
In den Fängen von Baba-Jaga
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Mein Name ist Vadim und ich lebe in einem abgelegenen Dorf tief in den eisigen Weiten Sibiriens. Die Winter bei uns sind hart und der ein oder andere Schneesturm fegt gerne mal über unsere Region. Eines Abends, kurz nach russische Weihnachten, Anfang Januar, tobte ein grausamer Wintersturm, der unser Dorf fast bis zu den Dächern im Schnee versinken ließ. Wir mussten fast jede Stunde raus, um den Schnee von den Hauseingängen und Wegen zu räumen. Der eisige Wind peitschte durch die engen Gassen und Straßen und trieb dicke Schneeflocken vor sich her. Die Kälte und der eisige Wind sorgten dafür, dass einem die Nase ständig lief und die Augen tränten. Nach einem anstrengenden Tag, den wir mit Schneeräumen verbracht hatten, suchten wir am Abend Zuflucht in unserem Gemeindehaus, während der Schneesturm weiterhin die Welt draußen in ein lebendiges, weißes Grab verwandelte.
In dieser eisigen Nacht kam ein älterer Mann in unser Dorf, der Schutz vor den eisigen Temperaturen und dem Schneesturm suchte. Sein Gesicht war von Falten durchzogen wie die Rinde eines alten Baumes. Seine Lippen waren durch die Kälte bereits blau angelaufen und sein graumeliertes Haar wehte nass im Sturm. Er klopfte an die Tür unseres Gemeindehauses und bat um Einlass. Er stellte sich als Andrei bei uns vor.
Wie sich herausstellte, war er auf der Durchreise und wurde vom Schneesturm überrascht. Er zitterte am ganzen Körper. Wir beschlossen, ihn hereinzulassen, so dass er sich aufwärmen konnte. Er bat um eine Unterkunft für die Nacht, warme Suppe und etwas zu trinken, da er den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte. Da wir ein gastfreundliches Dorf sind, kamen wir den Wünschen von Andrei nach. Wir gaben ihm eine warme Kartoffelsuppe mit Möhren und Speckeinlage, die meine Mutter bereits am Nachmittag zubereitet hatte, und der Dorfvorsteher schenkte ihm einen Krug Bier ein. Als er mit Essen und Trinken fertig war, bedankte er sich für die nette Gastfreundschaft und für das leckere Essen.
Da unser Dorf keinen Gasthof besaß und es nur ein Wirtshaus gab, das aber keine Beherbergungsmöglichkeiten hatte, bot unser Dorfvorsteher an, dass Andrej gerne die Nacht hier mit uns im Gemeindehaus verbringen könne. Schließlich würde er sich draußen nur eine Lungenentzündung oder, noch schlimmer, den eisigen Tod holen. Er nahm das Angebot freudig an und bat um einen weiteren Krug Bier. Gerne kamen wir der Bitte nach.
Nach einem kurzen Gespräch stellte sich heraus, dass Andrei ein reisender Geschichtenerzähler war und er uns als Dank für unsere Gastfreundschaft eine Geschichte erzählen wollte.
Wir versammelten uns vor dem offenen Kamin, in dem das Feuer knisterte und geheimnisvolle Schatten an die Wände warf. Andrei nahm in einem abgewetzten Sessel Platz neben dem Kamin. Die Flammen des Feuers erleuchteten sein in die Jahre gekommenes Gesicht. Er bedankte sich nochmals für unsere Gastfreundlichkeit bei uns und begann mit seiner Geschichte.
„Liebe Dorfbewohner! Ich bedanke mich für eure herzliche Gastfreundlichkeit und das warme Mahl und das gute Bier“, begann er zu sprechen.
„Ich möchte euch eine Geschichte erzählen, die sich vor vielen Jahren im Wald der verlorenen Seelen zugetragen hat. Einige ältere Dorfbewohner von euch werden den Wald bestimmt kennen.“ ,sagte er und seine Stimme klang rau.
Er räusperte sich, trank einen weiteren Schluck und fuhr mit seiner Erzählung fort: „Diese Geschichte, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde, handelt von einem kleinen Mädchen namens Marie und ihrer schrecklichen Begegnung mit der Hexe Baba-Jaga.“
Wir lauschten gespannt, als Andrei die Geschichte entfaltete:
„Marie war ein unschuldiges achtjähriges Mädchen, das in einem nahegelegenen Dorf bei den Wäldern der verlorenen Seelen lebte. Eines Tages, als der Schnee tief lag und die Kälte die Familie frieren ließ, machte sich Marie mit Ihren Eltern auf den Weg, um im Wald Holz zu suchen. Der kalte Wind blies wie heute Nacht und ein starker Schneefall begann. Durch das starke Schneetreiben verlor Marie die Orientierung, wurde von ihren Eltern getrennt und verirrte sich im tiefen Wald. Sie irrte verloren umher, verängstigt, frierend und auf der Suche nach Ihren Eltern. Sie rief Sie, aber erhielt keine Antwort von Ihnen. „Als die Nacht hereinbrach und Sie sich immer tiefer in den Wald hinein verirrt hatte, stieß sie auf eine alte Hütte, die auf riesigen Hühnerbeinen stand.“
Einige der älteren Dorfbewohner von uns tauschten besorgte Blicke aus, denn sie kannten die Legende der Hexe Baba-Jaga, die in der Hütte auf Hühnerbeinen lebt.
