LangeSchockierendes EndeSci-Fi

Malus 4

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Brüder und Schwestern.

Gleich ist es so weit.

Nach tausenden von Jahren wird nun das Licht der Wahrheit auf unserem Planeten eintreffen und den ganzen Himmel erfüllen. Wir dürfen Zeuge sein! Wir möchten dieses Ereignis aber nicht nur gebührend feiern, sondern wollen uns auch an die Zeiten zurückerinnern, die mit unserer Geschichte verbunden sind.

Nicht mal die Vorfahren unserer Urgroßeltern lebten zu jener Zeit, als man zum ersten Mal Gravitationswellen erfasste, die aus dem Sternensystem Zybion A stammten. Forscher schlossen aus den Messdaten, dass sich dort ein schwarzes Loch gebildet haben muss, welches eine Größe von 53 Sonnenmassen aufwies. Es glich ihnen jedoch einem Rätsel wie es dort entstand, da alle Sterne des Sektors in einem stabilen Zustand waren und nicht davor standen zu kollabieren. Keine der Theorien konnte darauf eine passende Antwort geben. Wenige Tage später erfassten Messstationen erneut Gravitationswellen, womit unter den Forschern die Sorge herumging, dass etwas Ungewöhnliches auf Zybion A geschah und man weitere Beobachtungen von der Öffentlichkeit abgeschirmt fortsetzen sollte.

Während ihrer Arbeit schwiegen die Forscher beharrlich über ihre Ergebnisse. Nur den Namen, den sie dem schwarzen Loch gaben, konnte man aus vertraulichen Quellen entnehmen: Malus 4. Malus, das lateinische Wort für „Unheil“ und 4, als den 4ten Quadranten von Zybion A, in dem das schwarze Loch zum ersten mal entdeckt wurde.

Strengste Geheimhaltung wurde von höchster Stelle über die Forschungen erlassen. Da aber in anderen Staaten weitere Gravitationswellen gemessen wurden, sah sich die Regierung zu einem Statement genötigt, das bei vielen Bürgern auf Verwunderung stieß. Man gab bekannt, dass die Forschungen schon seit mehreren Wochen eingestellt wurden und es widersprüchliche Meinungen hinsichtlich der ausgelesenen Daten gab. Statt Malus 4 als schwarzes Loch zu benennen, wurde nun von einer Anomalie gesprochen und man fügte abschließend noch hinzu, dass man nichts zu befürchten habe, da Zybion A mit 3000 Lichtjahren Entfernung sehr weit weg sei.

Trotz, dass seitdem ein regelrechter Sturm an Gravitationswellen die Messstationen erfasste, legte sich ein Schleier des Vergessens über die Gesellschaft, die ihr Leben über Jahrhunderte unbekümmert fortsetzte, bis eine, bezüglich des Phänomens, dem Anschein nach unabhängige Entdeckung die Runde machte und zur Sensation wurde. Auf dem Wüstenkontinent Texora sind Archäologen in hunderten von Metern Tiefe auf uralte, jedoch ungewöhnliche Gesteinsschichten gestoßen. Sie fanden heraus, dass sie nicht von unserem Planeten stammten, sondern Teil eines Meteoriten waren, der einst vor Millionen von Jahren auf Texora einschlug. 600 Meter maß sein Durchmesser, doch warum er damals aufgrund der immensen Aufprallkräfte nicht verdampfte konnten sich die Experten nicht erklären. Tatsächlich dauerte es Jahre, bis ein Bohrer entwickelt wurde, der dieses Gestein durchbrechen konnte. Nachdem man jedoch auf etwas fremdartiges gestoßen war, lies die Regierung erneut ein Geheimhaltungserlass über weitere Forschungsergebnisse in Kraft treten, sowie das gesamte Ausgrabungsgebiet mit militärischen Streitkräften absperren.

Dies war die Geburtsstunde unserer Gemeinschaft, indem unsere Gründungsväter mit ihren Jüngern damals versuchten, das Gebiet zu stürmen und den Meteoriten zu belagern. Tragischerweise wurden alle dabei getötet.

Doch ich sage euch eins, meine Brüder und Schwestern.

Sie sind nicht umsonst gestorben.

Ihr Opfer hat nur das gesät, was unsere Vorfahren geerntet haben! Ihre Vision lebte weiter, womit unsere ersten Mitglieder einen großen Plan schmiedeten, wie sie unsere Welt retten konnten.

