
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Teil 5:
Mittlerweile waren sechs Monate vergangen, seit die Untoten über Europa hergefallen sind und fast jeden Teil des Kontinentes besetzt hatten. Doch noch war die Menschheit nicht besiegt. Überall in Europa dienten nun Festungen, Burgen und sogar Gefängnisse als Zuflucht für die Überlebenden.
In Frankreich war Fort Douamont das Hauptquartier der Überlebenden. Von dort aus konnten auch Fort Vaux und Fort Tavannes von den Zombies bereinigt werden. Mit Hilfe von Brieftauben wurde Kontakt anderen Überlebenden in ganz Europa hergestellt. Noch war die Menschheit nicht am Ende.
Ein Neuer Tag
Claire Parker wachte auf, als ihr die ersten Sonnenstrahlen ins Gesicht schienen. Neben ihr lag Robert Pierre, ihr Mann. Die beiden hatten geheiratet und als Hochzeitsgeschenk hatte ihnen Oberst Müller eine Woche Urlaub und eine kleine, private Kammer an der Ostseite der Festung gegeben. In dieser Woche hatten die Beiden ihre Kammer jedoch kaum verlassen.
„Guten Morgen, Liebster.“ Säuselte Claire und küsste Pierre. Dieser wachte dadurch auf.
„Morgen, Liebling.“ Sagte er verschlafen und küsste sie zurück. Doch bevor die beiden ihren ehelichen Pflichten nachkommen konnten, klopfte es an der Tür.
„Raus aus den Federn ihr Turteltauben, es wird Zeit für die wöchentliche Lagebesprechung.“ Hörten sie Jack McFinlay gutgelaunt sagen.
„Vielleicht haben wir noch fünf Minuten.“ Flüsterte Claire verführerisch.
„Habt ihr nicht.“ Sagte Major Peter Krüger entschieden hinter der Tür. Claire und Pierre sahen ein, dass sie verloren hatten, standen auf und zogen sich an.
Als sie ihr Zimmer verließen, wurden sie bereits von Krüger und McFinlay erwartet. Claire gab Pierre einen Abschiedskuss und ging dann zur Krankenstation. Auch ihr Dienst hatte wieder begonnen. Als Claire gegangen war, machten sich die Drei auf den Weg in die Kantine. Dort wurden sie bereits von den anderen Offizieren erwartet.
Krüger hatte den zweit höchsten Rang in der Festung und die Besprechungen waren seine Idee. Ein Mal die Woche wurden sämtliche Offiziere über die neusten Entwicklungen informiert. Die Soldaten die außerhalb der Festung patroullierten, erstatten Krüger jeden Tag Bericht. Dieser gab die Informationen dann an die Offiziere der Trupps weiter die die Festung bewachten oder frei hatten. So war jeder über den neusten Stand informiert. Pierre und McFinlay waren dabei seine Übersetzer. Krüger hatte seinen Freunden für diesen Zweck genügend Deutsch beigebracht. Zwar sprach Krüger mittlerweile ausreichend Französisch, er hatte jedoch keine Lust das Selbe drei Mal zu erzählen.
„In letzter Zeit hatten wir wenige Kontakte mit den Zombies.“ Begann Krüger. „Das ist zwar erfreulich, allerdings heißt das nicht, dass wir uns entspannen können. Diese Viecher rennen immer noch in ganz Europa rum. Aber fürs Erste lassen wir die Patrouillen so wie sie sind. Sie werden weder verstärkt, noch verringert.“ Krüger wartete, bis Pierre und McFinlay übersetzt hatten, dann fuhr er fort. „Allerdings haben wir zwei neue Probleme. Erstens, wir haben seit drei Tagen keinen Kontakt mehr zu Fort Vaux. Kein Boten, Keine Brieftaube und auch keine Flaggensignale. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Festungskommandant uns keine Nachrichten schickt. Allerdings hat er immer reagiert, wenn wir ihn kontaktiert haben. Zumindest bisher. Der Bunte Haufen wird die Lage im Fort heute Nachmittag erkunden.“ Mit dem Bunten Haufen meinte Krüger neben Pierre und McFinlay zwanzig weitere Soldaten, die seinem direkten Befehl unterstanden. Diese Männer waren Deutsche, Franzosen, Engländer, Iren, Schotten, Marokkaner, Inder, Australier, Kanadier und Südafrikaner. Krüger legte Wert auf Fähigkeiten und nicht auf Nationalitäten. Zwar Gestalttete sich die Kommunikation, vor allem mit den Kolonialtruppen, zu Anfang schwierig, doch Krüger hatte dafür gesorgt, dass die Feldwebel und Sargeants ausreichend deutsch, englisch und französisch sprechen konnten.
„Und das ist leider nicht das einzige Problem.“ Berichtete Krüger weiter. „Ihr wisst sicherlich alle, dass unsere Jungs da draußen immer öfters unbekannte Soldaten sehen. Die Kerle sehen aus wie Deutsche. Lange graue Mäntel, Stahlhelme, deutsche Waffen. Was sie vom Normalen Landser unterscheidet ist folgendes, diese Männer tragen immer ihre Gasmasken. Wir wissen nicht, was es mit diesen Soldaten auf sich hat. Sie haben bisher keinen Kontakt zu unseren Männern gesucht und diese haben auch nicht versucht einen herzustellen. Dabei belassen wir es auch fürs erste. Wir wissen nicht ob diese Kerle Freund oder Feind sind. Wenn sie was von uns wollen, sollen sie zu uns kommen. Gebt das an eure Männer weiter. Wenn keine Fragen mehr sind, dann ist die Besprechung beendet.“ Krüger, Pierre und McFinlay blieben alleine in der Kantine zurück.
