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Geflüster der Verwirrung

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Ich laufe durch leere Zimmer. Weiße Wände und weiße Holztüren im Altbau-Stil. Graue Teppichböden ohne Makel lassen das Ganze noch etwas wie ein Bürogebäude aussehen.

Ich sehe Leute hinten in einem Gang stehen, die sich mit einer strengen Miene gegenseitig ins Gesicht starren. Es hat mich nicht sonderlich interessiert, darum laufe ich weiter. Trotz des unguten Gefühls in der Magengegend, will ich mich zusammenreißen. Die Bilder vor meinen Augen wirken so unrealistisch. Die Nervosität steigt in mir und führe Selbstgespräche. Eigentlich weiß ich nicht mal, was mein Ziel ist. Ich habe echt keine Ahnung und ich weiß auch echt nicht, ob das Ganze hier einen tieferen Sinn hat, denn erst einmal hat das Haus so gut wie keine Innenausstattung und trotzdem sehe ich immer mal vereinzelt Leute stehen, die sich kein bisschen in Bewegung setzen. Es bringt mich um. Das hier ergibt einfach keinen Sinn. Aufmerksam betrachte ich meine Umgebung, versuche mich schmerzhaft zu erinnern, was mein Ziel ist. Aber es ist hoffnungslos. Mir wird gerade bewusst, dass die Anzahl der Personen hier im Haus irgendwie abnimmt. Es ist wirklich merkwürdig.

Ich habe auch nichts Ungewöhnliches gesehen, wie einen Mörder oder einen Attentäter. Meine Beine wirken wie Wackelpudding.Trotzdem gehe ich weiter. Mein Hunger spornt mich an schneller zu laufen, um der Sinnlosigkeit ein Ende zu setzen. Es ist zum Kotzen!

Mein Blick erhascht nur blankes Weiß und wenn ich dann den grauen Boden so betrachte, bekomme ich leichte Kopfschmerzen und mir wird übel dabei. Weiß, weiß, weiß, immer nur weiß. Ich bleibe stehen und warte bis jemand in den Raum läuft, den ich nach dem Ausgang fragen kann. Denn wenn ich was nicht leiden kann, dann ist es pure Verzweiflung und der Hass meiner selbst. Ich laufe immer nur in die selben Räume, verlaufe mich in Sackgassen und das Haus macht mir immer mehr Angst. Ich liege kurzzeitig mal auf dem Boden und verzweifle. Die Angst ist mein Feind und ich muss sie bekämpfen, darum darf ich auf keinen Fall wie ein Gestörter hier herumliegen und wie ein kleines Kind die Decke anheulen.

10 Minuten sind vergangen und ich beginne immer und immer mehr zu verzweifeln. Dann frage ich mich noch einmal, warum ich überhaupt in diesem verdammten und gestörten Haus bin. Ganz so sicher bin ich mir nicht, ob das Haus gestört ist oder wohl ich. Denn das Haus kann ja auch nichts dafür, dass es so gebaut wurde.

Plötzlich landet etwas auf dem Boden, was wie ein Zettel aussieht. Ich erschrecke, verkrieche mich in einer Ecke und muss dann krank kichern. Meine kranken, suiziden Gedanken machen mich total kaputt und bei so etwas fahre ich schon hoch.

„HAHAHA! Nur ein Zettel. Ich muss schon verrückt sein, um an Geister zu glauben“, denke ich laut und ja, ich bin es bereits. Wenn man in einem Haus, ohne zu wissen was es überhaupt für eins ist und dann ohne ein bestimmtes Ziel, herumläuft, hat man natürlich ein gewisses Potenzial, psychisch krank zu werden. Ich lese ihn:

WACH AUF!

Jetzt bin ich wirklich gesundheitsgefährdet. Was ist damit gemeint „Wach auf“? Bitte sagt mir jemand, was damit gemeint ist! Bitte! Ich will hier raus und einfach nur mein Leben leben.

Anscheinend ist das ein Albtraum und ich bin der ahnungslose Träumer! Vielen Dank auch! Ich laufe weiter und sehe mich genauer um. Da sehe ich vereinzelt Leute stehen. Ich muss zu ihnen! Sie können mir helfen aus dem verflixten Haus zu kommen. Ich stehe schon im Abgrund meines Lebens. Qualvolle Schmerzen meiner Seele zerschmettern mich immer mehr. Der Kummer hat schon fast das selbe Gefühl wie Platzangst angenommen. Eine Frau und ein älterer Mann stehen da und starren sich regungslos an. Das Verhalten der Beiden ist seltsam. Jedenfalls scheint es so, als ob die Zeit angehalten worden wäre. Aber diesmal muss ich zu ihnen und sie fragen.

„Ich muss schneller rennen, wenn ich erlöst werden will!“ speche ich mit mir selbst. Meine Beine verkrampfen plötzlich schlagartig, als würde sie jemand mitsamt Sehnen, Muskeln und Knochen ausreißen. Ich spüre schon wie ich langsamer werde und mein Atem sich legt. Mein trockener Hals macht mir sehr zu schaffen, ich röchle und verschlucke mich. Ich stolpere und falle auf dem Boden.

