
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Teil 4:
Fort Douamont war die größte Festung im Verteidigungsring um Verdun. Als die Deutsche Armee versuchte die Stadt zu erobern schaffte sie es zwar das Fort zu nehmen, sie schaffte es jedoch nicht zur Marne durchzubrechen. Im Oktober 1916 gelang es den Franzosen das Fort zurück zu erobern, jedoch gelang es ihnen ebenfalls nicht die Deutschen weiter zurückzudrängen.
Dann kamen die Zombies und das Fort wurde zur Zuflucht für Deutsche, Franzosen und die Zivilisten aus Verdun. Trotz der massiven Zerstörung, die es während der französischen Rückeroberung und der Explosion vom Mai 1916 erlitten hatte, erwies es sich als eine sichere Zuflucht. Vielleicht war es sogar das letzte Bollwerk gegen diese Apokalypse.
Die Neuen
Peter Krüger, Jack McFinlay, Robert Pierre, Claire Parker und William Hagman wurden von einem Trupp deutscher Soldaten durch die Stellungen geführt, die vor der Festung angelegt wurden. Auffällig waren die Soldaten, die die in den Schützengräben Wache hielten. Deutsche, Franzosen und Briten saßen gemeinsam in den Stellungen. Die Soldaten sahen abgekämpft und erschöpft aus. Viele von ihnen waren wohl schon seit 1914 an der Front. Die Soldaten musterten die Neuankömmlinge neugierig. Als sie am äußeren Tor ankamen, blieben sie stehen.
„Stoßtrupp fünfzehn meldet sich zurück.“ Brüllte der Feldwebel und ein weiterer deutscher Soldat erschien auf der Festungsmauer.
„Wenn habt ihr denn da gefunden?“ rief der Mann nach unten.
„Die sollen zum Oberst.“ Antwortete der Feldwebel. Der Soldat auf der Mauer verschwand und wenige Minuten später öffnete sich das schwere Eisentor.
In der inneren Festungsanlage waren die Spuren des Krieges deutlich zu erkennen. Überall waren Granatkrater und Einschusslöcher. Hier hatten schreckliche Gefechte getobt.
Auch vor dem inneren Tor mussten sie einige Minuten warten, bis es geöffnet wurde. Dann waren sie im inneren des Forts. Als sie durch die Gänge geführt wurden, begegneten sie nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilisten die sie neugierig anschauten. Viele Frauen und Kinder hatten sich vor den Zombies in die Festung retten können, man sah ihnen jedoch an, dass sie Schreckliches erlebt hatten.
Die Fünf wurden zu einem Quartier an der Ostseite der Festung geführt. Die Tür stand offen und so wurden sie hereingeführt. Vor einem Schreibtisch stand ein deutscher Oberst. Der Feldwebel salutierte und der Oberst erwiderte den Gruß.
„Wir haben die Fünf einige Kilometer vor Verdun aufgegabelt.“ Sagte er zackig.
„Danke, Feldwebel. Sie können gehen.“ Sagte der Oberst und der Feldwebel verließ den Raum. „Na dann erzählen sie mal.“ Sagte er schließlich und Krüger berichtete das Geschehene. „Also drei Soldaten, ein Scharfschütze, eine Krankenschwester und ein Hund.“ Fasste er zusammen. „Das ist gut, wir können immer Verstärkung gebrauchen. Ich hoffe, der Feldwebel war nicht zu forsch zu ihnen. Aber eines will ich klarstellen, hier darf nur bleiben wer sich einfügt und Einsatz zeigt.“ Dann fing er an Englisch zu sprechen und zeigte auf Hagman. „Sie waren der Scharfschütze, richtig?“
„Ja, Sir. William Hagman.“
„Okay, Hagman. Sie melden sich morgen bei Capitaine Thomas. Er ist der kommandierende Offizier der Scharfschützen. Keine Angst, er spricht Englisch, auch wenn er es nicht gerne tut.“ Dann schaute er zu Claire. „Fräulein Parker, richtig?“ Claire nickte. „Sie melden sich noch heute bei Oberschwester Weber. Sie wird ihnen ihr Quartier zeigen und Morgen beginnen auch sie ihren Dienst. Die Anderen melden sich beim Quartiermeister. Er wird ihnen sagen wo die Quartiere und die Kantine sind. Leutnant, ich würde sie bitten zu bleiben, ich muss etwas mit ihnen besprechen.“
Der Auftrag
„Wollen sie etwas trinken?“ fragte der Oberst, sein Name war Müller, als die Anderen den Raum verlassen hatten. „Rum, Gin, Cognac, Korn oder Kümmel?“
„Ich hätte lieber ein Glas Wasser.“ Sagte Krüger trocken. Der Oberst schmunzelte und schenkte ein Glas Wasser ein. Dann nahm er sich ein Glas mit Rum.
„Wir haben ein Problem.“ Sagte Müller. „Wir sind ungefähr dreihundert Soldaten und unwesentlich weniger Zivilisten und Personal und unsere Vorräte reichen nur noch für wenige Tage.“
„Und was soll ich da machen?“ fragte Krüger und trank einen Schluck Wasser.