„Ich werde mir einige Schotten und Iren schnappen und dann schauen wir im Fort Vaux mal nach dem Rechten.“ Sagte McFinlay.
„Das hast du nicht zu entscheiden.“ Sagte Krüger angespannt.
„Peter,“ begann McFinlay. „Du hast kaum geschlafen, seit dem du Major bist. Du hast genug Aufgaben hier in der Festung.“
„Und was ist mit mir?“ fragte Pierre. „Ich bin nicht mehr der verängstigte Wehrpflichtige, der ich noch vor einem halben Jahr war.“ Das stimmte. Pierre hatte sich in den letzten Monaten bewiesen. So sehr, dass Krüger ihn zum Sergeant gemacht hatte. Auch McFinlay hatte er befördert.
„Niemand behauptet etwas Anderes, aber meine Jungs haben es sich in letzter etwas zu gemütlich gemacht und ich will sie mal wieder an den Ernst der Lage erinnern.“
„Und du nervst uns so lange, bis wir dich gehen lassen, oder?“ fragte Krüger resignierend.
„So sieht es.“ Sagte McFinlay lächelnd.
„Dann stell deinen Trupp zusammen und dann besprechen wir das Weitere.“ Sagte Krüger und wollte gerade den Raum verlassen, als ein Leutnant zu ihnen stieß. Es war der Adjutant von Oberst Müller.
„Herr Major,“ Grüßte er Krüger. „Sie sollen bitte sofort zum Oberst kommen. Ein Überlebender aus Fort Vaux ist gerade hier angekommen.
Der Überlebende
Als Krüger das Büro von Oberst Müller betrat, saß dort ein englischer Private. Der junge Mann war verdreckt und erschöpft. Krüger grüßte den Oberst.
„Major Krüger,“ sagte Müller, als er den Gruß erwiderte. „Das hier ist Private Mills. Er ist der einzige Überlebende aus Fort Vaux.“
„Was?!“ entfuhr es Krüger.
„Erzählen sie dem Major, was sie mir erzählt haben.“
„Die Festung ist von Zombies überrannt worden.“ Begann Mills erschöpft zu erzählen. „Ich weiß nicht wie, aber die gesamte Anlage ist von den Viechern überrannt worden.“
„Wieso wurde kein Alarm gegeben oder die rote Flagge gehisst?“
„Weil es zu schnell ging. Plötzlich waren diese Viecher überall. Ich konnte gerade so entkommen.“
„Wie viele Männer waren in Vaux stationiert?“ fragte Krüger den Oberst.
„Ungefähr Siebzig.“ Kam als Antwort. „Vielleicht gibt es noch mehr Überlebende.“
„Ich wollte eh einen Trupp rüber schicken, der nach dem Rechten sieht.“ Sagte Krüger. „Doch nachdem was ich gerade gehört habe, wird der gesamte Haufen die Festung angreifen.“
„Das können sie nicht tun.“ Sagte Mills schockiert. „Es sind zu viele.“
„Glauben sie mir, Private.“ Sagte Krüger trocken. „Wenn es einer schafft, dann wir.“
Albträume
Pierre saß mit William Hagman in der Kantine und trank mit ihm einen Kaffe. Hagman war den Scharfschützen zugeteilt worden und so hatte er nur noch wenig Kontakt mit seinen Freunden, doch gelegentlich trafen sie sich in der Kantine und konnten reden.
„Tut mir leid, dass es mit dir und Lauren nicht geklappt.“ Sagte Pierre. Doch Hagman zuckte einfach mit den Schultern.
„So etwas kann man nicht erzwingen.“ Sagte er trocken. Dann fing er an zu lachen. „Dabei sollte man meinen, dass die Frauen nicht mehr ganz so wählerisch sind.“ Auch Pierre musste lächeln. Er war froh, dass Hagman seinen Humor nicht verloren hatte.
„Und wie geht es dir sonst so?“ fragte Pierre. Doch da verfinsterte sich Hagmans Blick.
„Kannst du ein Geheimnis für dich bewahren?“ fragte er. Pierre nickte. „Seit einigen Tagen habe ich immer denselben Albtraum. Ich werde von einer Horde Zombies verfolgt, bis ich am Ende einer Klippe bin. Ich springe und kurz bevor ich auf den Boden knalle, wach ich auf.“
„Ich glaube in unserer Lage, wäre es unnormal, wenn du nicht so etwas träumst.“ Sagte Pierre.
„Das ist es nicht. Ich habe solche Träume, seit ich ein Kind war.“ Kam als Antwort.
„Du hast schon als Kind von Zombies geträumt?“
„Nein, Ich habe geträumt, dass Menschen sterben.“ Sagte Hagman ernst. „Als ich acht war, träumte ich, dass mein Vater von einem Steinmonster gefressen wurde. Er arbeitete in eine Kohlemine. Es gab einen Stolleneinbruch und er wurde verschüttet. Mit Zehn, träumte ich, dass meine Schwester von einem Fischwesen in die Tiefe gezogen wurde. Sie ertrank in einem See. In Flandern Träumte ich wie ein guter Freund von mir von Drachen verbrannt wurde. Zwei Tage später griffen die Deutschen mit Flammenwerfern an. Er hat nicht überlebt.“
„Meinst du nicht, dass das alles nur Zufall ist?“ Fragte Pierre.
„Ein, zwei Mal vielleicht.“ Sagte Hagman. „Aber nicht vier Mal.“
„Vier Mal?“
„Bevor ihr nach Allonville gekommen seid, habe ich geträumt, dass mein Onkel stirbt. Was dann passiert ist weißt du ja.“ Pierre schluckte, als er das hörte. Das konnte er sich nicht erklären.
