KreaturenKurz

Der Schrei

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Und da hörte ich es
wieder. Diesen Schrei. Diesen von Schmerz und Panik geplagten Schrei.
Mittlerweile weiß ich ganz genau, wann er wieder ansetzt. Die Zeit,
in dem er ertönt und jedes sonstige Geräusch in der Halle übertönt,
ist vorbestimmt. Morgens um 8; Mittags um 12; und abends um 18 Uhr.
Den Rest der Nacht bleibt es überwiegend still. Zum Glück! Sonst
wüsste ich nicht, wie ich sie überleben sollte.

Ich war schon seit 3
Jahren für Mrs. Walker zuständig. Sie war es, die die ganze
Nervenheilanstalt zusammen schrie. Selbst Patienten, die wir fast
geheilt hatten, mussten wir notgedrungen von ihr fernhalten. Sie
versetzte ihre Nachbarn nämlich in Angst, so dass sie selbst
anfingen zu schreien oder zu weinen. Das wiederum wirkte sich sehr
schlecht auf ihre Gesundheit aus. Sie verschlechterte sich nämlich
oder setzte sich wieder ins Anfangsstadium zurück. Niemand sonst
wollte sich um die arme Frau kümmern, die tagein, tagaus sich ihre
Seele vom Leib schrie. Als sie uns zugewiesen wurde, hatte ich noch
zunächst den Verdacht, sie würde an sehr starken Angstzuständen und
Panikattacken leiden, das würde wenigstens ihre Schreie erklären,
doch als ich eines Tages während der Mittagspause vorbeischaute,
gefror mir das Blut in den Adern!

Die arme Frau hatte
sich ihre Kleidung vom Körper gerissen, so dass sich ihr nackter
Oberkörper entblößte samt den grünen und blauen Flecken und
Blutergüssen, die ihren Körper zierten. Ihre Arme waren zusätzlich
übersät von tiefen Narben, die sie sich in ihr Fleisch geschnitten
haben muss. ‚Hatte sie sich etwa geritzt?‘, Schoss es mir plötzlich
durch den Kopf. Aber wenn dem so war, warum? Hatte sie ein Trauma
erlitten? Woher kamen all die Flecke und Blutergüsse, die ihren
Körper so schlimm entstellten? Wurde sie geschlagen? Von wem?

Obwohl es uns
untersagt war, jeglichen Kontakt mit Mrs. Walker aufzunehmen, da sie
sonst wieder schreien könnte, wagte ich mich vorsichtig an sie
heran. Bisher hatte ich sie nur still gepflegt und ihr Medikamente
zur Beruhigung verabreicht. Mehr konnte man in ihrem Zustand auch
nicht tun. Jeglicher Fehler, den man ihr gegenüber machte, führte zu
einer „Angstreaktion“, wie wir es mittlerweile nannten, in ihrem
Gehirn. Genau diese Reaktion löste zunehmend diese Schreie bei ihr
aus. Mit der Zeit sollten die Schreie verstummen oder nur noch ein
Krächzen sein, da ihre Stimmenbänder es auf Dauer nicht mehr
mitmachen würden, doch ihre Stimme blieb stabil und wurde von Mal zu
Mal lauter…

Als erfahrener
Psychiater war mir bewusst, dass dies unter keinen Umständen möglich
war. Genauso gut war es unmöglich das diese Frau einfach an einer
gewöhnlichen Angststörung litt. Da musste etwas anderes dahinter
stecken und ich wollte es jetzt erfahren. So würden die
Heilungschancen bei ihr vielleicht steigern und sie würde auch die
anderen Patienten nicht weiter vom Heilungsprozess abhalten. Ein
Versuch war es Wert!

„Mrs. Walker“,
begann ich vorsichtig. Jede unangenehme oder unpassende Tonlage
könnte diese „Reaktion“ in ihr auslösen. Meine Fragen wählte
ich sorgfältig aus. Sollte es doch so sein, dass sie an einem Trauma
litt, würde sich das durch einige Reaktionen bemerkbar machen:
Intrusionen, Hyperarousal usw.

„Können Sie mir sagen, woher Sie all die Flecken und Narben haben?“ Zuerst schwieg sie. Ein typisches Verhalten bei jedem, der schlimme Ereignisse lange verdrängt hat. Jedoch öffnete sie nach einer Weile ihren Mund und flüsterte mit leiser und gleichzeitig brüchiger Stimme: “ Es war er… es ist alles seine Schuld.“ Eine Träne kullerte ihre Wange herunter, als sie nun langsam ihren Kopf hob und mir ins Gesicht blickte. Fast schon flehend. Ich tat weitere Schritte auf sie zu. „Wer ist er?“, fragte ich weiter.

Mrs. Walkers Unterlippe bebte, ehe sie antwortete: „Sehen
Sie ihn nicht? Das Monster. ER IST HIER!!!!!!!!!!“ Der
letzte Satz, den sie aus Leibeskräften schrie war so schrill und von
Angst und Schmerz geplagt, dass ich mir die Ohren zu halten musste.
Ich reagierte schnell. In meiner Kitteltasche hatte ich eine Spritze,
die ich ihr verabreichen wollte, jedoch… Wo war die Spritze hin?!
Sie war doch eben noch bei mir! Ein scharfer und stechender Schmerz
durchzog meine Nervenbahnen und diese Substanz ließ mich allmählich
müder werden… Ich spürte, wie mein Körper gegen den Betonboden
knallte und meine Sicht allmählich verschwamm. Das letzte, was ich sah, war eine große schwarze Gestalt, die permanent auf meine Patientin einschlug, bevor mich die Dunkelheit einschloss.

Und da hörte ich es wieder. Diesen Schrei. Diesen von Schmerz und Panik geplagten Schrei...

Geschrieben von:  () 11:18, 5. Mai 2017 (UTC)

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