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Der Teufel in meinem Inneren

Überempfindlichkeit

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Der menschliche Körper ist ein seltsames Gebilde. Unsere Haut schuppt sich permanent. Unsere Nasen sind schleimig. Unser Gaumen – und unsere Fortpflanzungsorgane beherbergen Krankheiten und Bakterien. Unsere scheinbare Unfähigkeit, uns in unserem Körper vollkommen wohl zu fühlen, ist ein Schrecken, der nur unserer Spezies eigen ist. Umso erschreckender ist es, wenn etwas Unmenschliches diese Angst zu manipulieren vermag.

Das Gemurmel begann vor etwa einer Woche, ungefähr zur gleichen Zeit, als ich den Knoten an meiner Schläfe entdeckte. Es gab einen gewissen Zusammenhang zwischen den beiden Phänomenen. So viel war klar. Ich bereitete gerade das Frühstück zu, als sich das leise Murmeln, das ich seit einiger Zeit hörte, schließlich zu einer Stimme verdichtete.

„Guten Morgen“, sagte sie.

Der Ton war hoch und kratzig, als würde ein vorbeifahrendes Auto den Mittelwellenrundfunk abspielen. Ich stand ganz still, während meine Spiegeleier auf dem Herd brutzelten.

„Hallo?“, sprach ich laut in eine leere Küche.

„Dein Frühstück duftet wunderbar, sicherlich schmeckt es auch.“, antwortete die Stimme heiter und unbekümmert. „Ich bin der Teufel. Und ich werde nun deine verdammten Augen fressen!“

Völlig entgeistert auf diese Worte ließ ich völlig unbewusst meinen Pfannenwender aus der Hand gleiten, ehe er den Küchenboden erreichte und leichte Fettspritzer sich vom Metall lösten. Mein Herz durchfuhr ein Schock, wie ein direkter Schlag auf das Brustbein, während mein Atem unrhytmischer wurde und zitterte, ebenso meine Hände und Beine. Ich war drauf und dran, eine Panikattacke zu bekommen.

„Könntest du das wiederholen?“, fragte ich und zog meinen Bademantel gegen die unerwartete Kälte fester zu.

„Über dein Frühstück oder den anderen Teil?“

„Der andere Teil.“

Die Stimme bestätigte, dass sie der Teufel war und wiederholte ihre Pläne bezüglich meiner Augen. Sie sagte mir auch, dass ihr Name Pedro war. Die Teufelei war sein Beruf. Sie flüsterte mir schon seit Jahren zu und war überrascht, dass ich es letztendlich doch wahrnahm. Es meinte, ich solle mir die Geschwulst an meiner Schläfe herausoperieren lassen.

Die Panik durchquerte meinen Magen und ich spürte, wie etwas Schweres und Saures sich nach oben hinauf zur Speiseröhre bemühte. Ich übergab mich im Badezimmer, weil mir vor existenzieller Angst immer übel wurde, und untersuchte anschließend die Beule, während ich den Mund mit Wasser ausspülte, um das restliche Erbrochene aus meinem Mund loszuwerden. Er war ungefähr so groß wie eine Murmel, fühlte sich fest an und war blasser als die Haut um den Knoten herum. Es tat nicht weh, obwohl die Stimme lauter zu werden schien, wenn ich sie anstieß.

Zu diesem Zeitpunkt sang die Stimme, Pedro, wie ich annehme, fröhliche Showmelodien.

Ich spürte, wie etwas an der Rückseite meines linken Augapfels herumleckte. Ich schrie und die Stimme verstummte.

Von da an ging es mit meinem Morgen bergab. Ich verzichtete auf das Frühstück und warf mein halb gebratenes Ei in den Mülleimer. Stattdessen versuchte ich, die Welt wieder zur Vernunft zu bringen, erst mit Wein, dann mit Rum. Das einzige, was ich erreichte, war, dass ich um 11:00 Uhr sturzbetrunken war, im wahrsten Sinne des Wortes sturzbetrunken.

Da ich nicht rechtzeitig zur Toilette gelangen konnte, erleichterte ich mich in einer Sammlung sterbender Sukkulenten und Kakteen, die mein Wohnzimmer schmückten. Die Stimme verhielt sich ruhig, während meines Saufgelages, aber es war eine brüchige Stille. Mir kam es so vor, als würde sie darauf warten, dass sie an der Reihe war zu sprechen.

Die Stille war mir willkommen.

Der Kater, auf den ich zusteuerte, würde die Pedro-freien Momente wert sein. Hast du es schon einmal nicht rechtzeitig auf die Toilette geschafft?

Nach einem alkoholisierten Nickerchen kehrte Pedro jedoch wieder zum Geflüster zurück.

„Wie fühlst du dich? Da ist überall Urin auf dem Teppich, weißt du.“

Ich spürte einen leichten, aber erschreckenden Druck auf den Rücken meiner beiden Augen, als seine Zähne auf den Augenhöhlen ruhten. Der Zahnschmelz zögerte, ohne die Oberfläche zu durchbrechen, und stand kurz davor, zu knirschen und zu kauen.

Ich wimmerte.

Irgendwo in meinem Schädel begann eine unsichtbare Zunge von innen nach außen zu lecken.

„Oh, Herrgott, bitte hör auf“, flehte ich.

„Wie geht es deiner Beule?“, fragte Pedro.

Zögernd drückte ich auf meine Schläfe. Die Beule war aufgeplatzt und war nun mit einer schmierigen, weiß-gelblichen Flüssigkeit benetzt. Es stank wie ein feuchter Abfallcontainer.