„Aber du bist nicht gestorben.“ Sagte er Schließlich. Als Hagman das hörte, hob er fragend die Augenbraue. „Du bist aufgewacht, bevor du den Boden berührt hast. Du hast also nicht geträumt, dass du stirbst.“
„Ich weiß was du vor hast und dafür danke ich dir.“ Sagte Hagman. „Aber wenn es mich erwischen soll, dann ist es halt so.“ Pierre wollte etwas erwidern, doch bevor er dies konnte, betrat Krüger die Kantine und ging direkt auf Pierre und Hagman zu. Nachdem er den Engländer begrüßt hatte, wandte er sich Pierre zu.
„Die Sache am Fort Vaux ist ernster als wir dachten.“ Begann er. „Der ganze Bunte Haufen geht nun Rüber um dort aufzuräumen. Besprechung ist in zehn Minuten.“ Dann wandte er sich wieder Hagman zu. „Lust mit zu kommen, der alten Zeiten wegen?“ fragte er lächelnd.
„Gerne.“ Sagte Hagman und stand auf. „Aber mein Dienst beginnt gleich. Und Captain Thomas sieht es nicht gerne, wenn jemand zu spät kommt.“ Dann nahm er sein Gewehr und verließ zusammen mit Pierre und Krüger die Kantine.
Mills hatte sich von Krüger die Kantine zeigen lassen, einen Kaffee geholt und sich in ein ruhige Ecke der Kantine gesetzt. Dann hatte er Pierre, Hagman und Krüger beobachtet. Als die Drei gegangen waren, war er der einzige in der Kantine. Als er sich sicher war, dass er alleine war, zog er einen Metallzylinder aus seinem Rucksack. Wie im Fort Vaux.
Positives Denken
Claire versorgte einen jungen Feldwebel, der schwere Brandwunden am linken Arm hatte.
„Also, Feldwebel.“ Begann Claire lächelnd. „Wollen sie mir erzählen, was mit ihrem Arm passiert ist?“
„Wollen sie die Heldengeschichte oder die Wahrheit?“ fragte der Mann.
„Die Wahrheit wäre gut.“ Sagte Claire schmunzelnd. Der junge Feldwebel ließ die Schultern hängen.
„Ich bin zum Leichenverbrennen eingeteilt worden.“ Begann er. Das Verbrennen der Verstorbenen war die unbeliebteste Aufgabe, der man im Fort zugeteilt werden konnte. Auch wenn die Kontakte mit Zombies zurück gegangen waren, starben täglich Menschen. Damit die Toten nicht wieder auferstehen, hatte Oberst Müller das Verbrennen der Toten befohlen. „Wir hatten sie auf einen Haufen Holz gestapelt und versucht diesen anzuzünden. Hat nicht geklappt. Das Holz war feucht. Ich hatte dann die geniale Idee den Brennstoff aus einem defekten Flammenwerfer zu benutzen. Hat auch geklappt, aber ich habe meinen Arm nicht rechtzeitig weg bekommen.“
„Da hatten sie noch Glück.“ Sagte Claire, als sie seinen Arm verband. „Das Zeug kann wesentlich schlimmere Verletzungen verursachen.“
„Zum Glück bin ich Rechtshänder.“ Witzelte der Feldwebel.
„Sie sollten sich auf jeden Fall in nächster Zeit von offenem Feuer fern halten.“ Sagte Claire lächelnd. „Auch entbinde ich sie vom Patrouillen-Dienst, bis ihr Arm verheilt ist. Wenn die Schmerzen schlimmer werden, kommen sie wieder.“ Der Feldwebel nickte und verließ dann die Krankenstation.
„Der Feldwebel ist ein fähiger, junger Mann.“ Sagte Marie Krüger plötzlich. Sie hatte sich am Bett gegenüber um einen weiteren Soldaten gekümmert. „Leider neigt er dazu sich selbst zu verletzen.“
„Du meinst er versucht sich umzubringen?“ fragte Claire besorgt.
„Nein, er ist einfach nur ungeschickt.“ Sagte sie lächelnd. „Aber jetzt bist du dran mit erzählen.“
„Was erzählen?“ fragte Claire unschuldig.
„Von deinen Flitterwochen.“
„Eigentlich gibt es da nicht viel zu erzählen.“ Begann Claire. „Wir haben unser Zimmer kaum verlassen.“ Marie lächelte als sie das hörte.
„Erinnert mich an meine Flitterwochen.“ Sagte sie. „Peter und ich waren auf Rügen. Wir wollten wandern, schwimmen und segeln. Am Ende haben wir unser Hotelzimmer kaum verlassen. Wenn man bedenkt was danach kam, war es das Beste, was wir hätten tun können.“
„Was kam denn danach?“
„Einen Tag, nachdem wir wieder zu Hause waren, brach der Krieg aus.“ Sagte Marie traurig. „Peter wurde nach Belgien und ich in den Osten geschickt. Ich bin erst neunzehnhundertsechzehn nach Frankreich versetzt worden.“ Plötzlich fing sie an traurig zu lächeln. „Ich bin fast dankbar für die Zombies. Sonst hätte ich Peter vielleicht nie wieder gesehen.“ Nun wurde Claire nachdenklich. Auch sie hätte ohne diese Apokalypse Pierre wohl nie kennen gelernt.
„Kann ich ihnen helfen?“ fragte Marie plötzlich und riss Claire aus ihren Gedanken. An der Tür zur Krankenstation, stand ein englischer Private. Er wirkte erschrocken, als Marie ihn angesprochen hatte. „Ob ich ihnen helfen kann?“ wiederholte sie.
„Nein.“ Sagte der Mann stutzig. „Ich habe mich in der Tür geirrt.“ Sagte er weiter und ging wieder.
