KreaturenMittel

Blume des Himmels

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Von AtomPils

“’Teil 1
“Welcome to paradise”

Die heiße
Sonne reflektierte auf der Verglasung des Cockpits des langgezogenen Kleinflugzeugs,
das über tiefblauem Ozean gemächlich durch die tropische Sommerluft glitt. Das
monotone Brummen der beiden Turboprob-Triebwerke störte weder Raymond noch
Stephen, die erstens Pilotenheadsets mit integrierter Geräuschdämmung trugen
und zweitens als Vielflieger die permanente Geräuschkulisse gewohnt waren. Für
Raymond war es das Geräusch der Freiheit. Abenteuer. Er sah aus dem Fenster und
hielt die grobe Linie am Horizont im Blick, die den Ozean vom hellblauen Himmel
trennte. Nur vereinzelte weiße Wolkenschleier hingen weit oben. Ungefähr auf
Höhe der Kondensstreifen der großen Airliner, die Urlaubsgäste in die Touristenhochburgen
dieses Teils der Erde transportierten.

„Auf 12 Uhr
unten, direkt vor uns.“, warf Stephen gut gelaunt ein, der seine blauen Augen
hinter einer riesigen Pilotensonnenbrille verdeckte. Seine Worte kamen kratzig
über das Headset herein, und Raymond passte den Kurs der Beechcraft fast im
selben Moment über die Pedale des Seitenruders ein wenig an und nahm den Schub
zurück. Der Klang der Triebwerke wurde tiefer und die Nadel des Geschwindigkeitsmessers
bewegte sich entgegen den Uhrzeigersinn. Wieder knackte es im Headset.

„Flight
Control hier ist Tropicturns Flight 259, verlassen jetzt ihren Luftraum und
wünschen noch einen wunderschönen Tag.”

Der
Controller bestätigte und Steve legte einen im Dachbereich des Cockpits
befindlichen Drehschalter um. Dann einen weiteren, und aus den Headsets ertönten
kurze Offbeats und die einprägsame Melodie von Don´t worry, be happy, während
der Flieger unbeeindruckt seinen Weg fortsetzte. Auch auf Raymonds Gesicht, das
ebenfalls von einer Sonnenbrille verdeckt wurde, und dessen struppige
strohblonde Haare vorne aus dem Bügel des Headsets herausragten, zeigte sich
nun ein Lächeln.

„Ach ich
liebe diesen Job. Kein dämlicher Instrumentenflug. Die perfekte Mischung aus
Ruhe und tropischem Nachtleben. Und mit tropisch meine ich die Mädchen.“

Er lehnte
sich in seinem Sitz zurück. Raymond drehte seinen Kopf wortlos zu ihm herüber,
lachte still, bevor er sich wieder seinen Instrumenten zu wand. Steve setzte
fort.

„Die
Eingeborenen sind auch nicht schlecht.“

„Kümmere
dich mal lieber um die Checkliste.“

Steve zog einen
Aktenordner mit laminierten A4-Seiten aus einer der Staufächer und öffnete die
Seite mit der Checkliste für die Landung. Schnell aber sorgfältig gingen sie
die einzelnen Punkte durch, angefangen von der Stellung der Landeklappen, bis
zu den Einstellungen für die Positionslichter. Die Maschine hatte sich jetzt
dem schmalen Streifen im Meer genähert, an dessen Rändern schaumige Wellen aus
dieser Entfernung wie ein einziger weißer Ring die Insel umrandeten, und in
beigen Sandstrand übergingen. Dahinter eine vulkanische Hügellandschaft,
bedeckt von wild wucherndem Dschungel. Immer noch dudelte Bobby McFerrin im
Hintergrund, während die Maschine auf den länglichen Grasstreifen zusteuerte,
der die Insel mit Verbrauchsgütern vom Festland versorgte. Und genau das war
heute ihr Auftrag.

Es dauerte
nicht lang, bis die Maschine in den finalen Endanflug überging, schließlich
holpernd auf dem spärlich bedeckten Boden aufsetzte, und das Fahrwerk braune
Staubwolken hinter sich aufwirbelte. Hangars oder bedachte
Unterstellmöglichkeiten waren nicht vorhanden und so ließ Raymond die
Beechcraft auf einer Fläche rechts neben der eigentlichen Startbahn ausrollen,
bevor er zuerst die Turbinen runterfahren lies und schließlich die Avionik des
Flugzeugs ausschaltete. Die Positionslichter erloschen und der Donnervogel erstarrte
in Stille.

