
Ich bin du und du bist ich
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Mit einem ermüdeten
Blick schaust du auf die kalte, glatte Glasfläche welche dir
gegenüber steht. Du fokussierst deinen Blick auf mein Gesicht. „In
letzter Zeit siehst du viel zu blass aus“, teilst du mir mit
und fährst mit einem Finger sorgfältig über deine Wange, berührst
dabei eine vor lange Zeit entstandene Narbe die uns für
immer gezeichnet hat. „Diese Monster“, flüsterst du in die
dunkle Stille
hinein, dein Blick scharf auf mich
gerichtet. Stumm forme ich mit meinen weißen Lippen deinen Satz
nach. Wie recht du doch hast,
denke ich und mich überkommt ein Gefühl des Hasses und der
Sehnsucht. Sehnsucht nach Rache!
Dasselbe
Gefühl scheint auch deine Sinne zu benebeln, denn noch im selben
Moment verziehen sich deine Lippen zu einem psychopathischen Grinsen.
Selbst deine Augen verkneifen
sich immer enger zusammen, je breiter dieses schöne Grinsen wird.
Ja, genau… Zeig mir was du tief im Inneren fühlst!
Doch plötzlich hältst
du inne. Deine Gesichtszüge entspannen sich und du drehst angewidert
deinen Kopf weg. „Nein… ich bin nicht wie die… ich bin ein
guter Mensch“, wisperst
du wieder in den dunklen Raum
hinein, dessen einzige Lichtquelle das matte Licht des Mondes ist.
Als du nun deinen Blick
erneut auf mich richtest, stellst
du erschrocken fest, das etwas nicht stimmt.
Ich habe mich
nicht verändert. Das kann ich auch nicht.
ICH
BIN DEIN UNTERBEWUSSTSEIN, DEIN RACHEENGEL!
Aus
Angst schlägst du mit der Faust auf den Spiegel ein und schreist
dabei aus vollem Halse: „ICH BIN KEIN RÄCHER!“ Glas fällt
klirrend auf den Parkettboden und an meinem Abbild bilden sich dicke,
scharfe Risse. Die Ecken und Kanten sehen aus wie gefährliche
Reißzähne, meine Reißzähne!
Aber wovor hast
du denn Angst? Siehst du nicht, zu was du bestimmt worden bist? Zu was wir bestimmt worden sind?
Vereinzelt
rinnen dir dicke, warme, rote
Bluttropfen über deine knochigen Finger und tropfen leise auf den
Boden. Die vielen Glassplitter glitzern wie Diamanten im matten
Mondlicht. Ein Stöhnen – gepeinigt von
Schmerzen – entfährt deiner Kehle, während du dich bemühst die
tief in dein Fleisch eingedrungenen Scherben zu entfernen.
Ein
aller letztes Mal schaust auf zum zerschlagenen Spiegel, doch du
findest ihn leer wieder. Ich bin
verschwunden, aus meinem
Gefängnis entflohen.
Zurück bleibt eine tiefe Delle mit den scharfen Rissen deines
Spiegels. Geschockt schüttelst du deinen Kopf. Versuchst dich selbst
zu überzeugen, dass alles nur Einbildung ist, doch die Tatsache ist
eindeutig: Dein Racheengel ist fort. Aus
gutem Grund…
Langsam
strecke ich meine Hand nach dir aus. Ein Schaudern lässt deinen
Körper leicht zusammenzucken. Froh darüber, dass du mich bemerkst,
flüstere ich mit glasiger
Stimme hinter dir:
„Lass uns endlich das tun, wozu wir bestimmt worden sind…“
Geschrieben von: () 11:25, 5. Mai 2017 (UTC)