„Die Hütte lockte Marie mit ihrem warmen, einladenden Licht an ihre Türe. Doch diese war weit oben und Marie suchte nach einer Möglichkeit, hinauf zur Türe zu gelangen. Sie lief einmal um das Haus herum und fand einen Strick, der hinunterbaumelte, an den sie sich mit letzter Kraft und eisigen Fingern hochzog.“
„Das Licht, das durch die Fenster fiel, versprach ihr Wärme und Schutz vor der eisigen Kälte und der Dunkelheit der Nacht. Marie klopfte an die Tür der Hütte und diese öffnete sich langsam mit einem knarzen und quietschen.“
„Hallo?“, rief sie in die Hütte herein. Doch Sie bekam keine Antwort. Sie klopfte abermals an die Türe, doch es blieb weiterhin still. „Hallo, ist jemand zuhause?“, rief sie mit lauterer Stimme noch einmal. „Ich war mit meinen Eltern im Wald auf der Suche nach Feuerholz, aber der starke Schneefall hat uns getrennt und ich konnte Sie nicht mehr finden!“, erklärte sie in den leeren Raum hinein. „Ich möchte mich bitte aufwärmen und, wenn es möglich ist, die Nacht hier verbringen!“, sprach sie weiter, doch erhielt weiterhin keine Antwort.“
„Sie fasste all ihren Mut zusammen und ging in die Hütte. Das Licht und die einladende Wärme waren einfach zu verlockend. Doch als Marie das Innere der Hütte betrat, erkannte sie schnell, dass etwas nicht stimmte. Die Wände wurden mit gruseligen Masken und Knochen geschmückt. Die Vorhänge, Kissen und Decken waren mottenzerfressen und der Geruch von Schwefel, Schimmel und Verwesung hing in der Luft. In der Mitte des rauchigen Raumes stand ein riesiger Mörser mit einem Stößel darin. Aus einer dunklen Ecke hörte Marie ein krächzendes Kichern und Glucksen.“
„Mit einem Mal flog die Tür hinter Marie knallend zu und eine kichernde Gestalt trat aus dem Schatten der Ecke ins Licht. Ein knochiges, dürres, altes Weib kam auf Marie zu und grinste sie unheimlich mit ihren faulen Zähnen im Mund an. Sie ging an ihr vorbei und blieb vor einem Kessel stehen, der über dem Feuer hing, dessen Licht die Kleine Marie angelockt hatte. Das alte Weib begann in dem Kessel herumzurühren und der Löffel in ihrer Hand schien aus menschlichen Knochen gemacht zu sein.“
„Ich bin die Hexe, Baba-Jaga. Willkommen in meinem Reich und meinem Haus. Wer wagt es in so einer kalten Winternacht, meinen Wald und mein Reich zu betreten? Wie lautet dein Name, mein liebes Kind?“,begann das alte Weib zu Marie in einer schleimigen, krächzenden Stimme zu sprechen.“
„Marie antwortete ihr mit eingeschüchterter Stimme. „Ich bin Marie, eine Bauerntochter.“ Ich habe mich im Wald verlaufen, als ich mit meinen Eltern auf der Suche nach Holz gewesen bin.“
„Nun, mein Kind, du darfst gerne die Nacht hier verbringen. Marie, du wirst deine Eltern heute Nacht nicht mehr finden. Aber möchtest du nicht bei mir bleiben und meine Gehilfein sein? Ich gebe dir Süßigkeiten und Spielzeug, wenn du mir hilfst, meine schmutzige Hütte aufzuräumen.“ Erwiderte Baba-Jaga auf Maries Antwort.“
„Marie spürte jedoch, dass sie in großer Gefahr war und das Angebot ablehnen musste. „Nein, das möchte ich nicht!“, begann Marie zu schreien, drehte sich auf dem Absatz um und rannte zur Tür. Sie schaffte es, die Tür zu öffnen, und rannte zu dem Strick, an dem sie hinauf geklettert war. Eilig seilte sie sich daran herab und floh aus Angst in den dunklen Wald hinein.“
„Doch Baba Jaga verfolgte Marie mit ihrem fliegenden Mörser und Stößel. Marie irrte verzweifelt durch den Wald und versuchte sich verzweifelnd zu verstecken.“
Andrei brach seine Geschichte ab und schwieg einen Moment. Die Stille im Raum wahr, spürbar und greifbar nah. Einige Bewohner unseres Dorfes sahen sich ängstlich an. Die Legenden der Baba-Jaga waren Ihnen bekannt und Sie taten diese nicht leichtfertig ab. Schließlich wurden diese Legenden von Generation zu Generation weitergegeben. Wir alle wussten, was Baba Jaga für eine abscheuliche, bösartige und alte Hexe war.
