel Lebensenergie besitzen, darf aber auch nicht zu alt oder krank sein, da sein Körper andernfalls der Belastung durch die Korruption nicht standhalten kann. Aus diesem Grund handelt es sich bei unseren Auserwählten ausschließlich um Wirte, die ihren Zweck bereits erfüllt haben.“ Während sie sprach, fiel mir ein seltsames Gefühl in meinem linken Arm auf. Eine unnatürliche Kälte kroch langsam in meinem Arm hoch. Ich versuchte die Kälte abzuschütteln, in dem ich den Arm etwas schüttelte und die Muskulatur in meiner Hand anspannte, doch die Kälte ließ sich nicht aufhalten. Die Kreatur hatte sich davon jedoch nicht ablenken lassen und sprach unbeirrt weiter. „Dein Körper wird zwei Phasen benötigen, ehe er in die letzte Phase eintreten kann. Der zweiten Phase bist du eben in der Fabrikhalle bereits begegnet. Dein Vorgänger war allerdings deutlich weniger widerspenstig als du. Er hat bis zum Beginn der zweiten Phase die gesamte Zeit lediglich gejammert und geschrien, ohne mir auch nur in irgendeiner Form Steine in den Weg zu legen. Auserwählte in der zweiten Phase unterstehen vollständig meiner Kontrolle und bewachen mit mir zusammen mein Nest und verhindern somit, dass den anderen Auserwählten etwas zustößt. Da sie allerdings stark mit uns verbunden sind, können sie ab Beginn der zweiten Phase, ohne dass ich sie mit Energie versorge, nicht überleben.“ Ich dachte in dem Moment an den Augenblick, indem sich der Nachtwächter mit der Eisenstange umbrachte. Ich verstand jetzt endlich was passiert war. In seinen letzten Augenblicken schien er wohl die Kontrolle zurückerlangt zu haben und beschloss dem Einfluss der Kreatur zu entfliehen. Der Tod war sein letzter Ausweg, sowie für vermutlich jeden anderen hier unten. „Der dritten und letzten Phase bist du im Übrigen auch schon begegnet.“ Fuhr die Kreatur schließlich fort. „Am Ende ihres Lebens verformen sich die Auserwählten zu einem Gefäß für meine sich entwickelnde Brut. Deine Knochen und Organe werden zersetzt und bilden die Nährstoffe, die meine Brut für ihre Entwicklung braucht. Du wirst davon in der zweiten Phase dein Bewusstsein bereits fast vollständig verloren haben und kaum mehr etwas bemerken. Bevor du so weit bist, musst du aber natürlich erst die erste Phase vollständig durchlaufen, welche im Übrigen grade eben begonnen hat.“, sagte die Kreatur, während sie ihren Blick von mir zu Martin schweifen ließ. „Ein Auserwählter befindet sich immer unterschiedlich lange in der ersten Phase. In der Regel sollte sie jedoch nicht länger als einen Monat dauern. Da sowohl ich in dieser Welt als auch der Auserwählte essen müssen, muss ich somit immer einen ausreichenden Nahrungsvorrat anlegen.“

„Warte mal, was soll das heißen?!“, platzte es aus mir heraus bevor ich wieder an die Konsequenzen dachte und mir schnell auf die Zunge biss, um keinen weiteren Mucks von mir zu geben. Die Kreatur drehte jedoch lediglich den Kopf leicht in meine Richtung, ehe sie anfing zu lächeln. „Dachtest du etwa wirklich, dass ich so viel Essen nur für mich oder meine Brut brauche? Nein, so viel essen wir nicht einmal ansatzweise, wenn es auch durchaus angenehm ist. Aber ein Auserwählter in der Phase Eins kann zeitweise ganz schön verfressen sein. Daher habe ich gar keine andere Wahl als mir einen größeren Vorrat anzulegen.“