„Wir haben einen Vorratsbunker, der uns über Monate am Leben erhalten würde. Das Problem ist folgendes, vor ein paar Tagen ist ein Fluchttunnel eingebrochen und durch diesen ist ein gutes Dutzend dieser Untoten zu unseren Vorräten vorgedrungen und wie es aussieht werden es immer mehr. Und da kommen sie ins Spiel.“ Als Krüger das hörte, hob er fragend die Augenbraue. „Sie haben es geschafft da draußen zwei Wochen zu überleben, wenn sich also jemand mit diesen Viechern auskennt, dann sind sie es.“
„Wie viele Männer haben sie bereits verloren?“ fragte Krüger kühl. Der Oberst zögerte.
„Mehr als ein Dutzend.“ Sagte er schließlich. „Ich werde sie nicht zwingen, aber wenn wir diese Vorräte nicht bekommen, halten wir nicht mehr lange durch.“
„Und was sollen wir genau machen?“
„Der letzte Zug konnte ein Bündel Dynamit in dem Fluchttunnel anbringen. Sie schafften es aber nicht die Lunte anzuzünden. Das Bündel sollte noch da sein.“
„Und wenn nicht?“
„Der Quartiermeister gibt ihnen ein neues Bündel. Sehen sie sich der Sache gewachsen?“ Krüger nickte.
„Wenn ich mir meine Leute aussuchen kann, ja.“ Der Oberst lächelte. „Ich glaube ich weiß, wen sie wollen. Dennoch sollten sie Feldwebel Schulz mit nehmen. Er ist der Einzige der lebend aus diesem Bunker rausgekommen ist.“
„Wen?“
„Der Feldwebel der sie hergebracht hat. Aber ich muss sie warnen, er ist Bayer nicht wirklich gut auf uns Preußen zu sprechen.“
„Das habe ich schon gemerkt.“
„Er ist aber der Einzige, der sich da unten auskennt und im Kampf mit diesen Viechern Erfahrung hat.“
„Also gut.“ Resignierte Krüger. „Und ich nehme an, dass dieser Auftrag sofort erledigt werden soll, oder?“ Müller nickte.
„Uns rennt leider die Zeit davon. Haben sie sonst noch Fragen?“
„Nur eine.“ Begann Krüger. „Haben sie hier eine Krankenschwester namens Marie Krüger?“ Der Oberst schüttelte den Kopf.
„Nicht das ich wüsste. Wieso?“ Krüger atmete schwer, als er das hörte.
„Sie ist meine Frau.“ Begann er schließlich. „Sie war während Falkenhayns Offensive in einem Lazarett hier in der Nähe stationiert. Ich hatte gehofft, dass sie hier in Sicherheit wäre.“
„Tut mir leid, Leutnant. Aber ich kenne nicht jeden in unserem Krankenpersonal. Fragen sie sonst die Oberschwester, die müsste es wissen.“ Krüger nickte und verließ dann das Quartier.
Erster Eindruck
Claire war ohne Umwege zur Krankenstation gegangen, wo sie von einer streng schauenden Frau in Schwesterntracht empfangen wurde.
„Und was sollen sie darstellen?“ fragte die Frau und musterte Claire durch ihre Brille. Diese hatte immer noch die britische Uniform an.
„Mein Name ist Claire Parker, ich bin Krankenschwester des Kanadischen roten Kreuzes. Ich soll hier aushelfen.“ Sagte Claire.
„Aber nicht in dieser Aufmachung!“ sagte die Frau entrüstet. „Dort können sie sich umziehen.“ Sagte sie weiter und zeigte auf einen Raum. Als Claire diesen betrat, war sie in einer Abstellkammer, in der mehrere Schwesterntrachten und medizinisches Material gelagert wurden. Sie nahm sich eine Tracht in ihrer Größe und zog sich um. Als sie den Raum verlassen wollte, hörte sie wie draußen gestritten wurde. Als Claire die Tür öffnete, sah sie wie Krüger mit der Frau stritt, die Claire in die Kammer geschickt hatte.
„Hören sie, Oberschwester.“ Sagte Krüger ernst. „Ich habe ihnen eine einfache Frage gestellt, auf die ich eine einfache Antwort erwarte!“
„Da kann ja jeder daher kommen und behaupten er sei mit einer meiner Schwestern verheiratet.“ Sagte die Oberschwester energisch. „Und jetzt verschwinden sie! Die einzigen Männer, die ich hier gestatte sind Ärzte und Verwundete.“
„Wenn sie nicht aufpassen, werden sie gleich verwundet!“ zischte Krüger. Doch bevor er etwas Dummes machen konnte, ging Claire dazwischen und führte ihn weg.
„Ganz ruhig, Peter.“ Sagte Claire, als sie sah wie angespannt Krüger war.
„Hat man da noch Töne?!“ fauchte er.
„Es geht um Marie oder?“ fragte Claire mitfühlend. Krüger hatte seinen Freunden von seiner Frau erzählt. Auch das sie als Krankenschwester in der Nähe von Verdun stationiert war.