„Komischer Kerl.“ Sagte Marie und wandte sich wieder an Claire. Diese Schaute dem Mann hinterher.
„Irgendetwas stimmt hier nicht.“ Sagte sie.
Das war Knapp dachte Mills. Als er sich von der Krankenstation entfernte. Eigentlich wollte er seinen Zweiten Metallkanister in der Krankenstation verstecken, doch dort waren zu viele Leute. Und das ihn die Krankenschwestern gesehen hatten, war auch nicht hilfreich. Die Zeit rannte ihm davon.
Verrat
Hagman meldete sich pünktlich zu seinem Dienstbeginn bei Captain Thomas. Als Oberst Müller erzählte, dass Henry Thomas nicht gerne Englisch spräche, ging er davon aus, dass es sich bei dem Captain um einen Franzosen handelte. Er war überrascht, als ein Kanadier vor ihm stand. Schnell wurde klar, dass Thomas aus Quebec kam.
„Private William Hagman meldet sich zum Dienst!“ grüßte Hagman und salutierte.
„Wo ist ihre Zweitwaffe?“ fragte Thomas ruhig, als er Hagman musterte.
„Als Scharfschütze dachte ich…“ begann Hagman, Thomas schnitt ihm das Wort ab.
„Sie kennen die Regel, Private.“ Begann der Captain. „Jeder Scharfschütze hat eine Pistole bei sich zu tragen, falls wie überrannt werden. Also gehen sie und holen sie ihre Zweitwaffe!“ befahl Thomas. Hagman nickte.
„Aber fürs Protokoll, ich war pünktlich.“ Sagte Hagman.
„Zur Kenntnis genommen.“ Kam als trockene Antwort.
Hagman schlief zusammen mit neun anderen Scharschützen ein einem Quartier auf der westlichen Seite der Festung. Dort bewahrten die Soldaten ihre Ausrüstung und persönliche Gegenstände auf. Hagman hatte sich immer noch nicht daran gewöhnt eine Pistole bei sich zu tragen und so kam es oft genug vor, dass er sie einfach in seiner Kiste vergaß.
„Da bist du ja.“ Sagte Hagman, als er seine Pistole hervor holte. Es war eine amerikanische Colt M1911, welche an die britische Armee geliefert wurde. Als Hagman gerade gehen wollte, hörte er zwei Betten weiter ein Geräusch. Als er sich umdrehte, stand gerade ein britischer Soldat auf, den er noch nie gesehen hatte. „Was machst du da?“ fragte er barsch. Der Mann schreckte hoch.
„Ich hab etwas gesucht.“ Stammelte er.
„Das ist schön für dich.“ Blaffte Hagman. „Aber das ist Parkers Bett, also Verpiss dich!“ in letzter Zeit kam es immer wieder zu Diebstählen unter den Soldaten, deswegen reagierte Hagman so aggressiv. Der Soldat verließ fluchtartig den Raum.
Das war knapp, dachte Mills, als er das Quartier verlassen hatte. Der Engländer hätte ihn fast aufliegen lassen, doch er hatte es geschafft den zweiten Kanister zu verstecken. Jetzt blieb nur noch ein Kanister übrig.
Der Bunte Haufen
Der bunte Haufen stapfte durch das Niemandsland in Richtung Fort Vaux. Jeder dieser Männer hatte mindestens ein Gefecht mit Zombies überstanden und auch schon welche getötet. Krüger hatte jeden einzelnen von ihnen persönlich ausgewählt und war überzeugt von ihnen. Auch Otto, der Schäferhund, war bei ihnen. Er war Maskottchen und vollwertiges Mitglied des Bunten Haufens. Aus dem jungen Hund war inzwischen ein stattlicher Rüde geworden, der die Männer nicht mehr nur warnte, sondern auch einzelne Zombies angriff. Wenn einer das Fort zurück erobern konnte, dann der Bunte Haufen.
Krüger schloss zu Pierre und einigen französische Soldaten auf, welche die Vorhut übernommen hatten. Pierre schaute durch sein Fernglas und beobachtete das Fort.
„Was interessantes gesehen?“ fragte Krüger, als er neben ihm stand.
„Nichts zu sehen.“ Antwortete Pierre und reichte Krüger das Fernglas, damit dieser sich selbst ein Bild machen konnte.
„Wieso hat McNeil nicht die rote Fahne gehisst, wenn sie überrannt wurden?“ murmelte Krüger. Die rote Fahne war ein Notsignal, die gehisst wurde, wenn eine der Festungen nicht mehr gehalten werden konnte. Damit sollte zum einen Hilfe angefordert werden, aber auch zurückkehrende Patrouillen oder Überlebende gewarnt werden.
Krüger gab Pierre das Fernglas zurück und die Männer setzten sich wieder in Bewegung.
Fort Vaux war während der Schlacht um Verdun von den Deutschen besetzt und im Oktober von den französischen Truppen zurück erobert worden. Während dieser Gefechte hatte es schwere Schäden erlitten.
An einem Einsturz in der Festungsmauer sammelte sich der Bunte Haufen.
„Riecht ihr das?“ fragte Krüger.
„Verdammter Zimt!“ zischte McFinlay und zog seine Gasmaske aus einer Tasche. Die anderen Soldaten taten es ihm gleich. Pierre zog Otto eine spezielle Hundegasmaske über. Der Hund sträubte sich zwar etwas, vertraute Pierre aber genug, um das Prozedere über sich ergehen zu lassen.
Krüger teilte den Haufen in vier Fünfer Gruppen auf. Eine Gruppe wurde den Einsturz bewachen. Die Anderen würden in das Fort vorstoßen und versuchen es zurück zu erobern.