Es brauchte viel Zeit um die Botschaften, die in dem Meteoriten verankert waren, zu entschlüsseln und den Zweck seines Materials zu verstehen, bis sich der 123’te Präsident unseres Landes mit dem Anfang des darauffolgenden Jahrhunderts in einer geschichtsträchtigen Ansprache an das Volk wandte. Im Kreise von Präsidenten und Regierungsvertretern sämtlicher Nationen verkündete er, dass man gemeinsam für die kommenden Jahrhunderte ein großes Projekt verwirklichen wolle. Gewaltige Mengen an natürlichen Ressourcen unseres Planeten sollten künftig abgebaut werden, um riesige Raumschiffe zu bauen. Er nutzte Lügen und Heuchelei in seinen Worten, um die Bürger zu beschwichtigen, konnte ihnen jedoch nicht die unausweichliche Wahrheit vorenthalten, dass dieses Projekt den gesamten Planeten verändern würde und das verschwenderische Leben der Bürger damit nun ein Ende finden würde. Computer, Autos, sowie andere aufwändige Geräte sollten nur noch in geringen Mengen gebaut werden, da alle Rohstoffe nun für den Bau der Raumschiffe aufgewendet werden sollten.

Tatsächlich gelang es diesem Präsidenten das gesamte Volk hinter sein törichtes Projekt zu stellen, doch den Moment, als sein engster Vertrauter ihn verraten hatte wird er bis zum Tage seines Todes nicht vergessen haben. Kein Wort erfuhr die Öffentlichkeit darüber, als am Tag, mit dem der Projektstart feierlich verkündet wurde auch der Innenminister seines Amtes enthoben wurde. Was zwischen dem Präsidenten und ihm vorgefallen war, ist nicht geklärt, doch es hieß, dass der Präsident äußerst wütend wurde und ihn sogar verhaften lies. Bis zum heutigen Tage weiß niemand, dass der damalige Innenminister auch ein Mitglied unserer Gemeinschaft war.

Mit dem Tage des Projektstarts begann ein Zeitalter rücksichtsloser Härte.

Unser einst schöner Planet wurde zu einer riesigen Baustelle umgewandelt, bis er durch den Rohstoffabbau über Jahrhunderte hinweg zu einem traurigen Abbild verkam. Es bildeten sich Generationen, die gelernt hatten den Planeten nur auszubeuten und die Natur zu zerstören. Unter ihnen gab es auch Leute, die sich dem großen Projekt widersetzten, doch sie wurden alle in Gefängnisse gesteckt, in denen ihre Überlebenswahrscheinlichkeit äußerst gering war. Nicht wegen unwürdigen Haftzuständen, sondern weil sie wegen eines, für sie, zermürbenden Gerüchts in den Selbstmord getrieben wurden. In den Gefängnissen wurden nämlich auch verrückte, nicht schweigende Forscher eingesperrt, die in ihrem aufgegebenen Geisteszustand Untergangsstimmung verbreiteten und angsterfüllende Erkenntnisse preisgaben, die durch die Räume kursierten. Sie sagten, dass der ganze Sternenhimmel nicht mehr existiere. Dass der Meteorit, der damals vor 1300 Jahren auf Texora entdeckt wurde kein Meteorit war, sondern eine Sphäre, die von Außerirdischen zu uns geschickt wurde. Dass man das Material, aus welchem die Sphäre bestand als die Antriebsenergie nutzen konnte, mit welcher die Raumschiffe betrieben werden sollten und Sie sagten, dass in den Hieroglyphen, die in der Sphäre entdeckt wurden, die Außerirdischen vor einer fremden Vernichtungswaffe warnten, die sich in ihrem Sternensystem bald ausbreiten werde. Zudem meinten die Forscher, dass alle Sterne von Zybion A ausgesaugt wurden und Malus 4 eine Alientechnologie sei, die große Distanzen überspringen könne.

Doch sie täuschten sich.

Nur wir kennen die Wahrheit über Malus 4. Es ist keine Alientechnologie.

