KurzMord

Wenn Liebe nur ein Spiel ist…

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

„Du hast mich zu dir gerufen, Liebster?“, erklang die samtweiche Stimme meiner Prinzessin unweit von mir. Ich lächelte, doch hielt den Blick immer noch starr auf das weite Meer. Nachts hatte es eine weitaus düstere und geheimnisvollere Atmosphäre als bei Tag. Noch bevor sie ihre Frage aus ihrem Gedächtnis schaffen konnte, setzte ich zum Sprechen an: „Meine liebe Cornelia. Du weißt, nichts wünsche ich mir sehnlicher, als mit dir bis zum Ende unseres Lebens vereint zu sein.“ Von meinem Augenwinkel heraus sah ich, dass sie mir mit einem sicherem Nicken zustimmte. Tief in meinem Inneren wusste ich, dass sie log. Sie war eine überaus perfekte Schauspielerin, das musste man ihr schon lassen. Mein Lächeln wurde breiter.

„Aber, es gibt da etwas, was mir in letzter Zeit immer mehr Sorgen bereitet…“, meine Stimme wurde mit jedem Wort immer brüchiger und tiefer. Cornelia sollte sehen, was in mir vorging. Doch so sehr ich mich auch bemühte, es ihr erkenntlich zu machen, so dumm war auch ihre nächste Frage gewesen. Obgleich sie ein Talent zum Schauspielern besaß, war sie längst nicht so schlau wie all ihre Vorgängerinnen vor ihr. „Was ist es denn, mein Liebster?“, fragte sie nun. Der Klang ihrer Stimme war zu himmlisch, als das ich sie nicht lieben könnte, doch leider sah das Schicksal etwas anderes zwischen uns vor. Leider sah ich etwas anderes zwischen uns vor. Eine Weile starrte ich auf das Glas Wein, welches ich noch vor Cornelias Antreten getrunken hatte. Nur noch wenige Tropfen des säuerlichen, blutroten Getränks beinhaltete dieses. Fasziniert betrachtete ich das kleine Schauspiel des Restes Weins, wie er unter meinen langsamen Bewegungen kleine rote Wellen gegen das Glas schlug. So, wie auch das Meer seine Wellen gegen den Felsen schlug, an welchem ich mich mit meiner Liebe befand.

„Sag mir…“, begann ich nun wieder meine Stimme zu erheben. „Bist du alleine mein?“ Erneut zog sich stilles Schweigen über uns. Jede Minute, welche in der Dunkelheit der Stille verstrich, wurde von einem Rauschen des Windes begleitet. „Ja, aber natürlich bin ich dein. Ich werde dir immer angehören, nie von deiner Seite weichen, mein Liebster!“ Cornelias leise Stimme ging im hörbaren Rausch der Wellen und des Windes unter. Als ich mich nun zu ihr umdrehte, erkannte ich, welch Unsicherheit ihr Herz plagen musste. Trotz ihrer bildlichen Schönheit, die sie immerzu an den Tag legte, zitterte ihr blasser Körper, je näher ich ihr kam. „Wenn du dir dessen so sicher bist, meine Königin, dann tanze mit mir. Tanze mit mir im blassen Schein des Neumondes!“, forderte ich bestimmt und nahm ihre zitternde Hand in die meine, ohne auch nur ihre Reaktion abzuwarten.

Zunächst sichtlich über meine eiligen Schritte verwirrt, ließ sie sich kurzerhand von mir führen. Ungeachtet der Tatsache, dass wir dem drohenden Ende der Klippe immer näherkamen, hielt ich sie ein letztes Mal eng mit meinen blassen Armen umschlungen, ehe sie mir lieblich einen Kuss mit ihren blassrosa Lippen schenkte und etwas sagte, das sie alle bereits gesagt hatten: Wenn mein Herz blutet, dann blutet es für dich. Wenn mein Herz zerreißt, dann zerreißt es für dich, und wenn es stirbt, dann stirbt es für dich. Beim Klang des letzten Satzes musste ich schmunzeln. „Wie recht du doch hast… Cornelia“, hauchte ich ihr gespielt liebevoll in ihr Ohr.

Das Letzte, was ich je von ihr zu sehen bekam, war ihr Gesicht, wie es starr vor Fassungslosigkeit in meine Augen blickte. Ihre Lippen waren nicht in der Lage, sich zu bewegen. Ihr langes dunkelblaues Kleid, welches sie an diesen Abend trug, umspielte charmant ihr langen braunen Haare, gemeinsam mit dem Schal, den sie um ihren Hals trug. Beinahe wirkte es so, als wollte der samtweiche Schal ihr Gesicht verdecken, um ihre smaragdgrünen Augen vor meinem teuflischen Blicken zu schützen.

Wenige Sekunden nach dem tonlosen Fall vernahm ich ein lautes Platschen im Einklang mit einem hohen Schrei, dann vermischte sich die Dunkelheit des kalten Meerwassers mit ihrem Körper. Grinsend, wand ich mich vom Geschehen ab und ging der Anweisung meines Butlers nach. „Sir Alois, eine Dame wartet drüben am Empfang auf Sie.“ „Vielen Dank für die Auskunft, Edward, überaus freundlich“, bedankte ich mich beiläufig und trat mit großer Anspannung vor den Empfangsbereich.

BlackRose16

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