„Ja, doch diese vertrocknete Schachtel will mir nicht sagen ob sie hier ist!“ Sagte Krüger verärgert und ballte die Fäuste.
„Ich höre mich um.“ Sagte Claire schnell. „Ich frage die anderen Schwestern ob sie etwas von Marie gehört haben, aber du ruhst dich erst einmal aus okay?“ Krüger nickte und ging weg. Er schien sich etwas beruhigt zu haben. Doch er hatte keine Zeit zum Ausruhen.
Als Claire wieder auf der Krankenstation war, brach ein Tumult aus. Einer der Verwundeten hatte zu krampfen angefangen und nun versuchten Oberschwester Weber und eine weitere Krankenschwester dem Mann zu helfen.
„Wurde er auf Bisse untersucht?“ fragte die Oberschwester.
„Wir haben keine gefunden.“ Antwortete die Krankenschwester.
„Wir können kein Risiko eingehen, rufen sie sofort einen der Wachhabenden!“ Befahl Oberschwester Weber.
„Wie lange liegt der Mann hier schon?“ fragte Claire. Die Oberschwester schaute sie entrüstet an.
„Seit drei Tagen.“ Antwortete die Krankenschwester.
„Dann verwandelt er sich nicht.“
„Und woher wollen sie das wissen?!“ fauchte die Oberschwester.
„Weil ich es oft genug gesehen habe.“ Sagte Claire ruhig. „Die Verwandlung kann Stunden dauern, aber keine Tage.“ Sagte sie weiter und öffnete behutsam den Mund des Soldaten. „Seine Zunge ist geschwollen, er kriegt keine Luft.“ Stellte Claire fest. „Ich brauche schnell ein Skalpell und ein Stück Gummischlauch.“
„Was haben sie vor?“ fragte die Krankenschwester verunsichert.
„Ich mache einen Luftröhrenschnitt.“ Sagte Claire, als sie den Hals des Soldaten mit Alkohol desinfizierte.
„Sie machen was?!“ entfuhr es Oberschwester Weber.
„Ich rette dem Mann das Leben!“ Fauchte Claire und setzte das Skalpell an den Hals des Soldaten und zog die klinge ein kurzes Stück Richtung Brustbein. Dann nahm sie den Gummischlauch und drückte ihn behutsam in den Schnitt. Als der Soldat anfing durch den Schlauch zu atmen, atmete Claire erleichtert aus. Der Soldat hörte auf zu krampfen und Claire fixierte den Schlauch mit einem Verband.
„Stellen sie nie wieder meine Autorität in Frage! Sie sind keine Ärztin, sie hätten den Mann töten können!“ fauchte Oberschwester Weber Claire an.
„Wenn ich nichts getan hätte, wäre er sicher gestorben. Außerdem weiß ich, was ich tu!“ konterte Claire.
„Sie sollten ihren Ton mäßigen!“ Sagte die Oberschwester mahnend und verließ die Krankenstation. Claire setzte sich genervt auf einen Stuhl.
„Mein erster Tag und ich habe es mir mit meiner Vorgesetzen versaut.“ Stellte sie fest.
„Gib ihr ein, zwei Tage. Die beruhigt sich schon wieder ein.“ Sagte die Krankenschwester die Claire assistiert hatte. „Ich heiße übrigens Lauren.“ Sagte sie.
„Claire.“ Kam als Antwort. „Aber jetzt mal ehrlich, was hat die Oberschwester für ein Problem?“
„Als das Alles hier losging, wurde ein Verwundeter in ihr Lazarett gebracht. Er hatte überall am Körper Bisswunden. Eine Stunde später war das Lazarett tot oder untot. Seitdem ist sie vorsichtig. Aber woher weißt du so viel über diese Wesen?“
„Ich bin von der Somme hier her gekommen.“
„Also gehörst du zu den fünf Neuankömmlingen?“ Claire nickte. „Ich habe euch gesehen, als man euch durch das Tor geführt hat. Sag mal, kannst du mich nicht mit dem jungen Engländer bekannt machen?“ Claire schaute Lauren fragend an.
„Du meinst Bill?“ Lauren nickte und wurde leicht rot im Gesicht. „Okay, aber erst muss ich dich was fragen.“ Sagte Claire. „Kennst du eine Marie Krüger?“ Lauren schaute nervös zur Seite. Dann nickte sie.
„Schwester Krüger war die Stellvertreterin von Oberschwester Weber. Sie ist gestern mit einigen Soldaten in den Vorratsbunker gegangen.“
„Und da ist sie noch nicht zurück?“
„Du verstehst nicht.“ Sagte Lauren ernst. „Dort unten sind überall die Untoten.“
In die Dunkelheit
Krüger hatte McFinlay, Pierre und Hagman beim Quartiermeister gefunden und sie über den neuen Auftrag informiert. Die Männer sollten nun passende Waffen organisieren, während Krüger Feldwebel Schulz suchte.
