ClassicEigenartigesMittel

SaleMan

Ich war 15 Jahre alt und
es war an einem Juniwochenende,
als alles anfing.

Meine Mutter hatte entschieden,
die Stadt kurzzeitig zu verlassen,
um ihre etwas weiter entfernte Familie zu besuchen,
weil sie der Auffassung war, dass sie eine Auszeit gebrauchen könnte.

Daran war noch nichts ungewöhnlich,
da sie ständig einfach so aufbrach um die, wie sie es nannte, „ihre andere Seite” zu besuchen.

Sie besuchte entweder ihre Eltern – die mir auch sehr Sympathisch erscheinen –
die eine bescheidene Hütte in der ländlichen Gegend Englands besaßen;

oder wenn sie sich strapazierfähig fühlte,
machte sie eine längere Reise, um ihre nervige, verrückte Cousine,
die auf ihrem endlos scheinenden Grundstück in Spanien lebt zu besuchen.

Diesmal ging sie zu Letzterem.
Ich hatte nie wirklich das Verlangen,
ihrem dauerhaften,
langatmigen Gewimmer über ihre Wichtigkeit zuzuhören;

Aber wenn ich nocheinmal vor diese Wahl gestellt werden würde,
würde ich mich glücklich schätzen,
mir eine Woche lang ihren unerträglichen Abschweifungen zu lauschen,
wenn ich bedenke,
was für eine Woche mich andernfalls erwartete.

Ich wurde an einem Freitag Morgen von meiner Mutter geweckt,
die mich für diesen Tag krank schrieb.

Sie erzählte mir,
dass sie Montag Morgen wieder da sein würde,
um genau rechtzeitig wieder da zu sein,
um den Lehrern zu erzählen,
dass ich an einer drei Tage Grippe erkrankt wäre.

Ich trug ihre Taschen zum Auto,
gab ihr einen Kuss auf die Wange,
winkte ihr zum Abschied und schon war sie verschwunden.

Ich lief in die Küche,
um mir Frühstück zu machen.

ich konnte an nichts anderes denken,
als an die Aufregung, die ich empfand,
als mir meine Mutter das erste Mal erlaubt hatte,
für längere Zeit alleine Zuhause zu bleiben.

Diesmal war es anders,
fast schon alltäglich.

Schon der allererste Tag ödete mich an.
Ich hörte Musik, spielte ein paar Spiele,
schaute einen Film und machte all die Sachen,
die ein gelangweilter Jugendlicher nuneinmal machen würde.

Dann schlief ich ein.
Nach gefühlten 2 Stunden Schlaf,
wachte ich Nachts von einem Klopfen auf.

Ich erhob mich von der Couch wie ein Zombie,
noch immer schläfrig und mit Schmerzen aufgrund der merkwürdigen Position,
in der sich meine Gliedmaßen befanden.

Ich hatte ursprünglich vor,
das Klopfen einfach zu ignorieren,
aber der Gedanke daran,
dass es ein Freund sein könnte,
brachte mich dazu, nachzusehen –
Gesellschaft zu haben, lässt das Wochenende immer schneller vorübergehen.

Ich ergriff die Türklinke,
setzte ein undeutliches Grinsen auf und hoffte,
dass ich nicht so müde aussah,
wie ich mich fühlte.

Mit halb geschlossenen Augen und diesem merkwürdigen Gefühl im Mund,
das man manchmal nach dem Aufstehen hat, öffnete ich die Tür.

Meine Augen weiteten sich,
als ich sah, was ich dort vor mir sah.

Ein großer,
dürrer, alter Mann stand in der Tür.

Er trug einen schwarzen Anzug mit Fliege und trug einen alten Filzhut,
der auf seinem zerzausten, grauen Haar lag.

Sein weißes Shirt war mit gelben und braunen Flecken übersät,
welche für mich wie Kaffeeflecken aussahen;
und die Schuhe, die er trug, sahen sehr gepflegt aus und glänzten –
Ich konnte sogar meine Reflektion darin sehen.

