KurzMordObjekte

Isetta Josephine

J

Justin war ein totaler Außenseiter. Er wurde meistens wegen, des sozialen Status gehänselt. Er war ganz unten. Seine Eltern arbeiteten den ganzen Tag, doch, es reichte nicht aus.

Sein Interesse galt wie vielen Jungs in seinem Alter Autos, einem ganz speziellen Auto. Er war besessen von den Isettas er sparte sich jeden Cent, um sich ein Modell zu kaufen, denn seine Eltern und er kamen aus der untersten Mittelschicht. Ab und an klaute er Reste aus dem Werkraum in der Schule, um sich ein Modell zu basteln zu Hause. Seine Eltern unterstützten, und unterstützten ihn. In Form von gelegentlich aus Praxen „ausgeborgten“ Motorzeitschriften, in denen Poster oder Artikel über die Isetta standen oder ein Modell, dass sie sich mühsam zusammengespart hatten.

Da er keine Freundschaften pflegte, ging er wie jeden Samstag mit seinem Vater zu einem Garagenflohmarkt mitzugehen. Das machten seine Eltern oft, wenn irgendwas in der Wohnung ersetzt werden musste. Es war billig und man konnte handeln. Vielleicht hatte er Glück und ergatterte etwas für seine Sammlung.

Er streunte alleine zwischen den Tischen und wurde fündig, er fand das original Isetta-Emblem.
Überglücklich rannte er damit zu seinem Vater, um es ihm zu zeigen. Sein Vater willigte ein, es ihm zu kaufen, wenn es nicht zu teuer wäre. So machte er sich keine großen Hoffnungen, da alleine das Emblem unter Sammlern im dreistelligen Bereich gehandelt wurden.

Ein älterer Mann kam auf sie zu: „Tut mir leid, das ist nicht zu verkaufen, ich weiß nicht wie hier rauskam.“ „Schade, dabei habe ich mich gefreut, endlich meine Sammlung zu erweitern“ Der ältere sah den Jungen mitfühlend an. „Kann ja schlecht, das Emblem von meiner Isetta verkaufen.“ Bei diesen Worten strahlten die Augen des Jungen: „Sie besitzen eine Isetta?“
„Komm mit, ich muss in die Werkstatt wo es hingehört.“ hob das Emblem an. Die beiden gingen hinter die Garage und standen vor einer „Isetta 250 Dreiradversion!“ flüsterte Justin ehrfürchtig. „Na da kennt sich jemand aber aus.“ Sagte der alte Man anerkennend. Justin durfte hinterm Steuer Probesitzen, wobei sie sich über das Auto unterhielten.

„So jetzt solltest du vor, dein Vater wartet.“ Und wand sich zum Gehen. „War schön jemanden Josephine zu zeigen, schade nur, dass sie nie wieder auf die Straße kommen wird.“ „Ich bin ein großer Isetta-Fan. Ich verhelfe Josephine wieder zu altem Glanz unter ihrer Anleitung.“
Der Mann wollte gerade Nein sagen, als eine Radkappe abfiel, die sagen wollte „Bin dabei.“

„Wenn ihr es so wollt!“, ergab sich der Mann. „Also ich bin Georg. Wir sollten uns duzen, denn wir werden viel Zeit miteinander verbringen.“ „Ich heiße Justin.“

Sie gingen wieder nach vorne, wo die beiden bereits von Vater und Ehefrau erwartet wurden. Sie verabschiedeten sich und vereinbarten, dass Justin am nächsten Tag gegen 13 Uhr vorbeikommt, um mit den Arbeiten zu beginnen.

Beim Abendessen wurden Mutter und Vater aufgeklärt und sie hatten nichts dagegen.

Am Sonntag brach er auf. Erst räumten sie die Werkstatt auf, dann ging es dran die Isetta ans auseinander nehmen und säubern. Josephine stand seit fast 20 Jahren in der Garage. Nach dem Tod der letzten Besitzerin und Namensgeberin, die gewaltsam starb.

Sie bastelten jede freie Minute an dem Auto, da sich Justin nichts aus Gleichaltrigen machte. Diese waren immer gemein und malträtierten ihn. Und so kam es, dass Justin Georg sein Herz ausschüttete. Dies traute er sich nicht bei seinen Eltern nicht, da er wusste, dass seine Eltern alles versuchen würden, dass es ihm gut geht. Und er sah eh seine Eltern wenig. Georg half ihm sein Selbstbewusstsein zu stärken und zeigte Verständnis für ihn. Doch die Stärkung des Selbstwertes und Selbstbewusstsein führte zu immer stärkeren Angriffen auf ihn durch seine Mitschüler.

Eines Tages kurz vor der Vollendung der Restauration, ging er zu Georg, dieser war aber einen kurzfristigen Arzttermin, deshalb war er an jenem erst Nachmittag alleine. Hannelore, Georgs liebevolle Ehefrau, die sich ums leibliche Wohl des Heranwachsenden kümmerte, ließ ihn in den Hinterhof, damit er schon mal anfangen konnte. Er war so fixiert auf Josephine, dass er nicht bemerkte, dass drei Jungs ihm gefolgt waren. Als Justin etwas frische Luft schnappte, außerhalb der Garage pöbelten ihn die Jungs an. Justin wehrte sich verbal, denn er hielt Gewalt für keinen guten Weg. Doch den Jungs gingen die Argumente aus und so kreisten sie ihn ein und schubsten und schlugen ihn.

Er lag schon am Boden und wollte sich immer noch nicht wehren, als plötzlich Georgs Stimme erklang: „Vorsicht Jungs!“ Die beiden die mit dem Rücken zu Josephine stand und Justin schafften es auszuweichen. Michael, der Anführer dieser Gruppe schaffte es nicht und wurde von Josephine erfasst. Ihm passierte nicht viel, ein paar schmerzhafte blaue Flecken und Schrammen, dennoch reichte es, um ihn weiter zu verärgern. Die beiden halfen Justin das Fahrzeug wieder in die Garage zu schieben. Er zog die Handbremse an, von der er sich sicher war, dass sie angezogen war.

Michael, der inzwischen auf den Beinen war, schimpfte und drohte: „Ich zeig sie an, wegen Körperverletzung! Ich mach sie fertig und den Idioten auch und das Auto wird es auch bereuen mit angefahren zu haben. Ihr werdet …“ „Junger Mann“, unterbrach Georg ihn, „kein Anwalt wird dich unterstützen, denn IHR drei habt unerlaubt mein Grundstück betreten. Und habt Justin geschlagen. Und wenn ihr bei drei nicht verschwindet, hole ich die Polizei!“

Verängstigt rannten die halbstarken los. Michael drehte sich um, sah dabei Justin an. „Das wirst du bereuen!“, waren die letzten Worte.

Nach dem Schrecken ließen beendeten sie endlich Josephine. So ging er zufrieden nach Hause. Am nächsten Tag bekam er frühmorgens einen Anruf von Georg, in dem er erklärte, dass Josephine gestohlen wurde. Er wollte gerade zur Tür raus, als die Polizei vor der Tür stand um ihn zu Michaels verschwinden zu befragen. Jetzt zählte er ein und eins zusammen. Und erzählte den Polizisten seine Vermutung.

Tage lang war weder von Josephine noch von Michael hörte man etwas, Georg und Justin spendeten sich täglich Trost, in dem sie den Nachmittag Trübsal blasend in der Garage hockten. Bis einen Sonntag Josephine in der Garage stand. Mit blutig verschmierten Türspalt, als wäre sie ein kleines Raubtier, dass seine Beute vor kurzem gerissen hat…

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