Nachdem er mehrere Soldaten befragt hatte, fand er ihn schließlich in einer ruhigen Ecke der Festung. Dort saß er auf einen Stuhl und schärfte eine französische Machete, ein Coupe-Coupe.
An der Uniform konnte Krüger erkennen, dass Schulz zu den bayrischen Pionieren gehörte.
„Sind sie Feldwebel Georg Schulz?“
„Kommt darauf an wer fragt.“ Sagte Schulz ohne von seiner Arbeit auf zu schauen.
„Der Oberst schickt mich, wir haben einen Auftrag.“ Erst da schaute Schulz auf und musterte Krüger. Er schien ihn wieder zu erkennen, sagte jedoch nichts weiter.
„Es geht wieder um das Lager oder?“ fragte er stattdessen zynisch. Krüger nickte. „Dann vergessen sie es.“ Sagte Schulz und stand auf.
„Sie sind er Einzige, der sich dort unten auskennt.“
„Und genau deswegen gehe ich nicht wieder runter. Ich weiß was mich erwartet.“ Sagte Schulz entschieden. „Und im Gegensatz zu ihnen habe ich mir mein Kreuz bereits selbst verdient.“ Er meinte damit das Eiserne Kreuz, welches vom deutschen Kaiser gestiftet worden war. Unter den deutschen Soldaten wurde dieser Orden mehr respektiert als jeder Rang. Krüger spürte wie die Wut in ihm hochkochte. Er wusste, worauf Schulz anspielte. Viele von den Offiziersschulen schmückten sich mit den Leistungen ihrer Soldaten. Doch Krüger gehörte nicht dazu.
„Ich habe von meinen Männern nie etwas verlangt, was ich nicht selbst getan hätte. Ich war mit ihnen immer an vorderster Front.“ Sagte er und zwang sich dabei ruhig zu bleiben.
„Da wären sie einer der ganz Wenigen.“ Zischte Schulz und wandte sich zum gehen ab.
„Wieso sind sie Soldat geworden?“ fragte Krüger. Schulz blieb stehen. „Sie sind kein Wehrpflichtiger, dass sehe ich ihnen an. Sie sind Berufssoldat, genau wie ich und ein Mann wird nur aus drei Gründen Soldat: Für die Ehre, weil er vor etwas flieht oder weil er die schützen will, die nicht für sich selbst kämpfen können.“
„Zu welcher Gruppe gehöre ich?“ fragte Schulz ohne sich umzudrehen.
„Sie sind Soldat geworden um ihre Leute zu schützen.“
„Woher wissen sie das?“
„Weil ich aus demselben Grund Soldat geworden bin. Viele Menschen in dieser Festung können nicht gegen diese Viecher kämpfen, also müssen wir sie beschützen.“ Sagte Krüger trocken. Schulz hatte sich während des Gespräches nicht gerührt. „In einer Stunde treffen wir uns vor dem Eingang zum Lager.“ Sagte Krüger trocken und ließ den Feldwebel alleine stehen.
Pierre, McFinlay, Hagman und Krüger hatten sich wie vereinbart vor dem Eingang zum Lager getroffen, doch von Schulz fehlte jede Spur.
„Der kommt nicht mehr.“ Sagte McFinlay kalt und überprüfte seinen Revolver. Die Männer hatten sich beim Quartiermeister Pistolen und Nahkampfwaffen besorgt. McFinlay hatte seine Keule und einen Webley-Revolver. Pierre hatte seine erweiterte Pistole 08 und ein Beil dabei. Hagman hatte eine französische Pistole und einen gekürzten Kavallerie-Säbel. Krüger hatte seine Mauser C96, doch statt seines Kampfmessers hatte er einen Grabendolch, einen Hybriden aus Messer und Schlagring. Zudem hatten sie noch ihr MG 08/15.
„Er kommt.“ Sagte Krüger gelassen, als er seine Mauser überprüfte.
„Wie kommst du darauf?“ fragte Pierre skeptisch.
„Weil ich kommen würde.“ Antwortete Krüger. Im selben Moment kam Schulz aus einem Gang. Pierre, Hagman und McFinlay wichen etwas zurück als sie ihn sahen. Er war so groß wie McFinlay, aber nicht so muskulös. Dafür war er drahtiger. Doch am erschreckendsten war sein Gesicht. Es war von Narben und Furchen durchzogen und strahlte keinerlei Emotionen aus. Dieser Mann war bereits mehr als einmal durch die Hölle gegangen.
„Augenblick!“ brüllte McFinlay. „Du bist der Typ vor dem wir uns ausziehen mussten!“ Schulz nickte.