Jahre um Jahre vergingen, bis die Flotte der Ungläubigen am Himmel klar erkennbar wurde. Sie hatten 9 kubusförmige Raumfrachter gebaut und waren mitten dabei eine noch viel, viel größere Raumstation fertigzustellen. Die Ungläubigen dachten, sie hätten noch wenige Jahrhunderte Zeit und ahnten nicht im geringsten, dass mit dem Jahr des heiligen Lichts auch ihr Untergang kommen würde. Vor vier Monaten sollte es dann endlich soweit sein!

Wie aus dem Nichts erschien Malus 4 am Rande unseres Sonnensystems.

Trotz, dass es kein schwarzes Loch war, hatte es eine gewisse Ähnlichkeit mit diesem kosmischen Gebilde. Am äußeren Rand jedoch besaß es einen Ring mit Materie eines anderen Universums und hatte es vor 3000 Jahren noch 53 Sonnenmassen, betrug seine Größe nun das Zehntausendfache.

Die Erscheinung von Malus 4 hat die Ungläubigen zutiefst erschüttert und ihren ganzen Zeitplan umgeworfen. Die Evakuierung der Zivilisation, die eigentlich für eine viel spätere Generation gedacht war, musste nun innerhalb von 4 Monaten erfolgen worauf in der Eile ein Notfallplan erstellt wurde. Die Raumstation konnte nicht mehr fertiggestellt werden, was bedeutete, dass 40 Prozent der Passagierkapazitäten aufgegeben werden mussten und auch 3 weitere Raumfrachter, die noch gebaut werden sollten, aufgegeben werden mussten. Unsere Zeit sich den Ungläubigen erkennen zu geben war somit gekommen, womit wir diese äußerst brisanten Informationen in die Welt streuten und eine Welle von Panik und Unruhe auslösten. Wir stachelten die Bevölkerung dazu an um freie Plätze zu kämpfen und schafften vor den Schleusen zu den Abflugterminals Chaos und Gewalt. Zudem nutzten wir die Gunst der zerrissenen Staatsordnung, indem wir den Präsidenten und einige seiner Minister entführten.

Parallel zu den Evakuierungsvorbereitungen auf unserem Planeten sollten auf Devoi (der Planet, der Malus 4 am Nähesten war) zwei schnelle Erkundungsmissionen begonnen werden, um anschließend darauf die letzten verbliebenen Forscher Devoi’s zu evakuieren. Zwei Shuttles sollten innerhalb von drei Wochen Daten sammeln und Malus 4 dabei so nah wie möglich kommen. Die erste Mission wurde am Bord des Shuttels Tesla unternommen und von Dr. Shawn geleitet, einem Spezialisten auf dem Gebiet schwarzer Löcher. Das Shuttle sollte eigentlich zwei Wochen lang auf einer stabilen Flugbahn bleiben und dann wieder umkehren, doch aufgrund eines Vorfalls kehrten sie schneller um.

Inoffiziellen Berichten zufolge soll die Crew ab einem Zeitpunkt den Entschluss gefasst haben ihre Mission abzubrechen, um das Shuttle dann in die Singularität von Malus 4 abstürzen zu lassen, doch dieses Gerücht wurde von einem Journalisten ausgeräumt, der den Geschehnissen auf der Tesla nachging und an einem Bericht arbeitete. An einem abgelegenen Ort hatte dieser Journalist mit einem Crewmitglied gesprochen. Dieser erzählte ihm, dass die Besatzungsmitglieder zu jeder Zeit pflicht,- und verantwortungsbewusst ihren Dienst verrichtet hätten, die Tesla jedoch immer wieder in Gefahr lief dem Ereignishorizont zu nah zu kommen. Mit Hilfe zwei weiterer Kollegen fand er dann heraus, dass diese Kursabweichungen bewusst von jemanden vorprogrammiert war und alle kritischen Systeme zur Kurskorrektur ausgeschaltet waren. Die Crew habe daraufhin beschlossen die Mission umgehend abzubrechen, worauf sich zwei Besatzungsmitglieder als jene Saboteure zu erkennen gaben und ein Kampf ausbrach, da sie noch versuchten den Hitzeschild zu deaktivieren. Abschließend erzählte er dem Journalisten, dass es sich bei den Tätern um den stellvertretenden Einsatzleiter der Tesla, Commander Stellans, sowie dem führenden Wissenschaftsoffizier Dr. Shawn selbst gehandelt habe. Als sich der Journalist aber nach dem Interview auf die Heimreise aufmachte, machte ihn der leitende Psychiater noch darauf aufmerksam, dass er dem was er in jenem Gespräch gehört hatte, nicht trauen sollte und er gerade mit einem der Saboteure gesprochen hatte.

