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Paranoia – Sind sie real?

Heute ist ein wirklich toller Tag. Oder warte.. Eigentlich waren die ganzen letzten Tage ebenfalls gute Tage! Die Sonne lächelt fröhlich und das Lied der lustig Vögel ertönt aus jeder Richtung. Ich sitze alleine auf einer kleinen braunen Parkbank, welche vor einem klaren See steht. Die Lichtstrahlen der Sonne lassen das Wasser glitzern und funkeln, wie einen polierten Diamanten. Ich höre das fröhliche Lachen spielender Kinder, die auf der Wiese auf der anderen Seite des Kleines Sees liegt, spielen. Ein kleiner Ahornbaum spendet mit Schatten, während ich hier in mein Notizbuch schreibe. Es ist zwar eigentlich ein Tagebuch, aber das hört sich ziemlich seltsam an. Ich schreib ja nicht jeden Tag etwas auf. Nur ab und zu. Mein Betreuer hat mir das Empfohlen, also das ich immer wieder was in dieses kleine Buch im Din A6 Format schreibe. Allerdings hat er vermutlich nicht gemeint, dass ich meine Geschichte niederschreibe.

Aber vielleicht sollte ich erst mal etwas über mich erzählen. Zumindest denke ich, dass ich das machen sollte. Naja, Schaden kann es jedenfalls nicht.

Ich bin am 08.06.72 geboren und werde am 08.06.18 46 Jahre alt. Ursprünglich komme ich aus Deutschland, zog dann aber mit Meiner Mutter Sarah (sie verstarb 2000 also 18 Jahre bevor ich Sie noch einmal sehen konnte) 1980 nach Amerika. Meinen Vater kenn ich nicht und ich habe auch keine Geschwister.
Meine Haare sind mittlerweile mehr grau, denn schwarz. Meine Statur ist ziemlich schmächtig und mit einer Größe von 1.80m bin ich eher durchschnittlich. Mein Gesicht ist auch ziemlich durchschnittlich, also halt ein Allerweltsgesicht.

Tja.. mehr gibt es da nicht zu sagen. Nur, warum ich da bin, wo ich gerade bin.

1990 hatte ich einen „kleinen“ Autounfall (mit 2 toten und drei schwer verletzten (unter anderen ich und mein Freund Brandon) infolgedessen ich überall grausige und verstörende Sachen sah.
Am Anfang war es noch harmlos. Hier und da ein Gesicht an einer Stelle an der es eigentlich nicht sein sollte. Zum Beispiel als ich damals in den Spiegel geschaut habe und direkt über meiner rechten Schulter war ein Gesicht, welches die Lippen zu einem Grinsen verzog. Ich war schon immer ziemlich schreckhaft und hab erst mal geschrieen als ich es sah. Dann drehte ich mich langsam um, doch da war nichts. Als ich wieder in den Spiegel sah, war es nicht mehr zu sehen.

Ich dachte, dass ich es mir nur eingebildet habe. Doch es blieb nicht bei dem einen Vorfall…

Egal wo ich hinging, überall sah ich Gesichter an stellen, an denen sie nicht sein sollten. Und sie sahen auch immer schrecklicher aus. Ein Gesicht war so zerstückelt, dass von der linken Backe ein Hautlappen runterhing und ich das rote Fleisch und die weißen Gebissknochen sehen konnte. Dann gingen diese Erscheinungen noch einen Schritt weiter: Es waren nicht mehr nur Gesichter, die einfach in der Luft schwebten und mich zu verfolgen schienen, sondern diese Gesichter bekamen Körper, die auf der Stelle standen, am Boden in irgendwelchen Gassen lagen oder hinter Fenster standen. Diese Körper befanden sich auch in unterschiedlichen Stadien der Verunstaltung. Egal ob Schienbeinknochen die durch das Bein ragten, aufgeschlitzte Kehlen, Leute, denen ein Glasgow-Smile (also ein Schnitt von linken Ohr über den Mund bis hin zum anderen Ohr) verpasst wurde oder von Säure (oder von irgendwelchen Nagetieren) angefressene Gesichter bei denen die Hälfte fehlte. Ein paar eingeschlagene Köpfe sah ich ebenfalls.

Ich wurde immer Paranoider, da diese schrecklichen Dinge mich zu verfolgen schienen. Ich schmiss meinen Job als Elektriker hin und zog mich immer mehr zurück.

Doch diese Dinger erschienen auch in meinem Haus.

Eine Jahre alte Wasserleiche in meiner Badewanne, eine ausgeweidete Frauenleiche auf meinem Flurboden oder auch eine kopflose Leiche deren Körper von Kugeln zerstiebt wurde.