„Reine Vorsichtsmaßnahme.“ Sagte er trocken. „Wir hatten mal einen, der einen Biss verbunden und sich eine neue Jacke angezogen hatte. Am Ende hatte es meinen halben Zug erwischt.“ Die Anderen erwiderten nichts auf diese Geschichte. „Also, Leutnant. Wie sieht ihr Plan aus?“
„Eigentlich ganz simpel.“ Sagte Krüger. „Das Lager ist groß, zu groß um es zu durchkämmen. Also lassen wir die Zombies zu uns kommen. Wenn wir den Fluchttunnel erreichen, bleiben Jack, William, und Robert am Eingang und verbarrikadieren sich dort mit dem MG. Feldwebel Schulz und ich gehen den Tunnel lang und Zünden das Dynamit. Wenn wir die alte Ladung nicht finden, bringen wir die Neue an und stoßen wieder zu euch.“
„Wenn die Ladung hochgeht, dann werden sämtliche Zombies im Lager auf uns aufmerksam.“ Gab Schulz zu bedenken.
„Das ist auch so gewollt.“ Sagte Krüger. „Deswegen das MG. Wir verschanzen uns am Eingang des Tunnels, so dass die Zombies nur vor uns auftauchen können. Hinter uns ist der Tunnel gesprengt und von den Seiten können sie uns auch nicht überraschen. Deswegen ist es wichtig das wir jeden Zombie der uns begegnet leise ausschalten.“
„Und was ist mit dem Fifi?“ fragte Schulz und zeigte auf Otto.
„Er wittert die Zombies. Wenn alles gut läuft, begegnen wir keinem, bis der Zauber los geht.“ Schulz war beeindruckt, was Krüger alles bedacht hatte. Bisher hatten sie immer versucht erst die Zombies im Lager auszuschalten um sich danach um den Sprengsatz zu kümmern. Früher oder später hatte immer einer angefangen zu schießen und dann kamen die Zombies aus allen Winkeln des Lagers. Schulz hatte selbst einen ähnlichen Plan vorgeschlagen, doch dieser wurde von dem befehlshabenden Offizier abgelehnt.
„Haben sie noch Vorschläge, Feldwebel?“ fragte Krüger und riss Schulz aus seinen Gedanken. „Können sie meinem Plan noch etwas beisteuern?“ fragte Krüger erneut, als der Feldwebel nicht reagierte.
„Nein.“ Antwortete dieser schlicht.
„Gut, dann bringen wir es hinter uns.“ Sagte Krüger und öffnete die Tür. Bevor Schulz ihm folgen konnte zog McFinlay ihn jedoch zur Seite.
„Was die Geschichte von heute Morgen angeht.“ Begann er drohend. „Kein Wort verstanden?!“
„Was das angeht.“ Sagte Schulz schmunzelnd. „Ich sah nix, ich hörte nix, ich weiß nix.“
Die Männer mussten zunächst eine Treppe runter steigen, die in die Tiefe führte. In diesem Abschnitt gab es keine Lichtquelle und sie mussten sie bereits hier ihre Taschenlampen einschalten. Die Männer stiegen vorsichtig die schmale Treppe hinab, bis sie erneut vor einer schweren Eisentür standen.
„Wie weit ist es zum Tunnel?“ fragte Krüger.
„Wir müssen zum anderen Ende des Bunkers.“ Begann der Feldwebel. „Wir halten uns links und gehen immer an der Wand lang. Dann finden wir den Tunnel.“ Sagte er weiter und stemmte die Tür auf. Dabei war ein lautes Quietschen zu hören.
„So viel zum Thema leise.“ Murmelte McFinlay. Als die Tür offen war, kam auch bereits der erste Zombie auf die Männer zu geschlurft. Schulz zog seine Machete, und schlug dem Zombie den Kopf ab.
„Nicht schlecht.“ Flüsterte Hagman.
„Ist nicht mein erster Tanz.“ Sagte Schulz gelassen und wischte das Blut von der Machete.
Die Männer schlichen an der Wand entlang und achteten auf jedes Geräusch. Pierre hielt Otto an seinem Halsband und behielt die Reaktion des Hundes im Blick. Die Männer hatten Otto so trainiert, dass er nicht mehr wimmerte, wenn er Zombies witterte, sondern stehen blieb und anzeigte, in welcher Richtung die Untoten waren. Otto war zwar unruhig, zeigte jedoch nicht an. Dann legte er plötzlich die Ohren an und schaute in Richtung eines Vorratsregales. Die Männer blieben stehen und ein Zombie kam hinter dem Regal hervor. Wieder war es Schulz, der als erstes reagierte und dem Zombie den Schädel spaltete. Danach gingen sie weiter, bis sie den Fluchttunnel erreichten.
„Okay, ihr drei verbarrikadiert euch hier.“ Sagte er zu McFinlay, Pierre und Hagman.
„Und womit?“ fragte Hagman.
„Nehmt ein paar der Kisten aus dem Regal.“ Sagte Schulz trocken. „Aber nichts medizinisches, die brauchen wir am meisten.“ Dann verschwanden er und Krüger im Tunnel.
In Treue Fest
Krüger und Schulz gingen durch den Tunnel. Hier war es noch dunkler als im Lager und die Beiden konnten trotz ihrer Taschenlampen kaum erkennen was vor ihnen war. Auch war es hier sehr feucht. Die Wände waren nass und auf dem Boden hatten sich Pfützen gebildet. Beim letzten Starkregen, wäre der Tunnel wohl fast überflutet worden. Vielleicht war dadurch der Einbruch entstanden, durch den die Zombies kamen. Zum Glück konnten nur vor ihnen Zombies auftauchen, zumindest hofften sie das.
