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Schau mal was ich gefunden habe

Wie der Vater, so der Sohn

Man vergisst einiges in seinem Leben. Unwichtiges, oder auch Dinge die man vergessen möchte.

Doch es gibt ein paar Erinnerungen, die nicht mehr aus unseren Köpfen gehen wollen.

Die erste dieser Erinnerungen war, als mein Vater meine Mutter und mich verließ. Das hatte ich diesem Arschloch nie verziehen. Eine immer ansteigende Wut kochte in mir hoch. Er hatte damit alles zerstört. Unsere Familie und seinen eigenen Sohn.

Meine Mutter, die mich so sehr liebte, verfiel nach dem mein Vater fort war dem Alkohol. Es gab ab diesem Zeitpunkt keinen Tag, an dem sie mich nicht verprügelte.

In der Schule musste ich mir viele Ausreden ausdenken, woher die ganzen blauen Flecken herkamen. Dann wurde es eines Tages entdeckt und ich wurde nun auch von meiner Mutter getrennt.

Mein verdammter Vater! Er hat all den Schmerz dieser Welt verdient. Manchmal hasse ich mich dafür, was ich getan habe. Mein Vater hätte viel schlimmeres verdient.

“Schau mal was ich gefunden habe.”

Mein Sohn spielte in unserem Garten. Mit dabei war unser Hund Jasper. Mein Sohn hatte zu seinem vierten Geburtstag eine Plastikschaufel bekommen. Er liebte es mit ihr in der Erde zu graben und freute sich, wenn er Würmer oder Käfer fand.

Sein plötzlicher Ausruf riss mich komplett aus  meinen finsteren Gedanken. Ich reagierte einen Moment lang nicht.

“Papa! Schau mal was ich gefunden habe!”, rief er nun erneut aufgeregt . Diesmal doppelt so laut.

“Zeig mal, Pete.”, murmelte ich noch etwas abwesend. Pete deutete auf die Stelle, an der er nun eine Weile gegraben hatte. Ich wurde schnell wach, als ich sah, was mein Sohn für einen Fund gemacht hatte.

Ein paar Knochen ragten aus der Erde heraus. Es waren die Knochen meines Vaters, die ich dort untergebracht hatte. Als ich ihn endlich gefunden hatte, zögerte ich damals keine Sekunde und brachte ihn um.

Mein Sohn hatte die Leiche seines Opas entdeckt. Ich schickte ihn ins Haus und machte das Loch wieder zu.

Ein paar Wochen vergingen. Es waren ruhige Wochen. Doch eines Morgens als ich aufwachte, war es zu ruhig. Jasper begrüßte mich jeden Morgen. Doch er war nicht aufzufinden.

Ich suchte im ganzen Haus nach ihm. Doch ich erblickte nur meinen Sohn im Garten, der wieder fleißig ein großes Loch in die Erde grub.

Pete grub voller Begeisterung als ich mich ihm näherte. Er strahlte dabei über beide Ohren.

Dann sah ich was er tat. Neben ihm lag der leblosen Körper von Jasper. Unter ihm bildete sich eine Blutlache.

Pete hatte es getan. Genau so wie ich damals meinen Hund Chiko umgebracht hatte.

Ich war stolz auf Pete. Er kam ganz nach seinem Vater. Pete vergrub Jasper während er dabei fröhlich ein Lied sang.

Dann schaute er mich an und lächelte finster. Plötzlich wurde mir heiß und kalt gleichzeitig. Mein Stolz schwang in pure Panik um. Denn jetzt wurde mir eines klar. Ich hatte meinen Vater ermordet.

Wie das bekannte Sprichwort besagt:”Wie der Vater, so der Sohn.”

 

 

 

 

 

 

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