Er begann zu sprechen:
Seine Stimme war ruhig und ähnelten dem Tonfall eines Kindes,
aber ich konnte mich nicht wirklich darauf konzentrieren.
Ich wusste, dass er gerade sprach, aber ich konnte mich nicht auf die Worte konzentrieren;

 

Zumindest nicht solange ich in sein Gesicht schaute und in seine Augen starrte.
Er sah angespannt aus und seine alte Haut war von Falten übersät und sehr blass,
sodass es schon fast wie ein Silberton schien;

Aber seine Augenränder waren komplett schwarz.
Es sah so aus, als hätte er Kohle um seine Augen herumgerieben,
nur um den Fokus auf seinen intensiven Blick zu richten.

An ihnen war nichts menschliches,
viel mehr schienen sie hohl und leblos.

Die Furcht, die ich verspürte,
als er förmlich direkt durch mich hindurchschaute, war unvergleichlich.

Ich nahm einen tiefen Atemzug und murmelte schließlich ein Wort vor mich hin. „Hallo”, sagte ich.

Er lächelte – es war ein fieses Lächeln,
dass mich in meinen Träumen heimsuchen würde.

Es schien sich direkt bis zu seinen Ohren auszubreiten,
als gäbe es nichts, dass es aufhalten könne.

Sein Mund war mit rasiermesserscharfen,
schwarzen Zähnen bestückt.

Hin und wieder war seine ebenfalls schwarze Zunge zusehen,
mit der er sich über die Lippen leckte.

Mit dem Kopf in einer leichten Schräglage summte er sanft
„Hallo mein Junge – Mir liegt da etwas auf der Zunge.
Ich habe hier für dich ein Angebot –
Eine Art Lösung für dich in deiner Not.
Ich bin ein Verkäufer weißt du –
ein von Tür zu Tür Läufer.
Alles was ich brauche,
ist ein kleiner Moment deiner Zeit und
schon ist für dich dein Seelenfrieden bereit.
Was sagst du dazu?”

Ich konnte mich nicht bewegen und ich atmete schwer –
Ich fühlte mich paralysiert.
Furcht übermannte mich.
Ich murmelte schließlich einen Satz:
„Ich kann nicht – Ich muss gehen – Das ist alles zu viel, tut mir Leid.”

Die Tür schlug hinter mir zu und ich konnte wieder atmen und nachdenken.
Ich sank auf den Boden und versuchte das Geschehene zu verarbeiten.

Als plötzlich aus dem nichts auf Aufschlag ertönte.
Ich schaute mit weit aufgerissenen Mund herauf und warf meinen Blick umher,
während ich langsam aufstand.
Ich machte mich auf den Weg in die Küche,
aus der ich ein sanftes Summen hören konnte;
Es hörte sich nach einer Kindermelodie an,
aber da ich nicht wusste, woher das Summen kommt,
lief mir ein Schauer über den Rücken.

Mir wurde mulmig,
als ich mich zu einer Ecke umdrehte und den Mann dort sah,
wie er diese Melodie summte und mich seinem markanten Lächeln anstarrte.

„Schön dich zu sehen – willst du einfach nur dort herumstehen?”, summte er.

Ich stürmte zur Treppe, rannte direkt an meinem Schlafzimmer und an dem Zimmer meiner Mutter vorbei und verschwand schließlich im Badezimmer.

Ich konnte ihn direkt vor der Tür singen hören.
„Wo bist du denn?
Du brauchst nicht davon zu renn(en).”

Ich verfiel in Panik und wusste nicht,
was ich tun sollte.

Dann traf es mich;
Meine einzige Chance.
Ich hatte es zunächst nicht einmal in Erwägung gezogen,
aus dem Badezimmerfenster im zweiten Stock zu klettern,
aber ich musste es tun.

Die Schatten,
die durch das Licht auf dem Flur unter der Tür hindurchgeworfen wurden,
zwangen mich dazu.

Ich öffnete das Badezimmerfenster und starrte heraus – aber ich stoppte.
Dort war er;

Er stand am anderen Ende des Gartens,
winkte mir zu und lief langsam die Straße entlang,
während sein Lied langsam mit ihm in die Entfernung entschwand.

