
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
„Ich bin Agatha Brandt. Ich bin Waise und habe mein Leben Gott
gewidmet“, flüsterte ich, als ich auf einmal von gleißendem Licht
geblendet war. „Es wird immer schlimmer…“, dachte ich, nachdem
ich festgestellt hatte, dass das Licht von den Fenstern in der Kirche kam.
Egal wie stark ich es versuchte, ich konnte mich einfach nicht an
das erinnern, wonach ich beschlossen hatte, in der Klosterbibliothek
nach zu forschen. Diese Erinnerungslücken begannen vor 2 Wochen…
Die Inquisition war wegen eines Hexenverdachts in unser Dorf
angereist und hatte nach wenigen Tagen Friedelinde Müller verhaftet
und gefoltert. Sie musste gestanden haben, denn sie wurde am gleichen
Abend verbrannt. Ich hätte niemals gedacht, dass eine
Ordensschwester, so gutmütig wie sie, eine Hexe sein könnte. Die
Verbrennung war durchzogen von ihren Schreien und Fluchen. Obwohl sie
eine Hexe war, betete ich für ihre Seele am darauffolgenden
Gottesdienst. In der Nacht trat ich dann an mein Bett im Kloster, als
auf einmal ein unheilvoll kalter Wind durch das Kloster blies und
mich im Dunkeln zurückließ. Am Morgen wurde ich von Pater Franz
geweckt: „Aufstehen Schwester, auch als eine der fleißigsten von
uns musst du immer noch arbeiten.“ Ich entschuldigte mich, da ich
offenbar verschlafen hatte. Während ich die Kirche säuberte, dachte
ich, ich würde jemandem in der Kirche hören. Es musste eine Frau gewesen sein. Ich
suchte nach ihr, aber ich fand niemanden.
Sie stammelte leise und wütend: „Ich habe keinen Fehler gemacht
,sondern sie…“
Danach wachte ich erschöpft auf meinem Bett auf. Ab da vermutete
ich, dass etwas während der Hexenaustreibung schief gelaufen sein
musste. Am nächsten Tag suchte ich den Pater, um ihm von meinem
Erlebnis zu berichten. Ich ging ins Kloster, da er sich nicht in der
Kirche aufhielt. Ich ging durch einen Gang, dessen Steine sich schon vom Alter grün verfärbt hatten. Ich stolperte… Ich kam wieder zu
mir, als sich der Pater von mir verabschiedete. Bis zum Ende der Woche
passierte mir nichts Außergewöhnliches. Am Tag des Herrn jedoch, kurz bevor die Glocken schlagen sollten, war der Pater nicht
aufzufinden. Deshalb sprang ich für ihn ein, allein wegen dem
Vertrauen, das die Gemeinde zu mir hatte, durfte ich des Paters Predigt
übernehmen. Obwohl ich den restlichen Tag suchte, war er am Abend immer noch nicht aufzufinden, also ich überließ den
Ordensbrüdern die weitere Suche. Kurz vor dem Einschlafen hörte ich
wieder die Stimme, diesmal lauter und eindringlicher… zusätzlich
wurde es in meinem Quartier so kalt, dass man meinem könnte, die
Seele gefriere einem. Als ich von diesem Erlebnis wieder aufwachte, war es ein schriller Schrei der durch den Morgen gellte. Es war des
Müllers Magd. Sie war vollkommen aufgelöst und ihr Körper war
überströmt mit einer Mischung aus Schweiß und Tränen. „Was ist
passiert?“, fragte ich sie aus dem Kloster rausstürmend.
„Er … Er… Er… Er war die ganze Zeit hier! Hier! Hier bei
uns“, nachdem sie mit Mühe diese Worte ausbrachte fiel sie auf die
Knie.
Ich verstand nicht was sie meinte, bis ein Ordensbruder auf mich
zustürmte: „Schwester, Schwester! Pater Franz ist gefunden!“
Seinen aufgerissenen Augen und seiner verzerrter Grimasse zufolge hieß das
nichts Gutes. Er führte mich dorthin wo Pater Franz war… wohl eher
lag. Pater Franz bestand nur noch aus seinem Kopf und seinem Torso.
