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Haus der Herzlosen

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Es gibt eine neue überarbeitete Version von Haus der Herzlosen.

Hier könnt ihr den ersten Teil lesen:

An den Finder dieses Briefes:

Wenn du ihn liest, werde ich schon längst tot sein. Mein Name war Leon. Ich war ein Mann, der auf die Vierzig zu ging und lebte mein bescheidenes, aber glückliches Leben in einer Kleinstadt namens Viersen. Wieso ich starb? Das werde ich dir erklären. Doch dafür muss ich dir etwas aus meiner Kindheit erzählen. Wenig Zeit verbleibt mir, denn er ist gleich da um mich zu holen. Punkt Zwölf Uhr, Mitternacht. Und er ist sehr pünktlich! Nun, dann werd ich mich mal ins Zeug legen!

Es war Sommer 1987. Ich war ein kleiner elfjähriger Junge, der auf ständiger Suche nach Abenteuern war. Da kam mir das verlassene Haus an der Hauptstraße ganz recht. Es war ein hellblaues, großes Familienhaus gewesen, mit einem riesigen Grundstück. Eine hohe, mit Graffiti beschmierte Mauer umgab das grässliche Bauwerk. Um auf das Gelände zu gelangen, musste man die kleine Seitengasse am Ende der Mauer entlang gehen. Dann stand man vor einem rabenschwarzen Tor, dessen Gitterstäbe mit spitzen Zacken ausgestattet waren.

Verriegelt war es mit einem alten und rostigen Kettenschloss. Doch mit der Eisenstange, die ich in dem nahe gelegenem Stadtpark fand, sprengte ich sie mit aller Kraft auf. Endlich konnte das Tor geöffnet werden. Das Gelände war in einem sehr verwahrlosten Zustand gewesen. Bevölkert wurde es von herrenlosen Spielsachen, zerbrochenen Blumentöpfen und aufgeweichte Pappkartons die ihren Inhalt preisgaben. Auch der Rasen zeigte Spuren von Vernachlässigung. Saftig und grün, ging das Gras bis zu den Knien. Aber sonst gab es nichts Interessantes mehr zu entdecken.

Außer diesen perversen Graffitis an der Hauswand. Da stand zum Beispiel: „Ich verschlinge gerne Kinderherzen“ oder „Kinderherzen habe ich zum fressen gern“. Krank! Einfach nur Krank, dachte ich. Bestimmt von so einem Geisteskranken oder einen dreckigen Kinderschänder. Diese schaurigen Botschaften hielten mich aber nicht davon ab, meine Erkundungen fortzusetzen. Vielleicht waren sie auch nur von irgendwelchen halbstarken Jugendlichen. Als es draußen nichts mehr zu entdecken gab, kam das hellblaue Haus an die Reihe. Die dunkle Haustür war zur meiner Überraschung nicht verschlossen. Gut, dachte ich mir. Es stand mir nichts im Wege. Somit trat ich ein. Ein sehr großer Fehler, wie es sich später herausstellte.

Das Haus hatte drei Stockwerke. Als erstes nahm ich mir das Erdgeschoss vor, leider wie auf dem Hof gab es dort nichts besonderes. Auch waren die Räume sehr dunkel, da die Fenster mit Brettern zugenagelt waren. Egal, lautete meine Devise. Gleich darauf nahm ich den ersten Stock unter die Lupe. Und da wurde mein neugieriges Wesen fündig. In einem der Zimmer standen lauter Stapel von Kinderbüchern. Dort lebte damals vermutlich ein kleines Mädchen, da ein Kinderbett mit ein paar vermoderten Stofftierchen noch in dem rosa Zimmerchen stand. Die Wand schmückte eine von kinderhand gezeichnete Katze. „Mein Freund Kenji“ stand über der gemalten Katze.

Ich nahm eines der Bilderbücher zur Hand. Es war in einem einwandfreien Zustand gewesen. Auf dem farbenfrohen Cover spielte ein lachender Fuchs mit den Menschenkindern. Sie sahen alle glücklich und zufrieden aus. Der Titel war: „Herr Fuchs und seine großen Abenteuer“. Weiter lasen meine Augen: „Ein Bilderbuch von Kemaru Fuku. Noch nie von ihm gehört, gab ich von mir. Ich schlug es auf. Auf der erste Seite stand nur ein Satz, der, wenn ich mich noch recht entsinne, so lautete: „Dies ist ein Geschenk von mir an die lieben „Kinder“. Damit Freude und Glück ein Platz in ihren Herzen haben“. Ich blätterte weiter in dem Buch. Es war eine tolle Geschichte gewesen, auch sehr schön Illustriert. Nach und nach nahm ich ein weiteres Buch. Alle handelten von Herr Fuchs und die Geschichten über ihm wurden immer fantastischer. Auch den Anfangssatz fand ich in jedem Buch wieder. Wenig später fand ich jedoch ein recht komisches Buch über Herr Fuchs. Nein, nicht komisch, sondern unheimlich!

