
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Jürgen Buia – Teil zwei
Alles begann mit dem Tag, an dem ich diesen verdammten Keller machen ließ. Wir wussten nicht, dass sich das Gelände der alten Mine so weit erstreckte. Wie konnte ich nur so leichtsinnig sein? Warum habe ich versucht, die Geschichte zu verdrängen. Es ist doch offensichtlich. Aus so was sollte man Lehren ziehen.
Das ganze ereignete sich am 28 April, dass die Pläne für den Keller meines neuen Hauses fertig waren und mit dem Bau des Kellers begonnen wurde. Schon am Anfang merkten die Bauarbeiter, dass der Boden unter dem Grundstück leicht nachgibt. Wie konnte ich nur so dumm sein und mich in meinem alten Heimatort erneut nieder zu lassen, nach alldem, was passiert ist. Als wir den Hohlraum unterhalb des Grundes entdeckten, waren wir zunächst froh, da das die Grabungsarbeiten verringern würde, doch dann bemerkten wir, wie groß und weitläufig diese Höhle war. Es stellte sich heraus, dass das ein ganzer Höhlenkomplex war und dieser Ort hatte etwas an sich, das auf Menschen äußerst verstörend wirkte. Als wir kaum den Hohlraum betraten, wollten die meisten wieder weg.
Ich wusste genau, wo wir hier waren. Ich hatte das alles nach all den Jahren noch nicht vergessen. Es ist einfach nicht möglich. Hier unten ist mein bester Freund gestorben und ich habe nur knapp überlebt. Doch das alles verärgerte mich jetzt. Ich wollte einfach ein normales Leben führen und eine Familie gründen – weg von diesem Spuk.
Als die Arbeiter sich dann weigerten den Keller fertig zu machen und das obere Haus schon fertig war, bat ich sie das Loch zu verschließen. Ich konnte nie wirklich in diesem Haus ruhig schlafen, da mich immer meine Erinnerungen an diesen Tag verfolgten.
Ich bemerkte nach einiger Zeit, dass sich das Haus senkte. Immer wieder mussten Bauarbeiter kommen, um das Haus zu stützen. Einmal in der Nacht hörte ich ein leises Pfeifen. Ich war aber zu müde, um nachzusehen. Aber am nächsten Tag erschauderte ich an dem Anblick, als ich das Wohnzimmer betrat. Mein Teppich war durch ein riesiges Loch in diese endlos-schwarze Albtraumhöhle ersetzt worden.
Nun war mir klar, dass ich niemals gut schlafen werde, bevor ich nicht nochmal zu dieser Stelle gehe, an der mein Freund von dieser Perversion des Seins ermordet worden war. Ich beschloss meine Taschenlampe zu nehmen und in diese zwielichtige Welt hinabzuklettern.
Diese Bilder habe ich mein ganzes Leben lang nicht vergessen. Ich wusste genau, wo die Stelle war. Hier sah es noch immer genau so aus wie damals. Es stand noch immer dieser stickige Rauch von verbrannter Kohle und verschiedenen verkohlten Organismen im Tunnel, welcher das Atmen schwer machte. Man konnte trotz der Taschenlampe nicht mehr als drei Meter sehen. Die Wände waren komplett verbrannt und auf dem Boden lag Asche. In der Mitte des Tunnels befanden sich noch die Schienen der alten Mine, welche aber durch die Explosion auch teilweise geschmolzen waren. Und da war es wieder, das leise Pfeifen, nur diesmal war es deutlicher. Es war so als wollte er mich rufen.
Ich versuchte seit dem Betreten dieser pechschwarzen Hölle meine Emotionen zurück zu halten, doch jetzt platzte die Angst panisch aus mir heraus. Und als ich plötzlich vor mir den Leichnam meines Freundes sah, wurde mir schwarz vor Augen, ich verlor die Balance und fiel um.
Ich sah ihn an: Er sah noch immer so aus, als wäre er vor kurzem verstorben. Seine Gliedmaßen fehlten und sein ganzer Körper war bis auf das Gesicht pechschwarz. Überall sah man Brandwunden und aufgeschlitzte Haut. Doch als ich ihm in die Augenhöhen sah wurde mein Schrecken noch größer.
Es war ein Wunder, dass ich zu dem Zeitpunkt noch nicht den Verstand verloren hatte. Das alles war nicht von dieser Welt. Er lebte. Ich konnte seinen Atem spüren und obwohl seine Augen nicht mehr erhalten waren konnte man in ihren Überresten noch immer eine Menschlichkeit sehen. Ich schrie laut auf: “Was habe ich getan?“. Mein Freund reagierte.
Ich sollte seine Worte an dieser Stelle nicht wiedergeben, da sie alle eigentlich nur einer blasphemischen Manie entsprechen, jedoch habe ich nicht mehr viel zu verlieren. Er flüsterte: “Ich vergebe dir, da bald dein Leiden meines Übertreffen wird und meine Seele schon ausgebrannt ist, aber deine erst brennen wird.“ Daraufhin wurde das Pfeifen lauter und verstörender. Trotz des Nebels konnte ich am Ende des Tunnels eine kleine Lampe sehen, welche nun zu flackern begann. Die Erde bebte und Asche fiel auf mich herab.
Jetzt ist mir erst eingefallen wie nah wir eigentlich vom Ausgang waren, und dass wir es beide überleben hätten können. Ich war so dumm und egoistisch gewesen!
Plötzlich stand er vor mir. Das Pfeifen wurde unerträglich und die Asche, die auf meinen Körper hinabfiel brannte sich in meine Haut. Der Schmerz war so stark, dass er mich auf den Boden zwang. Aber das alles bestätigte meine Theorie. Mein Freund lebte. Er wurde nicht getötet, sondern unerträglich gefoltert. Seit diesem Tag wurde er immer und immer wieder stärker verletzt, aber – ich zögere diesen Namen auszusprechen – Jürgen Buia achtete darauf, dass er nicht starb. Und das Schicksal für meine Ignoranz ist nun ähnlich, nur wird mein Leiden viel schlimmer sein.
Es tut nämlich weh, mit dem Gewissen zu leben, dass ich es war.