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Der Blick aus dem Fenster

Es war ein kühler Herbstmorgen. In der Nacht hatte es geregnet und es war der perfekte Moment, mit einer Tasse Tee aus dem Fenster zu sehen.

Einen freier Tag, den ich alleine in meiner Wohnung genießen konnte. Die Gedanken schweifen lassen. Ich betrachtete die wenigen Menschen, die mit Regenschirmen bewaffnet, an diesem Herbstmorgen unterwegs waren.

Mein Blick wanderte von den Straßen zu den Häusern und Wohnungen. An den meisten Fenstern war nichts Ungewöhnliches. Ich dachte mir nur, ob ich der einzige war, der gerade in andere Fenster schaute.

Dann steuerte meine Aufmerksamkeit zu dem Fenster fast direkt gegenüber. Dort wohnte die ältere Miss Winter, die ich noch aus Kindertagen kannte, und ich ihr auch heute noch bei ihren Einkäufen half. Sie bewegte sich gerade an ihrem Fenster. Ich konnte nicht genau erkennen, was sie tat, aber vermutlich goss sie ihre Blumen. Doch da war noch etwas anderes.

Hinter Miss Winter stand eine schemenhafte Gestalt. Sie wirkte so, als sei sie aus Nebel geformt. Ich bekam eine Gänsehaut und musste mich kneifen. Aber das war kein Traum. Die Gestalt tat nichts, sie stand einfach nur hinter der alten Dame. Es ging auch nicht weg. Ich beobachtete es eine ganze Weile. Es war faszinierend und beängstigend zugleich.

Doch dann kam langsam meine Vernunft wieder. Ich musste Miss Winter vor der Gestalt warnen. Ich zog mir meine Jacke an und ging auf die Straße.

Noch völlig in Gedanken lief ich auf den Wohnblock zu, in dem Miss Winter wohnte. Da klingelte mein Handy.

“Tom bist du das?”, fragte eine ältere Stimme.

Es war Miss Winter. Sie hatte wohl noch meine Nummer für Notfälle.

“Ja, Miss Winters, ist alles gut? Brauchen Sie etwas?”, fragte ich erstaunt.

“Nein. Ich wundere mich nur, ob bei dir alles gut ist.” fuhr sie fort.

“Ja…wieso?”, fragte ich leicht verwundert.

“Du stehst jetzt schon ganz lange am Fenster und starrst in die Leere. Du bewegst dich auch nicht. Mehr kann ich nicht erkennen, du weißt doch, wie schlecht doch meine Augen geworden sind.”

Ich zitterte. “Stehe…. stehe ich jetzt gerade an dem Fenster?”, stotterte ich vor lauter Angst.

“Ja doch. Was für eine Frage Tom, du wirst mir ganz unheimlich.”

“Miss Winters. Ich bin gerade auf dem Weg zu Ihnen”, konnte ich ihr nach einem Moment des Schocks mitteilen.

Wir erzählten später einander von dem äußerst unheimlichen Ereignis. Seitdem ist in mir eine Angst gewachsen. Diese Geschichte ist eine Warnung an alle. Ihr könnt manchmal vielleicht seltsame Dinge beobachten, die andere nicht sehen können. Doch seit euch bewusst, dass vielleicht jetzt gerade jemand durch euer Fenster schaut und hinter euch etwas stehen sieht.

 

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Ein Kommentar

  1. Ich hätte mir mehr von dieser Gestalt gewünscht, weil schemenhafte Doppelgänger ist eine verdammt gute Idee für eine Geschichte!
    Das Ende war mir dann einfach zu offen und unerfüllt, weil es einfach wie ein Cut zu schnell zu Ende ging

    Bitte aber mehr mit solchen Themen in einer vielleicht ausgearbeiteten Story? Finde solche Themen wirklich seeeehr nice!
    3/5 Sterne gebe ich dir aber ^^ Weiter so ♥

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