GeisteskrankheitMittelRitual

Ritual des Schlaflosen

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Endlos finstere
Nacht. In deinen Augen scheint deren bewölkter Himmel in unmenschlich Rot
getaucht worden zu sein. Deine Schritte beschleunigen sich stetig. Steigern
sich ins fluchtartige Sprinten. Die kalte Luft peitscht dir unangenehm ins
Gesicht. Deine nackten Füße fühlen sich in jedem weiteren Moment tauber an. All
das wird von deinem Adrenalin überdeckt. Dein einziges Bestreben ist es, vor
diesem Mann zu flüchten. Gegen ihn zu kämpfen wäre dein sicherer Untergang. Das
alles nur, weil du ihm begegnen wolltest.  Du bist ja so naiv gewesen.

Früher: am Abend

Du hast im
Internet von diesem Mann gelesen. Die angeblich erfundene Geschichte eines
jungen Serienmörders. Einer verlorenen Seele, deren Abgrund zwar tief ist, doch
dort nicht zur Gänze versunken zu sein scheint. Seit jeher zieht es dich selbst
zur Dunkelheit der Welt. Bist fasziniert von allem morbiden Diesseits.
 Jener Mörder hat innerhalb seiner
Geschichte auch Gutes getan. Je weiter du in dessen Geschichte eingetaucht
bist, desto inniger stieg dein Wunsch ihm zu begegnen. In gewisser Weise  kannst du
dich mit seinem andersartigen Charakter identifizieren. Du hast sogar mit dem
Autor seiner Geschichte geschrieben. Hast ihm deinen innigsten Respekt gezollt.
Wolltest wissen, wie er auf die Idee zu seiner Schöpfung gekommen ist. Dann hat
er dir etwas gesagt, was dich vollkommen in Euphorie versetzt hat. Dieser Autor
sagte dir, dass seine geschriebene Geschichtsfigur realer ist, als du es dir
vorstellen könntest. Er hat dir erklärt, dass der Mörder seine dunkle Seite
widerspiegelt. Es solle eine Möglichkeit geben, ihn zu kontaktieren. Aus der
Dunkelheit des Menschen hervorzubringen. Detailliert hat er dir vor einigen
Tagen, zugegebenermaßen nach einigen Überredungsversuchen deinerseits, erklärt,
wie er herbeizurufen ist.

Endlich ist
es soweit. Bei dir Zuhause sitzend, hast du alles vorbereitet, deine Wunschbegegnung
zu dir kommen zu lassen. Mit drei schwarzen Kerzen, einem Blatt Papier,
Bleistift, Feuerzeug und deinem eigenen Foto auf deinem Boden ausgebreitet,
bist du endlich bereit, deinem Ziel einen gewaltigen Schritt entgegenzutreten.
Die Kerzen stellst du im Dreieck vor deine geschlossene Zimmertür. Penibel achtest
du darauf, dass nichts Brennbares in der unmittelbaren Nähe zu finden ist und,
dass die Kerzen fest stehen. Eine nach der anderen zündest du an. Das Foto,
welches dich lächelnd zeigt, legst du in die Mitte des eben entstandenen
Dreiecks. Mit jedem Arbeitsschritt, beginnt dein Herz wilder zu schlagen. Deine
zarten Hände zittern wie Espenlaub. Es legen sich, trotz jener Aufgeregtheit,
Zweifel über die Wirksamkeit deines Handelns. Mit einem heftigen Kopfschütteln
wirfst du all diese störenden Gedankenhindernisse ab und fährst mit deinen
Vorbereitungen fort. Du kannst es kaum erwarten, dass ER leibhaftig vor dir steht. Auf das Blatt schreibst du in großen
Druckbuchstaben, mittels deines Bleistiftes, den Namen des Objekts deiner
Begierde. Auf deinen aufgeregten Händen bildet sich Schweiß. Mit zittriger
Stimme liest du deinen Ritualtext vor.
„Im Dunkel der Nacht, über uns der Schlaflose wacht. So lad ich dich ein,
in mein finsteres Heim. Strecke deine kalte Hand – Nimm alles Leben als
Pfand“.