„Und was ist mit Marie passiert?“, fragte unser Nachbar Sergei und unterbrach die Stille.
Andrei lächelte düster und sprach. „Das, mein Freund, ist nicht für Kinderohren bestimmt. Ihr Schicksal ist grausam, düster und von seelischen Schmerzen und Qual geplagt.“
Einige der Ältesten flüsterten sich gegenseitig etwas zu, das wir aber nicht verstanden. Dimitri, unser Dorfvorsteher, erhob sich von seinem Platz und legte Holz in den Kamin.
„Würdest du uns die Geschichte zu Ende erzählen, wenn die Kinder im Nebenraum eingeschlafen sind?“, fragte Dimtrie.
„Selbstverständlich werde ich dies.“ antwortete Andrei. „Ich möchte die Kleinen nur nicht verstören und ihnen eine schlaflose Nacht bescheren“, sagte er mit ruhigem Ton.
30 Minuten später lagen die Kinder im Nebenraum eingewickelt in Decken. Ihre Jacken diente ihnen als Kopfkissen. Ein kleiner Ofen, der in dem Raum stand, wurde extra für sie angefeuert und wärmte sie. Sie schliefen schnell ein und Andrei fuhr mit seiner Geschichte fort.
„Marie schaffte es, das Haus zu verlassen, und sie rannte in die dunkle Nacht!“ „Die Baba Jaga lachte ein boshaftes Lachen und erhob sich mit ihrem Mörser in die Lüfte.“ Sie schwebte über den Wald und hielt Ausschau nach Marie. Der Wald war in der Dunkelheit noch unheimlicher als zuvor, und unheimliche Geräusche hallten durch die Bäume.“
„Das wenige Mondlicht, das der Schnee reflektierte, genügte gerade so, um etwas zu erkennen. Marie sah, wie andere Personen, die vor langer Zeit bereits den Wald betreten hatten, umherirrten. Sie trugen groteske Verkleidungen und bewegten sich unnatürlich. Sie ächzten und stöhnten, wandelten wie Geister umher und gaben knackende Laute von sich. Es schien, als ob die Hexe sie alle gefangen genommen hatte.“
„Baba Jaga flog weiter über und durch den Wald lachte dabei ein unheimliches, schauriges Lachen, das durch die kalte Winternacht hallte. Marie konnte nur hilflos zusehen, was die Hexe mit den umherirnden Menschen geschehen ließ. Sie erhob mit ihrer magischen Kraft ihren Mörser und ließ ihn von oben herab auf die Gefangenen stürzen und zermalmte sie dabei. Schnee fiel von den Bäumen herab, als der Stößel die Umherirrende traf. Ein leichtes Beben des Bodens war dabei spürbar und löste in Marie Angst und Panik aus. Ihr Herz hämmerte vor Angst in Ihrer kleinen Brust, als sie sich fragte, was mit ihr geschehen würde. Würde sie für immer in diesem Alptraum gefangen sein? Würde Sie auch zu einem dieser seelenlosen und umherirrenden Wesen werden?“
„Ein weiterer Stoß erschütterte den Waldboden, als Baba-Jaga eine weitere der verlorenen Seele unter ihrem Stößel zerschmetterte. Ihr Blut spritzte in alle Himmelsrichtungen und färbte den Schnee dunkelrot. Baba Jaga sang fröhlich ein Lied dabei. Marie war von dem Anblick, der sich ihr bot, entsetzt und ihr wurde schwindelig. Sie versuchte sich nicht zu übergeben.“
„Marie!“, rief Baba Jaga mit ihrer krächzenden Stimme. „Komm her, mein liebes Kind.“ Ich will dir helfen und dich nachhause bringen. Komm aus deinem Versteck. Ich habe dir auch einige Süßigkeiten mitgebracht!“
„Marie musste sich beinahe auf die Zunge beißen, um nicht zu antworten. Sie wusste um die Gefahr, in der Sie sich befand.“
„Ein weiterer Stoß des Stößel ließ den Wald erneut erschüttern und eine weiter gequälte Seele wurde direkt neben Marie zerschmettert. Blut spritzte auf ihre Kleidung und ihr Gesicht. Ihr stiegen die Tränen in die Augen. Ihre Angst wuchs und wuchs mit jeder Minute immer mehr und mehr an. Ein leises Schluchzen kam über ihre Lippen.“
„Marie!“, wo bist du?, hörte sie eine bekannte und vertraute Stimme in der Ferne rufen. Es war die Stimme ihrer Mutter. „Antworte uns, Marie!“, gesellte sich die Stimme ihres Vaters dazu. „Antworte, wenn du uns hören kannst, Marie!“, rief Ihr Vater erneut. Marie war verunsichert und wartete eine kurze Zeit ab, ob nochmal die Stimme ihrer Eltern nach ihr riefen“