Schulz und Krüger gingen weiter und zählten die Stützbalken. Beim fünfzigsten sollten sie die Ladung anbringen.
„Wir haben es gleich.“ Sagte Schulz, als sie beim vierzigsten Balken waren.
„Warte mal kurz.“ Sagte Krüger und blieb plötzlich stehen.
„Was ist?“ flüsterte Schulz.
„Ich habe etwas gehört.“ Nun fing auch Schulz an zu lauschen. Es schien, als kämen die Geräusche von jenseits der Tunnelwand.
„Scheiße!“ fluchte Schulz noch, als ein Zombie durch die Wand brach und ihn zu Boden riss. Dabei verlor der Feldwebel seine Machete. Krüger wollte ihm helfen, doch ein zweiter Zombie kam aus dem Loch, packte ihn und drückte Krüger gegen die nasse Tunnelwand. Krüger packte den Zombie am Hals und hielt ihn so auf Abstand. Dann Schlug er ihn mit seinem Grabendolch ins Gesicht. Als der Zombie nach hinten taumelte, rammte Krüger ihm die Klinge zwischen die Augen. Im selben Moment hörte er Schulz vor Schmerz laut aufschreien. Krüger eilte zu ihm und rammte dem Zombie, welcher noch immer auf Schulz hockte, die Klinge in die rechte Schläfe.
„Alles in Ordnung?“ fragte Krüger, als er sich sicher war, dass keine Gefahr mehr drohte. Schulz nickte. Dann ging Krüger zum Loch in der Wand. Die Zombies hatten es geschafft sich einen kurzen Gang zu buddeln, welcher in einer kleinen Kammer endete. Diese schien eine Art Lager zu sein, denn Krüger sah Konserven und Kisten. Konnte aber keine weiteren Tunnel entdecken. „Das waren die einzigen.“ sagte Krüger, als er wieder bei Schulz war.
„Die waren beim letzten Zug, der hier unten war.“ Sagte Schulz schwer atmend. „Hatten sich wohl in der Kammer verbarrikadiert.“
„Ist wirklich alles in Ordnung?“
„Ja, nur etwas durch den Wind.“
„Durchhalten, Feldwebel. Nur noch ein paar Meter.“ Sagte Krüger und machte sich auf den Weg. Schulz blieb in der Dunkelheit und schaute auf seine linke Hand. Die Bisswunde war deutlich zu erkennen.
Als Schulz zu Krüger aufgeschlossen hatte, war dieser bereits Dabei den Sprengsatz auszutauschen. „Scheiße!“ fluchte er Plötzlich. „Das Dynamit und die Zündschnur sind beim Kampf nass geworden, das können wir nicht mehr benutzen.“
„Was ist mit der alten Ladung?“ fragte Schulz, als ein Schauer seinen Körper durchfuhr. Krüger schüttelte den Kopf.
„Die Schnur ist zu kurz, die Ladung würde nach wenigen Sekunden hochgehen.“
„Dann zünde ich die Schnur an.“ Sagte Schulz hustend.
„Das kann keiner verlangen!“ sagte Krüger geschockt.
„Muss es auch nicht.“ Sagte Schulz und zeigte Krüger die Bisswunde. „Ich hab es eh hinter mir.“ Sagte er weiter und zog Krüger vom Sprengsatz weg. „Aber ich sterbe lieber als Soldat der Bayrischen Armee, als zu einem dieser Viecher zu werden.“ Krüger verstand.
„In Treue fest.“ Sagte er zu Schulz, als dieser ein Feuerzeug hervorholte. Der Feldwebel sah ihn aus entschlossenen Augen an.
„Und Gott mit uns.“ Antwortete er und gab ihm seine Machete und Flinte. Dann lief Krüger zurück Richtung Ausgang.
Als Krüger außer Sicht war, versuchte Schulz das Feuerzeug zu aktivieren, doch es wollte ihm nicht gelingen. Er merkte wie sein Blick trübe und er immer schwächer wurde. Er hätte nie gedacht, dass die Verwandlung so ablaufen würde. Er dachte man stirbt und kehrt dann als Zombie zurück. Doch nun schien es, als sei irgendetwas in seinem Körper und versuche die Kontrolle zu übernehmen.
„Konzentrier dich!“ Sagte er zu sich selbst und mobilisierte seine letzten Kräfte. Als er drohte die Kontrolle über seinen Körper zu verlieren, dachte er an Bayern. An seine Zeit als junger Mann im Hofbräuhaus, an das Mädchen welches er auf dem Oktoberfest kennengelernt hatte und wie er ihr in den Alpen einen Antrag gemacht hatte. Mit letzter Kraft schaffte Schulz es die Ladung anzuzünden und im selben Moment, in dem er die Kontrolle verlor, zerriss ihn die Explosion.