Ihr Lächeln verschwand langsam, ehe sie sich wieder Martin zuwandte. Dann holte es mit der Machete aus und versenkte sie tief in seinem Hals. Martins Mund stand offen. Ich hörte nur noch ein leichtes Gurgeln, ehe sein Körper vollständig erschlaffte. Ich wollte schreien, doch die Kälte in mir verschlimmerte sich schlagartig und sorgte dafür, dass ich wie erstarrt war und einfach nur zusehen konnte. Es ließ mir die gesamte Woche, die ich dort unten mit ihm gefangen war, kaum einen Moment der Ruhe. Ständig stopfte es Teile von Martin und später von anderen Opfern in mich rein. Anfangs wehrte ich mich und begann das Fleisch, welches es mir gab, wieder auszuspucken. Das sorgte jedoch nur dafür, dass es das Fleisch wieder aufhob und erneut in mich reinstopfte, oder es ließ mich so lange hungern, bis mich die Kälte übermannte und ich aufhörte mich zu wehren. Und dieser elende Hunger wurde stärker, je mehr es mich zwang zu essen. Es gab kein Gefühl der Sättigung mehr. Mein Bauch fühlte sich nach jedem Fetzen Fleisch, der in ihm landetet, sofort wieder leer. Mein Gehör begann sich durch die lange Zeit in der Dunkelheit weiterzuentwickeln, weshalb ich bei jedem noch so kleinen Geräusch im Keller zusammenzuckte, da ich erwartete, es könnte jeden Augenblick mit weiteren Leichenteilen zu mir kommen. Nach einiger Zeit spürte ich jedoch, wie meine Kräfte langsam zurückkehrten. Ich hasste es zwar, aber durch das Nähren schien ich nach und nach wieder stärker zu werden, doch gleichzeitig wurde auch die Kälte in mir immer präsenter. Es fühlte sich an, als würde Gletscherwasser durch meinen gesamten Körper laufen. Zusätzlich begannen meine Erinnerungen langsam zu verblassen. Ich konnte mich manchmal nicht mal mehr an die Gesichter meiner Familie erinnern. Ich begann nach jeder „Mahlzeit“, die es mir gab, mich aus den Fäden zu winden. Ich musste dabei jedoch stets auf der Hut sein, da es mich sonst wieder eingewebt hätte. Nach einiger Zeit gelang es mir endlich meine Arme wieder zu bewegen, woraufhin ich damit begann meinen Körper abzutasten. Ich suchte nach Lücken im Netz oder einem kleinen Taschenmesser, einer unbenutzten Patrone oder was auch immer ich noch dabeigehabt haben könnte, um mich von meinen Fesseln zu befreien. Nach kurzer Zeit berührten meine Finger in meiner Hosentasche endlich einen metallischen Gegenstand. Es handelte sich um mein altes Feuerzeug, das ich für die Molotow-Cocktails mitgenommen hatte. Ich hatte schon befürchtet, dass ich es verloren hätte. Vorsichtig presste ich das Feuerzeug gegen die Fäden, ehe ich den Auslöser für die Flamme drückte. Zu meiner Erleichterung teilten sich die Spinnenweben nahezu sofort auf, als die Flamme sie traf. Es dauerte nicht lange bis ich mich aus den restlichen Spinnenweben herauswand und meine Füße den Boden des Kellers berührten. Da ich meine Beine lange nicht mehr nutzen konnte, fiel mir das Gehen sehr schwer, doch ich schaffte es mich mit der Taschenlampe in der Hand aus dem Gang zu entfernen. Ich versteckte mich in einem leeren Lagerraum. Ich brauchte einen kurzen Moment zum Durchatmen, ehe ich mir überlegte, was als nächstes zu tun war. Ich war mir nicht sicher, ob ich schon dabei war in die Phase zwei zu rutschen, doch ich wusste bereits, was mich an deren Ende erwarten würde. Bei diesem Kokon, den ich damals fand, handelte es sich wohl um das Gefäß, von dem die Kreatur sprach. Das bedeutete, dass grade in diesem Moment sich hier unten ein weiteres Monster entwickelte, welches schon bald, wie sein Vorgänger, ein gewaltiges Blutbad anrichten könnte. Noch schlimmer war jedoch, dass es damit nicht enden würde. Das aus mir, wenn ich die Kreatur nicht rechtzeitig aufhielt, ebenfalls ein weiterer Kokon werden würde. Und dann kämme noch einer und noch einer, bis es Dutzende von ihrer Brut geben würde. Vielleicht sogar irgendwann Hunderte. Also fasste ich einen Entschluss, nachdem ich mir das alles nochmal durch den Kopf gehen ließ. Ich würde nicht als weiterer Kokon enden und würde noch heute den Kokon mitsamt seinem Inhalt zerstören. Also schnappte ich mir meine Taschenlampe und bahnte mir einen Weg durch das Kellergewölbe, bis ich in die große Halle kam, in der ich den Kokon gefunden hatte. Das Tageslicht schien leicht durch das Loch in