Als du
endest, wartest du einige ewigwirkende Sekunden ab. Horchst genauestens in die
Stille deines leeren Zuhauses hinein. Deine Eltern sind heute Abend auf
irgendeiner Tanzveranstaltung. Keine auffälligen Geräusche, die das Eindringen
eines Fremdlings ankündigen würden. Noch einige 
Zeit lang sitzt du vor dem leuchtenden Dreieck und hoffst zutiefst, dass
doch noch etwas geschieht. Doch nichts passiert. Du stellst frustriert fest,
dass dich dieser Autor lediglich an der Nase herumgeführt hat. Sich
wahrscheinlich gerade bei seinen Autorenkollegen über dich kaputtlacht. Hastig
pustest du die Kerzen aus, schaltest dein Licht wieder an und räumst mit einer
Mischung aus Wut und Trauer dein Zimmer auf. Entschlossen beschließt du, dass
du diesem Arschloch von Autor morgen ordentlich die Meinung geigen wirst. Als
deine Aufräumaktionen enden, beginnst du in regelmäßigen Abständen ausgiebig zu
gähnen. Deine Handyuhr zeigt dir 21:15 an. Ungewöhnlich früh für dich, um so
müde zu sein. Schulterzuckend schaltest du dein Licht aus und legst dich in
dein Bett. Umso besser, denn je eher du schläfst, desto eher kannst du diesem
Autor alles an seinen arroganten Kopf knallen.

Der Schlaf
holt dich rasch ins Land der Träume. Du träumst von einer dunklen Straße. Dort
findest du dich Barfuß wieder. Vor und hinter dir scheint diese unbefahrene
Stadtstraße ins Unendliche zu führen. Links und rechts von dir befinden sich
Häuser, deren sämtliche Fenster kein Zeugnis von Leben innerhalb der Gebäude
abgeben. Keine Vorhänge oder sonstige Verzierungen. Auffällig ist die absolute
Stille an diesem Ort. Kein Geräusch, welches die Anwesenheit anderen Lebens
aufzeigen könnte. Dein Blick richtet sich gen Himmel. Er ist in ein tiefes rot
gefärbt. Unmut breitet sich in deinem Inneren aus.
„Du hast mich gerufen.“, hallt eine männliche markante Stimme zu dir
herüber. Dein Herz setzt einen Schlag lang aus, während du hastig herumwirbelst.
In einiger Entfernung kannst du etwas erkennen, das dir schlagartig deinen Atem
raubt. Eine vom Dunkel der Nacht verfinsterte Silhouette, dessen Augen auf
unnatürliche Weise leuchten. Dein Herz rutscht dir augenblicklich in die Hose.
Du erkennst diese Augen. Weißt, zu welchem Individuum sie gehören. Nur kannst
du es nicht glauben, dass er tatsächlich zu dir gekommen ist. Zögerlich gehst
du ein paar Schritte auf ihn zu, doch gerätst du außerordentlich schnell ins
Stocken. Du traust dieser Situation keineswegs.

„Was
willst du von mir?“, durchbricht der schlaflose Mörder mit den
verschiedenen farbigen Augen die Stille des Dunkels. Du möchtest etwas
erwidern. Ihm sagen, wie sehr du dich freust ihn zu sehen. Und dennoch
schleichen sich Angstgefühle neben deine Euphorie, denn du hast trotz allem
nicht vergessen, was diesen Mann auszeichnet.
„I-Ich.“, beginnst du zu stammeln und gleichzeitig setzt sich die
Silhouette in Bewegung. Kommt langsamen Schrittes auf dich zu. Die
verschiedenfarbigen Augen scheinen über dem Boden zu schweben.
„Ich will dich treffen.“, schaffst du mutig hervorzustoßen. Der
dunkle Umriss hält inne. Einige lange Momente herrscht erneut absolute Stille. Dann
erschallt ein bestialisches, fast schon hysterisches Lachen, sodass dein Blut gefrieren
lässt. Irgendetwas in dir gibt dir die Anweisung zu rennen. Du weißt nicht genau,
woher dieser Impuls dringt, aber er besiegt jegliche andere Gedanken. Keuchend
setzt du dich in Bewegung, um vor dem ehemaligen Objekt deiner Begierde zu
flüchten.

