Kurz

Die Zuflucht der ungeschätzten Talente

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Gottverdammter Mist, jetzt bin ich schon wieder hier
gelandet. In diesem Dreckloch. Dieser Ort, von dem ich mir geschworen habe, ihn
nie wieder zu betreten und doch habe ich es wieder getan. Es ist der einzige an
dem meine Talente zumindest annähernd geschätzt werden. Ich sage dem Türsteher
mein Codewort und er lässt mich wortkarg wie immer hinein. Drinnen schlägt mir
eine Atmosphäre aus Finsternis und blankem Wahn entgegen. Ich lasse meinen Blick
suchend durch den Raum schweifen, bis ich sie finde, die Gestalten, die mir so
viel mehr ähneln, als ich mir lieb ist. Diese Schatten, die genau wie ich
hierher fliehen, um hier ihre Talente zu zeigen und zu messen. Talente die die
Gesellschaft verachtet, die sie einfach nicht verstehen kann und uns so hierher treibt in diesen Unterschlupf und Austauschplatz.

Oft kommen andere hierher, die nicht unserer Gemeinschaft
angehören, um unsere Werke zu betrachten, deren ganze Perfektion sie oft nur
ansatzweise verstehen können. Viele von ihnen kommen nur einmal und bleiben, bis
sie eines der besseren Werke gesehen haben. Meist verlassen diese dann schnell
unseren Unterschlupf, verschreckt und angewidert von dem, was sie gerade gesehen
haben, sich selbst schwörend nie wieder zu kommen. Doch die meisten von ihnen
kommen früher oder später doch zurück. Es kann Tage, Wochen, Monate, Jahre oder
auch Jahrzehnte dauern aber irgendwann finden sie wieder hierher, um sich
erneut an unserer Kunst zu erfreuen, denn nur die wenigsten können sich einmal
geködert ihrem unwiderstehlichen Sog entreißen.

Und dann sind da jene, die glauben, sie könnten selbst diese Meisterwerke
erschaffen, glauben es wäre ein Leichtes, all das zu vollbringen und die nicht einmal
bereit sind, auch nur ein bisschen ihrer Zeit in diese Leidenschaft und Berufung
zu stecken. Die, die den gewaltigen Unterschied zwischen ’nur genießen‘ oder aber
gar ’selbst schaffen‘ nicht begreifen können. Die, die uns dann einen Haufen Widerlichkeit
als Kunstwerk verkaufen und dann auch noch dafür gelobt werden wollen. Aber wir
helfen ihnen zeigen ihnen den Weg, wie sie aus sinnlosem Leid und Grauen
wirkliche Werke des Schreckens und des Ensetztens erschaffen können. Und so
entstehen die wahren Meister in der Kunst der Angst, jene, die mit ihren Werken selbst
ihresgleichen verschrecken und verstören können, denn darum geht es an diesem
Ort. Darum Angst und Verstörung in die Herzen der Menschen zu pflanzen. Und
sich in dieser Kunst zu messen. Eine Kunst höher als jede andere, so perfekt,
dass da kein Pinsel, keine Farbe und auch kein Instrument zwischen dem Künstler
und dem Gehirn des Konsumierenden steht. Nein, nur der Künstler und seine
bloßen Gedanken erschaffen hier die grandiosen Werke des unvorstellbaren Grauens.

Ich streife vorbei an den anderen meiner Art. Ich bin noch
jung und kann mich nicht brüsten, bisher allzu Großartiges in ihren Reihen
erreicht zu haben, aber ich erkenne ein paar der älteren Meister und grüße sie
demütig. Ich kenne weder ihre Gesichter die sie hinter seltsamen Masken
verbergen noch ihre echten Namen, die sie an diesem Ort durch Absurditäten an
Buchstaben ersetzt haben, doch ich weiß was sie bereits an Werken der
Abscheulichkeit vollbracht haben und respektiere sie für ihre Leistungen in
unserer gemeinsamen Kunst.

Jeder von ihnen hat eine eigene Art, seine ganz persönlich
Spezialität, das Grauen zu gebären und zu mehren. Jener dort nutzt Folter und
Perversion, wie einen Morgenstern dumpf aber effektiv, während dieser andere
dort drüben ein Florett aus Philosophie und tiefsten Urängsten nutzt, um den
Verstand seiner Zuseher gezielte tiefe Stiche zu versetzen und jener, der dort
drüben Schüler und Unerfahrene belehrt, nimmt meist das gewöhnliche zur Hand um
es dann so mit tiefstem Wahn und größter Grausamkeit zu verdrehen, dass einem
selbst das Alltäglichste nach Betrachtung seiner Werke wie eine Perversion ohne
Gleichen erscheinen wird.

Ich gleite an all diesen Meistern ihres Handwerkes vorbei
und beginne auf einer Tafel aus purer Leere mit der Arbeit an meinem neusten
Werk. Ich lasse alles hineinfließen und forme aus meinen Gedanken und Einfällen
ein neues, anderes Werk eines das unsere eigene Gemeinschaft, die der Angstmacher
und Wahnverbreiter selbst behandelt, uns anders darstellt als wir uns selbst
sehen mögen, so dass es erst nach einiger Betrachtung aufzufallen vermag, wen
und was es den eigentlich zeigen soll.

Als ich schließlich ende, fühle ich mich erschöpft und
ausgelaugt, innerlich leer und gereinigt von all meinen Gedanken und all meiner
Inspiration, ja gerade finde ich noch die Kraft mein Werk ein allerletztes Mal
zu überprüfen und zumindest einige seiner bestimmt zahlreichen Fehler und Mängel
auszubessern und zu beheben. Dann stelle ich es den anderen Künstlern und vor allem
den Meistern zu Betrachtung da. Ich werde noch warten müssen, wie sie ihr Urteil
fällen werden und kann bis dahin nur auf ihre Milde hoffen.

So verlasse ich diese finstere Hölle von einem Zufluchtsort derer, deren Talente nur hier geschätzt werden und nehme die Maske ab, die bisher mein
Gesicht vor den anderen Schreckenserschaffern verbarg.

Dann fällt mein Blick auf den Namen meines Rückzugorts, der
über ihrem Eingang in großen, verschnörkelten, grauen Buchstaben an der Wand
prangt:

Deutsches

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