Das Cover war diesmal ganz anders illustriert. Es hatte nun nur schwarz-, rot- und brauntöne. Das freundliche Lächeln des Fuchses wurde durch einen breites und böses Grinsen ersetzt. Seine Augen waren blutrot und die viel zu langen Zähne ragten aus der Schnauze. Sein rotbräunliches, dreckiges Fell war struppig und zerzaust. Diesmal besaß die abstruse Gestalt drei Fuchsschwänze. Die Kinder auf dem Cover sahen ängstlich aus und liefen panisch von ihn weg. Was zum Teufel!, hämmerte mein Verstand. Der Titel war auch absurd. “ Kinderherzen!“. Zu meinem Entsetzen war auch der Anfangssatz ein anderer. „Die Freude die ihr mir nahmt, die werde ich euren Kindern nehmen. Und mit ihnen, ihre kleinen Herzen!“ Die darauf folgenden Seiten zeigten wie dieses abscheuliche Fuchswesen den armen Kindern das Herz heraus riss und danach köstlich verspeiste. Ihre mit Qual erfüllten Gesichter waren so detailliert gezeichnet, dass ich sogar ihre Schmerzen spüren konnte. Mir blieb förmlich die Luft weg.

Plötzlich, hörte ich wie jemand den Flur entlang zur Treppe und dann hoch ins zweite Stockwerk lief. Es hörte sich wie das Laufen eines kleinen Kindes an. Tip-tab, tip-tab, tip-tab. Aus Schreck lies ich das Buch fallen, ein lautes Rums jagte durch den stillen Raum, und ich drehte mich hastig um. Wer zum Teufel war das? Habe ich es mir nur eingebildet? Spielte mein Verstand mir nur einen üblen Streich? Nein – ich vernahm auf einmal ein lautes Getrampel über mir. Mein Herz pochte wie verrückt. Ich musste schnellstmöglich hier raus!

Leise schritt ich zur Tür. Das laute Trampeln über mir verebbte urplötzlich und die Totenstille nahm wieder ihren Platz ein. Einfach nur hinaus, war mein Gedanke. Dieser Ort war auch für einen Abenteurer wie mich, viel zu gruselig. Doch plötzlich lag vor mir ein Zettel. Meine zittrigen Hände nahmen ihn auf (sie zitterten so stark, dass ich den Zettel mit beiden Händen fest halten musste, um ihn zu lesen), darauf stand mit einer kindlichen Schrift ein Reimtext geschrieben, der sehr starke Ähnlichkeiten mit dem Kinderlied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ hatte.

„Fuchs, du hast unsre Herzen gestohlen, gib sie wieder her! Sonst werden wir in der Hölle schmoren und das wollen wir nicht mehr!“

„Frau Füchsin musste traurig scheiden, aus deinen glücklichen Leben. Jetzt werden wir dafür leiden, dass blutige Tribut dir geben.“

„Deine große, lange Klaue, bohrt sich in unsre Brust hinein. Oh böse Kitsune so schaue, wir armen Seelen sind endlich Dein!“

Zu meinem Schock stand dort auch noch: „Lauf weg Leon. Herr Fuchs kommt!“

Das gab mir den Rest. Wenige Minuten blieb ich wie angewurzelt stehen, bis ich begreifen konnte, dass mein Leben auf dem Spiel stand. Wie ein geölter Blitz stürmte ich aus dem ehemaligen Kinderzimmer. Die Wände des Flures, begannen sich zu ändern. Die hässlich, giftgrüne Tapete zerfiel langsam und gab eine bizarre Wand aus Fleisch frei. Kinder mit großen Löchern in ihren Brustkörben ragten halb aus der Fleischwand heraus, als wären sie ein Teil dieser Mauer. Ich musste kurz inne halten, um dieses grausige Schauspiel, das sich gerade vor mir abspielte, in meinem Kopf zu verarbeiten. Sie zappelten und gaben stöhnende Laute von sich. Sind das die Kinder aus dem Buch? Diese armen Geschöpfe, die Herr Fuchs grausam tötete?, jagte es durch mein Gehirn.

„Renn Leon! Du musst sofort fliehen! Er ist gleich da, um dein Herz zu verschlingen!“, riefen die toten Kinder besorgt. Leider zu spät! Die Tür am Ende des Flures öffnete sich langsam. Herr Fuchs kam aus dem Zimmer hervor. Er sah genau wie in diesem bizarren Bilderbuch aus, nur diesmal zierten seinen Körper lauter so komische Schriftzeichen. Umgeben war diese Bestie mit einem dunklen, bläulichen Feuer. Die toten Kinder zogen sich schreckhaft zurück in die Fleischwand. Das Wesen streckte seine leicht deformierte Klaue nach mir aus. „Hallo Leon. Dein Herz ist ja voller Freude. Wie schön, wie schön…“, krächzte Herr Fuchs dämonenhaft: „…Ich will es haben. Gib es mir, mein lieber Leon. Gib mir dein… Herz!“ Meine kurze Hose wurde augenblicklich durch warmen Urin durchnässt. Die toten Kinder streckten ihre Köpfe teilweise wieder raus und schrien zu mir. „Lauf Leon, bitte! Er will dein Herz!“, kreischten sie im Chor. Das Monster kam in großen Schritten auf mich zu. „Nein…“, stammelte ich anfangs ängstlich. „Nein, niemals! Mich bekommst du nicht!“, schrie ich Herr Fuchs an. Durch diesen Schrei, bekam ich wieder die Kraft, drehte mich um und rannte geschwind die Treppe hinunter.