Der erste
Schulterblick hinter dich zeigt jenen Mörder, der auf den Namen
„Sleepless“ hört. Dieser ist einfach stehen geblieben. Einzig sein
unheilschwangeres Gelächter hallt durch die endlos langen Straßen dieses
merkwürdigen Ortes. Dein Impuls, dich in Bewegung zu halten will nicht abebben.

Zweiter Schulterblick hinter dich. Das schlaflose Ungetüm folgt dir mit
langsamen Schritten.
„Wo willst du denn hin? Dachte du wolltest mich treffen?“, ruft er
dir mit vor Spott triefender Stimme hinterher. Dein Herzschlag beschleunigt
sich sekündlich. Eiskalte Angst erfriert deinen Geist. Panisch ziehst du das Tempo
deiner Laufgeschwindigkeit an. Egal wie viele Meter du auch zurücklegst, die
Straße scheint kein Ende, geschweige denn eine Abzweigung zu nehmen.
Dritter Schulterblick hinter dich. Ein Schreckensschrei, welcher seinesgleichen
sucht, entfährt dir, als du erkennst, dass Sleepless direkt hinter dir läuft. Du
kannst nun auch endlich sein Gesicht erkennen. Es ist jugendlich und durch sein
animalisches Grinsen regelrecht furchterregend entstellt. Er wirkt wie ein
Raubtier, dessen Beute just in diesem Augenblick durch die Straßen dieser
Geisterstadt rennt.

Schreiend
reißt du deine Augen auf. Orientierungslos und nur langsam realisierend, was da
gerade geschehen ist, liegst du in deinem schweißdurchnässten Bett. Du brauchst
einige Augenblicke, um wieder zu Atem zu kommen. Dir ist, als seist du gerade
wirklich diese große Distanz gelaufen, doch tust du es ziemlich schnell als
Albtraum ab. Dein Blick fällt auf die leuchtenden Zahlen deiner Handyuhr. 01:20
Uhr.
„Was für ein Traum.“, hauchst du zu dir selbst, als du dich müden
Blickes in deinem Zimmer umschaust. Als dein Blick jedoch aus dem Fenster
fällt, entfährt dir ein „Was zum Teufel.“
Der bewölkte Nachthimmel ist in ein düsteres Rot getränkt. Es wirkt auf dich,
als hätte man die Wolken in weinrote Farbe getaucht. Du bemerkst ein
unregelmäßiges Leuchten, auf der Straße, welches von deinem Zimmerfenster aus
zu sehen ist. Grün und Blau.
Erschrocken trittst du einen Schritt vom Fenster weg. Irgendetwas stellt dir
beim zurückgehen ein Bein. Du fällst unsanft zu Boden. Ehe du realisieren
kannst, was da gerade passiert ist, findest du dich auf einer verlassenen
Straße wieder. Über dich beugt sich das grausam grinsende menschliche Monstrum,
dessen leuchtende Augen nach Blut lechzen. Sleepless‘ Gesicht ist Deinem so
nahe, dass seine schulterlange Haare beinahe deine Wangen berühren. So hast du
dir das Treffen mit Sicherheit nicht vorgestellt.. Pure Angst rinnt durch deine
Nervenbahnen, wie ein Gift, welches dich langsam, doch zu lähmen beginnt.

