KreaturenMittelTheorie

Mimikry

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Schon mal vom Uncanny Valley gehört? Wenn du dich auf Seiten
wie dieser hier rumtreibst, dann wahrscheinlich schon. Falls nicht werde
ich hier nochmal kurz erklären was denn eigentlich als solches bezeichnet
wird.  

Versuchen Menschen künstliche, aber dennoch lebenstreue
Abbilder von ihnen selbst zu erschaffen, sei es als Zeichnung, Animation,
Modell oder auch als Roboter stehen sie vor einem unerwarteten Problem. Eigentlich
gilt hierbei die simple Regel: Je menschenähnlicher die Mimik der Imitation, desto
sympathischer finden wir sie und desto besser können wir uns auch mit ihr
identifizieren. Doch kurz vor dem Erreichen des vollkommen Identisch-seins
mit einem Menschen, beginnen uns die Nachahmungen, die wir erschaffen haben, auf einmal unsympathisch und
unheimlich zu werden. Ja, sie stoßen uns regelrecht ab. Dieses Phänomen wird als
Uncanny Valley bezeichnet. Verstärkt tritt dieser Effekt noch bei bewegten Bildern auf.

Doch warum gibt es dieses Angstgefühl vor Dingen die scheinbar
versuchen uns nachzuahmen? Es ist keine leicht zu erklärende Angst,
wie die Angst vor Feuer oder großen Höhen. Und es ist auch keine Phobie, kein Fehler
im Instinktesystem, unter dem nur eine Minderheit von Menschen leidet. Nein es
ist etwas Anderes.

Um seinen Ursprung zu ergründen müssen wir uns fragen, wie Instinkte
überhaupt entstehen. Simple Evolutionsbiologie: Durch Mutation entstehen kleine
Abweichungen, wie dass einige Exemplare einer Art zum Beispiel Angst vor Feuer haben.
Diese Individuen halten sich also von Feuer fern und überleben deshalb einen
Waldbrand, bei dem ihre das Feuer nicht fürchtende Gefährten sterben. Das bezeichnet man als sogenannte natürliche Selektion. So
können sich nur die Individuen mit einer Angst vor dem Feuer vermehren und ihre
Gene weitergeben. Unter diesen Genen befindet sich auch das Gen, das die Angst
vor den Flammen verursacht und so können auch ihre Nachfahren überleben, da auch diese das
Feuer meiden werden. Auf diese Weise entstehen unsere natürlichen Ängste und Instinkte.

Was aber sollte nun in den Urstunden der Menschheit dazu
geführt haben, dass nur Menschen mit einer Angst vor der beinahe perfekten
Nachahmung der menschlichen Mimik überlebten, und als Folge dieses Angst-gen an
uns weitergeben konnten.  Anders gefragt:
Was könnte all jene, ohne eine solche Furcht getötet haben?

Hier kommen wir nun zu einer anderen Form von ökologischem Mechanismus:
Dem Mimikry.

Die Nachahmung eines anderen Organismus zum eigenen Vorteil.
Angewendet von Tieren um sich vor Fressfeinden zu schützen(Korallenschlangen), um
sich zu tarnen (wandelndes Blatt) oder aber auch um unerkannt an Beute
heranzukommen.

Erneut ein ökologisches Prinzip: Wenn eine Tierart sehr
erfolgreich in ihrem Lebensraum ist, also sehr häufig vorkommt, oder aber sehr
weit verbreitet ist, dauert es nicht lange bis sich die ersten Raubtiere auf
die Jagd nach ihr spezialisieren.

Der Mensch ist beides. Extrem häufig und über den ganzen
Erdkreis verbreitet. Trotzdem gibt es kein Raubtier, das ihn wirklich als seine
Hauptbeute jagt. Manche Großkatzen- , Bären- und Hundearten töten und
fressen zwar manchmal Menschen, aber das ist eher die Ausnahme und meist handelt
es sich bei den Killern in diesen Fällen um ausgehungerte oder verletzte Tiere,
die mehr aus Verzweiflung als aus Jagdinstinkt handeln. Da ist also kein super Predator,
der den Menschen jagt, wie der Löwe das Zebra oder der Falke die Maus. Oder glauben
wir das etwa nur?

Was ist, wenn da doch einer ist? Die größte Stärke des
Menschen, die ihn anderen Tierspezies im Ökosystem Erde überlegen macht, ist
seine Intelligenz und die daraus resultierende Fähigkeit definiert miteinander zu
kommunizieren. Könnte es sein, dass sich einst ein Räuber, ein Predator
entwickelte, der diese Stärke der menschlichen Art umging, indem er sich bis
zum letzten Augenblick, bis direkt vor dem tödlichen, überraschenden Angriff
nicht zu erkennen gab und sich bis zu diesem Moment hin als harmloser Artgenosse tarnte? Diese Taktik hätte kein Schreien
des Opfers nach Hilfe und auch keine Warnungen an seine Artgenossen zur Folge gehabt. Nur ein
schneller stiller Tod und danach noch die Chance für den Räuber, innerhalb des
Menschen-Clans erneut Beute zu machen.

Doch vielleicht konnten diese Geißeln der frühen Menschheit
ihre Täuschung nicht perfektionieren. Zwar konnten diese Bestien unsere
vergleichsweise stumpfen Nasen mit falschem Geruch trügen und unser schlechtes
Gehör mit falscher Stimme, aber nicht unseren Verstand komplett hinters Licht
führen.