„Es fühlte sich für Sie wie eine halbe Ewigkeit an, als die Stimme Ihrer Mutter erneut zu hören war. Marie, wo bist du? „Bitte ruf nach uns, wenn du uns hörst.“
„Marie nahm ihren ganzen Mut zusammen und antwortete auf die Rufe ihrer Eltern! „Mama, Papa!“ „Ich bin hier!“, rief sie mit voller Kraft und begann sich in die Richtung zu bewegen, aus der die Rufe ihrer Eltern kamen. „Ich bin hier.“ „Mama!“, rief sie erneut.“
„Wo bist du mein Schatz?“, antwortet die Stimme ihrer Mutter aus der Dunkelheit. „Lauf auf unser Laternenlicht zu, wenn du es sehen kannst.“ Wir sind hier, beeile dich, mein Kind.“
„Marie lief immer weiter auf die Stimmen ihrer Eltern zu und rief dabei immer lauter: „Ich bin hier, Mama, ich bin hier, Papa!“
„In der Dunkelheit leuchtete ein kleines, helles Licht zwischen den Bäumen auf. „Ich kann euer Licht sehen.“, rief Marie und begann durch den hohen Schnee zu laufen, so schnell dieser es zuließ. Sie wisch den grotesken Gestalten aus. Einige drehten sich nach ihr um und ihre Augen leuchteten in einem unheimlichen Gelb. Dabei versuchten Sie das Kind zu ergreifen und festzuhalten.“
„Wir sind hier, mein Schatz!“, rief die Stimme Ihres Vaters und klang jetzt näher. „Beile dich, Marie!“, rief die Stimme ihrer Mutter erneut.“
„Ich bin fast bei euch!“, antwortete Marie auf die Stimmen ihrer Eltern. „Euer Licht wird immer heller.“
„Ein weiter Stoß des Stößel ließ den Waldboden erbeben und Marie fiel fast hin. Ein Schrei durchschnitt die Dunkelheit, als eine weiter der gequälten Seelen ihr verlorenes Leben aushauchte. „Schnell, Marie, beeile dich!“ „Hier geht etwas Böses vor sich!“, rief die Stimme ihres Vaters und klang dabei leicht angsterfüllt.“
„Marie rannte, so schnell sie nur konnte, und erreichte das Licht der Laterne. Sie blieb stehen und bemerkte, dass nur eine einzige Laterne im Schnee stand. Von Ihren Eltern war keine Spur zu sehen. Es gab keine Fußabdrücke im Schnee, die darauf deuten ließen, dass ihre Eltern jemals hier gewesen wären. Über Ihr ertönte das Rattern des Stößel, und Baba Jaga landete mit Ihrem Mörser vor Marie.“
„Aber, aber, mein Kind, was schaust du so entsetzt?“, sprach Baba Jaga zu ihr und imitierte dabei die Stimme von Maries Vater. „Endlich habe ich dich wieder gefunden!“, sprach Baba Jaga nun mit der Stimme von Maries Mutter weiter. Ein falsches, herzloses Lächeln erschien auf dem Gesicht der Hexe und Marie sah erneut die verfaulten Zähne in Ihrem Mund. Dabei packte Baba-Jaga Marie am Arm und ihre knöchernen Finger bohrten sich mit einer immensen Kraft in Maries Arm. Tränen stiegen Marie in die Augen. „Komm, mein Kind! Ich möchte dir etwas zeigen!“, redete Baba Jaga nun mit ihrer eigenen Stimme weiter. Diese klang barsch und befehlend. Ein scheußlicher, süßer Unterton schwang in ihrer Stimme mit.“
„Marie war außer Stande, zu etwas zu antworten. Hatte sie sich doch von der Hexe täuschen lassen? Sie dachte wirklich, Ihre Eltern hätten nach ihr gesucht und nach ihr gerufen.“
Andrei unterbrach seine Erzählung und bat um einen weiteren Krug Bier, um seine Kehle zu befeuchten.
„Haben Maries Eltern denn nicht nach ihr gesucht?“, fragte Sergei neugierig. Man konnte fast die Fragezeichen über seinem Kopf erkennen.
Andrej trank einen großen Schluck und beantwortete Sergeis Frage. „Doch haben Sie. Aber die Magie der bösen Hexe ließ den Wald immer wieder anders aussehen und ihre Eltern konnten somit Marie nicht hören oder sehen!2
„Was geschah weiter?“, fragte ein anderer Dorfbewohner.
Andrei lehnte sich im Sessel zurück, trank noch einen Schluck seines Bieres und fuhr mit der Geschichte fort.
„Baba Jaga zerrte Marie in Ihren Mörser und flog mit ihr in die dunkle Nacht. Marie weinte über die Enttäuschung und ihre eigene Dummheit. Warum hatte sie sich auch täuschen lassen und nicht geahnt, dass die Hexe sie in die Irre führen würde? Aber die Stimmen klangen wirklich wie die Ihrer Eltern.“
„Marie, du brauchst nicht zu weinen, schau, ich habe hier was für dich“, sprach Baba Jaga in einem merkwürdig liebevollen, mütterlichen Ton zu ihr. Sie öffnete einen Knopf Ihrer zerlumpten Jacke, holte einige bunte Bonbons heraus und drückte sie Marie in die Hand. Das Bonbonpapier leuchtete und glitzerte im wenigen Mondlicht. Maries Augen wurden schlagartig größer und die Tränen nahmen ab. Hatte sie ja bisher noch nie so schönes, buntes Papier gesehen und nur selten mal Süßigkeiten naschen dürfen. „Sind die für mich?“, fragte Marie und schaute Baba-Jaga dabei mit großen Augen an.“
„Ja“, erwiderte Baba Jaga daraufhin. „Iss sie nur mein Kind.“
„Marie wickelte eines der Bonbons aus und steckte es sich in den Mund. Es schmeckte süß und fruchtig. Ihre Augen schlossen sich für einen Augenblick und ein leises „Hmm, Kirsche, lecker!“ war zu hören. Sie öffnete die Augen und sah die Hexe an. Ein kleines Lächeln machte sich in Maries Gesicht breit.“
„Siehst du mein Kind, jetzt lächelst du wieder!“, sagte Baba Jaga zu ihr. „Danke“, flüsterte Marie leise.
„Sie flogen weiterhin über den Wald und Marie konnte in der Ferne die Lichter der Dörfer sehen. Doch die Kälte der Winternacht machte sich in Marie breit und ihre Beine und Arme begannen, steif zu werden. Baba Jaga zog eine alte Decke hervor und gab Sie Marie. Sie wickelte sich darin ein und bestaunte weiterhin faziniert, wie die Lichter der Dörfer funkelten und der Schnee unter ihnen glitzerte.“
„Die Hexe landete schließlich vor ihrem Haus auf Hühnerbeinen und ließ Marie aus dem Mörser heraus. Marie konnte sich wieder bewegen, aber sie fühlte sich schwach und benommen. Sie betraten das Haus und die Wärme schlug ihnen buchstäblich wie ein Hammer entgegen. Marie gähnte und ihre Augen fielen zu. Die Bonbons hatten sie benommen und schläfrig gemacht. Baba Jaga packte das Kind erneut am Arm, zerrte es durch das Haus und sperrte es in einen schmutzigen Raum ein. „Du bleibst hier, bis ich entschieden habe, was ich mit dir anfangen soll, mein Kind.“ Sprach die Hexe dabei. Marie hörte zwar, was die Hexe sagte, aber sie war nicht mehr in der Lage, zu antworten.“
„So vergingen die Tage und wurden zu Wochen, und Marie war gefangen in dem schmutzigen, unordentlichen Raum voller Spinnweben, Staub Ratten-und Mäusekot. Die Decken und Kissen, die Baba Jaga ihr gegeben hatte, waren mottenzerfressen, die Wände waren mit merkwürdigen Symbolen bedeckt. Seltsame Geräusche drangen durch die Wände des Hauses. Marie musste auf einer mit Stroh gefüllten Matratze schlafen, die bei jeder Bewegung ihren Körper piksten, wie kleine glühende Nadelstiche. Marie fühlte sich allein und verlassen. Sie weinte viel und wusste nicht, ob sie jemals wieder nach Hause zurückkehren würde. In Gedanken fragte sie sich, ob ihre Eltern nach ihr suchten oder die Suche bereits aufgegeben hatten.“
„Die Hexe Baba Jaga kam ab und an vorbei, um nach Marie zu schauen. Sie fütterte das Kind mit mehr Süßigkeiten, die Marie soweit betäubten, dass sie nicht einschlief. Baba Jaga gab ihr schmutziges Wasser zu trinken. Sie erzählte ihr gruselige Geschichten über diejenigen, die den Wald betreten hatten und nie wieder gesehen wurden. Marie erinnerte sich daran, wie der Stößel die umherirren Menschen erschlagen hatte. Sie fürchtete sich vor der Hexe und sehnte sich nach ihrer Familie und ihrem Zuhause.“ erzählte Andrei weiter.
„Die Wochen vergingen, und Maries Eltern suchten verzweifelt nach ihrer Tochter. Sie durchkämmten den Wald und befragten die Dorfbewohner, aber niemand konnte ihnen sagen, was mit Marie geschehen war.“
„Die Legenden über die Hexe Baba Jaga hielten die Menschen vom Wald fern, und niemand wagte es, sich ihrem Haus zu nähern. Die Ängste, als eine der verlorenen Seelen im Wald zu enden, jagten den Dorfbewohnern der umliegenden Dörfer zusätzlich noch mehr Angst ein. Keiner konnte Maries Eltern helfen und einige wollten es auch nicht. Sie schlossen einfach die Türen, wenn Maries Eltern sie fragten, ob sie ihr Kind gesehen hätten.“
„Die Jahreszeiten wechselten von Winter zu Frühling und der Schnee schmolz dahin. Die Laubbäume wurden grün und es roch nach Krokussen und anderen Frühlingsblumen. Einzig der Bereich, in dem das Häuschen auf Hühnerbeinen stand, blieb kahl, dunkel und trist. Die abgestorbenen Laubbäume ragten wie groteske Spukgestalten in den Himmel empor und Tannen verdeckten die Sicht auf die Sonne und in den Himmel.“
„Baba Jaga empfing Besuch von Räubern und anderen seltsamen Wesen. Sie half den Räubern, Raubüberfälle zu planen, und verwischte mit Ihrem Besen deren Spuren. Marie war für die Bewirtung der Gäste zuständig.“
„Wenn die Nacht hereinbrach, machte sich Baba Jaga in ihrem fliegenden Mörser auf den Weg, um sich die Seelen der Todgeweihten zu holen. Manchmal ließ sie diese doch am Leben und verschleppte diese in ihrem Wald, so dass diese dort als eine weitere, ruhelose Seele umherwandelten. Menschen, die sich im Wald verirrt hatten, wurden von der Hexe, je nachdem wie ihre Laune war, gut oder schlecht behandelt. Manchmal half sie Ihnen, den Weg aus dem verfluchten Wald zu finden. Wenn sich Kinder im Wald verirrten oder sich wie Marie auf der Suche nach dem Häuschen auf Hühnerbeinen befanden, war Baba Jaga sogar im Stande, diese zu töten und deren Fleisch zu essen. Die Jahreszeit wechselte abermals und Marie fand sich mit ihrem Schicksal ab.“
„Eines Tages, als die erste Kälte des Winters über das Land zog und Marie mit den Vorbereitungen für das Abendessen beschäftigt war, kam die Hexe mit einem neuen Kleid für Marie zur Tür hereingeschneit.“
„Schau, meine Kleine, ich habe dir ein Kleid mitgebracht. Du bist so fleißig und folgsam und hast dir diese Belohnung redlich verdient. Außerdem bist du aus deiner alten Kleidung längst herausgewachsen und ich wollte dir eine kleine Freude machen“, sagte Baba-Jaga mit freudiger Stimme. Der schleimige, süße Unterton war wieder in Ihrer Stimme zu vernehmen.“
„Marie freute sich sehr über das Geschenk. Was Marie aber nicht wusste, war die Tatsache, dass dieses Kleid eines von Baba Jagas Todgeweihten Opfern gehört hatte. Nach dem Abendessen durfte Marie sogar länger in der Wohnstube bleiben als es üblich war. Sie zog ihr neues Kleid an und führte es der Hexe vor.“
„Du siehst bezaubernd aus!“, sagte Baba Jaga zu Marie. „Wie eine kleine feine Dame!“, gab Marie als Antwort zurück. „Damit hast du recht.“, bestätigte die Hexe.“
„Marie ging zu Bett und wurde von seltsamen Träumen geplagt.“
„In Ihren Träumen erschien ein Mädchen, das genau das gleiche Kleid trug, das Marie von der Hexe bekommen hatte. Sie erwachte und wusste genau, woher Baba-Jaga das Kleid hatte. Sie hat sie dem armen Mädchen auf das Totenbett gestohlen. Die Traurigkeit stieg in Marie auf und sie weinte bitterlich in ihr Kissen hinein.“
„Maries Eltern hatten die Suche nach Ihrer Tochter bis zu diesem Tag nie aufgegeben. Sie versuchten, die Dorfbewohner zu animieren, mit ihnen den Wald der ruhelosen Seelen zu betreten und dort nach Marie zu suchen. Einige mutige Männer und Frauen ließen sich von Maries Eltern überreden, um bei der Suche zu helfen. Die Dorfbewohner waren berührt von der Geschichte, die Maries Eltern ihnen erzählten, und beschlossen, den Wald zu betreten, um mit ihnen nach Marie zu suchen. Sie bildeten eine Gruppe und machten sich auf den Weg zu dem düsteren Wald. Sie waren fest entschlossen, Marie zu retten, die Hexe Baba-Jaga zu besiegen und für immer zu vernichten.“
„Aber als sie den Wald betraten, wurden sie von den unheimlichen Geräuschen und den grotesken, ruhelosen Gestalten in den schaurigen Verkleidungen, die die Hexe geschaffen hatte, verfolgt und gejagt. Der böse Zauber des Waldes schlich sich in Ihre Körper und Seelen und sorgte dafür, dass Sie von Minute zu Minute ängstlicher wurden.“
„Die Hexe Baba-Jaga bemerkte Ihre Anwesenheit und stieg in ihren Mörser und flog über Sie hinweg und ließ den Stößel auf Sie herabfallen. Abermals wurden einige der ruhelosen Seelen durch die Wucht des Stößel zermalmt und ihr Blut färbte den gefrorenen Waldboden rot. Die Dorfbewohner waren geschockt von dem Anblick, der sich Ihnen bot, und ergriffen die Flucht. Einige bemerkte nicht einmal, dass der Stößel erneut vom Himmel herabfuhr und sie bei lebendigem Laibe zerquetschte, so dass nur noch ein Brei aus zersplitterten Knochen, Blut und zermalmtem Fleisch von Ihnen übrig blieb.“
„Der Wald veränderte sich und die Flüchtenden liefen im Kreis, ohne einen Ausweg zu finden. Panik stieg in ihnen auf und die Furcht vor der Hexe lag wie ein schwarzer Schleier der Dunkelheit über ihnen. Boshaft lachend flog Baba-Jaga über Sie hinweg. Schließlich landete sie vor den Dorfbewohnern, und mit einem finsteren Lächeln sagte sie: „Ihr Narren!“ „Ihr wagt euch in meinen Wald und dachtet, ihr kommt ungeschoren davon.“ „Ihr könnt gegen meine Macht nichts ausrichten.“ „Was wollt Ihr hier?“
„Wir suchen unsere Tochter Marie!“, sagte der Vater von Marie und trat dabei vor. „Was hast du mit ihr angestellt?“
„Ich habe sie als meine Dienerin angestellt“, antwortet Die Hexe auf die Frage von Maries Vater. „Sie hat von meinen Süßigkeiten gekostet und ist meinem Willen erlegen. Ich mache Euch ein Angebot. Entweder ihr ergreift die Flucht und werdet dabei einer nach dem anderen qualvoll sterben, oder ihr könnt von meinen Süßigkeiten kosten – ihr werdet leben, aber nie wieder nach Hause gehen. Was haltet Ihr von dem Angebot? „
„Einige der Mutigen entpuppten sich jedoch als Hasenfüße und ergriffen die Flucht. Der Boden tat sich auf und verschluckte einige, die versuchten zu fliehen. Ein Blutfontäne stieg dabei in den Himmel empor. Baba-Jaga erhob sich mit ihrem Mörser in die Luft und ließ den Stößel auf die restlichen Flüchteten herabfallen. Sie wurden bei lebendigem Leib zerquetscht und ihr Blut spritze in alle Himmelsrichtungen.“
„Habt Ihr nun verstanden, wie stark meine Macht in meinem Reich ist?“, rief sie von oben herab und lachte dabei ein boshaftes Lachen, das einem durch Mark und Bein ging.“
„Der Duft nach Bonbons machte sich in der Luft breit, und die Dorfbewohner kämpften verzweifelt gegen die Macht der Süßigkeiten an, wobei sie diese bisher nicht gekostet hatten. Der Drang nach der Süße und dem Geschmack der Bonbons ließ ihnen das Wasser in ihre Münder zusammenlaufen wie Sturzbäche nach einer Schneeschmelze. Allerdings waren sie nun der Hexe unterlegen. Die Macht der Bonbons war am Ende einfach zu stark.“
„Baba Jaga flog weiterhin über die Dorfbewohner hinweg und war dabei Süßigkeiten auf Sie herab. Der Waldboden verwandelte sich nun in ein Meer aus bunten und glitzernden Bonbonpapieren. Die Dorfbewohner stürzten sich wie wilde Tiere darüber her und kämpften sogar um jedes Bonbon, das sie nicht selber essen konnten, da es ihnen von jemand anderem vor der Nase weggeschnappt wurde.“
„Sie wurden auf Befehl der Hexe von den ruhelosen Seelen des Waldes gefangen genommen und in das schmutzige Haus auf Hühnerbeinen gebracht. Marie staunte, als sich die Tür öffnete und sie die Leute, die sie ihr ganzes Leben lang schon kannte, hereingeführt wurden. Als Letztes betraten Maries Eltern das Haus.“
„Marie, mein Kind, schau, ich habe Gäste mitgebracht!“, sprach Baba-Jaga mit einem boshaften Ton in Ihrer Stimme. „2 davon kennst du sogar sehr gut.“
„Marie begann zu weinen. Einerseits freute sie sich, dass sie ihre Eltern wieder hatte. Andererseits war es traurig, dass sie auch von der Hexe gefangen wurden und mit ihr das traurige Schicksal teilen mussten.“
„Bitte lass meine Eltern gehen und ich werde dir bis an mein Lebensende dienen!“, bettelte Marie Baba Jaga an. Doch die Hexe ließ sich nicht erweichen und behaarte auf ihre Entscheidung.“
„Maries Eltern waren immer noch von den Süßigkeiten betäubt und erkannten nicht, dass ihre Tochter vor Ihnen stand. Als die Macht der Süßigkeiten nach einer Weile nachließ, erkannten Maries Eltern endlich ihre Tochter, und Maries Mutter versuchte ihr Kind zu umarmen. Sie war heil froh, dass Ihr Kind noch lebte. Doch Baba-Jaga trat zwischen die beiden und schlug Maries Mutter mit dem knöchernen Kochlöffel auf ihre Finger.“
„Für solche Sentimentalität ist hier kein Platz!“, sprach sie, und ihre Augen funkelten böswillig dabei. „Jeder Versuch von Zuneigung und liebevollen Gesten wird zukünftig bestraft. Marie, lass dir eines gesagt sein! Du musst dir jede Bestrafung deiner Eltern mit anschauen und ich werde nicht zimperlich mit Ihnen umgehen. Überlege dir also gut, was du zukünftig tust!“
„Wie durch Zauberhand erschien eine Tür an einer der Wände des Hauses, die vorher nicht dagewesen ist. Baba-Jaga öffnete diese mit einem Fingerschnippen und die übrigen Dorfbewohner wurden hereingeführt. Dort verbrachten sie Tage und Nächte in der Dunkelheit und der Unordnung des Hauses. Sie hörten die körperlosen Stimmen und die düsteren Geschichten derjenigen, die zuvor hier gefangen und gestorben waren, und sie fürchteten sich vor der Zukunft.“
„Eines Tages, als die Hexe Baba Jaga abgelenkt war, gelang es Marie, einen winzigen Schlüssel zu finden, der zu ihrer und der Befreiung der Dorfbewohner führen könnte. Sie wartete geduldig, bis die Hexe schlief, und schlich sich leise aus ihrem Raum, der von Tag zu Tag düsterer schien.“
„Marie schlich durch das dunkle Haus und tatste sich an der Wand entlang. Sie fand schließlich die Tür, die zu den Zellen der Gefangenen führte. Sie nutzte den winzigen Schlüssel, um die Tür zu öffnen. Ein leiser Kalken erklang und das Schloss der Tür öffnete sich. Sie drückte die Klinke des Türgriffes hinab und die Tür öffnete sich mit einem Knarzen und Quietschen.“
„Sie betrat den Raum und die Dunkelheit verschluckte sie, als die Tür mit einem lauten Knall hinterherzuflog. Das Klacken war erneut zu hören und Marie wusste, dass die Tür abgeschlossen wurde.“
„Dachtest du, ich würde es nicht mitbekommen und hätte nicht gemerkt, dass du den Schlüssel genommen hast?“, krächzte Baba-Jaga mit einer finsteren Stimme hinter der verschlossenen Tür.“
„Du und die Dorfbewohner werdet elendig sterben und verrotten.“ „Ihr bleibt, meine Gefangenen, bis Ihr nur noch ein Häufchen Staub auf dem Boden seid.“
„Mit diesen Worten kehrte Ruhe in den dunklen Raum ein und Marie wurde bewusst, dass die anderen Dorfbewohner schon längst tot waren. Schlagartig stieg Ihr der Duft der Verwesung in die Nase und sie sank weinend und gebrochen zu Boden.“
„Das Schicksal von Marie bleibt bis heute unbekannt. Einige behaupten, sie fand einen Ausweg und konnte sich retten. Andere behaupten, Sie sei in den Tiefen des Waldes verschwunden. Und wieder andere behaupten, dass sie in dem Raum bis heute lebt und sich von den Überresten der verstorbenen Dorfbewohner ernährt.“
„Ihr Schicksal wird wohl für immer ungewiss bleiben!“, sagte Andrej und beendete somit die Geschichte.
Die Dorfbewohner fröstelten bei diesen Worten und fühlten, wie die eisige Kälte von draußen in ihre Herzen eindrang. Andrej erhob sich aus dem alten Sessel und zeigte mit seiner Hand in Richtung des Nebenzimmers, in dem die Kinder schliefen.
Sergei stand auf und ging in Richtung des Raumes und öffnete leise die Tür. Wir alle schauten ihm dabei nach. Im Schein des Lichtes des brennenden Ofens konnte er erkennen, dass die provisorischen Betten alle leer waren und bunte leere Bonbonpapiere überall auf dem Boden lagen:
Wir alle blickten zu Andrej, doch dieser war wie vom Erdboden verschluckt und von einem zum anderen Moment verschwunden.
Auf dem Sessel lag einzig ein Zettel. Ich stand auf und nahm diesen vom Sessel auf und las laut vor. Darauf stand:
„Vielen Dank für Speisen und Trank.“
Baba-Jaga wird an euch denken, wenn sie eure Kinder auffressen wird.
Ende