Im goldenen Gewand gekleidet stand das Oberhaupt vor seiner Gemeinschaft und streckte erhaben seine Arme in die Höhe. Donner ähnliches Grummen raunte von Draußen in die Kathedrale, die innerhalb eines Bunkers geschützt in einem Berg lag, während Lampen, die durch die Notstromaggregate versorgt wurden, immer wieder flimmerten.

Was mit dem Shuttle der zweiten Erkundungsmission geschah ist nicht bekannt, da der Kontakt zu ihr verloren ging.

Doch ich sage euch eins meine Brüder und Schwestern.

Wir pflegen eine enge Verbindung zu unserem Gott und Gott ist in Form von Malus 4 endlich zu uns gekommen!

Ich weiß ganz genau welches Schicksal der Excelsior Besatzung zugestoßen ist und werde es euch zeigen.

Wuchtartig schlug er seine Armen aus, worauf seine Untertanen in einen tranceähnlichen Zustand fielen. Jedem einzelnen Mitglied offenbarte sich darauf die gleiche Vision, die von den letzten Stunden der Besatzung zeugte…

Am Bord der Excelsior ist alles außer Kontrolle geraten.

Der grelle Alarm der Selbstzerstörungssequenz dröhnt periodisch durch die dunklen Korridore, die alle fünf Sekunden durch rotes Licht erhellt werden. Wissenschaftsoffizier Debra Tillans steht noch unter Schock, weil sie von einem Crewmitglied angegriffen wurde und ihr Helm derart beschädigt wurde, dass ihr Schutzanzug nun Sauerstoff verliert. Am anderen Ende des Korridors erkennt sie den Astrophysiker Mark Hansan, der reglos und starr vor einem großen Fenster schwebt und nach Draußen in das schwarze Nichts blickt. Normalerweise müssten alle Gegenstände aufgrund der Schwerkraft, die Malus 4 auf das Shuttle auswirkt, auf den Boden gezogen werden, doch am Bord herrscht Schwerelosigkeit. Der Blick aus dem Fenster offenbart in weiter Ferne einen kleinen weißen Punkt, der den Commander der Excelsior, Dr. Philip Weir, darstellt, der in einem Raumanzug den Ereignishorizont überschritten hatte. Er war unheilbar krank und da er bald sterben würde, hatte er sich dazu entschieden sein Ende von Malus 4 besiegeln zu lassen. Debra, der Antriebsingenieur Scott Hall, sowie der Pilot Danny Hings wollten dem Commander diesen Irrsinn ausreden, doch unter der feindseligen Stimmung der restlichen Crewmitglieder ihnen gegenüber ließen sie nach.

Langsam nähert sich Debra Mark. Sie kamen immer gut miteinander aus, waren sogar befreundet.

Was also ist mit ihm und den anderen nur passiert?

Nachdem Dr. Weir das Shuttle mit einem Raumanzug verlassen hatte sind die anderen Crewmitglieder verrückt geworden. Scott Hall hatte keine Chance, als ihn 5 Crewmitglieder in eine Raumschleuse steckten und ihn in das kalte Weltall schleuderten. Kurz darauf hatten sie das Selbstzerstörungsprogramm aktiviert, die Pumpen der Sauerstofftanks ausgeschaltet und den restlichen Sauerstoff abgesogen. Debra konnte sich noch rechtzeitig in einen Schutzanzug retten.

Hansan’s Gesicht war vom Erstickungskampf blau angeschwollen, während er mit dem Blick eines Toten aus dem Fenster starrt. Über Funk teilt ihr Hings darauf mit, dass er vom Antriebsingenieur der Excelsior angegriffen wurde und er ihn niederschlagen musste. Er habe sich in das Rettungsshuttle begeben und rief sie dazu auf sich schnellstens dorthin zu begeben, damit sie die Excelsior verlassen konnten. Debra wägt sich jedoch sicher, dass sie die Selbstzerstörung in den verbleibenden 5 Minuten noch stoppen kann.

Auf dem Deck der Kommandozentrale herrscht eine beklemmende Atmosphäre. Aufgrund des Sauerstoffmangels müssten eigentlich alle tot sein, doch neben dem Alarm und dem zischenden Geräusch von entweichender Luft aus dem Riss ihres Helmes, hört Debra noch ein Röcheln. Tote Besatzungsmitglieder, die im Erstickungskampf ihren Mageninhalt erbrochen hatten schweben überall herum, während vor dem Hauptcomputer die Leiche des Wissenschaftsoffiziers David Hayes ruht. Sein Gesicht ist mit Erbrochenem beschmiert und sein Rücken, sowie seine Arme und Beine sind durch schlimme Krämpfe völlig verrenkt. Er musste höllische Qualen erlitten haben, als sein Rückgrat in der Mitte durchgebrochen ist und doch ist er mit einem Grinsen gestorben. Debra kann sich zwar noch in den Hauptcomputer einloggen, der Zugriff zum Selbstzerstörungsprogramm aber war verschlüsselt und unmöglich zu Knacken. Zudem wird auf einem anderen Monitor ein Schleusenzugriff von Außerhalb des Shuttles angezeigt. Debra wendet sich deshalb nochmal an Hings, der ihr jedoch nur versichert, dass auf seinem Computer nichts Ungewöhnliches angezeigt wird und außer ihm und ihr keine weiteren Lebenszeichen gescannt werden.

Als ein kurzer Piepton das Öffnen einer Luke am Shuttle signalisiert bricht der Funkkontakt zu Hings ab. Nur ein Rauschen geben die Lautsprecher des Helmes ab, während Debra glaubt die verzerrte Stimme des Commanders in dem Störgeräusch erkannt zu haben. Fluchtartig verlässt sie die Kommandozentrale um zum Rettungsshuttle zu fliehen, bis sie auf etwas Verstörendes stößt. Im wiederholenden Zyklus von Dunkelheit zu rotem Licht findet sie das Crewmitglied, das anscheinend noch lebt und qualvoll nach Luft röchelt. Es ist aber nicht irgendein Crewmitglied und ringt deshalb nach Luft, weil der gesamte Sauerstoff aus dem Riss des Helmes ausgeströmt war. Debra sah sich nämlich selbst ohnmächtig im Raum schweben. Panikartig wendet sie sich ab und versucht zum Rettungsshuttle zu fliehen, doch hinter einem Schott steht plötzlich Dr. Weir vor ihr. Hinter dem Ereignishorizont war er eigentlich schon so gut wie verloren und trotzdem hatte er es irgendwie geschafft zum Shuttle zurückzukehren. Nur in den Zeitabschnitten des roten Lichtes ist der Astronaut sichtbar, der mit ausgestreckten Armen auf Debra zuschwebt. Sie kann ihm entkommen und versucht über einen alternativen Weg zum Rettungsshuttle zu fliehen, doch auch dieser Weg ist versperrt. Versperrt von all den toten Crewmitgliedern, die nun wie die Lebenden Schulter an Schulter gerade zusammenstehen.

Als das zischende Geräusch von entweichender Luft aus ihrem Helm leiser wird, gerät Debra in Atemnot und beginnt zu Röcheln. Alles verschwimmt aufgrund des Sauerstoffmangels, bis sich ein surreales Bild vor ihren Augen offenbart. Debra befindet sich nun nicht mehr im Korridor des Shuttles sondern mitten im Weltraum. Malus 4 thront als riesige schwarze Sonne über ihr, während die toten Crewmitglieder in größerer Entfernung zu ihr im All schweben. Wie bei einer Anbetung hält ein Toter die Hand des Anderen und schaut zu Malus 4 empor.

Kurz darauf zieht eine Kraft die Crewmitglieder zu sich. Auch Debra kann sich der Kraft nicht entziehen und strampelt noch verzweifelt und schreiend mit Beinen und Armen, als sie in das rätselhafte Nichts gezogen wird.

Als nur noch Finsternis den Raum umgibt lässt die Kraft schließlich nach und Debra und die Crewmitglieder schweben lose an Ort und Stelle. Ein weißer, greller Ring aus purer Energie bildet sich darauf, in dessen Mitte sich Körperzellen zu ganzen Gewebestrukturen zusammensetzen bis daraus Dr. Weir entsteht. Ein weiterer, kleiner Ring bildet sich darauf, der wie ein heiliger Schein hinter Weir’s Kopf in Position verbleibt. Das, was allerdings wie Dr. Weir aussieht ist nicht mehr der Commander der Excelsior. Seine Pupillen funkeln wie das Licht der Energieringe und seine Hände haben monströse Missbildungen, aus denen lange Krallen gewachsen sind. Auf einem, zum Teil, unsichtbaren Feld geht dieses Wesen auf Debra und die Crewmitglieder zu. Bei jedem Schritt leuchtet der Untergrund kreisförmig mehrere Meter grell auf, und trotz, dass der Energiering diesen Körper manchmal wie Butter durchdringt, bilden sich darauf neue Gewebestrukturen, die den Körper heilen. Als das Wesen nicht mehr allzu weit von Debra entfernt ist, starrt es sie mit einem bösartigen Blick an und bleibt stehen. Dann richtet es seinen Blick auf die Crewmitglieder, die darauf durch eine Kraft in die Höhe gezogen werden und über Dr. Weir vereinzelnd auf Kreisbahnen umherfliegen. Als Dr. Weir darauf seine Arme ausstreckt, erleidet jedes Crewmitglied derart starke Magenschmerzen, bis sich der Hals wie ein Schlauch voller Wasser aufpumpt und die Augen herausquellen. Der Höhepunkt jenen Grauens gipfelte in der Abscheulichkeit, als jedes Crewmitglied seine Eingeweide ausspuckt, bevor ein Strahl aus orangenem Licht aus den Mündern strömt. Dr. Weir bündelt dieses orangene Licht, das wie ein Plasma seine Krallen umkreist.

Er verlangt nur eins von Debra:   Dass sie ihren Helm abnimmt und als würden seine Worte ihren Willen steuern, legt sie ihre Hände an den Helmverschluss. Kurz davor den Verschluss zu öffnen, schreitet jedoch plötzlich die Stimme von Hings ein, der laut und eindringlich ihren Namen schreit, als würde er sie wachrütteln wollen. Debra schließt deshalb ihre Augen und zählt langsam bis drei.

Als der Kreatur bewusst wird, dass sie keinen Einfluss mehr auf Debra hat, verformt sie sich in ihrem Zorn zum Ebenbild von Dr. Weir’s Ende, dessen Körper sich wie ein elastisches Band abscheulich in die Länge zieht, bis er von der Singularität ganz verschluckt wird, und …

… Debra aus ihrer Ohnmacht erwacht.

Jedes Objekt am Bord der Excelsior wird durch die Schwerkraft von Malus 4 auf den Boden gezogen, während der Alarm der Selbstzerstörungssequenz durch die Räume dröhnt. Debra, die auf dem Weg zum Rettungsshuttle aufgrund des Sauerstoffverlusts bewusstlos geworden war, rappelt sich wieder auf und kämpft sich mit letzter Kraft durch die Korridore.

Der Funkkontakt zu Hings war abgebrochen. Nur ein Rauschen schwirrt durch ihren Helm.

Vor dem Schott des Rettungsshuttles ruht die Leiche des Antriebsingenieurs, der gegen die Wand gelehnt am Boden sitzt. Hings hatte Debra noch mitgeteilt, dass er ihn in Notwehr niederschlagen musste, aber sein Gesicht war zu einem blutüberströmten Klumpen verstümmelt worden und war nicht mehr identifizierbar gewesen.

Nachdem Debra die Druckausgleichskammer verlassen hatte und in das Rettungsshuttle einstieg, nahm sie ihren Helm ab, um wieder zu kontrollierter Atmung zu finden. Im Cockpit wartet schon Hings auf sie, der reglos vor der Kommandokonsole sitzt. Eine blutende, große Beule klafft an seiner linken Schläfe. Als Debra dann ihre Hand auf seine Schulter legt, holt er mit einem schweren metallischen Werkzeug in seiner Hand aus und schlägt es so wuchtig gegen ihren Kopf, dass sie benommen zu Boden stürzt. Hings navigiert das Rettungsshuttle dann von der Excelsior weg und steuert es auf direkten Kurs auf Malus 4.

Schließlich wendet er sich nochmals Debra zu und schlägt mit ungezügelter Gewalt immer wieder mit dem Werkzeug auf ihr Gesicht ein …

Donner ähnliches Grummen raunte von Draußen in die Kathedrale, die innerhalb eines Bunkers geschützt in einem Berg lag, während Lampen, die durch die Notstromaggregate versorgt wurden, immer wieder flimmerten. Während dieser blutigen Vision lächelten viele Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, als sie zum ersten Mal ein genaues Bild von Malus 4 erblickten, bis jeder Einzelne wieder Herr über seine Sinne war und mit seinem Bewusstsein ins Hier und Jetzt zurückfand. Das Oberhaupt im goldenen Gewand setzte darauf seine Predigt fort.

Devoi wurde zuerst von Malus 4 verschluckt. Dann Zeta, Makrieille und Cronn. Kriegsähnliche Zustände herrschten auf unserem Planeten, als die Evakuierung durchgeführt wurde und jeder um einen Platz kämpfte, während Malus 4 schon Erdbeben und Vulkanausbrüche auslöste. Nicht mal die Hälfte der Passagierkapazitäten konnten durch das Chaos belegt werden.

Auch unsere Leute schleusten sich in die Raumschiffe ein. Jeder Einzelne von Ihnen hatte eine spezielle Aufgabe und war nicht eingestiegen um den Fortbestand unserer Spezies zu sichern.

Aggressive Töne brachen nun aus dem Oberhaupt heraus.

Sie sollten unsere Vorfahren rächen

Sie sollten all jene Brüder und Schwestern rächen, die in Gefängnisse gesteckt wurden

Sie sollten unseren Feind töten

Glückselig sei der Moment, als ein Lichtblitz den Himmel erfüllte und die gesamte Flotte explodierte

Die Glaubensmitglieder sprachen darauf synchron in einer Sprache, die nur dem Orden bekannten war.

Brüder und Schwestern, gleich ist es endlich soweit !

Nach mehr als 3000 Jahren wird nun das Licht der Wahrheit unseren Himmel erfüllen. Lasst uns nach Draußen gehen und Zeuge dieses heiligen Moments sein.

Mechanische Geräusche einer schweren Apparatur erklangen, als eine tonnenschwere, große Stahltür langsam aufschwang. Starke Kräfte wirkten in der Welt da Draußen, dass sogar die Wände im Bunker kurz erzitterten. Als die Stahltür offenstand folgte die Gemeinschaft ihrem Oberhaupt nach Draußen auf einen großen Balkon. Doch Dieser war zur Hälfte schon zerstört womit nur noch das Oberhaupt und die ranghöchsten Mitglieder platz fanden.

Alles, was man Draußen hörte und sah kam einer Apokalypse gleich: Donner ähnliche Laute von Erdkrusten, die auseinanderbrachen. Das Explodieren von Vulkanen, die Lava verstreuen. Riesige, brennende Trümmer der Raumschiffe, die auf den Planeten abstürzten. Schrille Sirenenlaute einer nahegelegenen Großstadt, die in Flammen stand und panische Schreie von Massen, die sich vor dem Tod fürchteten.

Am Himmel thronte Malus 4 in der Gestalt eines gewaltigen schwarzen Lochs mit einem rötlichen Ring aus Materie eines anderen Universums.

„Es ist soweit !“, sprach das Oberhaupt und streckte seine Arme gen Himmel.

Die ausgehöhlten Köpfe des Präsidenten sowie anderer Regierungsvertreter wurden auf Pfählen aufgespießt und in die Höhe gehalten.

Dann war es schließlich soweit.

Das Licht von Zybion A, welches 3000 Jahre bis zum Planeten brauchte traf endlich ein. Der Sternenhimmel war nun nicht mehr klar und von kleinen funkelnden Punkten umgeben, sondern von orangenen, fädenartigen Gebilden und verzerrten Mustern. Der treueste Diener des Oberhauptes, der dicht neben ihm stand, beschrieb ihm, wie der Himmel aussah. Das Oberhaupt war nämlich durch den grellen Lichtblitz, der durch die Explosion der Raumschiffe ausgelöst wurde, blind geworden und durch die dadurch entstandene Strahlung war sein Gesicht und sein Hals mit Geschwüren übersäht.

Ein anderes Mitglied war vom Anblick des neuen Himmels jedoch unwohl zumute und richtete stattdessen seinen Blick auf die Gebirgskette. Es genoss dabei jeden einzelnen Augenblick der Aussicht.

Eine Aussicht auf eine Welt, die dem Untergang geweiht war.

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