
Sein Name war …
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Es tut mir Leid, wenn du diese Notiz lesen musst. Denn wahrscheinlich ist es dir dann so wie mir und den Anderen ergangen – das dreckige Schwein hat dich unter Drogen gesetzt, und in diese Katakomben geworfen, nur mit einer dämlichen Kerze, die diese vermaledeiten Hallen kaum beleuchtet.
Ich weiß nicht, wie viele es vor mir waren… aber es müssen verdammt viele gewesen sein. Er würde seine Zeit sonst nie derartig verschwenden, oder? Der Mistkerl hat mir in meinem Delirium erklärt, dass die Katakomben ein einziges Labyrinth sind, und er Fallen und Abgründe an jeder Abzweigung aufgestellt hat. Doch er hat auch versprochen, dass ich unbeschadet hier raus komme, wenn ich genug Glück habe, um den richtigen Weg zu erraten.
Ich habe kein Glück. Hatte ich noch nie. Ich wollte doch nur einige entspannte Wochen hier verbringen, als Kunststudent, der viel um die Ohren hat. Ich habe keine Chance hier wieder rauszukommen, und zu leben. Aber ich möchte, dass es jemand anderes tut. Ich möchte Rache. Und ich möchte, dass es einer von uns ist, der dem Kerl wörtlich und literarisch das Genick bricht.
Ich wette das willst du auch; also lass uns einander helfen. Ich habe immer noch meinen Block und einige Stifte. Vor jeder Drehung werde ich sie zurücklassen, und draufschreiben, in welche Richtung ich gegangen bin. Wenn ich es überlebe, werde ich zurückgehen, und eine Seite wie diese hinterlassen. Wenn nicht, dann muss die nächste Person fortfahren, in die entgegengesetzte Richtung gehen, und das kranke Spielchen von vorne beginnen.
“Wenn wir weiterhin alle gemeinsam Brotkrumen hinterlassen, wird irgendwann einmal einer fliehen können. Falls du derjenige Glückliche bist, geh zur Polizei, und finde das Schwein. Tu es für die, die es nicht tun konnten. Räche all deine Vorgänger.
Tu uns allen diesen winzigen Gefallen… Und noch eine Sache, denn mehr kann ich wirklich nicht tun:“
Viel Erfolg!
—-
Dieser Zettel hatte auch dich unter dem ersten Namen erwartet, als du verwirrt, ängstlich und noch halb unter Morphinen an zwei schier unendlich dunkel wirkenden Abzweigungen gestanden hattest… Du hattest ihn dort liegen gelassen, in dem Gedanken, dass auch du vielleicht nicht der Letzte sein würdest…
Du lässt den Block mit zitternden Händen sinken, die sowohl von deinem Adrenalin, und dem kleinen Fünkchen Hoffnung bewegt wurden, welches nun langsam in dir abstirbt, und ein unendlich leeres Gefühl in dir hinterlässt. Du weißt nicht, wie viele Namen du schon gelesen hattest, und wie viele Richtungsangaben es schon waren. Mittlerweile hatten sie sogar begonnen, die Zettel zu zerreißen, sodass mehr von dem Papier übrig bleiben würde.
Und egal wie gleich diese Notizen geschrieben worden waren. Sie unterschieden sich immer duch den Autor, welcher sich zu oft für deinen Geschmack änderte.
Und jeder dieser Namen bedeutete ein Opfer mehr. Du glaubst, dass es 46 verschiedene waren, doch du warst dir nicht mehr sicher. Die Kälte und die Schwärze hatten begonnen dir den Verstand zu rauben, nachdem die Wirkung der Drogen langsam nachgelassen hatte. Die Kerze, die du mit der anderen Hand hältst, spendet kaum mehr Licht, und ist schon sichtlich in sich zusammengeschrumpft, sodass du dir ohnehin kein weiteres Zögern mehr erlauben konntest.
Außerdem machte dich der Geruch nach Blut und Verwesung langsam krank…
Du stellst traurig fest, dass der Kerl nie zurückkam, um die Seite herauszureißen, die er hinterlassen hatte, und dann packst du die Schreibutensilien, und presst sie fest an deine Brust, als du nach links in die allgegenwärtige Dunkelheit tauchst.