In dieser Nacht schlief ich im Badezimmer.
Die Tür und das Fenster hatte ich natürlich verschlossen.
Ich baute mir ein Bett aus einem Haufen Handtüchern.

Ich konnte mich nicht dazu durchringen,
vor Sonnenaufgang das Badezimmer zu verlassen.

Schließlich brach der nächste Tag an –
es kam mir wie eine der längsten Nächte in meinem Leben vor –
und ich musste einfach aus dem Haus.

 

Ich ging zu meinem Freund herüber,
um den Tag dort zu verbringen –

Er hieß Adam und er war ein kleiner,
dünner Junge, den ich schon mein ganzes Leben lang kannte.

Ich dachte mir,
dass er mir vielleicht helfen könnte,
das Geschehene zu vergessen.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl,
wenn dir etwas so Verängstigendes widerfährt,
fast so,
als wäre alles garnicht wirklich passiert;

Du fängst an,
an dir selbst zu zweifeln.
Es ist fast so, als hättest du einen inneren Zwiespalt –
aber tief in meinem Herzen wusste ich, dass es wirklich passiert war;

und falls ich zu diesem Moment doch noch nicht ganz
von der Existenz des Verkäufers überzeugt gewesen war,
wäre der Glaube daran,
nach diesem Wochenende,
für immer in meinen Verstand geritzt.

Später an diesem Abend wurde mir gesagt,
dass ich nicht bei Adam übernachten konnte,
da sie am nächsten Morgen früh zur Kirche gehen müssten.

Ich bettelte und flehte,
die Nacht über dort bleiben zu dürfen,
aber seine sture Mutter gab nicht nach und schickte mich fort.

Ich wohnte nur etwa 3 Straßen von Adams Haus entfernt,
also musste ich nicht so weit laufen;
aber dennoch musste ich in der dunklen Nacht laufen und ich war bestimmt nicht begeistert davon.

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> ENDE

Dieses Gesicht ging mir ständig durch den Kopf.
Der Gedanke daran, dass es jemanden gab,
der mich aus meinem eigenen Haus verschreckte,
war ekelhaft;
und diese dämliche Melodie…

Sie summt in meinem Kopf…
Ich bog an einer Kreuzung ab und konnte sie hören.

Diese Melodie, die Stimme, er war dort.
„Ich seh dich. Versteck dich nicht”, summte er.

Ich schaute entsetzt die Straße herunter und erwartete,
dort einfach nichts zu sehen,

da ich dachte,
dass es nur Einbildung meines Verstandes gewesen sein müsste;
aber dort stand er.

Er stand im Licht einer Straßenlaterne und starrte mich lächelnd an.
Er fing an, auf mich zuzulaufen.

„Gib doch endlich Ruh und hör mir einfach zu.”
Er summte weiterhin sein Lied und wurde immer lauter,
je näher er an mich herankam.

Ich musste rennen und ich sprintete so schnell ich konnte in die andere Richtung.
Ich konnte seine Schritte hinter mir hören.

„Wie konnte er nur so schnell sein?”, wunderte sich mein erschöpfter Verstand.
Ich musste zu Adams Haus zurück.
Ich musste.

Ich bog in die Auffahrt ein und klopfte wie wild an Adams Tür.
„Öffnet die Tür! Öffnet die Tür”, schrie ich.

Seine Mutter öffnete besorgt die Tür und fragte mich, was passiert war.
Ich stürzte in ihr Haus und stoppte kurz,
damit ich aus der Tür herausschauen konnte,
aber ich bemerkte,
dass er verschwunden war.

Hatte ich mir das nur eingebildet?
Er könnte es gewesen sein aber dort war nichts.
Nichts. Nichts außer ein alter Filzhut auf dem Boden.

Natürlich ließ sie mich nun die Nacht über bei ihnen bleiben,
weil sie – wie sie es sagte – nicht verantworten konnte, mich alleine zu lassen.

Ich wachte am nächsten Morgen auf,
fühlte mich schmutzig und ich sah sogar noch schlimmer aus;
aber zumindest schien nun die Sonne.

Ich musste nach Hause,
da ich dort schon für einen ganzen Tag nicht mehr war
und ich sicher gehen musste,
dass alles in Ordnung war.

