
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Ihr Name war Cassy
Niemand störte sich an ihr sie war zwar still aber auch nett. In der Schule durchschnittlich, ihr Aussehen mit den grünen Augen und schwarzen, kurzen Haaren wirkte leicht exotisch – beachtet wurde es jedoch kaum, weil sie sonst nichts Besonderes an sich hatte. Ihre Klamotten hielt sie schlicht, genau wie alles andere. Entweder war es grau, weiß oder schwarz und wenn nicht, dann eine andere unauffällige Farbe. Wenn es warm war trug sie T-Shirts und dreiviertel Jeans, bei Kälte meist einen Pullover wo sie sich einkuscheln konnte und eine lange Jeans. Schmuck trug sie nie, genauso wenig wie Make Up. Auch Nagellack hatte sie nie an sich. Sie brauchte oft Zeit für sich allein, nein sie war kein Außenseiter sie hatte Freunde auf die sie zählen konnte. Klar auch Fake Freunde waren dabei aber daraus hatte sie sich nie etwas gemacht. In ihrer Schulzeit gab es natürlich immer wieder kleine Sticheleien. Diese jedoch, hatte sie sich nie zu Herzen genommen. Und wenn doch, dann konnte man beobachten wie ein Mensch durch einen Schlag gleich zu einer besseren Person wurde.
Sie saß im Unterricht im weißen Pullover eingekuschelt und träumte die letzten Minuten des Unterrichts vor sich hin. Für viele bedeutete die zehnte Klasse Stress ohne Ende. Auch für Cassy. Aber sie blieb ruhig wie es ihr Charakter so an sich hatte. Sie war so verträumt, dass sie nicht merkte wie der Unterricht zu Ende ging. Die Lehrerin war bereits gegangen und sie verdankte es ihrem Sitznachbarn, dass sie nicht allein im Klassenzimmer zurück blieb. Sie trödelte auf ihrem Weg nach Hause durch den kleinen Waldabschnitt. Versuchte ein Eichhörnchen zu füttern, war aber enttäuscht als es nicht von ihrer Hand fraß.
Bei einem klirrenden Herbstwind schlang sie die Arme um sich und verweilte wie jeden Tag auch am kleinen Brunnen am Waldrand, setzte sich dort hin und hielt sich an den kalten Steinen am Brunnen fest. Zwar war sie sich ziemlich sicher, dass es nicht tief runter ging jedoch wollte sie nicht hinein fallen. Kaum eine Minute verging bevor sie wieder verträumt zu den Baumkronen blickte. Durch das Geräusch eines bellenden Hundes schreckte sie aus ihrer Träumerei auf und musste sich am Rand des Brunnens festhalten um nicht zu fallen. Zu ihrem Pech hatte der Rand bereits angefangen zu frieren und es war rutschig, sodass sie hinab fiehl.
Das Nächste, an das sie sich erinnerte war, dass sie im Brunnen aufwachte wo ihr das Wasser bis zur Hüfte ging. Ihr weißer Pullover hatte nun eine braune Farbe angenommen. Sofort merkte Cassy wie sie fror, total durchnässt war sie. Dazu noch der schmerzende Kopf den sie sich angeschlagen hatte
„Das gibt ne Beule….“
Zumindest hoffte sie dass es nur das war, wobei sie nach ihrem Schädel tastete und die warme klebrige Flüssigkeit ausmachen konnte, die ihre Haare verfilzte. Sie wimmerte wegen den Schmerzen an ihrem Kopf aber auch wegen ihren Händen, wo sie sich an den scharfen Steinen geschnitten hatte, bei dem Versuch sich fest zu halten. Außerdem war sie sich sicher dass sie sich beim Aufprall die Knie aufgeschürft hatte.
Noch benommen und unter Schmerzen jammernd stand sie auf. Atmete angestrengt und musste feststellen, dass sie hier unten nichts sehen konnte. Cassy seufzte und schlang wieder die Arme um ihren zitternden Körper. Ihr war kalt und außerdem hatte sie das Mittagessen ausfallen lassen, weshalb sich nun ihr Magen meldete. Trotz der Kälte löste sie die Arme von ihrem Körper und tastete nach den Wänden des Brunnens die bereits gefroren waren bei Anbruch der Nacht und sie fragte sich wie lange sie ohnmächtig gewesen war. Noch zitternd wegen des Schocks und der Kälte musste sie versuchen hoch zu klettern, was mit den Verletzungen umso schwerer war. Sie rutschte mehrmals ab und jede Niederlage trieb ihr mehr Verzweiflung in die Seele und Tränen in die Augen. Dies trug auch dazu bei, dass sie umso heftiger zitterte und anfing zu schluchzen, versuchte nach Hilfe zu rufen. Sie schrie aus dem Brunnen heraus mit stotternder Stimme, die vom Schluchzen und aufeinander Klappern der Zähne verzerrt wurde. Sie war schon so geschwächt aber die Müdigkeit setzte noch eins drauf. Cassy wollte sich unbedingt zusammen kauern, in eine dicke Decke wickeln und einfach nur schlafen. Wissen, dass sie sicher war. Aber sie war nicht sicher, konnte kaum noch stehen vor mangelnder Kraft, zittern und schluchzen. Nach einer gefühlten Stunde hörte sie auf zu rufen. Wer würde sie um diese Zeit noch hören?
Cassy wollte aufgeben bevor ihr noch eine letzte Idee kam und sie in ihrer Tasche herum wuehlte. Sie zog mit den nassen Händen die noch mit ein paar Tropfen ihres Blutes verschmiert waren, ihr Handy heraus und versuchte es an zu schalten. Doch nichts geschah. Tastete sich über das beim Aufprall zerbrochene Display und versuchte es erneut. Und dann nochmal. Und wieder.
„Bitte geh an…“
Sie wimmerte zitternd während sie immer wieder auf den Knopf drückte und ein leises „Bitte“ immer wieder vor sich her jammerte. Ihr Handy jedoch hatte Wasserschaden genommen und gab kein Lebenszeichen von sich. Cassy weinte wieder, hatte schon kaum mehr Kraft dazu. Sie dachte zurück an ihre Familie und ihre Freunde, murmelte vor sich hin wie sehr sie sie liebte und vermissen würde. Jetzt lehnte sie zitternd an der Wand und für einen kurzen Moment stoppten die Tränen. Ein neuer Versuch wurde von ihr gestartet und sie klammerte sich an die Wand, während sie versuchte sich hoch zu drücken. Ihre Tasche ließ sie fallen, so kam sie besser voran.
Und tatsächlich schaffte sie es. Sie zitterte noch vor Kälte und Verzweiflung, diesmal aber auch vor Aufregung es doch noch raus zu schaffen. Nach etwa zehn Minuten hiefte sie sich über den Rand des Brunnens und lag erstmal still da um durch zu atmen. Kurz bevor sie vor Kraftverlust einschlafen konnte, erinnerte Cassy sich daran, dass sie noch nach Hause musste und erstarrte, als sie aufstand und einem riesigen Hund gegenüber stand. Sie konnte nicht erkennen welche Rasse es war aber das er gut einen Kopf größer war als sie und scharfe Zähne hatte, zwischen denen noch Fleischreste steckten, das konnte die erkennen. Erst starrte sie ihn einfach nur an nicht fähig sich zu bewegen, was zu sagen oder zu schreien. Sie stand stumm da, bevor ihr Fluchreflex sie dazu brachte die Beine in die Hand zu nehmen und zu rennen, so schnell sie nur konnte. Der Hund hetzte ihr hinterher, wie wenn er ein Jagdspiel veranstalten würde. Sprang mal direkt hinter sie oder vor sie. Pirschte Mal von der Seite an und ließ sie stolpern. Man merkte, es bereitete ihm Vergnügen.
Alles schmerzte als sie um ihr Leben rannte und Cassy hatte nichtmal Zeit zu schluchzen, höchstens ein paar vergebene Hilfeschreie, die gerade Mal ein Echo warfen. Endlich sah sie Häuser und schluchzte dann doch einmal vor Erleichterung auf, bevor sie ihre Schritte beschleunigte. Jetzt war sie im Dorf und kurze Zeit darauf vor ihrem Haus, wo bereits Polizeibeamte standen. Mit Tränen in den Augen schaute sie hinter sich, ob der Hund noch da war und dann wieder gerade aus und rief nach ihrem Eltern. Sie stand direkt vor ihnen und wollte ihnen in die Arme fallen
Das Problem jedoch war, dass weder ihre Eltern, noch die Beamten sie sahen. Cassy wurde panisch und fing an zu schreien
„Nein! Ich bin doch hier!!! Schaut her!!!“
Sie versuchte es weiter, jedoch keine Reaktion und sie schluchzte wieder leise während sie zu ihrem Eltern und den Beamten schaute
„Bitte seht mich an…“
Sie verweilte so und ihre Eltern gingen wieder ins Haus, in welches Cassy ihnen folgen wollte jedoch nicht rein konnte. Es war, als würde etwas sie blockieren, wie eine unsichtbare Wand, die sie davon abhielt Nachhause zu kommen.
Da ihr nichts besseres einfiel ging sie den Beamten nach. In den Wald. Ihre Emotionen schaltete sie ab, es brachte ihr nichts mehr zu weinen. Die Suchaktion nach ihr beobachtend, fragte sie sich, warum man sie nicht gesehen hatte, obwohl sie direkt vor ihnen gestanden hatte. Ihre Aufmerksamkeit wurde geweckt, als die Beamten sich in einem Kreis um etwas herum stellten. Sie ging hin um zu schauen was war, da sie nicht gesehen wurde, hielt sie keiner davon ab. Cassy starrte auf ihr Skelett welches auf dem Boden lag, ein paar Fleischstücke waren noch dran und Blut das von den Taschenlampen der Polizei beleuchtet wurde. Sie schwieg und schaute auf ihre Hände. Keine Wunden. Schaute an sich runter auf den sauberen, weißen Pullover und tastete nach ihrem seidigen schwarzen Haaren. Kein Blut. Nichts
Dann blickte sie wieder auf das Skelett, welches mit zerfetzten Klamotten am Boden lag. Genau dort, wo sie sich über den Brunnenrand geschoben hatte und sich auf den Rücken gelegt hatte. Jetzt realisierte sie es. Sie war tot.