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Nachtlieferung

Die Pizza

Ich war bereits auf halbem Weg zur Haustür, als ich den Lauf einer Pistole in meiner Seite spürte. “Geh zurück ins Auto”, raunte eine bedrohliche Stimme in mein Ohr. “Wenn du auch nur einen Laut von dir gibst, bist du tot, bevor dich jemand entdecken kann.”

Der Pizzakarton in meinen Händen fühlte sich plötzlich so schwer wie Blei an. “Bitte tu das nicht”, flüsterte ich zittrig. “Nimm einfach die Schlüssel aus meiner Tasche und geh.”

Stattdessen rammte mir der Mann die Waffe so fest in die Rippen, dass ich vor Schmerz fast keuchte. Ich wandte mich um in Richtung Auto, während er mir dicht auf den Fersen war und mir drohte, mir eine Kugel in den Kopf zu jagen, wenn ich versuchen würde, davonzulaufen. Als ich auf den Fahrersitz kletterte, war meine Pizzeria-Uniform schon feucht vor kaltem Schweiß.

Während der nächsten halben Stunde musste ich mit vorgehaltener Waffe herumfahren. Mein Chef rief mich immer wieder an, bis der Mann mein immer noch klingelndes Telefon aus dem Fenster warf.

“Glaubst du an das Schicksal?”, fragte er, aber ich hatte zu viel Angst, das Falsche zu sagen, als dass ich hätte antworten können.

“Jetzt schon”, fuhr er fort, unbeirrt von meinem Stillschweigen, und ließ ein Lächeln aufblitzen, das mir einen Schauer über den Rücken jagte. “Du bist genau zum richtigen Zeitpunkt in mein Leben getreten.”

Ich überlegte, ob ich ihm sagen sollte, dass dies mein letzter Abend in einem lausigen Job sein sollte, in dem sich jede Schicht wie eine Ewigkeit anfühlte, und ich wünschte mir nichts sehnlicher, als nach Hause zu gehen, mich ins Bett zu verkriechen und nie wieder auch nur ein Stück Pizza ansehen zu müssen. Aber ich wusste, dass ich ihn damit nur wütend machen würde, also hielt ich den Mund und umklammerte das Lenkrad so fest, bis meine Knöchel weiß wurden.

Schließlich befahl er mir, an eine abgeschiedene Häuseransammlung heranzufahren, in der der Mann auf ein graues Haus mit einer leeren Einfahrt deutete und bösartig grinste. “Wir werden warten, bis sie nach Hause kommen, dann nimmst du den Pizzakarton und klopfst an die Tür. Wenn sie aufmachen und dir sagen, dass sie nichts bestellt haben, stürme ich rein.”

“Werden Sie jemandem wehtun?”, fragte ich misstrauisch. Er verengte seine Augen bedrohlich und mein Herz setzte einen Schlag aus.

“Tu einfach, was ich sage”, antwortete er unwirsch, “und dann kannst du gehen.”

Aber ich habe ihm nicht geglaubt.

Die Zeit verging. Der Geruch von Tomatensoße und Knoblauch hing schwer in der angespannten Luft des Autos.

“Ich habe Hunger”, meinte er und griff nach dem Pizzakarton.

Er hatte zwei Stücke verzehrt und war gerade dabei, ein drittes zu essen, als ich die Verwirrung in seinen Augen flackern sah. Die Pistole glitt ihm aus dem Griff und er krallte sich verzweifelt an die Kehle und rang nach Luft. Schaum bildete sich auf seinen Lippen, während er röchelte und sich verkrampfte. Ich sah zu, wie sein anklagender Blick in ein blasses, lebloses Blau überging, und kurz bevor mein Entführer verstarb, sprach ich die letzten Worte, die er je zu hören bekommen hatte.

“Die hier war nicht für Sie.”

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