Unter der Erde
Krüger und sein Trupp sollten die untere Ebene des Forts säubern. Der Trupp bestand aus Krüger, einem preußischen Feldwebel, zwei bayrischen Pionieren und einem deutschen Fremdenlegionär, der für die Franzosen gekämpft hatte. Dieser Mann wurde von den anderen Deutschen zunächst als Verräter angesehen. Doch im Kampf gegen die Zombies hatte er sich schnell das Vertrauen seiner Landsleute erarbeitet. Sein Name war Steiner, zumindest behauptete er dies.
„Ihr kennt die Nummer.“ Sagte Krüger, als sie einer Treppe folgten. „Nahkampf. schießen nur, wenn es zu viele sind.“ Eigentlich waren die Männer erfahren genug um dies zu wissen. Doch Krüger erinnerte sie immer wieder daran. Denn auch erfahrene Soldaten konnten die Nerven verlieren.
Die untere Ebene wurde als Vorratslager genutzt. Das war wohl auch der Grund, weshalb sie zunächst auf keine Zombies trafen. Dafür war überall hier unten Z-Gas und die Männer konnten kaum etwas erkennen. Langsam tasteten sie sich vor und achteten penibel darauf kein Geräusch zu machen.
Als sie ein Lager mit Artilleriegranaten erreicht, sah Krüger die Umrisse von drei Zombies. Sie wirkten lethargisch und Krüger erkannte gleich, dass diese Drei zu der langsamen Sorte gehörten. Krüger, Steiner und einer der Pioniere schlichen sich lautlos hinter die Zombies. Als diese sich plötzlich doch umdrehten, stachen die Männer zu. Ein Stich zwischen die Augen oder in die Schläfe und der Zombie war Geschichte. Als die Männer weiter gingen, kam ihnen ein französischer Soldat mit Gasmaske entgegen. Krüger zögerte, doch dann erkannte er das zerschlagen Sichtglas. Als er fauchend auf die Männer zustürmte, waren alle Zweifel beseitigt.
Bevor Krüger reagieren konnte, warf Steiner sein Messer in Richtung des Zombies. Die Klinge traf ihn genau zwischen den Augen.
„Guter Wurf.“ Lobte Krüger. Der Legionär nickte stumm.
„Wie haben ein Problem, Herr Major.“ Sagte Plötzlich der Feldwebel zu Krüger. Als dieser sich umdrehte, sah ein dutzend Zombies aus dem Nebel auf sie zu schlurfen.
„Herr Major!“ rief Steiner und zeigte in die entgegengesetzte Richtung. Von dort kamen weitere Untote. Krüger lud sein Madsen durch und fing an zu feuern. Die anderen taten es ihm gleich, doch durch die Schüsse kamen immer mehr Zombies.
„Wir müssen hier raus!“ fluchte Krüger, als die Zombies drohten die Oberhand zu gewinnen. Sie kämpften sich den Weg zurück, den sie gekommen waren und schafften es irgendwie die Zombies auf Abstand zu halten, bis sie bei der Treppe waren. Bevor sie diese rauf liefen, warf Krüger eine Granate mit Aufschlagzünder in Richtung der Zombies. Diese explodierte und lockte die Untoten von den Männern weg. Am oberen Ende der Treppe schlossen die Männer die schwere Eisentür und konnten etwas durch atmen.
„Hoffentlich haben die Anderen mehr Erfolg.“ Murmelte Krüger nach Luft ringend.
Was ist hier geschehen?
McFinlay und seine Boys, wie er sie selbst nannte, durchsuchten die mittleren Ebenen der Festung. Bei ihm waren ein Ire, ein Waliser, ein Engländer und ein Inder. Auch hier hatte sich das Gas in den Räumen der Festung gesammelt, jedoch nicht so dicht wie im Keller. McFinlay hatte das MG 08/15 bei den Soldaten an der Festungsmauer gelassen. Stattdessen vertraute er nun auf altbewehrtes. Einen Revolver und seine Keule.
Als die Männer durch die Gänge der Festung schlichen, merkte McFinlay, dass etwas nicht stimmte. Wo waren die Zombies? Überall wo McFinlay auf dieses Gas getroffen war, hatte es von Zombies gewimmelt. Doch hier waren keine. Er sah nicht einmal Leichen. Früher hätte er sich gefreut, dass es so friedlich war und sein Glück nicht hinterfragt.
„Ich war zu lange mit Krüger unterwegs.“ Murmelte McFinlay zu sich selbst, doch da riss ihn O’Reilly, der Ire, aus seinen Gedanken.
„Die Tür zu den Offiziersquartieren ist verschlossen.“ Sagte O’Reilly und wollte die Tür öffnen. Doch McFinlay hielt ihn davon ab.
„Wenn sie verschlossen ist, dann sollen wir entweder nicht rein, oder etwas soll nicht raus.“ Sagte er und ging zu der Tür. Er klopfte und hörte, kurz darauf, wie Zombies fauchend gegen die Tür rannten. „Scheint besetzt zu sein.“ Sagte McFinlay, als er von der Tür wegtrat. „Da drin lebt niemand mehr.“
„Was machen wir jetzt?“ fragte Hill, der Engländer.
„Wir gehen weiter.“ Bestimmte McFinlay. „Jemand muss die Tür verschlossen haben. Vielleicht ist er noch in der Nähe.“
„Weit kann er nicht gekommen sein.“ Sagte O’Reilly und zeigte auf eine Blutspur, die von der Tür wegführte. Der Mann schien viel Blut verloren zu haben.