Sein Torso war zerquetscht unter der blutverschmierten Mühle und
mehrere Organe waren auf dem Stein verteilt. Sein Kopf lag neben dem
Mühlstein: Seine Augen weit aufgerissen, sein Mund geöffnet, als ob
er nach Luft und seiner Stimmer ringen würde. An der Säule um schlängelte
sich ein dessen ein Galgen knoten bildete. Dieser Anblick ließ mich
wie paralysiert da. Der Pater mag zwar keine besonders herzliche
Person gewesen sein, aber kam dem Bild eines Vaters am ähnlichsten, nachdem er mich als kleines Waisenkind aufgenommen hatte. Ich wachte
in meinem Quartierbett auf, ich musste ins Koma gefallen sein. Der
Ordensbruder, der mich zum Pater geführt hatte, stand an meinem Bett:
„Ich weiß das dir der Pater viel bedeutet hat, aber du warst 3 Tage lang viel zu zurückgezogen und die Beerdigung findet heute statt.“ Ich
rappelte mich auf, hatte aber keine Ahnung was ich während den drei
Tagen gemacht haben sollte. Ich rezitierte was mir der Pater geraten
hatte, wenn ich mal nicht weiter wissen würde:
„Ich bin Agatha Brandt. Ich bin Waise und habe mein Leben Gott gewidmet“ Es regnete während der Beerdigung. Ordensbruder Friedhelm wurde zum Pater erhoben. Plötzlich hörte ich wieder die Stimme:
„Er hat bezahlt für seine Sünden, die anderen müssen es noch tun“
Es wurde wieder schwarz um mich herum. Ich wachte im Speisesaal des Klosters wieder auf und beschloss etwas in die Klosterbibliothek
zu gehen, um näheres über Hexen heraus zu finden. Mitten auf dem Weg
dahin verlor ich das Bewusstsein… Das Licht das durch die Kirche
schien, war gleißend. Ich sah nach unten und versuchte mit meinen
Händen das Gesicht zu verdecken. Ich war entsetzt, als ich mein
blutbespritztes Gewand sah. Ich sah meine Hände an, da bestätigte
sich mein Verdacht: Sie waren Rot…Blutrot und ich spürte ebendieses an meinen Händen herunterfließen. Ich sah mich um: Blutflecken und -spritzer waren überall in der Kirche verteilt und
der Gral war mit Blut gefüllt. Dann sah ich Pater Friedhelm. Er war
an die Wand genagelt und Blut floss an seinem Körper herunter. Ich
stürmte panisch aus der Kirche, als ich ein Gewicht in meiner Hand
spürte. Es war eine Axt. Dann hörte ich wieder die Stimme. Sie kam
aus meinem Kopf. „Unglaublich, was Ahnenblut und Hexerei anrichten
können“, raspelte sie süß. Da erkannte ich, dass es die Stimme
von Friedlinde war. „Was meinst du damit und warum bist du in
meinem Kopf?!?“, kreischte ich während ich auf meine Knie sank.
„Dir wollte ich es ja noch erzählen aber du… und ich… wir sind
Geschwister. Unsere Eltern waren Vollblut-Hexen.“ Es machte keinen
Sinn was sie sagte, aber ich akzeptierte es und mit dieser Akzeptanz
breitete sich ein wohliges Gefühl aus. „Los meine Schwester! Es wird Zeit, dass wir unsere Aufgabe abschließen…dieses Dorf muss
bezahlen!“,trällerte meine Schwester.
„Ja sie müssen büßen für ihre Taten!“, brachte ich wie in
Trance hervor mit einem verzerrtem Lächeln. Zielstrebig bewegte ich
mich Richtung Marktplatz. „Dort müssssssssen ssie Sein… wIrrr haben
ja Markttag“,zischte ich und hob meine Axt.
Dieser Blutrausch war beflügelnd. Das Gefühl jemandem eine Axt
in den Kopf zu rammen, während drum herum ein konzentrierter Ballen
aus Angst, Verzweiflung und Blut war, ist unbeschreiblich. Vielleicht
sollte dieses Gefühl mit jedem geteilt werden. Das nächste Dorf war
nur ein Viertel-Tages-Marsch entfernt… da muss ich hin!