Ich bedankte mich bei Adam und entschuldigte mich bei seiner Mutter
woraufhin ich meines Weges zog.

Ich stand vor meiner Haustür,
nahm einen tiefen Atemzug und griff nach der Türklinke.

Dann hörte ich ein Klopfen,
dann noch eins und ein weiteres.

Ich sprang geschockt ein Stück zurück und ich konnte nicht glauben,
dass er bereits zurück war; Wie macht er das?

Schließlich hatte ich genug Mut gesammelt,
um die Türklinke herunter zu drücken und hineinzugehen;

Meine Mutter öffnete mir jedoch einen Moment vorher die Tür.
In meinem ganzen Leben war ich noch nie zuvor so froh gewesen, sie zu sehen.

Ich umarmte sie und erzählte ihr,
mich nie wieder alleine Zuhause zu lassen.

Danach gingen wir herein und saßen den ganzen Tag zusammen –
das war etwas, was wir nicht mehr gemacht haben,
seit ich ein kleiner Junge war –
und ich fühlte mich sicher.

Sie zeigte mir ihr neues weißes Kleid,
dass sie sich gekauft hatte,
als sie weg war und
sie erzählte mir jedes noch so kleine Detail von den Highlights ihrer aufregenden Reise zu ihrer verrückten Cousine;

Etwas, was ich nicht machen konnte.
An diesem Nachmittag erzählte ich ihr schließlich von allem, was passiert war.

Sie hörte mir aufmerksam zu ,
sie konnte nicht glauben,
dass mir etwas so schreckliches widerfahren ist.
Sie fühlte sich schuldig.

Sie entschuldigte sich wieder und wieder und erzählte mir,
dass sie am nächsten Tag zur Polizei gehen würde,
aber zunächst würde sie das Essen vorbereiten.

Ich war verwirrt,
dass sie soetwas gesagt hatte,
aber ich fühlte mich dennoch in ihrer Gegenwart geborgen.

 

 

 

Etwa eine Stunde später setzten wir uns zum Essen an den Tisch.
Ich erzählte ihr von der Schule,
erklärte ihr, dass ich inzwischen so viel besser Gitarre spielen konnte,
informierte sie über mein Liebesleben und sie saß einfach nur dort und hörte mir zu;
Sie lächelte mich an, während ich mein Essen aß.

 

 

 

Sie starrte mich an und ich fühlte mich unwohl;
Mit der Zeit wurde ihr lächeln größer und größer und ihr neues, weißes Kleid zerschmolz langsam zu einem schwarzen Anzug.

Sie fauchte
„Siehst du, wie einfach es ist, jemandem einen Moment Zeit zu geben?
Manchmal rettet es einem sogar das Leben.”

In diesem Moment stand er direkt vor mir.
Ich schrie laut:
„Ich wusste, dass es noch nicht vorbei ist.
Was willst du von mir?
Warum ich?
Warum meine Mutter?”

„Warum ich dich gewählt habe?
Dir fehlt eine ganz bestimmte Gabe.
Ich bat dir etwas an, was dir vielleicht hilft in deiner Lage.

Deine Reaktion war eher wage.

Du ignoriertest und hörtest nicht auf mich.

Du hattest angeblich keine Zeit,
aber wie machte ich dich zum Zuhören bereit?

Ich wählte eine Person, der du vertraust, damit du nicht sofort abhaust.

Außerdem wollte ich mal jemand anders sein, drum wählte ich diese Weiblein.”

„Es tut mir Leid. Es tut mir so Leid. Ich werde dir nun Zuhören.”

 

 

 

„Nun ist es zu spät, zu hören auf den alten Mann,
der dir etwas rät. Ich nehme dir nun dein Leben – Möge Gott dir vergeben.”

Das wars dann.
Es war zuende.
Ich wart tot.

Wie ich das hier schreibe fragst du?

Warum ich dir das hier alles erzähle?

Nun, immerhin hast du mir ein bisschen von deiner Zeit gegeben,
also hier ist dein Seelenfrieden.

Ich mag es,
hin und wieder jemand anders zu sein.