Wiedersehen
Als die Ladung hochging, spürte Krüger wie die Erde bebte. Sofort lief er zurück, doch dort wo vor wenigen Augenblicken noch Schulz stand, war der Tunnel nun blockiert. Da konnte kein Zombie mehr durchkommen. Als Krüger sich wieder auf den Weg zum Ausgang machte, hörte er wie das Maschinengewehr zu feuern anfing. Krüger rannte so schnell er konnte zu den Anderen. Auf halben weg kam ihm plötzlich Otto entgegen und rannte an ihm vorbei. Krüger ließ ihn in Ruhe, denn der Hund konnte nirgend wo hin.
Als Krüger wieder bei seinen Kameraden war, hielt McFinlay gerade eine Horde Zombies mit dem Maschinengewehr in Schach. Pierre und Hagman sicherten mit ihren Waffen den toten Winkel. Plötzlich mussten Pierre und Hagman zur selben Zeit Nachladen und die Zombies kamen gefährlich nahe.
Krüger hechtete zu den Beiden und erschoss einen Zombie mit seiner Flinte. Mit der zweiten Ladung zerfetzte er den Kopf eines weiteren Zombies. Dann lies Krüger die Flinte fallen und erschoss zwei weitere Zombies mit seiner Mauser. Schließlich konnten auch Pierre und Hagman weiter feuern und nach einer gefühlten Ewigkeit stürmten keine Zombies mehr auf die Männer zu.
„Wie warten noch ein paar Minuten.“ Sagte Krüger und lehnte sich gegen die Tunnelwand. Auch die Anderen entspannten sich. Pierre rutschte die Tunnelwand runter, bis er im Dreck saß. Er merkte, wie er am ganzen Körper zitterte. Er griff in seine Tasche und holte die Packung Zigaretten hervor, die McFinlay ihm an der Somme gegeben hatte. Mit zitterigen Händen schob er sich eine Zigarette zwischen die Lippen.
„Ich denke du rauchst nicht.“ Stellte Hagman fest, als er Pierre Feuer gab.
„Es gibt für alles ein erstes Mal.“ Sagte Pierre trocken als er die Zigarette anzündete. Er nahm einen tiefen Zug und fing an zu husten. Die anderen lachten erheitert. „Ich denk die Dinger sollen entspannen?!“ hustete Pierre.
„Die erste schmeckt immer scheiße.“ Sagte Krüger lächelnd. Pierre nahm einen zweiten Zug, doch der war sogar noch schlimmer.
„Ich glaub das war meine Letzte.“ Sagte Pierre und wollte die Zigarette wegwerfen.
„Gib her.“ Sagte McFinlay schnell. „Wäre doch schade um den Tabak.“ Pierre gab dem Schotten die Zigarette und dieser nahm einen tiefen Zug. „So macht man das, Kleiner.“ Sagte er lächelnd. Dann hörten die Männer aus dem Tunnel ein Geräusch, doch als sie sich umdrehten kam nur Otto zurück und legte sich zu Pierre. Dieser fing an den Hund hinter den Ohren zu kraulen.
„Wo ist eigentlich Schulz?“ fragte Hagman schließlich und Krüger erzählte die ganze Geschichte.
„Also hat er sich geopfert?“ fragte Pierre.
„Er wollte lieber als Soldat sterben.“ Sagte Krüger betrübt. „Kann ich verstehen.“ Die anderen nickten. Dann reckte Otto plötzlich den Kopf und schaute in das dunkle Lager.
„Da kommt jemand.“ Sagte McFinlay und machte das Maschinengewehr bereit. Auch die anderen zogen ihre Waffen.
„Nicht schießen.“ Hörten sie plötzlich eine zittrige Frauenstimme, doch die Männer blieben in Bereitschaft. Nur Krüger ließ seine Waffe fallen, als er die Stimme hörte.
„Marie.“ Sagte er und ging aus dem Tunnel. Er sah wie eine Krankenschwester aus der Dunkelheit trat. „Marie!“ rief er diesmal.
„Peter?“ kam als unsichere Antwort. Krüger rannte auf die Frau zu und schloss sie in seine Arme.
„Ich dachte ich sehe dich nie wieder.“ Sagte er den Tränen nahe.
„Du bist es wirklich.“ Sagte die Krankenschwester lächelnd aber weinend und umfasste Krügers Gesicht.
„Du musst uns was erklären.“ Sagte McFinlay, als die übrigen zu den Beiden stießen.
„Jungs,“ begann Krüger. „Das ist meine Frau.“
„Aber wie kann das sein?“ fragte Hagman verwundert.
„Ich bin gestern mit drei Soldaten hier herunter gekommen um unsere medizinischen Vorräte aufzustocken.“ Begann Marie. „Wie sind auch ohne Probleme bis zu den Vorräten gekommen, doch einer der Männer hat die Nerven verloren und auf eines dieser Viecher geschossen. Dann brach plötzlich die Hölle los. Ich konnte mich gerade so in einem der Schränke verstecken. Die Soldaten hatten weniger Glück.“ Sagte sie traurig.
