
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Es war 4:02 als ich in den Armen meines Verlobten erwachte. Die Dunkelheit dominierte das Zimmer und lediglich einzelne Lichtstrahlen schimmerten durch die Rillen der Rollläden. Nun war es Zeit aufzustehen. Vorsichtig bewegte ich meinen Fuß von ihm weg und befreite mich langsam aus seinem Griff um ihn nicht zu wecken. Er schlief so friedlich in seinem Bett. Wenigstens kann er ausschlafen. Auf Zehenspitzen schlich ich aus dem Zimmer und als ich die Tür hinter mir schloss streckte ich mich erst einmal und stapfte ziemlich übermüdet in die Küche. Ich legte etwas Kaffee auf und fuhr die Rollläden hoch. Der Morgen war schön.
Es war Sommerzeit und es wurde bereits langsam hell als mein Blick auf den klaren Himmel fiel und mir dort ein Stern ins Auge stach. Er war größer als alle anderen und schimmerte rot. Ich schaltete das Radio an und lauschte dem Programm, als eine beunruhigende Meldung durchgebracht wurde.
3 Wochen vor der Kollision
Ich hätte nicht gedacht, dass solch Science-Fiction einmal real werden würde. Die NASA hat einen Planeten in unserem Sonnensystem entdeckt. Sie sagten, dass die Sonne ihn verdeckt hatte und seine Umlaufbahn dafür gesorgt hatte, dass wir ihn nie sehen konnten. Ich würde das nicht glauben, hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen.
Außerdem wäre es nur halb so schlimm, wenn er nicht aus seiner Bahn geworfen worden wäre und jetzt auf Kollisionskurs mit der Erde ist. Könnt ihr euch vorstellen, wie es ist, zu wissen, dass ihr noch noch 3 Wochen auf diesem Planeten habt? Mein Verlobter versucht einen Weg zu finden uns zu retten. Aber selbst im tiefsten Bunker der Erde, kann man einen solchen Einschlag nicht überleben! Und es wird sicher nicht lange dauern bis er das akzeptiert! Der Planet rast auf uns zu! Es gibt kein Zurück!
2 Wochen vor der Kollision
Die Menschen drehen durch. Sie haben Angst und wollen nicht sterben. Wer kann es ihnen verübeln? Auch ich will nicht sterben. Aber man kann nicht ändern was passieren wird. Es ist unheimlich, wie schnell sich der Planet innerhalb von einer Woche genährt hat. Mittlerweile kann man seine Oberfläche mit bloßem Auge sehen. Er ist noch nicht in der Umlaufbahn des Mondes, doch wenn er da erstmal ist, dann sieht es für uns übel aus. Ich weine tagtäglich um den Verbleib der Menschheit und die Träume, die ich nie erfüllen konnte. Wie soll ich in nur zwei Wochen das erreichen, was ich mir fürs Leben vorgenommen habe? Ich dachte ich hätte Zeit. Mein Verlobter ist depressiv. Wir sind beide nicht bereit unserem Schicksal entgegenzusehen. Wir haben bereits über Suizid nachgedacht. Unser Leben würde ohnehin beendet werden, also haben wir auch nichts zu verlieren.
1 Woche vor der Kollision
Die Oberfläche des Planeten ist nur von dunklen Wolken bedeckt. Er hat die Laufbahn des Mondes erreicht und die Zivilisation bricht gerade um mich herum zusammen. Die Leiche meines Verlobten liegt vor mir. Er hat es nicht ausgehalten. Er nahm den eisernen Revolver meines Vaters und machte kurzen Prozess. Ich sitze vor ihm und weine bitterlich, als ich die Rauchschwaden jenseits meines Fensters aufsteigen sehe. Ich bin an einem Punkt gekommen wo der Revolver verlockend scheint. Die Erde beginnt langsam zu wackeln. Die Anziehung dieses verfluchten Planeten lässt die Erde allmählich auseinander brechen. Tsunamiwellen, Erdbeben, Stürme soweit das Auge reicht und obendrein in einer Stärke wie es die Menschen noch nie gesehen haben.
3 Tage vor der Kollision
Ich weiß nicht warum oder wie ich noch lebe. Ich werde meinen Lebensabend im Bett verbringen. Ich möchte einschlafen und nie wieder aufwachen. Gibt es noch Hoffnung? Nein! Ich schaffe es nicht mir die apokalyptischen Zustände anzusehen, die draußen wüten. Der Planet bedeckt mittlerweile einen großen Teil des Himmels. Ich zähle die Tage bis zu meinem Tod. Ich könnte mein Leben beenden. Doch ich will die Zeit, die ich habe so lange auskosten wie möglich!
24 Stunden vor der Kollision.
Meine Leben, meine Heimat bricht zusammen. Meine Wohnung fällt zusammen unter den gewaltigen Erdbeben. Ich wage es nicht mein Zimmer zu verlassen. Ich setze mich im Schneidersitz auf mein Bett und schließe die Augen. Die Rollläden werden heruntergerissen. In dem Schreck schaue ich zum Fenster und sehe ihn. Der Planet. Der verdammte scheiß Planet, der für all das Leid verantwortlich ist! Der für MEIN Leid verantwortlich ist! Zorn steigt in mir Empor und ich balle mein Hände zu einer Faust. Doch gleichzeitig kommen mir die Tränen. Ich hatte mir geschworen, nicht mehr zu weinen, sondern stark meinem Ende entgegenzusehen! Wenn es einen Gott gibt, warum lässt er seine eigene Schöpfung so leiden?
1 Minute vor der Kollision.
Ich sitze auf meinem Bett. Die Wohnung um mich herum gibt es nicht mehr. Ich befinde mich auf einem Plateau. Das einzige stück Land inmitten eines von Erde gefüllten Abgrundes und über mir der Planet, der innerhalb von 60 Sekunden mein Leben beenden wird. Es wird unerträglich heiß. Ich erleide Verbrennungen und unvorstellbare Schmerzen. Doch so werde ich nicht sterben! Kauernd! Ich nehme den Revolver von meinem Bett und drücke den eisernen Lauf an meinen Kopf.
Mein letzter Blick gebührt dem Teufel höchst persönlich in Form eines riesigen Planeten. Gerade als ich abdrücke, umfängt mich Finsternis.
Ich weiß nicht wo ich bin. Ein stockfinsterer Raum. Es war pure Schwärze. Kein Licht, egal wo ich hinsah. Ich fühle mich als wäre ich blind. Und so laufe ich. Ich habe das Gefühl ich laufe für immer. Egal wie ich schreie und weine. Mich hört niemand. Gerade als ich mich gebrochen setzte, sah ich es. Ein weißer Punkt, der größer wurde. Ich rannte auf ihn zu, wissend, dass es nicht schlimmer werden könnte. Es war eine weiße Tür. Vorsichtig streckte ich die Hand aus nach dem Griff. So wie ich ihn berührte, wurde es wieder dunkel
Ich wachte wieder in einem dunklen Raum auf. Es dauerte bis sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Ich lag im Bett. Neben mir mein Verlobter, friedlich schlafend.
Der Wecker zeigte 4:02 …