McFinlay und sein Trupp folgten den Spuren, welche den Gang entlang führten. Vor einigen Türen hatte sich kleine Blutlachen gebildet. Der Soldat hatte dort wohl Pause gemacht, oder auch diese Türen verschlossen. Schließlich fanden sie den Mann. Ein deutscher Soldat mit Gasmaske lehnte tot an der Wand. In der Hand hatte er noch immer seine Pistole. An seinem rechten Oberschenkel klaffte eine Tiefe Bisswunde.
„Armer Teufel.“ Sagte McFinlay, als er den Deutschen untersuchte. An seiner rechten Schläfe erkannte er ein Einschussloch. „Hat sich selbst gerichtet, bevor er zu einem Zombie wurde.“
„Er hat die Türen verschlossen.“ Stellte O’Reilly anerkennend fest.
„Deswegen ist es auch so ruhig hier.“ Meinte Hill.
„Beschreit es bloß nicht.“ Sagte McFinlay mahnend, als er die Tür am Ende des Ganges erreicht hatte. Diese war nicht verschlossen. Als er die Tür mit einem lauten Quietschen öffnete, drehten sich drei Zombies um. „Wenn ich jedes Mal zwei Pfund bekommen würde.“ Sagte McFinlay genervt und ging zum Angriff über. Die Zombies waren von der langsamen Sorte und so hatte der Schotte sie mit drei schnellen Schlägen erledigt. Als seine Männer zu ihm stießen, funkelte er sie wütend an. „Der nächste der sagt, dass es hier ruhig ist oder fragt, wo die Zombies sind, den lass ich in Gasmaske Strafexerzieren bis er kotzt!“ fauchte er. Die Männer nickten eingeschüchtert. McFinlay war kein Mann, der leere Drohungen aussprach.
Die Briten befanden sich in einem Besprechungsraum in dem nicht wirklich etwas Interessantes war. Einen der Toten hatte McFinlay als den Festungskommandanten erkannt. Er kannte den Namen des Mannes nicht, doch er war ein Highlander, genau wie McFinlay. Genervt setzte sich der Schotte an einen Tisch. „Keine Ahnung, was hier passiert ist.“ Murmelte er. Als er wieder aufstehen wollte, stieß er mit seinem Fuß an etwas Metallisches. Als er unter den Tisch schaute, sah er einen Metallzylinder, der in etwa so lang war wie sein Unterarm. Als er den Zylinder aufhob und untersuchte, stieg ihn der Zimtgeruch in die Nase. „Was zum Henker?“ fragte McFinlay, doch bevor er seinen Männern neue Befehle geben konnte, hörte er Schüsse aus dem Untergeschoss. „Los Jungs!“ befahl McFinlay. „Der Major hat Ärger.“
Noch mehr Fragen
Pierre und seine Männer durchsuchten die Quartiere der Mannschaften, welche im äußeren Teil der Festung lagen. Auch hier war das Gas relativ dicht, so dass die Männer nur zehn Meter weit sehen konnten.
Pierre war nervös. Er war erst seit knapp zwei Monaten Sergeant im Bunten Haufen und musste nun Männer befehligen, die mehr Erfahrung als Soldaten hatten als er. Gerade am Anfang hat dies zu Problemen geführt und die erfahrenen französischen Soldaten fragten sich, wieso sie auf einen Wehrpflichtigen hören sollten. Doch als sie erkannten, dass Pierre im Kampf gegen die Zombies erfahrener war als sie selbst, hatte er sich ihren Respekt verdient. Dennoch lastete die Verantwortung schwer auf den Schultern des jungen Franzosen. Nun schlich Pierre mit Otto, zwei französischen Grenadieren und zwei Marokkanern durch die leeren Gänge der Festung. Sie waren bereits mehreren Zombies begegnet, konnten diese aber ohne Lärm ausschalten. Plötzlich blieb Otto stehen und fing an zu schnüffeln. Dann machte er den Rücken gerade und zeigte mit seiner Schnauze den Gang entlang.
„Merde!“ fluchte Pierre, als er im Nebel mehrere Gestalten auf sich zu schlurfen sah. Er erkannte sie sofort als Zombies.
„Das sind zu viele!“ rief einer der Grenadiere und eröffnete mit seinem Chauchat-MG das Feuer. Die Anderen taten es ihm gleich, doch dadurch kamen immer mehr Zombies aus dem Nebel. Die Männer schafften es stand zu halten, doch dann stoppte das Chauchat-MG.
„Drecksteil!“ fluchte der Grenadier und riss das Magazin aus der Waffe. Das Chauachat-MG war bekannt für seine Unzuverlässigkeit. Die Deutschen machten sogar ihre Witze darüber. Nach ihnen war man direkt vorm Lauf des Chauahct am sichersten.
Als der Grenadier die verklemmte Patrone gelöst hatte und gerade ein neues Magazin einlegen wollte, stürmte ein Zombie aus dem Nebel und warf den Mann zu Boden. Pierre griff seine Axt und rammte sie dem Untoten in den Hinterkopf. Dieser sackte über dem Grenadier zusammen. Die letzten beiden Zombies wurden von den Marokkanern mit ihren Macheten enthauptet. Dann war es wieder ruhig. Als die Männer sich gesammelt hatten, zählte Pierre zehn tote Zombies.
„Alles okay?“ fragte Pierre, als er dem Grenadier auf die Beine half. Dieser nickte. Die anderen Soldaten gingen auf Abstand, doch der Grenadier zeigte keinerlei Symptome. Auch konnte Pierre keine Bisswunde entdecken. Dann durchsuchten sie weiter die Quartiere.
In einem der Schlafsäle fand Pierre schließlich einen Zylinder aus Metall. Als er diesen näher untersuchte, fiel ihm der starke Zimtgeruch auf. Doch bevor er darüber nachdenken konnte, hörte er Schüsse, die aus dem Keller der Festung kamen.
„Peter!“ flucht Pierre und verließ den Raum.
