
Der Clown III
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Im Lagerhaus des Wahnsinns
Ich taumele zurück. Die Welt beginnt zu schwanken. Die Realtität verliert gerade ihren Sinn. Ich verstehe nichts mehr, mein Verstand ist tot. Dann spricht der Clown wieder. „Du hast dich nach Rache gesehnt. Nach Rache an den Kriminellen. Du hast Banküberfälle organisiert und durchgeführt. Und jedes Mal das gleiche Muster: Du lässt die Leute maskiert auftreten, keiner weiß, dass du dabei bist. Wenn alles geklärt ist, tötest du sie alle. Das Geld, was du erbeutest, hast du hier rein investiert.“ Er zeigt mit der Hand auf die Kisten. Ich gehe zu einer hin, langsam die die Welt sich nicht mehr dreht. Ich blicke in die Kiste hinein. Sie ist leer. Ich drehe mich zum Clown, zu mir, um. „Was soll das?“ Er grinst, er grinst immer. „Du hast alle Kriminellen in deinem Rachefeldzug beiseite geschafft. Bis auf einen. Du hast für sie gearbeitet. Wir haben geplant und ich habe durchgeführt. Du bist ein gutes Team.“ „Du meinst wir.“ „Nein. Du. Du warst das alles ganz alleine.“ Ich blicke ihn fassungslos an. „Was ist hier los?“ Er stöhnt entnervt und setzt sich auf den Boden. „Also, für schwerbegriffliche: In den Kisten war Sprengstoff. Viiiiiiiiiiel Sprengstoff….wir…“ er zeigt auf mich „…haben ihn verteilt. Auf alle Banken dieser Stadt. Denn sie sind der wahre Grund, warum du deine Famlie verloren hast. Wären sie nicht gewesen, hätten diese Ficker dich niemals auch nur schief angesehen.“ Er blickt mich an. „Ich bin das, was du dich nicht getraut hast, zu werden. Die Rache,das Chaos.“ Ich drehe mich um und laufe. Ich kann nicht mehr, das ist zuviel für meinen Verstand. Ich hetze Treppen hoch, öffne Türen und kauere mich an Wände. Wieder eine Treppe. Oder war es dieselbe wie gerade? Ich schleppe mich hoch, als ich einen Schatten bemerke. Kurz darauf falle ich rücklings die Treppe runter. Mir wird schlecht, als ich auf den Hinterkopf aufschlage. Alles wird wieder schwarz und ich höre sein Lachen. Mein Lachen.
Auf dem Dach
Frische Luft umfängt mich. Und der brackige Geruch von Abwasser. Ich öffne die Augen und schließe sie sofort wieder, weil mir kotzübel wird. Ich atme tief durch, atme den Gestank der Kloake ein und muss mich schnell zur Seite drehen, weil die Spiegeleier hochkommen. Klatschend landen sie auf dem Dach. „Ihh, das ist ja eklig“, höre ich es sarkastisch von der Seite. Der Clown steht da, am Rande des Daches und blickt in die Nacht. In der Hand hält er eine Schrotflinte. Er dreht sich zu mir um und kommt auf mich zu. „Steh auf. Du willst das Spektakel doch nicht etwa verpassen, oder?“ Er zieht mich an den Rand des Daches. Ich blicke in die Nacht hinaus. Ich sehe Hochhäuser, titanische Umrisse mit kleinen gelben Lichtern. Der Clown schaut auf die Uhr. Noch fünf Minuten. Weißt du, was du geschafft hast? So viel, ohne es zu bemerken.“ Ich blicke ihn an. Ich kann nicht mehr. Ich will auch nicht mehr. „Du bist nicht real.“, stöhne ich. „Du bist nur in meinem Kopf.“ Der Clown grinst mich schief an. „Und wenn schon. Du brauchst mich. Ich habe mir kein Loser-Alter Ego erschaffen. Wir ergänzen uns.“ Er blickt wieder auf die Wolkenkratzer. „Drei Minuten noch.“ Ich muss was tun. Ich muss hier weg. Aber er wird immer da sein, wo ich sein werde. Und dann trifft es mich. Das Gewehr in seiner Hand ist in meiner Hand. Und tatsächlich, da ist sie. Der Clown dreht sich zu mir um. „Du machst es nicht.“ Seine Bestimmtheit macht mir Angst. „Und wenn doch?“, flüstere ich und jetzt grinse ich. „Stirbst du dann auch?“ ich bin siegessicher. Der Clown wird nervös. „Lass den Scheiß. Und genieß die Show.“ Ein Blick auf die Uhr. „Dreißig Sekunden.“ Ich atme durch. Langsam, wie von Geisterhand richtet sich die Flinte unter mein Kinn. Ich blicke den Clown an. Er ist ruhig. Er hat Angst.
Die Explosionen sind nur ein dumpfes Dröhnen. Die Flammen nur ein fahler Schein. Was zählt, ist der Knall, als mein Schädel von der Schrotladung zerfetzt wird. Ich sehe noch, in einem Bruchteil einer Milisekunde, wie der Kopf des Clowns in seinen Einzelteilen durch die Nacht fliegt. Dann falle ich zu Boden. Lächelnd. Es ist vorbei.