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Die Fabrik

Mechanische Arbeit

Arbeit. Sie bestimmt jedermanns Leben. Ich für meinen Teil, kann mich kaum an was anderes erinnern. Mein Leben ist die Fabrik. Sie ist meine Bestimmung. Jeder in der Fabrik hat diese Bestimmung. Das Motto lautet: ” Ihr arbeitet nicht um zu leben, sondern ihr lebt um zu arbeiten.”

Jeden Tag fahre ich mit dem Bus vom Wohnblock A mit den anderen Arbeitern in das graue Fabrikgebäude. Es wirkt alles grau. Die Menschen, die Autos, meine Gefühle. So ist das Leben das ich lebe. Zumindest war es das, bis zu dem einen Tag, der genauso grau begann, wie jeder davor.

Der Bus hielt an. Vor uns ragte das große Fabrikgelände mit Schornsteinen aus denen der Qualm kam. Die Türen vom Bus schoben sich auf und wir stiegen geordnet aus dem Bus aus. In einer Reihe liefen wir in die jeweilige Abteilung. Man ordnete sich in die Gruppe ein, zu der man gehörte. Ich lief zum Abteil 8 zu der Gruppe die sich gerade aus anderen Bussen zusammenfand. Fließbandarbeit. Das war mein Bereich. Acht Stunden liefen kleinste Schrauben und Muttern über das Fließband. Ich drehte die Mutter in die Schraube hinein und legte sie auf das  Fließband. zurück. Das war meine Aufgabe. Ich wusste nicht, für was ich das tat. Niemand wusste das. Wir wussten nur die Fabrik schafft Arbeitsplätze. Es arbeiteten unzählige Menschen dort und fast täglich kam jemand dazu. Ich beschwerte mich nie über meine Arbeit. Denn manchmal geschah es, dass man befördert wurde. Einfach so. Dann wurde man in eine andere Abteilung versetzt.

Ich war gerade tief in meiner Arbeit versunken, als durch die Lautsprecher eine Durchsage ertönte. “Arbeiter Nummer 4768, bitte in mein Büro kommen. Ich schreckte auf. Das war meine Nummer. Da es so viele Mitarbeiter gab und sich keiner über 10.000 Namen merken konnte, gab man uns Nummern. Ich hörte sofort auf zu arbeiten, was ich sonst nur dann tat, wenn die Feierabendglocke ertönte. Wenn der Chef der Fabrik etwas wollte, war es sehr wichtig. So schnell ich konnte, lief ich zum Aufzug und drückte den Knopf für die oberste Etage. Noch nie kam es vor, dass ich zum Chef berufen wurde. Ich fühlte so etwas in Unbehagen in mir. Die Aufzugstür öffnete sich und ich schritt in das Büro des Chefs.

Es war ein großes Büro mit einer riesigen Glaswand, durch die er das Geschehen in der Fabrik immer im Blick hatte. Der Chef, niemand kannte seinen Nahmen war groß und kräftig und schüttelte mir mit einem sehr festen Händedruck die Hand. “Nummer 4768, heute ist ein guter Tag für sie. Ich darf ihnen verkünden, dass sie ab heute in einer anderen Abteilung arbeiten dürfen. Da sie all die Jahre ihre Arbeit so fleißig erledigt haben, kommen sie in die Montage.”, sagte er sehr euphorisch. Ich war erstaunt. Da wir Arbeiter untereinander kaum ein Wort wechselten, wusste ich gar nicht welche Abteilungen es in der Fabrik noch gab. Ich wusste nicht wie ich meine Freude die ich verspürte in Worte fassen sollte und gab ein verwundertes “Danke.” von mir. Der Chef klopfte mir auf die Schulter. “Gut, dann darf ich sie nun in unsere Abteilung einweisen.” Er betätigte den Aufzug und wir fuhren einige Etagen nach unten. Ich war bisher immer nur auf meiner Etage gewesen und an diesem Tag, konnte ich gleich zwei neue entdecken.

Wir stiegen aus dem Aufzug aus und was ich nun sah, konnte mein Kopf kaum verarbeiten. Es war eine gigantische Halle, an denen einige Menschen an mechanischen Roboterarmen saßen und Teile montierten. Die Teile bestanden aus Armen, Beinen und Köpfen. An der letzten Station wurde dann ein fertiger Mensch zusammengesetzt, der aus der Halle spazierte. Ich stand da und konnte nur dem ganzem zusehen. “Hier erschaffen wir Arbeit. Jeder der hier arbeiten darf, erlebt das Wunder der Fabrik. Nicht arbeiten um zu leben, sondern leben um zu arbeiten. Wir erschaffen dieses Leben, jeden Tag.” , fuhr der Chef fort, als ob er seine Fabrik in einem Werbespot anpriesen würde. Dann drehte er sich zu mir und wurde sehr ernst. “Es ist eine sehr wichtige Aufgabe und sie ermöglicht ihnen einige Privilegien, aber kein Sterbenswort zu irgendjemanden, sonst landen sie in der Schrottpresse.” Ich konnte immer noch nichts sagen. “Gut, dann ist ja alles klar denke ich.”, sagte der Chef im gehen und winkte mir noch. Das war nun meine Aufgabe. Meine Arbeit. Mein Leben.

 

 

 

 

 

 

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