der Decke, weshalb ich meine Umgebung zum Glück auch ohne meine Taschenlampe einigermaßen erkennen konnte. Der Kokon befand sich zu meiner Erleichterung immer noch da. Ich hatte schon befürchtet, dass ich es am Ende mit zwei Spinnenkreaturen hätte aufnehmen müssen. Allerdings wurde mein Vorhaben dank der Kreatur verkompliziert. Die Kreatur hatte ein riesiges Netz um den Kokon herum gesponnen und bewachte dieses von der Mitte aus. Sie war allerdings in sich zusammengekauert, weshalb ich davon ausging, dass sie am Schlafen war. Ich behielt die Kreatur im Blick, während ich mich vorsichtig zu der Stelle begab, wo ich meine Pistole hingeschmissen hatte. Ich suchte einige Zeit, doch wurde ich zum Glück fündig. Die Kreatur hatte die Waffe offenbar nicht bemerkt oder einfach ignoriert. Zur Sicherheit überprüfte ich das Magazin, bedacht darauf kein Geräusch zu machen. Drei Kugeln waren noch übrig und ein weiteres Magazin befand sich in meiner Jackentasche. Es war zwar nicht viel, aber dennoch gaben mir diese Umstände etwas Mut. Ich begann mir zu überlegen, wie ich den Kokon am besten zerstören könnte, wobei mir zum Glück der Benzinkanister sowie die Gasflasche in meinem Rucksack einfielen. Ich hatte beides mitgenommen, um im Fall meiner Niederlage mich und die Kreatur damit in die Luft zu sprengen, doch da diese grade am Schlafen war, bot sich mir jetzt eine ganz andere Möglichkeit. Vorsichtig schlich ich mich näher an das Netz heran, wo ich meinen Rucksack ablegte, ehe ich den letzten Molotow-Cocktail rausnahm und mich dann vorsichtig in die Mitte des Kellergewölbes begab. Dann entfachte ich den Molotow-Cocktail, holte aus und schleuderte ihn mit aller Kraft in Richtung des Rucksacks. Die Flasche zerbrach sofort mit einem lauten klirren und die Flammen begannen sofort alles in ihrer Umgebung zu verschlingen. Die Kreatur wachte mit einem gellenden Schmerzensschrei auf und versuchte sofort die Flammen von ihrem Körper abzuschütteln, bis sie bemerkte, dass auch der Kokon bereits in Flammen aufging. Laut fluchend lief sie durch die Flammen hindurch und versuchte sie auszuschlagen. Ich nutzte den Moment, um schnell zum Ausgang zu laufen. Es gab hinter mir einen lauten Knall, woraufhin einige Steine von der Decke auf mich stürzten, doch ich spürte die Schmerzen kaum. Ich lief schneller als ich jemals in meinem Leben gelaufen war. Ich hörte die hasserfüllten Schreie der Kreatur dicht hinter mir. Ein kurzer Blick über meine Schulter genügte, um mir zu offenbaren, dass es noch lange nicht vorbei war. Die Flammen züngelten immer noch um den Körper der Kreatur und sie hatte einen Arm sowie ein paar Beine verloren, doch sie war immer noch schnell genug, um mich einzuholen. Ich hechtete wie wild um die Ecken des Kellergewölbes und wich den Spinnenweben so gut ich konnte aus, während das Flackern des Feuers immer näherkam. Des Weiteren hörte ich wie immer mehr Steine von der Decke fielen und konnte im Licht meiner Taschenlampe erkennen, wie sich große Risse in den Wänden bildeten. Ich erreichte schließlich das Treppenhaus und stürzte die Treppe rauf, die Kreatur dicht an meinen Fersen. Als ich fast oben angekommen war, packte sie mich am Fußgelenk, woraufhin ich mich reflexartig umdrehte und auf sie schoss. Die erste Kugel verfehlte ihr Ziel, doch die letzten zwei trafen sie direkt im Gesicht, woraufhin sie losließ und die Treppe nach unten stürzte. Ich lud schnell nach und behielt die Kreatur dabei im Auge, aber sie lag nur noch mit den Beinen zuckend auf dem Boden und machte keine Anstalten mich weiter zu verfolgen, weshalb ich schnell in die Büroräume rannte. Der Boden war voller Schutt und begann stellenweise einzubrechen, doch ich schaffte es durch ihn hindurchzukommen und von dort aus in die Fabrikhalle zu fliehen. Einige der Steinsäulen waren umgekippt und der Großteil der Decke war bereits aufgerissen worden. Ich nahm meine letzte Kraft zusammen und sprintete durch die Halle, bis ich draußen ankam und mich erschöpft ins Gras fallen ließ. Das Donnern des einstürzenden Gebäudes fegte über mich hinweg und die damit eingehende Staubwolke raubte mir sowohl die Sicht als auch den Atem. Ich konnte dennoch nicht anders als erleichtert zu lachen. Von der Spinne fehlte jede Spur. Es war endlich vorbei.