Ich war 15 Jahre alt und
es war an einem Juniwochenende,
als alles anfing.

Meine Mutter hatte entschieden,
die Stadt kurzzeitig zu verlassen,
um ihre etwas weiter entfernte Familie zu besuchen,
weil sie der Auffassung war, dass sie eine Auszeit gebrauchen könnte.

Daran war noch nichts ungewöhnlich,
da sie ständig einfach so aufbrach um die, wie sie es nannte, „ihre andere Seite” zu besuchen.

Sie besuchte entweder ihre Eltern – die mir auch sehr Sympathisch erscheinen –
die eine bescheidene Hütte in der ländlichen Gegend Englands besaßen;

oder wenn sie sich strapazierfähig fühlte,
machte sie eine längere Reise, um ihre nervige, verrückte Cousine,
die auf ihrem endlos scheinenden Grundstück in Spanien lebt zu besuchen.

Diesmal ging sie zu Letzterem.
Ich hatte nie wirklich das Verlangen,
ihrem dauerhaften,
langatmigen Gewimmer über ihre Wichtigkeit zuzuhören;

Aber wenn ich nocheinmal vor diese Wahl gestellt werden würde,
würde ich mich glücklich schätzen,
mir eine Woche lang ihren unerträglichen Abschweifungen zu lauschen,
wenn ich bedenke,
was für eine Woche mich andernfalls erwartete.

Ich wurde an einem Freitag Morgen von meiner Mutter geweckt,
die mich für diesen Tag krank schrieb.

Sie erzählte mir,
dass sie Montag Morgen wieder da sein würde,
um genau rechtzeitig wieder da zu sein,
um den Lehrern zu erzählen,
dass ich an einer drei Tage Grippe erkrankt wäre.

Ich trug ihre Taschen zum Auto,
gab ihr einen Kuss auf die Wange,
winkte ihr zum Abschied und schon war sie verschwunden.

Ich lief in die Küche,
um mir Frühstück zu machen.

ich konnte an nichts anderes denken,
als an die Aufregung, die ich empfand,
als mir meine Mutter das erste Mal erlaubt hatte,
für längere Zeit alleine Zuhause zu bleiben.

Diesmal war es anders,
fast schon alltäglich.

Schon der allererste Tag ödete mich an.
Ich hörte Musik, spielte ein paar Spiele,
schaute einen Film und machte all die Sachen,
die ein gelangweilter Jugendlicher nuneinmal machen würde.

Dann schlief ich ein.
Nach gefühlten 2 Stunden Schlaf,
wachte ich Nachts von einem Klopfen auf.

Ich erhob mich von der Couch wie ein Zombie,
noch immer schläfrig und mit Schmerzen aufgrund der merkwürdigen Position,
in der sich meine Gliedmaßen befanden.

Ich hatte ursprünglich vor,
das Klopfen einfach zu ignorieren,
aber der Gedanke daran,
dass es ein Freund sein könnte,
brachte mich dazu, nachzusehen –
Gesellschaft zu haben, lässt das Wochenende immer schneller vorübergehen.

Ich ergriff die Türklinke,
setzte ein undeutliches Grinsen auf und hoffte,
dass ich nicht so müde aussah,
wie ich mich fühlte.

Mit halb geschlossenen Augen und diesem merkwürdigen Gefühl im Mund,
das man manchmal nach dem Aufstehen hat, öffnete ich die Tür.

Meine Augen weiteten sich,
als ich sah, was ich dort vor mir sah.

Ein großer,
dürrer, alter Mann stand in der Tür.

Er trug einen schwarzen Anzug mit Fliege und trug einen alten Filzhut,
der auf seinem zerzausten, grauen Haar lag.

Sein weißes Shirt war mit gelben und braunen Flecken übersät,
welche für mich wie Kaffeeflecken aussahen;
und die Schuhe, die er trug, sahen sehr gepflegt aus und glänzten –
Ich konnte sogar meine Reflektion darin sehen.

