Kurz

Hallo, Ich bin Jenseits

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Der Oberarzt verließ das Krankenzimmer und Frau Eisenmann schaute ihm traurig nach. Sie saß auf einem blauen Stuhl und hielt die immer kälter werdende Hand ihres Gatten. Er hatte sich an vielem in seinem Leben erfreuen können. Er hatte seine Enkel und Urenkel kennen lernen dürfen. Er ist mit ihnen durch den Garten am Haus gerannt, bis er sich lachend und nach Luft schnappend in seinen Gartenstuhl setzte. Es war sein Stammplatz von dem er die Abendsonne genossen hatte. Er hatte schon 56 Jahre mit seiner geliebten Frau verbracht. Kennengelernt hatten die zwei sich während der Wirtschaftschafts Krise und seitdem verbrachten sie jeden Tag zusammen. Schon drei Jahre später hatte sie ihn überglücklich gemacht, als sie seinen Heiratsantrag annahm. Wenige Jahre später bauten sie ihr eigenes Traumhaus, in das sie nun alleine zurückkehren wird. Der hochnäsige Arzt hatte ihr eben bestätigt, dass es seine letzten Minuten oder Stunden wären.

Was die Menschheit nicht wusste war, dass es an mir lag, wie lange es dauerte bis der Betroffene dahin schied, oder genauer gesagt, kam es darauf an, wie sehr die Seele des Menschen am Körper hing und wie groß der Aufwand sein würde, diese abzutrennen. Ich war dieses sogenannte Jenseits und befand mich gerade am Fußende des Bettes und lauschte dem Schluchzen der alten Dame. Menschen sehen mich erst, wenn das Herz aufhört zu schlagen. Herr Eisenmann hatte ein erfülltes und friedliches Leben gehabt. Nur kleine Sünden, wie Müll mal nicht in den dazugehörigen Eimer zu schmeißen, oder kleine wirklich harmlose Beleidigungen wiesen sein Lebenslauf auf. Das Gerät, was seine schwache Atmung unterstütze, brummte in einem beruhigenden gleichmäßigen Ton.

Bei einem Selbstmord erscheine ich nicht. In dieser Situation kümmerten sich dann die Engel oder sogar der Teufel persönlich um das Schicksal. Es kommt nur darauf an, wie man gelebt hat. Wurde man gepeinigt und verletzt, werden die Engel einem ein neues Leben schenken. Hat man zu viele Sünden begangen, wird der Teufel einen zerreißen.

Wie ich aussehe? Einige würden mich wahrscheinlich als Formwandler bezeichnen. Doch, ich selbst würde mich als Schatten des Todes bezeichnen, denn die Sünden der sterbenden Menschen legen mein Aussehen fest. Ich kann aussehen, wie der beste Freund aus der Kindheit oder auch anders. Bis jetzt war ich ein Wirrwarr aus seinen Erinnerungen und würde mich erst noch manifestieren. Dieser Prozess verläuft ziemlich schnell und lässt mich wissen wann die Seele den Körper aufgegeben hat.

Was auch nun der Fall war. Herr Eisenmann bäumte sich leicht auf, nahm seine letzten tiefen Atemzüge und blieb dann still liegen. Seine geliebte Ehefrau weinte und ließ ihren Kopf auf ihre Hand, die immer noch seine hielt, fallen. Ich hatte die Form seiner Frau angenommen, als die zwei sich kennengelernt hatten und reichte ihm meine Hand. Der werte Herr hatte seinen Tod schon seit langem akzeptiert und seine Seele ließ sich, ohne Probleme von seinem Leichnam trennen.

Nachdem ich Herrn Eisenmann aufgenommen hatte, versprühte ich erneut dieses Gefühl, welches ich schon zuvor wahrgenommen hatte. Jemand weiteres würde zu mir kommen. Ich ließ mich, wie an einer Leine von diesem Gefühl leiten und erreichte einen Mann.

Er war Mitte 40, hatte wuschelige dunkelblonde Haare und saß auf einem dunkelblauen Sofa. Sein ungepflegtes Erscheinungsbild passte zu seinem Haus. Meine Fragmente sammelten sich in dem Luftraum neben ihm und so auch seine Erinnerungen. Wilde Partynächte in seinen Teenie Jahren mit viel Alkohol und auch Frauen, auch wenn diese nicht wollten. Das erste Mal begrüßte er eine junge wunderschöne Frau in seinem Haus. Sie war sein erstes Opfer, das sich nicht an diese Nacht erinnern würde. Er schuf viele weitere traurige junge Seelen, doch irgendwann reichte ihm das nicht mehr. Sie waren zu alt. Die meisten davon hatten bereits ihre Unschuld verloren.

Nun saß er deprimiert auf diesem fleckigen Sofa und fraß Junk Food. Die Frauen wiesen ihn ab. ,,Ein Schuss in den Kopf, würde mir diesen Auftrag überlassen. Ich würde meinen Spaß haben.“, das dunkle Lachen des Teufels erreichte mein Ohr. Doch, im selben Moment ereilte den Mann ein Herzinfarkt. Das verfettete Blut verstopfte seine Adern und sein Herz schlug nicht mehr. Meine Form hatte sich mittlerweile festgelegt. Ich war ein Monster. Meine nackte graue Haut streckte sich über meine Knochen und Nägel ähnelten scharfen Klingen. Messerscharfe spitze Zähne ragten aus meinem Maul und Augen ohne Lider starrten auf die ,von mir verängstigte, Seele. Seine Seele streikte. Das blutrünstige meiner Manifestation ergriff die Kontrolle meines Wesens und ich packte die Seele mit meinen Krallen. Hastig stopfte ich mir die Seele in mein übergroßes Maul. Seelen können nicht schreien. Nachdem ich diese aufgenommen hatte, wandelte ich mich erneut in ein Wirrwarr aus Erinnerungen. Erinnerungen des nächsten.

Bewertung: 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Überprüfen Sie auch
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"