„Und als du die Schüsse gehört hattest, bist du aus dem Schrank raus.“ Schloss Krüger. Marie nickte.
„Ich bin raus, nachdem ihr angefangen habt zu schießen. Eigentlich wollte ich hier raus, habe aber die Orientierung verloren. Ich bin dann euren Stimmen gefolgt.“
„Ich kann nicht sagen wie froh ich bin dich zu sehen.“ Sagte Krüger und küsste seine Frau. Dann fiel sein Blick auf McFinlay. „Weinst du etwa, Jack?“ fragte er lächelnd.
„Nein.“ Sagte McFinlay mit Tränen in den Augen. „Das ist nur der Staub hier unten.“
Verlorene Heimat
Marie wurde auf die Krankenstation gebracht, wo sie auf Bisse untersucht wurde. Krüger war erleichtert, als er erfuhr, dass sie unversehrt war. Doch bevor er sich um seine Frau kümmern konnte, musste er dem Oberst Bericht erstatten.
„Sie haben es geschafft!“ rief Müller begeistert, als Krüger sein Büro betrat. „Und es freut mich, dass sie ihre Frau gefunden haben.“
„Woher wissen sie das?“ fragte Krüger, als er sich gesetzt hatte.
„Wir sind eine kleine Festung und gerade gute Neuigkeiten sprechen sich schnell rum.“ Sagte Müller lächelnd. „Aber jetzt trinken wir erst einmal was. Wieder ein Wasser?“
„Nach dem heutigen Tag hätte ich lieber was Stärkeres.“ Sagte Krüger lächelnd.
„Einen Rum?“ Krüger nickte und der Oberst schenkte zwei Gläser ein.
„Auf den nächsten Tag.“ Sagte Müller und die Männer stießen an.
„Also nehme ich an, dass wir bleiben dürfen.“ Sagte Krüger und trank einen Schluck.
„Das ist richtig, Major.“
„Sie meinen Leutnant, oder?“
„Nein, ich habe sie gerade befördert.“ Sagte der Oberst und leerte sein Glas in einem Zug. „Unsere Ränge sind das Einzige, was in dieser Festung einigermaßen die Ordnung aufrecht erhält. Hauptmänner haben wir einige. Sie sind jedoch der einzige Major.“ Sagte er weiter und holte aus einer Schublade zwei Schulterklappen hervor. „Ein Mann wie sie sollte mehr Befehle geben als er zu befolgen hat.“ Sagte Müller und übergab Krüger die Schulterklappen.
„Verstehen sie mich nicht falsch, Herr Oberst.“ Begann Krüger, als er die Klappen nahm. „Aber unter anderen Umständen würde ich mehr freuen.“
„Kann ich verstehen.“ Sagte der Oberst betrübt. „Schließlich sind wir eine Armee ohne Land.“
„Wie meinen sie das?“
„Wissen sie es nicht?“ fragte der Oberst überrascht. „Englische Spione haben mehrere Gasladungen in Berlin, Hamburg, München und Essen gezündet. Überall in Deutschland sieht es so aus wie hier.“ Krüger drehte sich der Magen um. Bisher hatte er gehofft, dass seine Heimat von diesem Gas einigermaßen verschont geblieben wäre. Doch jetzt erkannte er, dass diese Hoffnung naiv gewesen war. Wenn die Deutschen den Krieg nach England tragen konnten, dann ging es auch umgekehrt.
„Also ist unsere Heimat verloren.“ Sagte Krüger und leerte nun sein Glas.
„Das hier ist jetzt unsere Heimat.“ Sagte der Oberst, als er Krüger erneut einschenkte. „Eine Heimat, für die es sich zu kämpfen lohnt.“
Hoffnungsschimmer
Claire saß am Bett von Marie und unterhielt sich mit ihr. Die Beiden hatten sich auf Anhieb verstanden.
„Und?“ fragte Marie. „Gibt es einen Mann in deinem Leben?“ Claire wurde rot. Sie hatte Marie über ihre Ehe mit Krüger ausgefragt.
„Nicht so richtig.“ Sagte Claire verlegen. „Es gibt einen, aber wir haben es noch nicht angesprochen.“ Marie nickte.
„Vielleicht solltest du ihn dann fragen.“
„Claire.“ Rief Pierre plötzlich. Als sie sich umdrehte, sah sie den jungen Franzosen in der Tür stehen.
„Robert, was machst du hier?“ fragte Claire überrascht, als sie auf ihn zu ging.
„Ich wollte mit dir sprechen.“ Sagte Pierre unsicher.
„Und was?“ fragte Claire lächelnd. Sie merkte, wie Pierre nach Worten rang.
„Egal.“ Sagte er schließlich, zog Claire zu sich ran und küsste sie. Claire war zuerst überrascht, schlang dann jedoch ihre Arme um Pierre und erwiderte seinen Kuss.
„Was hat das zu bedeuten?!“ rief Oberschwester Weber plötzlich hysterisch.
„Magarete.“ Sagte Marie ernst. „Halt die Klappe.“
Teil 6: