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Ich suche jemanden für Mia

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Ich hatte Michael
abgeschleppt, anders konnte man es nicht beschreiben. Oder hatte er
mich abgeschleppt? Im Prinzip war es vollkommen egal, aber als er auf
meiner Couch saß waren seine Intentionen klar. Er war an meinen
Körper interessiert, nichts weiter. „Weißt du, eigentlich suche
ich jemanden für mein Kind“, hauchte ich ihm zu als er seinen Arm
um mich gelegt hatte und meine Schulter streichelte. „Du hast ein
Kind?“ fragte er vorsichtig und ich nickte. „Ja, sie ist vier
Jahre alt und heißt Mia.“

Ich sah wie es für
einen kurzen Moment in seinen Kopf ratterte während er versuchte die
Information zu verarbeiten. „Wo ist der Vater?“ fragte er und ich
zuckte nur mit den Schultern. „Ich weiß es nicht.“ Vielleicht
wollte er nur sicher gehen, dass nicht gleich ein wütender Ehemann
herein stürmte und ihn durch die Stadt prügelte, aber diese
Information reichte aus um ihn wieder zum Lächeln zu bringen. „Oh,
ich würde gerne Mia kennen lernen. Wir sollten die Tage einmal
telefonieren und dann ein Treffen dafür ausmachen.“ antwortete er
und seine Zähne begannen an meinem Ohr zu knabbern.

Ich war natürlich
nicht dumm, ich wusste das er keinerlei Interesse hatte mein Kind
kennen zu lernen oder sich nach dem heutigen Abend auch nur wieder zu
melden.

Michael war
Geschäftsmann, er reiste gerne und war eher der häusliche Typ.
Zumindest war es das, was er mir erzählt hatte. Der Kerl war nie und
nimmer Geschäftsmann und auch der Rest klang so als würde es dem
kleinen 1*1 des Aufreißens entstammen. Ich wollte aber auch gar
nicht wissen mit welchen anspruchslosen und langweiligen Job er
seinen Lebensunterhalt verdiente.

Natürlich hatte er
kein besonderes Interesse an mir, das war mir klar. Wir hatten uns in
einer Bar kennen gelernt und ich hatte ihm auch einiges von mir
erzählt. Ich hatte ihm erzählt das ich Biologin war und von meinen
ausgedehnten Forschungsreisen in den Regenwald. Das es dort nur so
von faszinierenden Tierarten wimmelte und viele von ihnen vom
Menschen noch gar nicht entdeckt waren. Ja ich war stolz auf meine
Arbeit und was ich erreicht hatte. Aber wenn ich ehrlich war, ich
hätte dies auch alles einer Parkuhr erzählen können. Ich hatte in
Michaels Gesicht gesehen während er mir augenscheinlich zugehört
hatte und wusste das er nur einen Gedanken im Kopf hatte: Wie schnell
würde er mich in die Kiste bekommen. Der Regenwald und seine Fauna
waren ihm völlig egal, genauso gut hätte ich auch davon sprechen
können wie ich die Wäsche gemacht habe und er hätte genauso so
getan als wäre dies das interessanteste was er je in seinem Leben
gehört hatte. Der Typ war ein Schwein welcher wohl bei vielen Frauen
diese Nummer bereits abgezogen hatte. Ein nettes Gespräch, ein
bisschen Alkohol und Komplimente für manche Frauen war das eine
tödliche Dosis. Für mich natürlich nicht, ich hatte schon hunderte
Typen wie Michael kennen gelernt und roch sie tausend Meter gegen den
Wind. Warum ich ihn trotzdem mit zu mir genommen hatte? Nun, ich
suchte ja niemanden für mich ich suchte jemanden für Mia. Und
Michael hatte alle Qualitäten die ich für mein Kind brauchte.

Seine Hände
begannen über meinen Wange zu streichen und tiefer zu meiner Brust
zu wandern. Lange würde er es wohl nicht mehr aushalten, also
beschloss ich ihm zu geben was er wollte. Leise stöhnte ich auf und
drückte ihm einen sanften Kuss auf die Stirn. „Weißt du, warum
holst du nicht eine Flasche Wein aus dem Keller, in den Flur und dann
die linke Tür? Ich lege inzwischen ein bisschen Musik auf.“
flüsterte ich ihm zu. Michael grinste breit. „Es ist mir ein
Vergnügen“

Als er sich erhob
und los ging sah ich, dass es ihm schwer fiel nicht zu rennen um
möglichst schnell diese Flasche Wein zu besorgen. Ich hörte ihn wie
er aus dem Flur rief. „Hey, hier ist kein Lichtschalter.“ Kurz
verdrehte ich die Augen, weil ich es hasste wenn jemand mir das
offensichtliche sagte. „Der Lichtschalter ist unten, sei bloß
vorsichtig wenn du die Treppe herunter gehst.“ antwortete ich. Ein
vernünftiger Mensch hätte sich wohl gefragt wieso der Lichtschalter
nicht oben angebracht war oder zumindest nach einer Taschenlampe
gesucht. Aber Michael war eben nicht vernünftig und das bisschen
Hirn was er hatte wurde im Moment sowieso nicht mit Blut versorgt.
Wie gesagt, ideal für Mia. Er stieg die Treppe runter und ich
zählte. 1…2….3, es polterte und ein fluchen ertönte. Ein
Lächeln umspielte meine Lippen als ich mich von der Couch erhob und
in die Richtung der Kellertür ging. „Oh nein, hast du dir etwas
getan?“ fragte ich gespielt mitleidig.

„Nein aber…
hey… Katharina ich glaube ich hänge irgendwo… fest“ rief
Michael. Mein leichtes Lächeln wurde immer breiter.

„Weißt du, als
ich Mia aus Südamerika mitgebracht habe war sie noch klein, kaum so
groß wie ein Handteller. Ursprünglich waren meine Ziele auch
weniger gutmütig, ich wollte einfach sehen wie viel sie wächst um
dann einen Forschungsbericht darüber zu schreiben. Und stell dir
vor, sie misst inzwischen gut 1.40m. Aber im Laufe der Zeit ist sie
mir ans Herz gewachsen, sie ist wie ein Kind für mich und niemals
würde ich sie an die herzlosen Forscher ausliefern welche ihr evtl.
etwas antun würden.

Natürlich gibt es
gewisse… Ernährungsprobleme. Eine Spinne dieser Größe braucht
eine Menge Fleisch und du kannst sicherlich verstehen dass ich es mir
nicht leisten kann immer wieder eine Kuh zu kaufen. An dir wird sie
jedoch wieder eine Weile zu fressen haben.“

Ich sah zu wie meine
geliebte Mia sich schnell auf ihren 8 Beinen nährte und begann ihr
Opfer einzuspinnen welches hilflos in ihrem Netz hing. Michael schrie
noch eine Weile, aber schnell genug dämpfte der Kokon seine
Hilferufe. Es war faszinierend, ihre Opfer lebten oft noch einige
Tage während sie bei lebendigen Leibe gefressen wurden. Aber ich war
zu müde um mir das heute anzusehen. Ich schloss die Kellertür so
das auch die letzten, gedämpften Schreie nicht mehr an mein Ohr
kamen. Er war wirklich ideal für Mia.

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