GeisterKreaturenKurzMord

Kleine Helferlein

Du bemerkst mich nicht, denn du siehst mich nicht. Auch die Welt erkennt meine Existenz nicht an. Ich beginne erst mit einem leisen Flüstern. Ohne das mich jemand sieht oder hört. Langsam vergifte ich dich, es geht so schleichend und ich genieße es. Ich bestimme greife in deinem Leben ein, immer sanft und unauffällig. Setze Filter an alle deine Sinne. Niemand bemerkt es, die es aber bemerken werde rigoros aussortiert. Du bekommst vieles nicht mehr richtig mit. Dein kleiner Sohn, der mich durchschaut hat, der heulend an deinem Bein hängt, um meine Filter zu durchbrechen. Er versucht alles in seiner Macht Stehende dich aufzuhalten, dass du die Wohnung für immer verlassen möchtest. Deine dich angeblich noch liebende Frau, die dich vor die Wahl mit einem Ultimatum stellt. Sie oder ich, doch du bist schon mir zu hörig, als dass du mich abschütteln willst, meine Gedanken und Gefühlswelt ist schon zu deiner geworden.

Überall siehst du nur Menschen, die dir böses wollen, der gutaussehende Nachbar von Nebenan der die ganze Zeit auf deine halbnackte Frau über dem Gartenzaun gafft. Deine Frau, die dir deine einsamen Spaziergänge in der Dunkelheit nicht gönnt und tagsüber bestimmt Sex mit allen außer dir hat. Und das heulende Drecksbalg, dass Angst hat, dass es deine Aufmerksamkeit und Liebe verliert.

Du hast dich richtig entschieden, wenn alle schlafen treten wir unseren Plan an. Den ich dir so lange eingeredet habe, den ich perfekt geplant habe. Den du für richtig und gut hältst. Langsam ziehst du, den Brief aus dem Inneren der Manteltasche und legst ihn auf dein Kopfkissen. Finde ich etwas schnulzig, aber okay irgendwie muss ich mir ja die Tür bei ihr öffnen. Denn nur so können meine Kollegen und ich agieren und unserer Berufung, dem Dienst an unserem Herren Folgen.

Wir wandern die Straße entlang. Früher hättest du es als Herrlich beschrieben die zarte Dunkelheit, strahlenden Sterne, die entspannende Ruhe. Durch meine Filter wandeln sich die Dunkelheit zur schweren Decke, die Sterne zu stumpfen höhnischen Abbilder und die Ruhe zur dröhnenden Einsamkeit aus der es kein Ausbrechen mehr gibt.

Wir betreten den Waldrand deine Schritte werden schwerer und mühseliger, sodass ich die Motivation etwas durchlassen muss um dir die Schwere des Rucksacks und deiner Beine zu erleichtern. Dabei hast du nur ein Seil dabei. Du steigst auf dem Baum, den du dir vor einer Woche ausgesucht hast. Während du oben am Ast die Knoten knüpfst bist du so vertieft, dass du die Schreie deiner Ehefrau in der Nähe nicht bemerkst, die nach dir sucht.

Erst im freien Fall mit der Schlinge um den Hals bemerkst du ihre Rufe, die mich fast aus deinem Körper reißen, doch es ist zu spät. Sie wird auf der Suche nach dir von einem genervten LKW-Fahrer mit seinem 40-Tonner erfasst und zerfetzt. Bedauerlich, dass meine Kollegen aus den Abteilungen Groll und Panik mir zuvor kamen. Dennoch ermöglichen sie mir einen letzten Genuss. Während du mit zertrümmertem Kehlkopf langsam erstickst, da du das Seil falsch angesetzt hast, trauerst und bereust du mir eintritt gewährt zu haben. Du weinst um deinen Sohn, der morgen früh alleine Wach wird, um seine weiteren Geschwister die ihr geplant hattet.

Keine Sorge auch, wenn ich die Arbeit der anderen Abteilungen widerlich, aufsehenerregend, unprofessionell und unorthodox finde, bieten wir auch das Rundumpaket für Familien an, also gräme dich nicht wir kümmern uns auch gern um deinen Sohn.

Unser Chef wird mit unserer Arbeit zufrieden sein, dass wir unseren Beruf so gewissenhaft und konsequent erledigen, um ihn die Arbeit mit der Sense zu erleichtern.

Ich darf mich empfehlen Morty Mortem Hilfsarbeiter, Abteilung Suizid.

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