„Es reicht mir! Ich muss jetzt aufstehen! Egal ob es hagelt, Umweltkatastrophen erscheinen oder die Welt untergeht! Es ist mir völlig egal, wer mein Ich brechen mag, aber ich lasse nicht zu, dass ich hier qualvoll durch Kummer und Suizidgedanken verende. Und schon gar nicht, wenn ich gerade meine Abschlussprüfung fast in der Tasche habe, hast du das verstanden?!“ rufe ich, weil ich mir jetzt sicher bin, dass ein gewisser Albtraum-Geist mich plagt und der Rache wegen Menschen im Schlaf in den Tod schickt.

Jetzt wird mir einiges klar, weshalb ich hier bin. Ich soll meine verdammte Angst bekämpfen.

Ich war erst sechs Jahre alt und hatte nicht viel von der Welt mitbekommen. Als mir meine Mama viel von Draußen berichtete, wollte ich unbedingt mehr über diese Außenwelt erfahren. Das Schreckliche an der Sache war, dass ich nie nach Draußen gehen durfte. Ich durfte nur zu Hause sitzen und lernen. Ich hatte einen grausamen Privatlehrer. Aber ich will nicht genaueres darüber erzählen.

Ich blickte verträumt aus dem Fenster meines trostlosen Zimmers. Meine Mama hatte ein Alkoholproblem und war meistens sogar kriminell unterwegs. Sie war streng und irgendwie ziemlich launisch…und ja irgend wie auch unverbesserlich, denn wenn es mir mal schlecht erging, hatte sie mich immer in ihre Arme genommen und mich am Kopf gestreichelt. Dann war für eine kurze Zeit alles gut gewesen. Solange ich nicht die Frage stellte: „Mama, warum darf ich denn nicht nach Draußen zu den anderen Kindern und mit ihnen spielen?“

Meine Mama machte ein strenges Gesicht und gab als Antwort:

„Die Welt ist grausam und schrecklich und wenn sich ein einzelner, kleiner Lichtfleck zeigt… wird dieser vernichtet! Verstehst du jetzt was ich meine, Liebes?“

Ich nickte jedes Mal, ich traute mich nicht dagegen zu protestieren. Irgendwann begann ich einen imaginären Freund zu erfinden, mit dem Namen Charly. Er hatte ein blau-weiß gestreiftes T – Shirt und eine dunkelgrüne Latzhose an. Seine Haare hatte ich mir flachsblond vorgestellt. Seine Augen besaßen einen freudigen Ausdruck, der auch sehr vertraut wirkte. Alles an ihm ähnelte einer Figur aus der Sesamstraße. Wir spielten immer zusammen. Er war lustig und ich musste bei seinen Witzen immer lachen. Eines Tages sagte ich zu ihm:

„Charly, bitte bleib immer bei mir! Ohne dich ist es immer so langweilig. Wir bleiben für immer Freunde, richtig?“

„Ja, richtig! Wir bleiben Freunde auf ewig.“ sprach er und ich hatte das Gefühl, er war immer mehr Teil meines Lebens, bis meine Mama davon erfuhr.

Ein Psychologe kam am Abend zu uns ins Haus und untersuchte mich. Am Ende fragte er mich:

„Wie ist denn dein Freund so? Habt ihr immer viel Spaß zusammen?“

Ich mochte es nicht wie er mich ausfragte. Seine Augen waren immer weit aufgerissen und er stach mit ihnen durch meine. Er sah für mich wie ein Psychopath aus und seine Stimme hörte sich unheimlich und kratzend an. Er war jedenfalls nicht normal. Ich saß auf meinem Bett mit gesenktem Kopf und brachte keinen Laut heraus. Er seufzte und holte eine komische Clownpuppe heraus.

Ich hatte Angst vor ihr. Der Blick verstörte mich am meisten. Die schwarz umrandeten Augen, dieses übertrieben große Lächeln und die roten, zerzausten Haare. Alles an ihr verdrehte mir regelrecht den Magen. Dann fragte er mich mit süßer Stimme:

„…Oder gibt es den gar nicht…deinen Freund?“

Ich wollte nicht, dass alle wissen, das ich kopfkrank war. Dennoch wollte ich auch meinem Freund Charly nicht wehtun, aber das Risiko einzugehen, noch mehr Besuche von dem Psychopathen – Psychologen zu bekommen und meiner Mama die Würde wegzunehmen, brachte mich letztendlich dazu ein lautes „Nein!“ in dem Raum zu rufen. Damit ist die Verbindung zwischen Charly und mir gekappt worden.

Meine Mama lächelte gewinnend. Ich hatte zwar ihre Würde bewart, aber meinen Freund Charly verloren.

Charly und ich stellten zwei Tage zuvor Regeln auf. Er sagte, wenn ich seine Identität verleugnen würde, verschwände er für immer aus meinem Leben. Ich versprach ihm, die Regeln einzuhalten. Allerdings erzählte er mir noch, dass er mir Schlimmes antun würde, wenn ich die Regeln verletzte.