Neue Probleme
Als Pierre und McFinlay mit ihren Soldaten den Zugang zum Keller erreichten, waren Krüger und seine Männer bereits wieder draußen. Die Deutschen waren außer Atem, aber am Leben. Krüger hatte seine Männer allesamt aus dem Untergeschoss führen können.
„Alles okay bei euch?“ fragte Pierre. Krüger nickte.
„Konntet ihr was finden?“ fragte Krüger, als er wieder bei Atem war. Doch bevor Pierre und McFinlay antworten konnten, kam ein kanadischer Soldat angerannt, der eigentlich den Zugang bewachen sollte.
„Was machen sie hier?“ fragte Krüger, als der Soldat vor ihm um Atem rang.
„Douamont.“ Stammelte er. „Rote Fahne.“ Krügers Augen weiteten sich und er rannte Richtung Zugang. Dann sah er es. Über Fort Douamont wehte die rote Fahne.
In der Klemme
Marie und Claire schlichen durch die Gänge von Fort Douamont. Beide hatten es geschafft rechtzeitig ihre Gasmasken aufzusetzen. Viele im Fort hatten weniger Glück, als sich plötzlich das Gas in der Anlage verteilte. Woher es kam wusste niemand und es interessierte auch niemanden. Es zählte nur noch zu überleben. Marie hatte eine Pistole 08 Luger bei sich, welche Krüger ihr geschenkt hatte. Zunächst hatte sie es als geschmackloses Geschenk zum Hochzeitstag abgetan, doch nun war sie dankbar.
Claire hatte das Gewehr bei sich, welches McFinlay ihr an der Somme gegeben hatte und so suchten die Beiden nach weiteren Überlebenden.
Als sie um eine Ecke schaute, sah sie eine weitere Krankenschwester, welche am Boden kniete.
„Ist das Lauren?“ fragte Claire unsicher, doch eine Antwort erübrigte sich. Denn als die Schwester sich umdrehte, erkannte Claire Lauren. Sie hatte sich in einen Zombie verwandelt. Claire erkannte auch, warum Lauren auf dem Boden Kniete. Sie hatte sich an Oberschwester Weber gütlich getan. Bevor Claire reagieren konnte, hatte Marie bereits geschossen und Lauren in den Kopf getroffen.
„Was hast du getan?“ fragte Claire geschockt.
„Du weißt, dass wir nichts mehr für sie tun konnten.“ Sagte Marie trocken.
„Darum geht es nicht!“ fauchte Claire. „Du weißt doch wie gut die Zombies hören können!“ kaum hatte Claire dies gesagt, kamen drei weitere Zombies um eine Ecke. Um nicht weitere Zombie anzulocken, ergriffen Claire und Marie die Flucht. Sie rannten die Gänge entlang, bis sie einem wahren Hünen von einem Zombie gegenüberstanden.
„Ich glaube den müssen wir erschießen.“ Sagte Marie und zielte mit ihrer Luger. Doch bevor sie abdrücken konnte, schoss Claire. Jedoch nicht auf den Hünen-Zombie, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Sie waren von fünf weiteren Zombies gefunden worden. „Verdammt!“ fluchte Marie, als der Hüne sich auf die Beiden zu bewegte. Doch dann tauchte hinter dem Zombie ein deutscher Soldat auf. Mit seiner Schaufel schlug er dem riesenhaften Zombie zunächst ins Knie. Als dieser einknickte, spaltete er ihm den Schädel.
„Hier entlang!“ rief der Soldat. Claire erkannte ihn. Es war der junge Feldwebel. Claire und Marie folgten ihm, bis sie zu einer Abstellkammer kamen. Der Feldwebel schloss die Tür hinter sich. „Hier sollten wir für erste sicher sein.“ Sagte er.
„Danke.“ Sagte Claire. „Was macht ihr Arm?“
„Solange ich damit keine Zombies erschlage geht es.“ Sagte er lächelnd. „Ich heiße übrigens Hans.“ Auch Marie und Claire stellten sich vor.
„Und was machen wir jetzt?“ fragte Claire.
„Wir sollten abwarten.“ Meinte Marie. „Es sind zu viele um sie zu bekämpfen. Wenn wir etwas hier bleiben, verlieren zumindest die Zombies die uns verfolgt haben das Interesse.“
„Und was dann?“ fragte Hans.
„Wir versuchen zum inneren Tor zu gelangen und verlassen dann das Fort.“ antwortete Marie.
„Und die Anderen?“ fragte Claire.
„Finden wir Jemanden, nehmen wir ihn natürlich mit. Aber wir können es uns nicht leisten nach anderen Überlebenden zu suchen. Das ist zu gefährlich.“
„Von hier aus ist es nicht weit zum Tor.“ Sagte Hans. „Wir müssen allerdings eine Etage tiefer.“
Die drei warteten eine Halbestunde, dann verließen sie die Kammer. Zombies konnten sie nicht sehen, doch in den Tiefen der Festung hörten sie den Gefechtslärm. Schüsse, Schreie und das Fauchen der Zombies. Claire, Marie und Hans schlichen den Gang entlang, bis sie eine Treppe erreichte, die nach unten führte. Sie hatten es fast zum Tor geschafft. Als die Drei das schwere Eisentor erreicht hatten, war dieses verschlossen.
„Der Öffnungsmechanismus ist an der rechten Seite.“ Sagte Hans. „Ihr bleibt hier, ich betätige den Hebel. Sobald das Tor weit genug offen ist, huscht ihr durch. Ich komme dann nach.“ Sagte er weiter und ging auf die rechte Seite des Tores. Als er den Hebel betätigte, setzte sich der Mechanismus mit einem lauten Quietschen in Bewegung.