Er begann zu sprechen:
Seine Stimme war ruhig und ähnelten dem Tonfall eines Kindes,
aber ich konnte mich nicht wirklich darauf konzentrieren.
Ich wusste, dass er gerade sprach, aber ich konnte mich nicht auf die Worte konzentrieren;

 

Zumindest nicht solange ich in sein Gesicht schaute und in seine Augen starrte.
Er sah angespannt aus und seine alte Haut war von Falten übersät und sehr blass,
sodass es schon fast wie ein Silberton schien;

Aber seine Augenränder waren komplett schwarz.
Es sah so aus, als hätte er Kohle um seine Augen herumgerieben,
nur um den Fokus auf seinen intensiven Blick zu richten.

An ihnen war nichts menschliches,
viel mehr schienen sie hohl und leblos.

Die Furcht, die ich verspürte,
als er förmlich direkt durch mich hindurchschaute, war unvergleichlich.

Ich nahm einen tiefen Atemzug und murmelte schließlich ein Wort vor mich hin. „Hallo”, sagte ich.

Er lächelte – es war ein fieses Lächeln,
dass mich in meinen Träumen heimsuchen würde.

Es schien sich direkt bis zu seinen Ohren auszubreiten,
als gäbe es nichts, dass es aufhalten könne.

Sein Mund war mit rasiermesserscharfen,
schwarzen Zähnen bestückt.

Hin und wieder war seine ebenfalls schwarze Zunge zusehen,
mit der er sich über die Lippen leckte.

Mit dem Kopf in einer leichten Schräglage summte er sanft
„Hallo mein Junge – Mir liegt da etwas auf der Zunge.
Ich habe hier für dich ein Angebot –
Eine Art Lösung für dich in deiner Not.
Ich bin ein Verkäufer weißt du –
ein von Tür zu Tür Läufer.
Alles was ich brauche,
ist ein kleiner Moment deiner Zeit und
schon ist für dich dein Seelenfrieden bereit.
Was sagst du dazu?”

Ich konnte mich nicht bewegen und ich atmete schwer –
Ich fühlte mich paralysiert.
Furcht übermannte mich.
Ich murmelte schließlich einen Satz:
„Ich kann nicht – Ich muss gehen – Das ist alles zu viel, tut mir Leid.”

Die Tür schlug hinter mir zu und ich konnte wieder atmen und nachdenken.
Ich sank auf den Boden und versuchte das Geschehene zu verarbeiten.

Als plötzlich aus dem nichts auf Aufschlag ertönte.
Ich schaute mit weit aufgerissenen Mund herauf und warf meinen Blick umher,
während ich langsam aufstand.
Ich machte mich auf den Weg in die Küche,
aus der ich ein sanftes Summen hören konnte;
Es hörte sich nach einer Kindermelodie an,
aber da ich nicht wusste, woher das Summen kommt,
lief mir ein Schauer über den Rücken.

Mir wurde mulmig,
als ich mich zu einer Ecke umdrehte und den Mann dort sah,
wie er diese Melodie summte und mich seinem markanten Lächeln anstarrte.

„Schön dich zu sehen – willst du einfach nur dort herumstehen?”, summte er.

Ich stürmte zur Treppe, rannte direkt an meinem Schlafzimmer und an dem Zimmer meiner Mutter vorbei und verschwand schließlich im Badezimmer.

Ich konnte ihn direkt vor der Tür singen hören.
„Wo bist du denn?
Du brauchst nicht davon zu renn(en).”

Ich verfiel in Panik und wusste nicht,
was ich tun sollte.

Dann traf es mich;
Meine einzige Chance.
Ich hatte es zunächst nicht einmal in Erwägung gezogen,
aus dem Badezimmerfenster im zweiten Stock zu klettern,
aber ich musste es tun.

Die Schatten,
die durch das Licht auf dem Flur unter der Tür hindurchgeworfen wurden,
zwangen mich dazu.

Ich öffnete das Badezimmerfenster und starrte heraus – aber ich stoppte.
Dort war er;

Er stand am anderen Ende des Gartens,
winkte mir zu und lief langsam die Straße entlang,
während sein Lied langsam mit ihm in die Entfernung entschwand.