Mir war es egal. Hauptsache er blieb immer in meiner Nähe.

Jedenfalls lächelte meine Mama wie verhext und streichelte meinen Kopf.

„Braver Junge!“, sprach sie leise und verschwand mit dem Psychologen aus meinem Zimmer. Ich musste Charly wieder sehen!

„Charly! Charlyyy! Ich hab doch nur gelogen! Bitte komm zu mir zurück! Bitte! Bitte…“ Ich weinte bitterlich, konnte nicht mehr aufhören. Ich musste einsehen, dass er nie wieder zu mir zurückkehren würde.

„Ich habe die Regeln verletzt und… meinen wertvollsten Schatz verloren.“

Einige Jahre vergingen, meine Mama lernte einen neuen Mann kennen und ich bekam einen Bruder. Meine Mama war seitdem anders geworden und nannte ihn nach meinem Wunsch Charly. Ich vergaß den Kummer und war überglücklich, endlich einen richtigen Spielgefährten zu haben.

Eines Nachts begann ich schlecht zu träumen. Immer wieder plagte mich der selbe Traum. Erst stand ich irgendwo in einem verlassenem Gelände und Monster griffen mich an. Dann in einem unheimlichen Haus mit Seelenlosen Menschen ohne Gesichtern. Es war so schlimm, dass ich während des Traumes sogar um mich schlug, mich biss bis meine Hände bluteten. Es war Charly. Er übt bis heute noch die erbitterte Rache aus, um mich umzubringen. Die vollkommene Erlösung wäre, den Ausgang zu finden oder ihn zu besiegen.

Hör zu Charly! Entweder du hebst den Fluch auf, oder du lässt mir keine andere Wahl! Er lässt meine Erinnerung am Anfang des Traumes verschwinden um mich wie ein wildes Tier in die Irre zu führen. Aber diesmal nicht!

Ich laufe im zügigem Schritt zu den beiden unheimlichen Personen. Sie stehen immer noch wie angewurzelt da und starren sich gegenseitig an. Angekommen stockt mir der Atem. Ich beruhige mich allerdings wieder.

„Hallo! Können sie mir sagen, wo ich den Ausgang zum Gebäude finden kann?“, frage ich höflich, aber mit zittriger Stimme. Es ist mir sehr unheimlich, wie sich die Zwei emotionslos ansehen. 

Auf einmal bewegen sich ihre Köpfe zeitgleich mit einer unheimlich, schnellen Geschwindigkeit zu mir. Es raubt mir den Atem, mein Körper ist wie festgehalten und ich weiß jetzt, dass es ein Fehler war, sie anzusprechen. Sie wirken auf mich, als wollen sie meine Seele verschlingen. Warum führt es mich immer zu ihr? Dieser verdammten Angst.

Der Mann hat kein Gesicht, genauso wie diese Frau. Beide bewegen sich langsam in meine Richtung und ich falle nach hinten auf dem Boden. Mit herzzerreißendem Gesicht erkämpfe ich mir die Flucht vor diesen Monstern ohne Gesicht. Ich schaffe es noch aus dem Gang in die oberste Etage und verstecke mich in einem kleineren Raum. Ich zittere und habe verdammte Panik. Charly ist der Albtraum-Dämon, der meinem Leben immer Schaden zufügt. Um genau zu sein ein Karma-Dämon. Charly hatte sich zu einem Monster entpuppt und war ein Teil von mir, der sich gelöst hatte. Und nun betrachtet er mich als seinen Feind, als einen Freund. Ich meine, ich bin schon aus dem Alter raus. Aber er fühlt sich verdammt echt an und will mich töten, indem er mein Ich brechen will.

Ich höre Charlys unheimliche Stimme. Er ruft meinen Namen und lacht. Sie hallt durch meinen Körper und ich bekomme Angstschweiß vom Feinsten. Ich kann mich nicht so richtig bewegen und weiß auch gar nicht, wie ich hier weg soll. Verdammt! Vielleicht sollte ich doch aufgeben, aber… genau das will dieser Dämon doch. Ich soll verzweifeln und vor seinen Augen sterben?

Ein Knirschen bringt mich zum Aufzucken. Hinter mir scheint etwas zu sein, was mich töten könnte. Ich drehe mich langsam um und sehe in ein schrecklich verstörtes Grinsen. Rote Augen blitzen auf und mein Körper wird von einer unsichtbaren Kraft in die Enge getrieben. So sieht Charly also wirklich aus.

Er hat den Körper einer Schlange, den Kopf eines Menschen und das Grinsen von einem verdammten Psychopathen. Alles an ihm sieht verändert aus. Seine Gestalt…ist PERFEKT!

ENDE vom ersten Teil

Ob der Träumer wohl doch in Charlys Bann gezogen wurde oder nicht, werdet ihr in Teil 2 von „Geflüster der Verwirrung“ erfahren.

KOK 17:06, 5. Apr. 2016 (UTC)  

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