Jetzt war ich wieder im Erdgeschoss und sah vor mir die Haustür. Panisch versuchte ich sie zu öffnen, doch sie war verschlossen. Dann bemerkte ich, dass die Tür unnormal blinkend, weiß aufleuchtete und ein langer Zettel (mit diesen verrückten Schriftzeichen) in der Mitte klebte. Es war ein komisches Bannsiegel. Mein Gehör vernahm, dass Herr Fuchs die Treppe erreichte und langsam runter kam. „Das bringt nichts mein lieber Leon! Dein Herz gehört bald mir und dann wirst du ein Teil dieses Hauses werden, ha ha haaaa!“, kreischte es entsetzlich.

Ich schloss einfach die Augen und dachte nicht mehr an diesen schrecklichen Ort, an die gequälten toten Kinder und vor allem nicht an diese bösartige Kreatur. Ich sah meine Familie. Sie standen alle da, meine Eltern und Großeltern, alle meine Tanten und Onkels, selbst meine zickige Schwester. Lächelten und strahlten Geborgenheit aus. Ich wollte wieder nach Hause, einfach nur nach Hause! „Gib nicht auf, mein Schatz.“, tröstete mich meine Mutter. „Sohn! Das schaffst du schon. Dieser Fuchs kann dir nichts an haben!“, stimmte mein Vater mit ein. Plötzlich riefen alle im Chor: „Leon! Du wirst siegen! Du wirst siegen! Du wirst siegen!“ Wie bei einem Spiel feuerten sie mich an! Ich werde siegen, ich werde siegen! Ja! Ich werde siegen!

Ruckartig öffnete ich meine Augen und schrie mit aller Kraft: ,,Ich-werde-SIEGEN!!!“. Dann haute ich gegen das Siegel, so feste wie ich konnte. Er bekam langsam Risse und zerfiel dann endgültig in tausende von Teilen. Die Tür blinkte nicht mehr bedrohlich und mit der verbliebenen Kraft, stieß ich sie auf. In meinem Nacken spürte ich ein heißen Hauch, der Hauch von Herr Fuchs. Diese Kreatur musste direkt hinter mir gestanden haben, bereit mich zu packen und mein kleines Herz zu verschlingen!

In einem Satz, flog ich durch die Haustüre ins Freie. Während ich raus flog, verspürte ich noch einen leichten Luftzug, vielleicht war es Herr Fuchs gewesen, der mich noch packen wollte. Unsanft landete ich auf den Betonplatten. Benommen faste ich mir an meinem Kopf. Keine Zeit! Herr Fuchs!, warnten mich meine Gedanken. Hastig drehte ich mich um und…

Er war weg! Spurlos verschwunden. Kein Herr Fuchs, der mein Herz heraus reißen wollte. Es schien so, als wäre alles wieder normal. Eine Weile starrte ich misstrauisch die Haustür an, doch es passierte nichts. Ich habe es geschafft, dachte ich ganz stolz. Dieser Fuchs konnte mir nicht das Wasser reichen. Nun rappelte ich mich auf und rannte schnellstmöglich nach Hause. Seit diesen Tag, habe ich nie wieder nur einen Fuß, in dieses Gemäuer gesetzt.

Und nun sitze ich jetzt hier und warte auf meinen Tod. Es ist jetzt gleich Mitternacht und Herr Fuchs müsste dann da sein. Heute bekam ich Post, ein kleines, flaches Paket. Es lag vor meiner Haustür und hatte keinen Absender. In meiner Küche packte ich es aus und musste geschockt feststellen, dass es ein Bilderbuch von Kemaru Fuku war. „Herr Fuchs kommt heut zu dir!“, lautete der Titel. Auf dem Cover war dieser grässliche Fuchs mit den rot glühenden Augen und dem fiesen, dämonischen Grinsen. Er zeigte mit seiner Klaue auf mich. Auf der erste Seite stand dann geschrieben:

„Lieber Leon. Heute um Punkt zwölf Uhr Mitternacht wirst du Besuch von deinem alten Freund Herr Fuchs bekommen. Ihr habt bestimmt viel mit einander zu besprechen, nach all den langen Jahren!“

Viele Grüße

Kemaru Fuku.

Ps: Viel Spaß heut Nacht.

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