„Verdammt, wir haben gerade jeden Zombie in diesem Fort alarmiert!“ fluchte Marie. Und sie sollte recht haben, denn kaum hatte sich das Tor in Bewegung gesetzt, kamen dutzende Zombies aus dem Inneren der Festung auf sie zu gerannt. Doch es sollte noch schlimmer kommen, denn das Tor rührte sich plötzlich nicht mehr.
„Da kommen wir niemals durch.“ Sagte Claire entsetzt, als sie versuchte verzweifelt das Tor aufzudrücken. Marie versuchte ihr zu helfen. Hans hatte Claire Gewehr genommen und schoss auf die Zombies. Doch dadurch kamen immer mehr von ihnen.
„Keine Munition mehr.“ Fluchte Hans schließlich und zog seinen Spaten. „Ich halte sie auf!“ rief er noch und bevor Claire und Marie ihn aufhalten konnten, stürmte er auf die Zombies zu. Hans schaffte es zwei Zombies mit seinem Spaten den Schädel einzuschlagen, doch dann wurde er von einem dritten gepackt und in die Schulter gebissen. Als Claire seinen Schrei hörte, wollte sie ihm helfen, doch Marie hielt sie zurück.
„Du kannst nicht mehr für ihn tun.“ Sagte sie. Kaum hatte Marie diese Worte ausgesprochen, explodierte eine Granate vor den Zombies. Dann ertönten Schüsse und ein Untoter nach dem anderen fiel zu Boden. Als sich die Lage beruhigt hatte, sahen Claire und Marie mehrere Gestalten aus dem Gas kommen.
„Claire, Marie?“ hörten sie eine von ihnen sagen. Claire erkannte die Stimme.
„Bill!“ rief sie erleichtert und lief auf die Soldaten zu. Als sie näher kam, erkannte Claire, dass es sich bei den Männern um Scharfschützen handelte. Claire und Hagman umarmten sich erleichtert.
„Habt ihr Lauren gesehen?“ fragte Hagman unsicher.
„Sie hat es nicht geschafft.“ Sagte Claire mitfühlend. Hagman nickte bloß. Währenddessen war Thomas bei Hans, welcher an einer Wand lehnte.
„Sie sind ein tapferer Mann, Feldwebel.“ Sagte der Captain und zog seine Pistole. Hans nickte bloß müde. „Letzte Worte?“ fragte Thomas noch.
„Scheiß Krieg.“ Sagte Hans angestrengt. Dann schoss Thomas ihm in den Kopf. Dann wandte er sich den Anderen zu.
„Henry, Hagman, ihr gebt Deckung. Alle Anderen stemmen das Tor auf!“ befahl er. Fünf Mann und zwei Krankenschwestern schafften es schließlich gemeinsam das Eisentor soweit zu öffnen, dass sie sich hindurch zwängen konnten. Und das keine Sekunde zu früh, denn das Gefecht hatte weitere Zombies angelockt. Als letztes kam Hagman durch das Tor. Dann rannten die Überlebenden zum Haupttor, welches offenstand. Auf der anderen Seite wurden sie von einem schweren MG08 begrüßt. Zum Glück passten die Soldaten auf und eröffneten nicht sofort das Feuer.
„Wo sind die Anderen Wachsoldaten?“ fragte Thomas.
„Die versuchen das Fort zurück zu erobern, wir sollten hier draußen absichern.“ Antwortete ein Franzose. Zehn Mann bewachten die Festung von außen. Sechs weitere schienen es aus der Festung hinaus geschafft zu haben. Unter ihnen war auch der englische Private, der vor der Krankenstation herum geschlichen war. Auch einige Frauen und Kinder hatten es aus der Festung geschafft. Marie und Claire ließen sich erschöpft in einem der Schützenlöcher nieder.
„Glaubst du unseren Männern geht es gut?“ fragte Claire unsicher. Marie nickte.
„Peter und Robert können schon auf sich aufpassen. Und im Notfall ist ja noch Jack bei ihnen.“ Sagte sie. Dann brach plötzlich Unruhe aus. Als Claire und Marie in Richtung Fort Vaux schauten, sahen sie den Grund für den Tumult. Zwanzig Mann gingen in Richtung Fort Douamont. Es war der Bunte Haufen.
Claire und Marie rannten den Soldaten entgegen und umarmten ihre Männer. Dann erstattete Thomas an Krüger Bericht.
„Hier draußen sind also alle Überlebenden?“ fragte Krüger. Thomas nickte.
„Vielleicht sind noch welche in der Festung, aber das Risiko ist zu groß.“ Sagte er.
„Der Oberst ist dann auch noch in der Festung.“ Stellte Krüger fest. Wieder nickte Thomas.
„Sie haben jetzt den Oberbefehl, Major.“
„Wir warten bis zum Sonnenaufgang, dann machen wir uns auf nach Fort Tavannes.“ Entschied Krüger.
Rote Fahne
Die Nacht vor dem Fort war lang und mit wenig Schlaf. Krüger hatte gehofft, dass es weitere Überlebende aus der Festung schafften, doch er wurde enttäuscht. Als die Sonne aufging waren die Überlebenden des Fort Douamont auf etwas mehr als fünfzig geschrumpft.
Krüger führte die restlichen Überlebenden in Richtung Fort Tavannes. Diese Festung war während der deutschen Offensive unter Beschuss geraten und schwer beschädigt worden. Doch es bietet ausreichend Schutz gegen die Zombies.
Krüger glaubte nicht was er sah. Er hatte die Überlebenden Richtung Fort Tavannes geführt, doch als das Fort in Sichtweite war, musste er sich anstrengen um nicht zusammenzubrechen. Über Fort Tavannes wehte die rote Fahne.
Teil 7: