GeisteskrankheitKurz

Wertlos? – Fortschritte

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

[…] “Die Therapie, die läuft Klasse. Man fühlt sich verstanden und geborgen, als hätte man einen gleichgesinnten vor sich.
Dr. Risch gibt mir ein Gefühl der Sicherheit, welches mich lernen lassen soll, mich selbst zu lieben und mich selbst zu schätzen trotz meiner Krankheit, denn sie ist ein Teil von mir.
Am Anfang war ich skeptisch, aber nun gehe ich gerne dort hin.

Ich habe letzte Woche einen anderen Patienten, Mike, kennen gelernt. Er ist etwa in meinem Alter und wir unterhielten uns ein wenig.
Er sagte mir, dass er nicht immer Taub war, er konnte mal hören, doch durch einen schrecklichen Vorfall, welchen er mir leider nicht anvertraute und über den er nicht reden möchte, verlor er sein Gehör und landete hier..

Meine nächste Sitzung habe ich in drei Tagen. Dr. Risch sagte mir ich mache große Fortschritte, man könne bald meine Valium ganz absetzen. Damit ich nicht noch in eine Sucht verfalle, dass soll wohl recht schnell passieren. Aber ich bin stolz, stolz auf mich“ […]

Gott, wie ich diese wöchentlichen E-Mails mit meiner Mutter hasse. Kann man nicht einfach mal in Ruhe gelassen werden, ohne diesen ständig, gekünstelten Mitleid?
Ich brauche kein Mitleid und ich brauche niemanden der mir sagen muss, ich sei ein Mensch wie jeder andere, ich soll mit der Krankheit leben lernen, sie und mich lieben.

Seitdem ich die Therapie begonnen habe, ist mir selbst aufgefallen das ich unter stetig ansteigender Anspannung stehe. Woran ich das erkenne? Gute Frage. Sagen wir du bist ich, du steigst in einen Bus, du zeigst dem Busfahrer deinen Schwerbehindertenausweis, mit welchem du umsonst den öffentlichen Personalverkehr nutzen darfst und er fängt an zu reden und lacht dann, da frage ich mich welchen Grund er hat, mich auszulachen, macht er sich lustig über meine Krankheit? Findet der das komisch, dass ich weder hören noch sprechen, mich seinem verletzendem, ekelhaftem Verhalten nicht widersetzen kann?

Ich rase einfach vor Wut, bei jeder auch nur winzigsten Unrichtigkeit, in meinen Augen.

Mike sagte mir, die Gesellschaft sollte sich mal in unsere Lage versetzen. Aber die Leute sind blind, sie sehen nur sich selbst und scheren sich einen Dreck um Leute wie uns.

Ich rege mich grade wieder zu sehr auf. Wo sind denn jetzt die scheiß Dinger.

Ja, ich sagte meiner Mutter, die Medikamente werden bald abgesetzt, wurden sie aber schon vor ca. zwei Monaten.
Ich denke ich habe einen kleinen Fable für das Valium aufgebaut. Es gibt einem ein gewisses Gefühl von Ruhe, lässt deine Arme und Beine schwerer werden, blendet diesen ganzen Stress einfach aus, du fühlst dich einfach geborgen.
Du merkst wie eine wärme dich umgibt, die dich einhüllt, wie in einem Meer aus Kissen. Es ist oft so, als wäre das alles nie passiert, ich bin ich selbst.

Zumindest ist das nach meiner Dosis von vier Valium und zwei Flaschen Bier so.

Ich weiche vom Thema ab, wo waren wir? – Ach ja die Blindheit von euch, euren Eltern, Geschwistern, Oma, Opa, einfach allen Menschen die mit dieser Krankheit nicht belastet sind.

Aber warum erzähle ich euch das? Um euch geht es doch, ihr versteht es doch nicht, ich bin euch doch egal.
Aber meinem Psychologen kann ich es nicht erzählen, denn ich habe so langsam keine Lust mehr auf „Es ist nicht Ihre Schuld, sie können stolz auf sich und das was sie, bis heute, erreicht haben sein.

Ich denke mir dann immer nur, alles klar, Herr „Dr“. Versetzen Sie sich in meine Lage.

Der Vorteil ist das ich mir das ganze, infantile Gelaber nicht anhören muss. Wenn ich keine Lust mehr auf seine Gespräche habe, schließe ich einfach die Augen und denke mich an einen Ort an dem ich lieber wäre und um ehrlich zu sein, ist die Auswahl ziemlich groß, da ich überall lieber wäre als da.

Kommen wir noch einmal zu Mike zurück. Wir teilen dieselbe Meinung, heißt er ist ebenso abgeneigt gegenüber der Gesellschaft wie ich. Wir unterhalten uns oft darüber wie groß der Hass ist, der in uns lebt und stetig wächst, wie ein Feuer in uns lodert, welches nur darauf wartet sich vollends zu entfalten und nicht mehr eingeschlossen zu sein.

Wir fingen an uns zu überlegen, wie wir den Menschen unsere Krankheit ein wenig näher bringen. Wir wollen den Leuten klar machen, wie ist es ohne Gehör und ohne Stimme zu leben und da haben wir uns etwas einfallen lassen.
Wir wollen Veranstaltungen geben, in welchen wir den Leuten anhand Präsentationen und einfachsten Beispielen zeigen wollen, wie es ist zu leben wie wir.

Dr. Risch war von dieser Idee begeistert, er bot sich sogar als Sprecher an um es den Leuten auch sprachlich näher zu bringen.

Vollidiot.

Hätte ja eher erwartet, dass er die Therapie beendet, weil ich ja so engagiert bin und mich öffentlich mit meiner Krankheit auseinandersetze, mir nochmal zwei Pakete Valium für’n Notfall verschreibt und ich den dann nie wieder sehe.

Ich sage mal so, dass es funktioniert hat würde ich nicht behaupten. Doch, dass er mich jetzt in jeder Sitzung damit nerven wird, wann denn nun endlich die Veranstaltung stattfindet und ob er mitwirken darf, das habe ich bekommen. Wahnsinn.

Da sind sie ja! Gott, endlich habe ich sie gefunden, wäre hier bald durchgedreht.

Fortsetzung folgt…

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