Ich wischte meine Hand an meiner Jeans ab und tastete erneut. Das Wachstum hatte sich mehr als nur gespalten. Es hatte sich verändert. Es gab Kurven und Furchen und ein kleines Loch in der Mitte. Ich stocherte mit beiden Händen in der Wucherung herum und versuchte zu bestätigen, was ich glaubte zu spüren. In meinem Kopf hatte sich ein drittes Ohr gebildet.

„Deine verdammten Augen!“, schrie Pedro in meinem Kopf.

Die Lautstärke war schwindelerregend und versetzte meine Nerven in Aufruhr, als wäre ich von einem Lichtstrahl getroffen worden. Ich fiel von der Couch und rollte mich auf dem Boden zusammen. Zum Glück war Pedro für den Rest der Nacht still. Am nächsten Morgen fand ich eine weitere Ohrblüte. Es war eine kleine Stelle auf meiner linken Seite, direkt unter meinem Brustkorb.

Es war eindeutig ein weiteres kleines Ohr, etwa so groß wie eine 50-Cent-Münze. In den nächsten Tagen sprossen immer mehr dieser Klumpen und platzten zu neuen Ohren in verschiedenen Formen und Größen auf. Ich wurde mit ihnen besprenkelt, eine Windpockenplage mit neuen Ohren.

Winzige Löcher bedeckten beide Hände.

Wenn ich die Finger an die Wand drückte, konnte ich hören, wie sich das Haus leicht im Wind bewegte und sich auf seinem Fundament absetzte.

„Das ist der Funk der Hölle“, sagte Pedro zu mir.

„Hör zu. Benutze deine neuen Ohren, alle. Und zwar Felder über Felder von ihnen.“

„Warum passiert das?“, fragte ich.

Aber Pedro antwortete nicht.

Später in der Nacht wachte ich mit dem neuen, schrecklichen Gefühl auf, dass Zähne in meine Augen bissen. Ein enormer Druck war zu spüren, scharfkantige Objekte bohrten sich von innen in mich hinein.

„Warte!“, flehte ich. „Bitte, hör auf.“

Und plötzlich platzten beide Augäpfel gleichzeitig auf.

Es wurde schwarz vor meinen Augen, vollkommen schwarz. Die absolute Abwesenheit von Licht. Irgendetwas nagte an meinen Sehnerven, riss und knabberte an den entleerten Säcken, mit denen ich früher sehen konnte. Der Schmerz war unerträglich. Ich schrie, bis ich in Ohnmacht fiel.

Ohne Bewusstsein träumte ich von riesigen Bäumen, an deren Ästen Lichter baumelten. In dem Traum war der Himmel sternenlos, bis auf einen hellen roten Punkt, der wie eine Stichflamme in der Luft hing.

Es dauerte einen Moment, bis ich begriff, dass ich erwacht war.

Ich hatte keine Schmerzen mehr, aber ich war völlig blind. Nicht nur blind, sondern auch augenlos.

Aus meinen Augenhöhlen sickerte eine feuchte, klebrige Substanz, die ich für Blut annahm. Ich wischte es mit den Fingern weg, die nun vollständig mit kleinen Ohren bedeckt waren.

Sie waren jetzt überall.

In allen Größen, klein und groß, sprossen sie aus jedem Zentimeter und zogen die Geräusche des Universums in mich hinein wie Fischerhaken, die sich in den Fang bohren.

Lärm, jedes Geräusch, war unerträglich. Das Dröhnen meines eigenen Atems ließ mich fast taub werden. Der Fernseher meines Nachbarn klang so laut, dass ich zu würgen begann. Vögel, die in den Bäumen landeten, Flugzeuge, die durch die Luft flogen, sogar die Satelliten in ihrer Umlaufbahn. Alles war kristallklar und gleichzeitig eine einzige Quälerei.

Am liebsten hätte ich geschrien, aber ich fürchtete, dass ich bei einem so lauten Geräusch ohnmächtig werden würde. Am schlimmsten war der Höllenfunk. Pedro machte krächzende Geräusche, als ich über den Boden kroch. Das Knirschen meiner Bauchohren auf dem Teppich war so unerträglich, dass ich mich übergeben musste.

Ich konnte das Gespuckte nicht sehen, aber der Beschaffenheit nach zu urteilen, war sogar das eigene Erbrochene mit Ohren gespickt.

„Ohren, Ohren überall“, sang Pedro, „aber kein Augapfel zum Verspeisen“.

Ich kann spüren, wie Pedro in meinem Kopf herumschleicht, während ich diesen letzten Bericht schreibe. Er ist hungrig und leckt laut an meinem Gehirn. Seine Zunge fühlt sich an wie ein Duschschwamm, der aus Rasierklingen gefertigt wurde. Das Tippen fällt mir schwer, da jede Fingerspitze jetzt ein fleischiges Ohr ist. Dass ich den Bildschirm nicht sehen kann, ist auch nicht hilfreich. Dafür höre ich die Tasten, während ich sie betätigte.

Ich kann die Elektronen wahrnehmen, die durch die Drähte meines Computers schießen. Jeder Buchstabe hat eine etwas andere Frequenz. Ich kann fast hören, wie sich meine Geschichte zusammenfügt. Der Höllenfunk knistert und fließt überall um mich herum. Als ich spüre, wie die ersten Zähne an meiner grauen Substanz knabbern, habe ich meine Kieferohren zum Lachen geöffnet.

Pedro ist wirklich nur ein Geisteszustand.


Original:
„The devil that lives inside me“ von Travis Brown

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