„Ja du
hast mich zu dir gerufen. Glaubst du, dass ich Höflichkeitsbesuche abhalte?
Dass wir ein nettes Gespräch führen?“, sagt der grausam lächelnde
Serienmörder, dessen leuchtende Augen die deinen blenden. Reflexartig schließt
du sie. Der Fakt, dass du nicht mehr sehen kannst, was als nächstes geschieht,
erzeugt in dir eine ungreifbar starke Angst.
„Aber. Der Autor.“, beginnst du, allen Mut zusammennehmend.
„Hat dir gesagt, wie man mich herbeiruft? Damit hat er dich mir
ausgeliefert.“, beendet Sleepless mit hörbarem Genuss deinen begonnen
Satz. Etwas Kaltes berührt deine Wange. Du kennst seine Geschichte. Weißt, mit
welcher Waffe er vorzugsweise tötet. Skalpelle. Stechender Schmerz durchdringt
deine Synapsen. Seine scharfe, dünne Klinge dringt in dein zartes Wangenfleisch
ein. Schmerzerfüllt schreist du dir deine gottverdammte Seele aus dem Leib. Die
Gesichtsbewegung, die du währenddessen gezwungenermaßen ausführst, bewegt das
Schmerzinstrument unkontrolliert, was deine Pein in ein grausames Maximum
treibt. Dein Schrei wird immer intensiver und endet damit, dass du erschrocken
deine Augen aufreißt. Weiche Unterlage. Vertraute Decke, die deinen zitternden
Körper wärmt. Du liegst wieder in deinem Bett. Dein Oberteil ist vom Schweiß
vollkommen durchnässt.
„Was  zum Teufel ist hier los?
Wieder nur ein Traum?“, sprichst du vollkommen verwirrt zu dir selbst.

Dein Handy
beginnt zu klingeln. Ein Schreckensschrei entfährt dir als Reaktion auf diese
unvorbereitete Geräuschkulisse. Es ist dein Weckton. Du kannst dich absolut
nicht daran erinnern, dir den Wecker gestellt zu haben. Die Uhr zeigt: 03:30
an. Verschlafen stellst du den quälenden Ton aus und dein Blick fällt auf das
Hintergrundbild des Handybildschirms.
„Oh mein Gott..“, wimmerst du, als du dein eigenes Abbild erkennst.
Eine tiefe, blutende Schnittwunde „ziert“ deine Wange. Genau dort, wo
dich Sleepless in deinem Traum malträtiert hat. Vorsichtig streichst du über
die Stelle auf deiner Wange. Deine Haut fühlt sich uneben an, als hättest du
dort…
„Wie gefällt dir dein Narbengewebe?“, spricht die markante Stimme
Sleepless‘ hinter dir genüsslich. Ein eisig kalter Schauer überkommt deinen von
Unruhe gepeinigten Körper.

„Was
willst du von mir!?“, schreist du den schlaflosen Mörder verzweifelt an.
Du spürst, wie deine Psyche durch all den Druck zu bersten droht.
„Werde mir das nehmen, was du mir versprochen hast. Alles Leben als Pfand.
Du gehörst mir.“, erwidert Sleepless mit düsterer Genugtuung und kommt
einen Schritt auf dich zu. Tränen der Angst rinnen über dein Gesicht. Sleepless
wird sich ausgiebig Zeit für dich nehmen. Wird dich brechen. Körperlich und
seelisch. Alles nur, weil du ihm nur einmal begegnen wolltest. Und sag mir,
liebes Mädchen. War es das wirklich wert? Bist du wirklich bereit diesen Preis
zu bezahlen? Ist dein Fanatismus gegenüber Serienmördern wirklich so groß, dass
du dich dafür aufgeben möchtest? Sleepless ist realer, als manch einer zu
glauben vermag… Leb wohl. Du warst ja so naiv. Und wieder einmal eine Nachricht einer Neugierigen, voll von Fragen, nach dem wohl bekanntesten Wesen, dem ich je das Leben schenkte…ich brenne vor Neugierde, ob auch sie mein finsterstes Werk zum Leben zu erwecken vermag.?

Autor: Lord Maverik

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