 

Mittlerweile ist ein Monat seit den Ereignissen in der Fabrik vergangen. Die örtlichen Behörden fanden in den Trümmern mehrere Leichen, doch die Suche nach weiteren wird für sie durch die maroden Überreste des Gebäudes verkompliziert. Sie vermuten bisher, dass es sich um das Werk eines Serienmörders handelt. Selbst wenn sie jemals die Wahrheit herausfinden sollten, werden sie diese an die Öffentlichkeit sicher nicht weitergegeben. Laut dieser Kreatur war sie nicht die erste ihrer Art. Wie also kann es sein, dass noch nie zuvor jemand auf die Spuren dieser Spezies gestoßen ist? Würden wir wissen wie viele es genau gibt und woher sie kommen, hätten wir vielleicht sogar die Chance sie ein für alle Mal auszulöschen. Da ich keine weiteren Albträume wie zuvor hatte, gehe ich zumindest davon aus, dass die Spinne endlich tot ist, oder zumindest so sehr geschwächt, dass sie für uns erstmal keine akute Bedrohung mehr darstellt. Aber ich möchte ehrlich gesagt am liebsten gar nicht weiter darüber nachdenken. Ich hatte den letzten Monat damit verbracht meine verbliebenen Serien zu Ende zu schauen sowie meine ganzen Bücher nochmal zu lesen. Abends spazierte ich, solange ich konnte in unserem Stadtpark, ehe ich müde wurde und einschlief. All das half mir einigermaßen dabei das Erlebte zu verdrängen, doch wenn die Erinnerungen hochkamen, fühlte ich mich wieder als wäre es noch nicht vorbei. Ich traf mich auch noch einmal mit meiner Familie sowie mit Clara. Ich konnte Clara natürlich nicht sagen, was mit Martin passiert war, aber ich versuchte so gut es ging ihr beizustehen. Glücklicherweise hilft ihr auch ihr Sohn Steven, weshalb sie auch ohne meine Hilfe auskommen wird. Ich kümmerte mich auch um Susan, damit sie kein anonymes Grab bekam, weshalb ich heute einen Brief an die örtliche Polizeibehörde geschickt habe, mit dem Hinweis, wo sie uns beide finden können. Man wird die Schuld für ihren Tod mir anhängen, doch ihr wisst zumindest die Wahrheit. Abgesehen davon, kann mir dieser Umstand auch egal sein, sie werden mich ohnehin nicht mehr kriegen. Ich habe seit dem Vorfall in diesem Keller viel darüber nachgedacht, was ich machen soll, doch es scheint mir, als wäre ich jetzt endgültig in der Sackgasse angekommen. Die Tortur durch die Albträume ist jetzt zwar vorbei, doch nun ist es mein eigener Körper, der mir Angst macht. Die Bisswunde, welche seit dem Vorfall nie wirklich verheilte, hat vor ungefähr einer Woche angefangen zu pochen. Zeitgleich konnte ich beobachten, wie mein Körper damit begann sich zu verändern. Es fing zunächst an meinem Bauch an. Ich konnte beobachten, wie aus meinem Bauchnabel heraus sich eine graue Hautschicht herausschälte, welche seitdem immer weiter über meinen Körper gewandert ist. Mittlerweile beginnt sie auch damit meinen Mund zu bedecken, weshalb ich große Probleme damit habe etwas zu essen oder zu trinken. Ich habe sogar mehrfach versucht sie abzuschneiden, doch sie wächst bei jedem Versuch sie loszuwerden immer schneller. Ich habe es wohl nicht rechtzeitig geschafft mich zu befreien und die zweite Phase hat nun begonnen einzutreten. Ein oder zwei Tage noch und ich wäre wahrscheinlich nicht besser dran als der Nachtwächter von damals. Ich werde jedoch nicht zulassen, dass aus mir ein weiteres Monster hervorbricht, weshalb ich nach diesem Post, den ich hier hochlade, alles endgültig beenden werde. Ihr jedoch könnt zumindest aus dem was durch mich passiert ist lernen. Im Gegensatz zu mir, könnt ihr euch jetzt darauf vorbereiten. Ich wünsche euch viel Glück.

Falls jemand aus meiner Familie oder meinem Freundeskreis mich in diesem Post erkannt hat, macht euch bitte keine Vorwürfe. Ich bin kein Wahnsinniger und ihr hättet auch sonst nichts für mich tun können. Solltet ihr mich oder eine andere verstorbene Person, die euch nahestand, in euren Träumen sehen, passt bitte auf. Ihr könnt euch nie sicher sein, ob der Traum wirklich von euch ausgeht.

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3 Kommentare

      1. Das ist doch total Geschmacksfrage.

        Ich mag oft die kürzeren, knackigen Geschichten lieber, andere mögen lieber längere Formen.

        Zu Ende gelesen habe ich sie ja trotzdem, weil mir Idee und Stimmung echt gefallen haben.

        LG

        Mina

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