Dann passierte es: Ein Pfadfindermädchen, dass Kekse an den Türen verkaufte, klopfte an meiner Tür. Ich machte sie vorsichtig auf, hinter meinem Rücken ein Fleischermesser in der Hand falls es eine dieser Erscheinungen wäre (nachdem ich dieses Messer ständig bei mir hatte, verschwanden die Erscheinungen).

Was darauf folgte, ist mir bis heute im Kopf geblieben und ich weine jeden Tag um Vergebung. Wahrscheinlich werde ich nach meinem Tod in der Hölle schmoren, und das habe ich auch verdient.

Denn mein Gehirn gaukelte mir nach Tagen wieder eine Erscheinung vor:
Das Gesicht des Mädchens war blutverschmiert, ihre Augen waren nicht vorhanden und in ihren leeren Augenhöhlen glühte ein kleines blaues Licht. Statt normalen Zähnen, besaß sie mehr Nadelspitzartige Zähne, als in ihren Mund passten. Ihr Bauch war offen und ihre Organe lugten daraus hervor. Ihre Finger sahen aus, als ob sie in einen Spitzer gesteckt wurden.

Da drehte ich durch..

Ich fing an kreischend zu brüllen und hackte ihr das Messer in die Schulter. Ob sie geschrieen hat, weiß ich nicht. Wahrscheinlich schon, aber ich hörte keinen Laut. Ebenso sah ich nicht, wie ihr Gesicht sich höchst wahrscheinlich vor Schmerz verzerrte und Angst sich in den Augen spiegelte. Ich stach immer wieder auf diese „Erscheinungen“ ein und metzelte ihr Gesicht weg. Blut tropfte von Fleischermesser und färbte den grauen Asphalt. Während ich das arme Mädchen massakrierte, kamen schreckensbleiche Menschen in unsere Nähe. Einige riefen Polizei und Krankenwagen, andere filmten alles, bestimmt um es später den Freunden zu zeigen und im Internet zu veröffentlichen.

Was tut der likegeile Mensch nicht alles, um seine voyeuristischeTriebe zu befriedigen. Wirklich grauenvoll, dass es solche Menschen gibt und einen Großenteil der Menschheit ausmachen

Und dann gab es noch ein, zwei Männer die versuchten mich von der toten Pfadfinderin wegzuzerren. Doch ich schwang das Messer in deren Richtung und Ritze einem die Wange auf. Daraufhin ließen sie von mir ab.

Während dieser ganzen Tat soll ich „Stirb du scheiß Ausgeburt der Hölle!!!“ geschrien haben.

Dann war die Polizei da, entwaffnete mich in dem sie mir in die Messerhand schossen und stießen mich brutal ins Polizeiauto. Die Sanitäter die zur gleichen Zeit kamen, deckten die zerfetzte Leiche mit einer Decke zu und schafften sie auf eine Trage in den Krankenwagen. Die Menge zerstreute sich wahrscheinlich.

Der Staatsanwalt wollte mich so schnell wie möglich dem Tod überlassen, doch eine psychiatrische Untersuchung zeigte, dass ich nicht wusste was ich tat. Ich weiß auch jetzt nicht alles.

Jedenfalls wurde ich in eine Psychiatrische Einrichtung eingewiesen, welche viele Meilen fern vom Tatort war. Denn dort in der kleinen Stadt gab es zwar auch eine Psychiatrie, aber nur sehr schwach bewacht. Die Menschen hätten sie gestürmt und mich am nächsten Baum gehängt. Ich kann es ihnen nicht verübeln.

Mehrere Jahre war ich dann dort und rehabilitierte langsam. Ins Gefängnis kam ich nie, da mich die Leute vergaßen und sich keiner drum kümmerte. Mir war es recht.

Jedenfalls wurde ich vor wenigen Tagen als genesen entlassen (ich schaffte es, diese Dinger eine Zeitlang zu ignorieren, doch sie waren immer da) und versuche mein restliches Leben zu leben. Doch es funktionierte nicht.

Während ich dies hier alles niederschreibe, spüre ich, wie ich wieder beobachtet werde und lächel. Meine linke Hand ist in meinem Rucksack der neben mir auf der Bank liegt und mit der ergreife ich die einzige Sache die ich eingepackt habe.

Ich hoffe, dass jemand eines Tages diese meine Geschichte liest und versteht, warum ich tat, was geschehen ist.

Nun ziehe ich die Pistole aus meinem Rucksack, richte die Mündung an meine Schläfe, grinse die Erscheinungen an und bin froh, das alles hinter mir zu lasse da es nun zu Ende sein wird

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