Die Bordluke,
die gleichzeitig als Treppe dient, wurde geöffnet und bald standen die beiden Piloten
wieder auf festem Boden. Die Sonne brannte auf die blanken Köpfe, und ein
schwüler Hauch legte sich auf die Haut. Steve rieb sich die Augen und streckte
sich.

„Das Wetter
macht einen Müde. Wär mal für Sonnenliege und Drinks als Standartausrüstung in
jedem Flieger.“ Raymond zog einen khakifarbenen Tropenhut über die durchschwitzten
Haare.

„Noch keiner
da.“, wunderte er sich.

„Du schielst
auf die Kleine, von der Lewis erzählt hat, was?“, Steve grinste Raymond schief
von der Seite an. Der zog eine Braue hoch.

„Hey komm
schon. Du bist Pilot. Alle Frauen stehen auf Piloten. Gut vielleicht nicht in so
einem Hawaii-Hemd, Magnum.“,

Der 1,90m
große Raymond schaute misstrauisch, zog die Sonnenbrille herunter und schaute ihm
direkt ins Gesicht.

„Erstens. Ich
weiß.“ Stille. Er senkte den Blink nach unten, griff nach dem Hemd und
präsentierte es mitleiderregend. „Zweitens. Was hast du gegen mein Hemd?“,

„Schon gut.
Lass uns lieber mal das Zeug ausladen. Dahinten kommt deine Angebetete.“

Ray drehte
den Kopf zur Seite. Ein brauner Streifen auf dem Feldweg verkündete die Ankunft
des Quads mit Anhänger, dass die Einheimischen nutzen, um die Güter vom
Flugplatz in ihr Dorf zu schaffen. Es war das einzige Dorf auf dieser Insel,
die so abgeschottet lag, dass kaum ein Stamm, europäischer Eroberer oder
sonstiger potentieller Feind die Umkosten auf sich genommen hatte, um dieses
tropische Paradies und die seit Jahrtausenden bestehende Kultur der Ureinwohner
zu zerstören und auszubeuten. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde in
Zusammenarbeit mit den LuaPeles, wie man die Einheimischen hier nannte, die Landebahn
gebaut, um zumindest die grundsätzliche Versorgung mit Medikamenten,
Treibstoff, Gebrauchs- und Verbrauchsgütern zu sichern. Zum Ausgleich verkauften
die Ureinwohner selbstgefertigten Schmuck und Kleider, sowie traditionell zubereitete
Speisen, wie den berühmten Luapele-Barsch, der in wenigen Restaurants auf dem
Festland als Delikatesse angeboten wurde.

Das Quad bog
auf den Vorplatz und hielt einige Meter vor der blau-weiß gestreiften
Propeller-Maschine an. Ein älterer Mann in kurzem roten T-Shirt in dessen
dunkelbrauner Haut die Zeit längst ihre Spuren hinterlassen hatte, stieg ab und
ließ den knatternden Motor verstummen. Mit freundlicher Miene näherte er sich
den zwei Piloten, die die in Kisten verpackten Waren bereits aus dem Flugzeug
geräumt und auf dem Vorplatz zur Verladung ausgebreitet hatten. Deren Blicke
richteten sich auf die kleine zierliche Gestalt, die jetzt vom Hänger sprang,
kurz aufsah und dem alten Mann mit unnachahmlich träumerischem Blick folgte. Die
Spitzen fächelten im leichten Hauch des Windes durch das runde asiatisch anmutende
Gesicht. Unter dem kurzen amerikanisch geschnittenen Bikini verbarg sich eine
perfekte Figur, die den Blicken der Piloten nicht entgang. Steve pfiff leise
durch die Zähne, was ihm einen argwöhnischen Blick von Raymond einbrachte. „Du
hast einfach keinen Stil, Steve.“

„Ach ja? Was
ist denn Stil?“, ihre Mienen blieben ungerührt. Erst recht unter den dunklen
Sonnengläsern.

„Respektvoll
sein. Und freundlich. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.“

„Wetten?“

„Worauf?“

„Laut Flugplan
haben wir einige Tage Zeit.“

„Soll
heißen?“, Raymond zog die Mundwinkel hoch, bevor er fortsetzte.

„Ich wette,
dass du das Schätzen niemals kriegst.“

Steve formte
ein diabolisches Grinsen.

„Du nervst!“

„200 Dollar?“
Steve streckte die Hand aus, Raymond dachte nach. Er musste diesem Geplapper
endlich etwas entgegensetzen. Schließlich ging er drauf ein.

