KreaturenMittel

Das Fallenlabyrinth

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Ich öffnete die Augen, um mich – Schwärze.

Ich bin in einem Labyrinth aus Räumen gefangen. In manchen Räumen gibt es Fallen, der Großteil jedoch ist sicher. Ziel dabei ist es aus dem Labyrinth zu finden. Und so beginnt das Spiel. Ich versuche mich zurückzuerinnern, was innerhalb der letzten Stunde geschah.“‘

Ich war auf der Flucht; noch vor dem Labyrinth wurde ich von einer angsteinflößenden Kreatur verfolgt. Ich rannte einen Korridor entlang und sah viele Türen, oder besser gesagt Luken, in deren Mitte jeweils ein Schalter war und darum herum angeordnet mehrere eigenartige Symbole. Manche standen offen und zu meinem Entsetzen sah ich in den paar Räumen, an denen ich vorbei sprintete, ein gutes Dutzend Leichen. Von manchen sah man nur noch das Gerippe, andere wiederum waren mit unzähligen Nadeln übersäht, die nächsten waren kopf- oder gliederlos. Ich vernahm den intensiven Geruch von Blut, der in der Luft hing.

In vollem Bewusstsein, dass hinter jeder Luke eine Falle lauern könnte, öffnete ich per Drehschalter eine zufällig ausgewählte, kontrollierte sie kurz, stieg vorsichtig hindurch und verriegelte sie schnell wieder, sodass ich erst einmal sicher war. In dem quadratischen Raum war es still und leicht beleuchtet. Ich wartete mehrere Minuten. Draußen hörte ich Schritte, welche immer näher kamen. Das Wesen stand nun anscheinend direkt vor der Tür und suchte die Luke ab. Ich rührte mich keinen Millimeter und saß starr in einer Ecke des Raums. Ich hörte wie eine Klaue auf das harte Metall traf, es las anscheinend die Symbole. Gaben sie womöglich Aufschluss darüber was für eine Falle mich nun erwartete? Die Klaue bewegte sich langsam nach unten, wie Fingernägel auf einer Tafel. Urplötzlich verstummte es. Ich spitzte meine Ohren, die Kreatur machte ein Geräusch, man hörte es fast kaum – Es kicherte!

Langsam zog es dann weiter und hinterließ mich mit einem mulmigen Gefühl. Ich drehe mich Richtung Zentrum des Raums, richte mich langsam auf und bin einen ganzen Moment bewegungsunfähig. Das kichern war kein gutes Zeichen, was also soll ich nun tun? Wieder raus zu der Kreatur oder hier verharren? Ich inspiziere mit meinen Augen jeden Zentimeter des Raumes – vergeblich, ich kann nichts Merkwürdiges feststellen. Aber etwas Ungewöhnliches fällt mir auf, neben der Einstiegsluke gibt es keinen weiteren Ausgang. Das verwundert mich, ich nahm an in jedem Raum gibt es mehrere Luken. Ich verharre eine halbe Stunde und denke mir einen Plan aus, was ich als nächstes machen soll. Ich komme zu dem Entschluss dass dieser Raum sicher ist und mir einen gewissen Schutz bietet. Es wäre also möglich diesen großen Komplex näher zu erkunden und sich notgedrungen hier wieder zu verstecken. Und so öffne ich die Luke und halte kurz Ausschau. Dann ist es Zeit, ich sprinte etwa hundert Meter zu dem gegenüber liegendem Raum. Ich drehe die Luke auf, stecke meinen Kopf durch und sehe, wie einst vermutet fünf andere Luken, es sind insgesamt vier den Wänden und jeweils eine an der Decke und an dem Boden. Ich überlege hindurch zu steigen, doch da bleibt mir kurz der Atem weg und ich muss husten. Zu meinem Entsetzen fahren urplötzlich zigtausende Metallspitzen aus den Wänden und durchbohren Alles, was in ihrem Weg steht. Ich bin schockiert und höre plötzlich schnelle Schritte. Das Geräusch von den herausschiessenden Spitzen muss die Kreatur wieder angelockt haben. So renne ich also schnell wieder zu meinem Schutzraum und verbarrikadiere mich dort. Ich erinnere mich an die durch Schallwellen ausgelöste Falle von gerade eben und bin deshalb besonders vorsichtig. Ich atme leise auf, die Luft in dem Raum ist eisig, ebenso die Metallwände, an denen ich mich behutsam voran taste. Die Kreatur steht jetzt wieder vor der Luke und kratzt mit seiner Klaue auf dem Metall. Plötzlich…ein Klicken. Ich zucke zusammen…ein letzter Atemzug.

Doch nichts passiert.

Ich nähere mich der Luke und sehe dass der Schalter langsam wackelt. Plötzlich löst er sich und knallt mit einem ohrenbetäubenden Geräusch auf den Boden.

Ich bin gefangen.

Eine Stunde vergeht und ich weiß nicht was ich tun soll. Dann, mehr oder weniger durch Zufall sehe ich in dem schwachen Lichtpegel des Raums plötzlich eine Bewegung.

In dem einst sicher gefühlten Raum ist etwas!

Ich gehe erschrocken ein paar Schritte zurück und warte. Es sieht wie Schleim aus, dass sich in den Farben des Raumes getarnt hat. Ich blicke um mich, ich bin total schutzlos und ein Entrinnen ist auch nicht möglich. Zu meinem Verwundern entdecke ich in dem Schatten der Ecke links von mir einen kleinen Kasten, ich sprinte hin, öffne ihn und bin überrascht. In der Schachtel befindet sich eine Art Zahnradwalze. Ich reiss es an mich und drehe mich zu dem Wesen.  Es bewegt sich sehr langsam auf mich zu, es steht also ein bitterer Zweikampf bevor.

Ich sehe wie sich der Schleim langsam löst, unter ihm kommt eine schockierende Fratze zum Vorschein. Es sieht aus wie eine Kreuzung aus einer Katze und einem Menschen, pechschwarz, mit einem langen Hals, roten Augen und sehr vielen messerscharfen Zähnen. Es stürzt sich auf mich, ich versuche mich mit meiner Waffe zu wehren und schlage auf es ein. Das bringt leider nicht viel, es schnappt nach mir und reisst mir vier Finger von meiner linken Hand.

Ich jaule auf und ziehe mich in eine Ecke zurück. In mir wächst die Wut. Ich verliere die Kontrolle über mich und fühle mich wie paralysiert, den Schmerz nehme ich nur nebensächlich wahr. Ich versuche meine Gedanken zu fassen und will einen nächsten Versuch wagen, viel mehr habe ich nicht mehr zu verlieren.  Es schnappt nach mir, jedoch weiche ich blitzschnell aus. In mir brodelt es, ich fühle mich nicht mehr menschlich, ich fühle die animalischen Kräfte, die sich ins Unermessliche steigern. Ich ramme die Walze auf ein Auge, dann auf das andere, so taumelt es zurück. Ich fühle mich schon siegessicher, doch dann schnappt es mit seinem langen Hals wieder nach mir. Die Zähne bohren sich in meinen linken Oberarm.

Um mich wird schwarz. Ich schliesse die Augen. Als nächstes höre ich das Abtrennen meines Armes, der Schmerz jedoch bleibt aus. Ich ziehe mich zurück, verbinde notgedrungen meine starke Wunde, mobilisiere meine letzten Kräfte und blicke in das offene Maul der Kreatur. Ich stoße die Zahnradwalze in dessen Kiefer. Es verharkt sich, und so drehe ich Sekunde für Sekunde, Millimeter für Millimeter, dass die Zähne nach und nach herausbrechen. Eine unsäglich große Menge an Blut strömt auf mich herab. Ich drehe solange bis ich es laut knacken höre, bis der Kiefer des Wesens völlig zerbricht. Es sackt auf die Beine, doch ich höre nicht auf. Ich mache weiter, bis zu seinem letzten Atemzug.

Es zeigt nun keinerlei Lebenszeichen mehr und so setze ich mich in eine Ecke. Ich kann zwar jetzt wieder einigermaßen klar denken, doch irgendwas ist anders, ich fühle nichts mehr. Ich betrachte die Welt jetzt mit anderen Augen. Es ist so als hätte das Tier in mir die Oberhand gewonnen. Alle Erinnerungen sind fort, so wie Tränen im Regen, meine menschliche Existenz liegt nun hinter mir.

Es vergehen Tage und Wochen, die Zeit wird immer mehr eine Illusion. In den ersten Tagen nach meinem Triumph hatte ich die Idee mit der Walze die Tür aufzubrechen, jedoch fühle ich mich in meinem Raum immer heimischer. Manchmal reisse ich mir etwas von meiner Beute ab, sodass ich nicht verhungere, bald ist aber nicht mehr viel übrig.

Ab und zu höre ich Menschen in dem Korridor. Ihre Schreie erfüllen den Komplex. Dies ist jedoch belanglos für mich, ich vergeude keiner weiteren Gedanken an andere Menschen. Was für mich zählt ist einzig und allein Isoliertheit vor dem Menschen. Das Leben in der „zivilisierten“ Welt ist grausam. Anders als mein Zweikampf, der nach meiner Auffassung relativ natürlich war, ist der Kampf der Menschen sehr viel schlimmer. Deren Folter ist allgegenwärtig, sie berauben sich gegenseitig der Freiheit, morden, quälen oder zerstören sich psychisch. Ich dagegen bin im vollen Besitz meiner Sinne und viel näher an der Vollkommenheit als es ein Mensch je sein wird.

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