In dieser Nacht schlief ich im Badezimmer.
Die Tür und das Fenster hatte ich natürlich verschlossen.
Ich baute mir ein Bett aus einem Haufen Handtüchern.

Ich konnte mich nicht dazu durchringen,
vor Sonnenaufgang das Badezimmer zu verlassen.

Schließlich brach der nächste Tag an –
es kam mir wie eine der längsten Nächte in meinem Leben vor –
und ich musste einfach aus dem Haus.

 

Ich ging zu meinem Freund herüber,
um den Tag dort zu verbringen –

Er hieß Adam und er war ein kleiner,
dünner Junge, den ich schon mein ganzes Leben lang kannte.

Ich dachte mir,
dass er mir vielleicht helfen könnte,
das Geschehene zu vergessen.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl,
wenn dir etwas so Verängstigendes widerfährt,
fast so,
als wäre alles garnicht wirklich passiert;

Du fängst an,
an dir selbst zu zweifeln.
Es ist fast so, als hättest du einen inneren Zwiespalt –
aber tief in meinem Herzen wusste ich, dass es wirklich passiert war;

und falls ich zu diesem Moment doch noch nicht ganz
von der Existenz des Verkäufers überzeugt gewesen war,
wäre der Glaube daran,
nach diesem Wochenende,
für immer in meinen Verstand geritzt.

Später an diesem Abend wurde mir gesagt,
dass ich nicht bei Adam übernachten konnte,
da sie am nächsten Morgen früh zur Kirche gehen müssten.

Ich bettelte und flehte,
die Nacht über dort bleiben zu dürfen,
aber seine sture Mutter gab nicht nach und schickte mich fort.

Ich wohnte nur etwa 3 Straßen von Adams Haus entfernt,
also musste ich nicht so weit laufen;
aber dennoch musste ich in der dunklen Nacht laufen und ich war bestimmt nicht begeistert davon.

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> ENDE

Dieses Gesicht ging mir ständig durch den Kopf.
Der Gedanke daran, dass es jemanden gab,
der mich aus meinem eigenen Haus verschreckte,
war ekelhaft;
und diese dämliche Melodie…

Sie summt in meinem Kopf…
Ich bog an einer Kreuzung ab und konnte sie hören.

Diese Melodie, die Stimme, er war dort.
„Ich seh dich. Versteck dich nicht”, summte er.

Ich schaute entsetzt die Straße herunter und erwartete,
dort einfach nichts zu sehen,

da ich dachte,
dass es nur Einbildung meines Verstandes gewesen sein müsste;
aber dort stand er.

Er stand im Licht einer Straßenlaterne und starrte mich lächelnd an.
Er fing an, auf mich zuzulaufen.

„Gib doch endlich Ruh und hör mir einfach zu.”
Er summte weiterhin sein Lied und wurde immer lauter,
je näher er an mich herankam.

Ich musste rennen und ich sprintete so schnell ich konnte in die andere Richtung.
Ich konnte seine Schritte hinter mir hören.

„Wie konnte er nur so schnell sein?”, wunderte sich mein erschöpfter Verstand.
Ich musste zu Adams Haus zurück.
Ich musste.

Ich bog in die Auffahrt ein und klopfte wie wild an Adams Tür.
„Öffnet die Tür! Öffnet die Tür”, schrie ich.

Seine Mutter öffnete besorgt die Tür und fragte mich, was passiert war.
Ich stürzte in ihr Haus und stoppte kurz,
damit ich aus der Tür herausschauen konnte,
aber ich bemerkte,
dass er verschwunden war.

Hatte ich mir das nur eingebildet?
Er könnte es gewesen sein aber dort war nichts.
Nichts. Nichts außer ein alter Filzhut auf dem Boden.

Natürlich ließ sie mich nun die Nacht über bei ihnen bleiben,
weil sie – wie sie es sagte – nicht verantworten konnte, mich alleine zu lassen.

Ich wachte am nächsten Morgen auf,
fühlte mich schmutzig und ich sah sogar noch schlimmer aus;
aber zumindest schien nun die Sonne.

Ich musste nach Hause,
da ich dort schon für einen ganzen Tag nicht mehr war
und ich sicher gehen musste,
dass alles in Ordnung war.

