
Sie wollte es so
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
„Ich habe Angst…“ Mein eigenes Flüstern klang in meinen Ohren wie ein fortlaufendes Echo, das irgendwo zwischen Steinen brechen würde. Doch meine zitternden Gliedmaßen bewiesen, dass diese Angst sich nicht nur in meiner Stimme bemerkbar machte. „Wovor hast du schon Angst? Du hast alles richtiggemacht. Du hast nur dein innerstes Bedürfnis gestillt,“ hörte ich sie sagen. Es fällt mir schwer es zuzugeben, doch ich hasse sie. Sie ist der Grund, warum ich es überhaupt tat. Meine Freundin. Denn sie meinte, dieses Verbrechen wäre eine gute Idee gewesen, um meinem inneren Trieb endlich Frieden zu geben. „Ich dachte, wir wären Freunde?“, setzte ich nun die Frage in den Raum, sichtlich bemüht, meine Stimme nunmehr unter Kontrolle zu bekommen. Eine Zeitlang antwortete sie nicht.
„Schau in den Spiegel“, forderte sie mich auf und brach damit das eisige Schweigen zwischen uns beiden. Unter ihrem strengen Unterton wagte ich es nicht einmal, mich ihrer Aufforderung zu widersetzen. Als ich meinen Kopf langsam zum Spiegel drehte, ging meine anfängliche Angst allmählich zur Panik über. Ich wusste, dass sie sehen wollte, wie sehr ich unter dem blutverschmierten Anblick meines Selbst litt. Sie wollte sehen, wie ich in Tränen ausbrach, wenn ich meine blutbefleckten Hände sah. Es waren nicht meine Hände. Sie wollte miterleben, wie ich zuckend vor Sorge und Kummer um die kommenden Folgen zusammenbrach. Warum ich? Ich war es nicht… Sie wollte miterleben, wie ich in meinem schleichenden Wahnsinn aufgehen würde und meine Tat schlussendlich akzeptieren würde. Nein… Sie! Es ist sie! Sie wird dem Wahnsinn verfallen!
Als mein Gesicht sich schlussendlich von der glasklaren, glatten Fläche reflektieren ließ, sah ich sie lächeln. Sie war zufrieden, während einzelne Tränen über ihre Wangen liefen. Nur mit Mühe schaffte ich es, einen verzweifelten Schrei zu unterdrücken. Ich hasse sie so sehr…
meine zweite Persönlichkeit.
Geschrieben von: BlackRose16