
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Kennt ihr vielleicht diese Enttäuschung, die man hat, wenn man
einen Ort aus Kindheitstagen wieder besucht und eine ganz andere
Erinnerung an diesen hat? So erging es uns als wir wieder vor dem
kleinen Freizeitpark standen, den wir als Kinder so sehr geliebt
hatten. Nichts war so wie in unserer Erinnerung. Dazu muss man sagen,
dass wir damals viel kleiner waren und seitdem auch eine Menge Zeit
vergangen war. Wir kehrten öfter an diesen Ort zurück und bemerkten
schon damals seinen stetigen Verfall. Während am Anfang der Park
fast schon überfüllt war, kamen über die Jahre immer weniger
Besucher, bis er schließlich stillgelegt wurde. Wie lange das schon
her war, wussten wir nicht. Als wir den Park an jenem Tag besuchten,
waren ganze 7 Jahre vergangen, seit wir das letzte Mal hier waren.
Jede Attraktion erinnerte uns an alte Tage.
Vor dem Eingang gab es ein paar Dinge, die man ausprobieren
konnte, ohne Eintritt zu zahlen. Der Nachteil war bloß, dass
man diese nur benutzen konnte, wenn man sich ein paar Chips an der
Rezeption kaufte. Das erste worauf man stieß, war ein mondförmiges
Fahrzeug. Auf den ersten Blick sah es nicht besonders aus. Das Gerät
fuhr auf Schienen in einem riesigen Kreis, jedoch wenn man
hineinstieg, entdeckte man einige Knöpfe. Diese sorgten dafür, dass
sich das Fahrzeug rollend fortbewegte. So konnte man sich vorwärts
oder rückwärts um 360 ° drehen, während es langsam die Schienen
entlangfuhr. Leider funktionierten die Knöpfe beim ersten Mal nicht
richtig, was dazu führte, dass mein Freund und ich ständig im
Kreis rollten.
Ihr müsst wissen, dass es einfach zu lange dauern würde, jede
einzelne Attraktion aufs Genauste hin zu beschreiben. Soviel Zeit
bleibt mir nämlich nicht mehr. Wir kletterten über den Zaun und
waren endlich im Inneren des Parks angekommen. Niemand war da, keine
Kinder und kein Personal. Wir sahen uns alles an, benutzten aber
nichts davon. Es war schön, in alten Erinnerungen zu schwelgen, aber
irgendwann verging uns die Lust und wir machten uns wieder auf den
Weg in Richtung Ausgang. Gerade als wir darauf zu liefen, fiel mir ein
helles Leuchten auf dem Boden auf. Es waren einige der Chips, die man
damals benutzen musste. Ich zeigte sie meinen Freunden und überredete
sie dazu, sie zu benutzen, den alten Tagen zu Willen.
Das Erste, was wir machten, war zu einem Schießstand zu gehen.
Mein Freund nahm das Spielzeuggewehr in die Hand und ich warf den
Chip hinein. Sofort gingen die Lichter an und die Plastiktiere fingen
an sich zu bewegen. Diese hatten Zielscheiben in unterschiedlichen
Größen an sich. Der erste Schuss fiel und die Kugel prallte
lautstark gegen eines der Ziele. Eigentlich hätte ich mich für
meinen Freund freuen müssen, aber das tat ich nicht. Es sollte
nämlich überhaupt keine Kugel geben. Mein Freund schien es nicht zu
bemerken und schoss munter weiter, bis der erste Mensch ins Bild kam.
Normalerweise durften man nicht auf diesen schießen, da es aber
sowieso der letzte Schuss war, riskierte mein Freund es und richtete
das Gewehr auf die bewegende Menschenpuppe. Der Schuss fiel. Was dann
folgte, entsprach nicht mehr meinen Erinnerungen. Ein lauter,
markerschütternder Schrei drang an unser Ohr und wir mussten sie uns
schmerzerfüllt zuhalten. Es hörte erst auf, als mein Freund das
Gewehr wieder auf seinen Platz legte. Wir entfernten uns und gingen
wieder nach Hause.
In der darauffolgenden Nacht konnte ich nicht schlafen. Immer
wieder musste ich an diesen Schrei denken. Er klang einfach zu real,
so als ob jemand dahinter gestanden hätte. Wir mieden den Park die
nächsten Tage. Kurz vor der Abreise, bemerkte ich allerdings die
Chips in meiner Tasche und spielte mit dem Gedanken, noch ein Mal
zurückzukehren und auch die restlichen auszugeben. Wieder kletterte
ich über den Zaun und sah mich ein weiteres Mal um. Ich konnte nur
eine einzige Sache benutzen, also musste ich mit Bedacht wählen.
Meine Wahl fiel auf ein riesiges Pendel, vor dem ich als Kind immer
Angst gehabt hatte. Zwar hatte ich noch immer Höhenangst, aber ich
wollte nicht von diesem Ort gehen, ohne es nicht mindestens ein Mal
versucht zu haben.
Ich stieg ein und warf den Chip in den Einwurf. Jetzt konnte man
die Zeit einstellen, indem man auf einen von vier Knöpfen drückte.
Von links nach rechts stand jeweils, kurz, mittel, lang, wobei das
letzte Feld leer war. Entweder es war eine weitere Steigerung oder
aber es war einer der Notfallknöpfe, welche fast überall zu finden
waren. Auch der Mond hatte so einen leeren Knopf. Aus Spaß drückte
ich auf diesen und zu meiner Überraschung schlossen sich die Türen
und das Pendel setzte sich in Bewegung. Zuerst schwang es sehr
langsam, aber mit der Zeit wurde es immer schneller und höher. Ich
schloss die Augen, versuchte meine Angst zu bekämpfen, nicht daran
zu denken, dass es tief hinunter ging.
Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und suchte nach dem
Notfallknopf, aber ich fand nichts, was auch nur Ähnlichkeiten damit
hatte. Meine Panik wuchs, ich wünschte mir so sehr, dass sie
anhalten würde, doch das tat sie nicht. Verzweifelt drückte ich auf
alle Knöpfe, versuchte alles erdenkliche, aber nichts schien dieses
Ding aufzuhalten. Ich sah aus dem Fenster, in der Hoffnung, dass
einer meiner Freunde mich sehen würde und sich vielleicht außerhalb
eine Art Notfallschalter befand.
Was ich draußen sah, konnte ich einfach nicht glauben. Entweder
die Angst raubte mir den Verstand oder unter mir befanden sich
tatsächlich viele Kinder, die wild umher liefen und die Attraktionen
benutzten. Es war so, als ob das Leben wieder in diesen Park
zurückgekehrt wäre, aber wie konnte das sein? Niemand war dort, als
ich das Pendel betreten hatte. Ich versuchte nach unten zu schreien,
doch die Kinder beachteten mich nicht. Selbst dann nicht, als das
Pendel zurück zum Boden schwang. Sie reagierten nicht mal auf mein
Klopfen, ignorierten meine verzweifelten Hilfeschreie.
Zuerst geschah nichts, aber nach einer Weile bemerkte ich, dass
mit den Kindern etwas nicht stimmte. Sie veränderten sich, sobald
ich ein Mal die Augen schloss. Manche wurden älter und andere wurden
durch völlig neue ersetzt. Was mich allerdings am meisten verstörte,
waren die drei Kinder, welche immer zusammenliefen. Es waren meine
Freunde und ich, als wir das erste Mal den Park besuchten. Wieder
schaute ich weg und als ich wieder hinsah, waren wir älter geworden.
Wie konnte das sein? War ich in einer Zeitmaschine gelandet? Es war
so, als ob mein Leben an mir vorbeilaufen würde.
Wieder schaute ich hinunter, aber dieses Mal waren die Kinder
verschwunden und unter mir befand sich wieder der leere Park, so, wie
ich ihn betreten hatte. Jetzt musste diese Höllenfahrt ihr Ende
finden, doch das tat sie nicht. Der Park verfiel immer mehr, einige
Dinge waren mit Staub bedeckt und andere wiederum fehlten gänzlich.
Selbst der Mond war aus seinen Schienen gerissen worden und lag mit
Moos bedeckt daneben. Ein lautes Geräusch ließ mich aufschrecken
und ich sah aus dem anderen Fenster. Dort waren riesige Metallseile
zu sehen. Normalerweise waren sie in einem relativ guten Zustand,
aber diese hier waren dünn und würden jeden Moment
auseinanderreißen.
Ich hatte bereits mit meinem Leben abgeschlossen, da blinkte der
leere Knopf plötzlich auf.
„End?“
Mich verwunderte nichts mehr und ich drückte panisch darauf. Ich
hatte Angst und wollte nur noch, dass es aufhörte. Zu meinem
Entsetzen passierte nichts und das Seil riss immer weiter vor meinen
Augen, bis es schließlich nicht mehr hielt und ich in die Tiefe
stürzte. Ich brach mir sämtliche Knochen, allerdings starb ich
nicht an den Verletzungen, sondern an einer Kugel, welche sich mitten
durch mein Herz bohrte. Sie war mit einer ätzenden Substanz gefüllt
und ich spürte, wie sie mir das Fleisch von den Knochen schmolz. Ich
schrie voller Schmerzen und wünschte mir, dass es aufhören würde.
Das tat es dann auch, aber das auch nur, weil ich nichts mehr von
meinem Körper spürte. Ich wusste nicht woher dieser Schuss kam,
aber als ich die Personen vor mir am Schießstand sah, wusste ich
welche Kugel mich getroffen hatte. Es war die meines Freundes und ich
stand daneben, nicht ahnend, dass ich gerade meinen eigenen
Todesschrei gehört hatte.