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Der Nebel in der Nacht


In einer sternenklaren Nacht machte ich mich auf, um einen Spaziergang zu machen. Das gab mir Kraft und Ruhe. Es war wunderschön die Sterne am Himmel zu betrachten. Ich kannte einen wundervollen Weg der ein Stück über die Hauptstraße ging, aber in einen Feldweg mündete. Diese Strecke lief ich jede Nacht und in dieser Nacht zum letzten Mal.
Es war ruhig und ich hörte ein paar Tiere in der Ferne. Das war normal und beängstige mich kein Stück. Ich liebte dieses Gefühl, alleine unterwegs zu sein. Die Hauptstraße war leer und ich lief verträumt los und sah plötzlich  von hinten ein Licht. Ich hörte es noch hupen. Doch es war zu spät. Er hupte zu spät. Dann wurde mir schwarz vor den Augen.

Der Krankenwagen kam so schnell er konnte. Jeder war froh als ich endlich schwer atmend und geschockt zu mir kam. Ich befand mich im Krankenwagen. Ein  Mann vom Rettungsdienst und ein Fremder saßen in dem Auto. Der Fremde schaute auf dem Boden und als er sah das ich wach wurde, ergriff er vorsichtig das Wort.“Hallo. Wie geht es ihnen? Ich bin Bob. Es tut mir so schrecklich leid.“ „Ich… ich bin Alan… ich spüre mein rechtes Bein nicht.“, brachte ich schwer schnaufend heraus.“Es tut mir so Leid Alan. Nur es war so unfassbar nebelig heute. Ich hatte sie zu spät gesehen. Wäre der dichte Nebel nicht gewesen, dann wäre das niemals geschehen.“, sprach Bob und man merkte das er sich Vorwürfe machte. Doch eine Sache erschrak mich an seiner Aussage. Es war eine sternenklare Nacht gewesen. Kein Nebel weit und breit.

Sechs Monate später:
Ich war schnell wieder auf die Beine gekommen. Mein Bein, um das ich erst fürchterliche Angst hatte, konnte ich nun wie früher bewegen. Es ist alles nochmal harmlos abgelaufen. Ich konnte meinem Beruf wieder nachgehen und war glücklich. Eines Abends es war schon spät, kam ich aus meinem Büro nach langer Arbeit heraus und stellte fest, dass heute Abend dichtester Nebel herrschte. Also fuhr ich besonders vorsichtig und achtete auf alles. Doch der Nebel war so dicht wie noch nie zuvor. Ich konnte nichts erkennen. Ich wollte lieber aussteigen und zu Fuß laufen, doch die Strecke war zu weit und es herrschte bittere Kälte draußen. Da sah ich ihn. Zu spät. Ich war nur kurz abgelenkt, dann sah ich nur dichten Nebel, danach eine Gestalt. Ich bremste zu spät und fuhr ihn an. Es tat ein furchtbares Knacksen und ich zuckte zusammen. Völlig schockiert stieg ich aus dem Wagen aus um nachzusehen. Der Mann schrie wie am Spieß vor Schmerzen, langsam ging ich auf ihn zu. Als ich nun ganz nah an ihm war um ihm zu helfen, erschrak ich zu Tode.

Es war Bob, der Mann der mich damals angefahren hatte. Er war schwer verletzt. Viel schwerer als ich es damals war. Er blutete. Der Knochen an seinem linken Bein, schaute heraus. Er atmete schwer. Ich rief sofort den Notarzt, dann bückte ich mich zu ihm.“Der Wagen ist schon unterwegs Bob, halte noch einen kleinen Moment durch. Es tut mir so leid. Es war schrecklich nebelig. Ich habe dich zu spät gesehen.“, versuchte ich ihm ruhig mitzuteilen. Er schaute mich mit großen geschockten Augen an und brachte nur immer wieder den selben Satz heraus: “Heute Nacht war sternenklarer Himmel. Kein Nebel. Kein Nebel.“

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