Ich bedankte mich bei Adam und entschuldigte mich bei seiner Mutter
woraufhin ich meines Weges zog.

Ich stand vor meiner Haustür,
nahm einen tiefen Atemzug und griff nach der Türklinke.

Dann hörte ich ein Klopfen,
dann noch eins und ein weiteres.

Ich sprang geschockt ein Stück zurück und ich konnte nicht glauben,
dass er bereits zurück war; Wie macht er das?

Schließlich hatte ich genug Mut gesammelt,
um die Türklinke herunter zu drücken und hineinzugehen;

Meine Mutter öffnete mir jedoch einen Moment vorher die Tür.
In meinem ganzen Leben war ich noch nie zuvor so froh gewesen, sie zu sehen.

Ich umarmte sie und erzählte ihr,
mich nie wieder alleine Zuhause zu lassen.

Danach gingen wir herein und saßen den ganzen Tag zusammen –
das war etwas, was wir nicht mehr gemacht haben,
seit ich ein kleiner Junge war –
und ich fühlte mich sicher.

Sie zeigte mir ihr neues weißes Kleid,
dass sie sich gekauft hatte,
als sie weg war und
sie erzählte mir jedes noch so kleine Detail von den Highlights ihrer aufregenden Reise zu ihrer verrückten Cousine;

Etwas, was ich nicht machen konnte.
An diesem Nachmittag erzählte ich ihr schließlich von allem, was passiert war.

Sie hörte mir aufmerksam zu ,
sie konnte nicht glauben,
dass mir etwas so schreckliches widerfahren ist.
Sie fühlte sich schuldig.

Sie entschuldigte sich wieder und wieder und erzählte mir,
dass sie am nächsten Tag zur Polizei gehen würde,
aber zunächst würde sie das Essen vorbereiten.

Ich war verwirrt,
dass sie soetwas gesagt hatte,
aber ich fühlte mich dennoch in ihrer Gegenwart geborgen.

 

 

 

Etwa eine Stunde später setzten wir uns zum Essen an den Tisch.
Ich erzählte ihr von der Schule,
erklärte ihr, dass ich inzwischen so viel besser Gitarre spielen konnte,
informierte sie über mein Liebesleben und sie saß einfach nur dort und hörte mir zu;
Sie lächelte mich an, während ich mein Essen aß.

 

 

 

Sie starrte mich an und ich fühlte mich unwohl;
Mit der Zeit wurde ihr lächeln größer und größer und ihr neues, weißes Kleid zerschmolz langsam zu einem schwarzen Anzug.

Sie fauchte
„Siehst du, wie einfach es ist, jemandem einen Moment Zeit zu geben?
Manchmal rettet es einem sogar das Leben.”

In diesem Moment stand er direkt vor mir.
Ich schrie laut:
„Ich wusste, dass es noch nicht vorbei ist.
Was willst du von mir?
Warum ich?
Warum meine Mutter?”

„Warum ich dich gewählt habe?
Dir fehlt eine ganz bestimmte Gabe.
Ich bat dir etwas an, was dir vielleicht hilft in deiner Lage.

Deine Reaktion war eher wage.

Du ignoriertest und hörtest nicht auf mich.

Du hattest angeblich keine Zeit,
aber wie machte ich dich zum Zuhören bereit?

Ich wählte eine Person, der du vertraust, damit du nicht sofort abhaust.

Außerdem wollte ich mal jemand anders sein, drum wählte ich diese Weiblein.”

„Es tut mir Leid. Es tut mir so Leid. Ich werde dir nun Zuhören.”

 

 

 

„Nun ist es zu spät, zu hören auf den alten Mann,
der dir etwas rät. Ich nehme dir nun dein Leben – Möge Gott dir vergeben.”

Das wars dann.
Es war zuende.
Ich wart tot.

Wie ich das hier schreibe fragst du?

Warum ich dir das hier alles erzähle?

Nun, immerhin hast du mir ein bisschen von deiner Zeit gegeben,
also hier ist dein Seelenfrieden.

Ich mag es,
hin und wieder jemand anders zu sein.

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