„Abgemacht.“

Der alte reichte
den beiden wortlos aber lächelnd die Hand, verbeugte sich kurz und drehte sich
dann nach dem einheimischen Mädchen um, dass kurz hinter ihm stehen blieb.
Stephen übernahm das Wort und begrüßte den Mann in seiner Heimatsprache. Ray
verstand nicht, was die beiden beredeten, aber der Tonfall wirkte entspannt,
und so lächelte er auch. Schließlich legte der Mann seinen Arm auf den Rücken
der Frau und stellte sie vor. Raymond verstand zwar nicht die Sprache der
Luapeles, konnte aber den Namen des Mädchens heraushören. Leilana. Schöner
Name. Sie verneigte sich, und gab den beiden Piloten die Hand. Raymond zog die
Sonnenbrille ab.

„Nett sie
kennen zu lernen, Leilana“, leierte er respektvoll, wohlwissend, dass er keine
Antwort erwarten könne. „Danke. Ganz meinerseits. Und wie ist ihr Name?“, antwortete
die Frau mit strahlend blauen Augen in akzentbehaftetem aber flüssigem
Englisch.

Steve und Raymond
sahen sich verwundert an. Dann ergriff Raymond das Wort, wobei ihn Steve genau
im Auge behielt.

„Mein Name
ist Raymond. Und das ist mein Copilot. Stephen.“ Steve verzog kurz das Gesicht.

„Sie können
englisch sprechen?“

„Ich bin
einige Jahre auf dem Festland zur Schule gegangen.“

„Wirklich?
Wir fliegen diese Linie jetzt schon etwas länger. Wie kommt es, dass wir uns
noch nie begegnet sind?“

„Tja. Vielleicht
wollte es ahi mauloa so.“

„Wer?“,
Raymond blickte fragend zu Steve.

„Das ist hier
so eine Art Gott.“

„Ohh. Ja.
Vielleicht.“ Er sah Leilana noch einige Sekunden mit fragendem Blick an. Ihre
tiefblauen Augen kamen ihm vor, als würde sie direkt in seine Seele blicken. Er
hatte Angst durchschaut zu werden. Er mochte es nicht, wenn man ihn analysierte.
Und erst jetzt stellte er fest, dass ihm die Situation unangenehm geworden war.
Eine rote Blume schimmerte in ihrem Haar. Dann wand sie den Blick ab, warf ihn
für den Bruchteil einer Sekunde auf Steve, dann wieder auf Ray und wand sich
schließlich ganz ab.

„So. Wollen
wir doch mal.“ Raymond merkte wie seine Muskeln sich entspannten, nachdem ihm Steve
einen herzhaften Schlag auf den Rücken versetzt hatte. Innerhalb von Minuten
waren die Kisten unter der Mithilfe aller beteiligten auf den Hänger verladen. Der
alte Mann bestieg das Quad und legte den Zündschlüssel um. „Halt!“

Alle sahen
auf Raymond. „Wir haben noch einige Tage Aufenthalt und wir…“

Die Piloten
sahen, dass Leilana mit dem Alten einige Worte wechselte. Der Mann lächelte.

„Klar, kommt
mit.“, antwortete Leilana für ihn. Raymond sah zu Stephen, der mit dem
Schlüssel signalisierte, dass das Flugzeug verschlossen sei. Die Vertauung für
den Schutz vor Wind und Wetter hatten sie bereits nach der Landung erledigt. Jetzt
schmissen sie ihre Seesäcke in den Hänger und bestiegen diesen gemeinsam. Dann
setzte sich das Gespann mit dem Knattern des Vierzylinder-Benziners in
Bewegung.

„Schön habt
ihr´s hier.“, lächelte Raymond unter seiner Sonnenbrille, den Blick über die
weiten Felder schweifend, die mit leuchtenden Gewächsen bepflanzt waren.

„Wartet bis
ihr den Dschungel seht.“

Der Mann auf
dem Fahrerplatz drehte sich zurück und lächelte, bevor er sich wieder des holprigen
Weges widmete. Von den Amerikanern völlig unbemerkt durchfuhren sie die Grenze
zum Dschungel. Die riesigen Pflanzen ließen das Sonnenlicht kaum mehr durch und
schlagartig wurde es dunkler. Worauf haben wir uns hier wieder eingelassen,
fragte sich Raymond, während er auf den roten Rücken des alten auf dem Quadbike
starrte. Wer weiß was die mit uns anstellen. Hier findet uns jedenfalls keiner
mehr. Er formte ein Lächeln, während sie immer tiefer im Dschungel
verschwanden.

Fortsetzung folgt… (wip)

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