
Lonly James
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Es ist schon Samstag, verdammt wie die Zeit mal wieder verfliegt. Es fühlt sich grad an, als ob erst gestern Montag gewesen wäre, naja ist ja auch egal. Ich darf nicht vergessen, ich hab ja heute noch um 9 Uhr einen Termin beim Arzt, mal wieder drei Stunden im Wartezimmer drauf warten, bis der Arzt ein paar Minuten für mich erübrigen kann, als wenn nicht schon die ganze Stadt wüsste, dass seine Arzthelferin eine ganz besondere „Position“ bei ihm bekleidet.
So, schon halb 9, allmählich muss ich mich mal auf dem Weg machen, schnell noch das Toastbrot reinpressen und los gehts. In der Praxis angekommen, kommt es mir so vor, als würden die Wände heute dunkler erscheinen als sonst, naja muss Einbildung sein. Das übliche Ritual beginnt und die Empfangsdame begrüßt mich mit einem breiten Lächeln, als könne man nicht sehen, wie sie sich förmlich dazu zwingt. Hmh wie war ihr Name nochmal? ich glaub es war irgendwie Beatrice oder Brixi oder so, ich kann mich irgendwie nicht mehr so richtig daran erinnern.
Nach gefühlten 3 Tagen im Wartezimmer werde ich aufgerufen und folge der Dame zum Besprechungszimmer des Doktors. Schon wieder warten! Wie ich diese ganze Prozedur hasse, als ob man an einem Samstag nichts besseres zu tun hätte, als den halben Tag lang zu warten. „Einen guten Morgen“ ertönt von der Tür, obwohl der Doktor noch nichtmal halb im Raum steht. Ich denk mir, „wie guten Morgen? Der Termin war für den Morgen ausgemacht, jetzt ist es schon Mittag!“ natürlich lass ich mir meine Unzufriedenheit nicht anmerken und erwidere das guten Morgen. Der Doktor setzt sich mir gegenüber und schaut in seine Akten. Was da wohl über mich steht? Als erstes fragt er nach, wie es mir gehe, ich antworte gut. Danach die Frage ob ich genug Schlaf bekomme, ich sehe wohl in seinen Augen erschöpft aus, auch hier mach ich gute Miene zum bösen Spiel, ja Herr Doktor, genug. „Wie sieht es mit den Träumen aus?“, fragt er mich leicht besorgt. „Ja die sind auch schon besser geworden“, antworte ich ihm. Dieses Frage und Antwort Spielchen führen wir schon fast seit einem Jahr. Am Ende der Sitzung lässt er noch seine üblichen Phrasen los, dass ich mich immer an ihn wenden kann und so weiter und so weiter.
Ich steh auf, verabschiede mich von ihm und fahr nach Hause, dort angekommen klingelt mein Handy, es ist Hannah, meine Freundin. Sie will wohl nächsten Samstag vorbeikommen, da sie die ganze Woche auf Seminaren ist, und einen gemütlichen DVD-Abend machen. Ich sage ihr zu und wir verabreden uns auf nächsten Sammstag um 20Uhr.
So jetzt ein bisschen Fernsehen zur Entspannung, ich hock mich aufs Sofa und schalte den Fernseher an. In den Nachrichten wird irgendwas von einem Mörder erzählt, welcher angeblich schon 11 Frauen im Nachbarort getötet haben soll. Was für eine verkorkste Welt, da läuft ein Massenmörder durch die Gegend und die Polizei ist überfordert. Plötzlich bin ich in einem schwarzen Raum, ohne Fenster und Türen, nur eine Glühbirne hängt mittig des Raumes, ok denke ich mir, muss wohl eingeschlafen sein und träumen. Ich glaub ich höre irgend ein Geflüster aus einer der dunklen Ecken, aber es ist zu leise und beim besten Willen kann ich dort nichts erkennen, also versuche ich mit der Glühbirne in die Ecke zu leuchten, aber es bringt nichts der Schatten der Ecke will einfach nicht weichen, tja ist halt ein Traum, denk ich mir. Langsam gehe ich auf den Schatten zu, und das Geflüster wird lauter.
Es sagt: 11 von 12 und wir starten von neu, 11 von 12 und wir starten von neu, 11 von 12 dich hats erwischt, 11 von 12 Happy Birthday James. Sofort bin ich schweißgebadet aufgewacht und versuche mich zu orientieren wo ich denn eigentlich bin. Oh Gott sei dank, ich bin auf dem Sofa und der Fernseher läuft auch noch. Was für ein bescheuterter Traum, denke ich mir und versuche meine Angst herunterzuspielen. Die nächsten Tage ging mir das Ganze nicht mehr aus dem Kopf. Was sollte das bedeuten, dieses 11 von 12 wir starten von neu? Und vor allem, was soll das mit dem Happy Birthday? Ich hab erst in vier Monaten Geburtstag.
Diese Träume hab ich schon seit fast einem Jahr, welche mich damals zu einem massiven Nervenzusammenbruch brachten. Aber niemals zuvor war er so realistisch wie diese Nacht. Heute ist Freitag, den Rest der Woche hab ich ganz gut rübergebracht dachte ich mir, mir dabei selbst auf die Schulter klopfend. So, morgen wollte doch Hannah noch vorbeikommen, wie ich mich immer auf ihre Besuche freue. Da sie recht weit von mir arbeitet, sehen wir uns nur selten, da ist jede gemeinsam verbrachte Stunde Gold wert. Es ist schon Mitternacht, da sollte ich wohl schon schlafen gehen, wenn ich morgen voll ausgeruht sein will. Schon wieder dieses Zimmer, es jagt mir immer eine höllische Gänsehaut ein. Diesmal ist aber irgendwas anders, ich sehe keine Schatten mehr, der ganze Raum ist durch diese kleine Glühbirne vollkommen erleuchtet.
Ich schau mich langsam um und sehe einen Mann in der Ecke stehen, die Person hab ich noch nie in meinem Leben gesehen. Er sieht mich entsetzt an und versucht mir etwas zu sagen, aber ich verstehe kein einziges Wort. Wieder wache ich schweißgebadet auf und versuche mich zuerst zu orientieren wo ich bin, was für ein Glück, es war wieder bloss nur ein Traum, ich liege in meinem Bett. Wieso ist es nur so kalt hierdrin? Wir haben August, es sollte doch eindeutig wärmer um diese Jahreszeit sein, denke ich mir, und suche in der Dunkelheit nach dem Lichtschalter. Gefunden – da ist er ja und schalte ihn ein. Was ist das? Träume ich etwa immernoch? Das kann nicht sein. In der Ecke neben meinem Bett ist ein Schatten, das kann nicht sein, das Zimmer ist beleuchtet, plötzlich greift mich irgendwas von hinten an der Kehle und…
Es ist Samstag, endlich hab ich mal Zeit für James, ich hab mich schon so sehr auf unseren DVD-Abend gefreut. Es ist gerade erst 6 Uhr, ich glaub ich werde James überraschen, da ich so früh dran bin. Nicht umsonst hab ich ja seinen Zweitschlüssel. Ich öffne langsam die Tür um ihn zu erschrecken, aber er steht vor der Tür und grinst mich mit einem kalten Blick an. „Hallo Schatz, wie geht es dir?“ frage ich ihn. Keine Antwort. „James ist alles in Ordnung?“ wieder antwortet er mir nicht. „James, James, ich bins, was ist los?“ Er steht immernoch so da mit diesem kalten Blick und dem Grinsen. Langsam kommt er auf mich zu und sagt: „12 von 12 es ist gleich vorbei.“