
Vergraben
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Ich vergrabe sie, die glücklichen Erinnerungen,
die Geschenke,
all die Schöne Zeit mit dir,
sie wird einfach vergraben und dies zusammen mit meinem Herzen.
Der zitternde Klumpen Fleisch der ich bin, steht nur da. Inmitten des Grundstücks, welches früher unser Garten war. Erneut stechen diese schmerzhaften Erinnerungen zu, lassen mein Herz sich zusammenziehen und mich auf die Knie fallen. Ich will schreien, vor Schmerz, vor Wut und Hass. Doch kam kein Ton aus meiner Kehle, nur ein stummer Schrei. Doch es ist vorbei, ich muss es vergraben. So stehe ich schwerfällig wieder auf, betrachte diese kalte Nacht. Kein Stern am Himmel, abgestorbene Bäume um mich herum in seltsamen Silhouetten. Es weckt Erinnerung an das davor. An das Blut, an den leblosen Körper, an diese Überraschung.
„Doch jetzt ist es vorbei.“, murmle ich leise und werfe einen Blick hinter mir. Es stimmte mich traurig, all diese Erinnerungsstücke zu sehen, doch es musste weg.
Du musstest verschwinden aus meinem Kopf, aus meinem Herzen. Etwas in mir protestierte erneut dagegen, doch ich versuchte es zu unterdrücken, widmete mich wieder für einen Moment dieser eiskalten klaren Luft. Mein Körper protestierte gegen diese Kälte, doch da war noch etwas anderes. Rasch drehte ich mich um, mein Kopf zuckte einmal nach Links, doch das konnte nicht sein, dass durfte nicht sein! Der Wind ließ das Laub rascheln, wirbelte die Blätter auf, während dieses Gefühl aufkam dass mein Instinkt mir etwas sagen wollte…ich kannte diese „Zuckung“, und das durfte eigentlich nicht sein.
„Das kann nicht sein!“, schrie mir mein Gedanke zu, durfte es eigentlich auch nicht. Dieser Tick war ein Überbleibsel aus unserer Zeit und sollte eigentlich weg sein…genau wie diese Kiste. Doch offensichtlich war es dies nicht…ich drehte mich rasch um, inspizierte die dunkle Umgebung. Der Körper in Alarmbereitschaft. Bis es sich offenbarte, sich vor meinen Augen auftat, die mir vertraute Silhouette. Ich wollte schreien und verkrampfte mich.
Die Gestalt neigte den Kopf, musterte mich genau und ein Schwall von Fliegen bahnten sich ihren Weg durch seinen Mund. Er machte einen schwerfällig Schritt nach vorne, mit ungeschickten Bewegungen und schnaufte dabei. Ein plätscherndes Geräusch bei jeder Bewegung, während ich nun wie eine Statue da stand. Meine Gedanken schrien mir zu, dass dies nicht real sein konnte, dass ich abhauen sollte. Doch ich konnte einfach nicht, ich starrte lediglich auf diese unwirkliche Gestalt.
Die Gestalt war währenddessen weiter voran geschritten, in meine Richtung…und immer dieses tropfende Geräusch. Dieser ekelhafte Geruch von Eisen und Verwesung in der Luft und inmitten dieses Geruchs war es der kaum wahrnehmbare Geruch von Zigaretten. Seiner Zigaretten. Ein leises Schluchzen verließ meine Kehle, ohne mir dessen Bewusst zu sein, ein leichter Anflug von Schmerz in meinem Herzen. Trotzdem diese Gewissheit dass dies nicht real sein konnte, dass dies nur ein Albtraum war. Zumindest versuchte ich mir dies Einzureden, bis die Gestalt versuchte etwas zu sagen, es war mehr ein Gurgeln als richtige Worte. Dennoch schien es etwas sagen zu wollen:
„B..ba..by..“.
Dieses gurgeln, es konnte unmöglich das gewesen sein, was ich glaubte würde es sagen und doch kam die Gestalt wieder auf mich zu, Schritt für Schritt. Tropfen für Tropfen von seinem Blut sammelten sich am Boden. Wirkten wie schwarze Tinte auf dem Boden, während etwas in mir zerbrach. Ein Stück meiner „Seele“? Ich wusste es nicht, lediglich, dass ich nun etwas tun musste. Handeln musste. So fiel mein Blick auf meine Umgebung, suchte nach irgendetwas nützlichem. Bis ich die Schaufel wieder entdeckte, neben dieser verfluchten Kiste! Schneller als ich sonst zu reagieren vermochte, wollte ich mit einem Hechtsprung aus der Reichweite der Gestalt springen. Doch da hatte diese schon ihre halb verrotteten Fingernägel in mein Bein gerammt und zog mich zu sich.
Ich schrie wie eine Verrückte, strampelte mit meinem freien Bein. Nur um mich irgendwie zu befreien, während mein Kopf für einen Moment wieder zusammenzuckte. Für mich gab es mittlerweile keinen Zweifel mehr, mit was für einer Situation ich es zutun hatte. So versuchte ich gezielt gegen den Kopf der Gestalt zu treten, immer und immer wieder und siehe da, ich hatte kurz darauf schon Erfolg! Es gab ein leises Knirschen und für einen Moment ließ die Gestalt mich los, wirkte benommen. Während sein Kopf „angeknackt“ wirkte. Darin sah ich meine Chance und versuchte zur Kiste zu krabbeln, ohne viel Zeit verlieren zu wollen.
So erreichte ich wenig später die Kiste und die danebenliegende Schaufel. Meine Hand schmiegte sich an das raue Holz des Griffes und verkrampfte sich erneut. Doch nun war keine Zeit des Bedauern. So drehte ich mich rasch, die Gestalt war noch benommen. Zu benommen um zu verstehen, was ich nun tun würde. ich ließ mit all meiner Kraft die Schaufel auf die Gestalt niedersausen. Erneut dieses hässliche Geräusch der knackenden Schädeldecke, doch ich musste es beenden. Also hob ich die Schaufel wieder, kupferfarbenes Blut hing daran und ließ mich ekeln. Trotzdem oder gerade deswegen schlug ich weiter auf diese Gestalt ein, ungeachtet dessen hilflosen Gegurgel, den spastischen Bewegungen um zu fliehen. Das Blut verteilte sich immer mehr, floss in Strömen über den Boden, auf die Schaufel und bespritzte sogar mich. Als ich die Schädeldecke durchbrach, kamen auch Reste hinzu, welche früher mal ein Gehirn gewesen sein mussten.
Schließlich verstummte langsam das Gegurgel und auch die Bewegungen. Bis aus dem Kopf nur noch eine breiartige Masse übrig war. Es war vorbei und dennoch wollte mein Körper nicht aufhören zu zittern. Meine Augen wollten nicht aufhören auf diese Leiche zu starren. Bis die Tränen in mir aufstiegen und nun auch mein Schmerz seinen Weg nach draußen fand, durch meine Kehle. Ich schrie und schrie wie eine Mutter die ihr Kind verloren hatte. Nur, dass ich dich verloren hatte.
Es tut mir leid Matt…