So erkannten einige unserer Vorfahren die kleinen
unstimmigen Details in den Gesichtern ihrer Jäger. Ein bisschen zu große Augen,
ein bisschen zu spitze Nasen, ein bisschen zu breite Münder so etwas in der Art. Die
Fähigkeit des Menschens, Gesichter zu erkennen, war und ist so perfekt ausgeprägt, dass
selbst diese Meister der Täuschung sie nicht trügen konnten. Nachdem die
Predatoren also, alle frühen Menschen getötet und gefressen hatten, die keine
Angst vor ihnen empfanden oder sie gar nicht erst von richtigen Menschen
unterscheiden konnten, fanden sie keine Beute mehr, da die überlebenden Menschen
nicht mehr von ihnen getäuscht werden konnten. Also taten unsere Jäger, dass
was eine Spezies eben tut, wenn ihre zentrale Nahrungsquelle versiegt. Sie
starben aus. Damit wäre der Fall erledigt und das hier nicht mehr, als nur eine
etwas unangenehmere Lektion in Biologie gewesen. Doch es gibt noch etwas anderes, das passiert sein könnte.

Die Raubtiere starben nicht etwa aus, nein sie entwickelten
sich weiter. Entwickelten sich weiter zu einer immer perfekteren Imitation
ihrer Hauptbeute: Des Menschen.

Alle älteren Kulturen, egal wie unterschiedlich sie sonst
auch sein mögen, erzählen von menschenähnlichen Monstern: Skin-Walkern,
Aswangen, Vampiren, Lamias, Dämonen, Wendigos etc. etc. . Wenn du beginnst zu
googlen wirst du dutzende, ja hunderte solcher Beispiele aus dem Folklore finden.
In ALLEN Kulturen. Zufall? Vielleicht.

Doch das Szenario
geht weiter. Die Menschen konnten den Räuber zwar nicht mehr erkennen, aber sie
wussten dennoch von der Gefahr, in der sie zu jeder Zeit schwebten. Schließlich
sahen sie die Spuren, die die Monster um sie herum hinterließen: Die grauenvoll
verstümmelten Leichen ihrer Opfer, die Schleifspuren eines Körpers, der des
Nachts aus seinem Zelt gezerrt worden war oder aber die blutigen Schlieren auf dem Boden die
bis zu den Häusern der Unholde führten.

Und als die Menschen später immer schlauer und mächtiger
wurden, sogar die Natur ihrem eigenen Willen unterwarfen, mussten auch ihre
Jäger immer noch besser werden. Sie wurden perfekt.

Gegen Ende der Renaissance endeten mit derjenigen auch die
Monsterlegenden weitestgehenst. Also die Leute hörten zumindest auf an diese
Monster zu glauben. Aber nicht, weil es die Monster etwa nicht mehr gegeben
hätte.

Nein, sondern weil es unmöglich geworden war ihre Existenz
festzustellen. Ein Predator, der sich so perfekt tarnt, dass er nicht einmal
mehr Spuren seiner Tötungen hinterlässt. So perfekt, dass nicht einmal das
Verschwinden des Opfers auffällt.

Denn es verschwindet gar nicht erst. Auch wenn die
ursprüngliche Person zwar tot ist und gefressen wurde, so lebt nun der Killer
in perfekter Nachahmung seines Opfers dessen Leben weiter. So kann die Bestie
das nächste Mal in dessen Familie töten. Und auch jetzt wird dieses Opfer nicht
vermisst werden. Das Monster wird Gründe für die Abwesenheit finden und bevor
der Rest der Familie noch groß die Gelegenheit bekommen wird, an der
Authentizität dieser Gründe zu zweifeln, wird auch sie bereits tot sein. Dann
erklärt der Predator nur noch Nachbarn und ferneren Bekannten, die ganze Familie
würde umziehen, am besten weit genug weg, dass sich niemand je die Mühe machen
würde, sie dort zu besuchen und verlässt mitsamt beweiskräftigem Umzugwagens
die Ortschaft oder Stadt für immer. Es werden keine Fragen gestellt. Niemals. Und
das ist nur ein Beispiel wie leicht es für diese Wesen ist, unbemerkt zu töten.
Es gibt noch viel mehr Wege für sie zu jagen. Wer vermisst denn schon wirklich
all die einsamen Menschen die es da draußen gibt, oder kümmert sich gar wenn
der Obdachlose vor dem Büro eines Tages nicht mehr da ist?

Anstatt also in der Sicherheit zu leben, in der sie sich immer
wiegen, sind die Menschen inzwischen nur noch eine Schafsherde, die vollkommen
ahnungslos und fröhlich neben einem Wolf lebt, der dasselbe Gewand trägt wie
sie. Ein Wolf, der sie nicht mal mehr wirklich jagen muss. Die Menschheit die
größte, beste, klügste Form des Lebens auf der ganzen Erde ist nichts anderes
mehr, als bloßes, dummes Schlachtvieh.

Wie viel davon stimmt, weißt du natürlich nicht. Wahrscheinlich
gar nichts. Vielleicht nur ein bisschen was. Aber auf keinen Fall alles. Nein,
der letzte Teil etwa, der kann ja gar nicht stimmen. Du kannst nicht in
ständiger Bedrohung durch die Menschen in deinem Umfeld sein. Nein, es kann
unmöglich sein, dass die Menschen die du liebst und denen du vertraust vielleicht
schon seit Jahren gar keine mehr sind. Sondern Bestien, die nur darauf warten
dich zu lynchen und deinen saftigen, fleischigen Körper zu verschlingen. Nicht
wahr? Das kann gar nicht sein.

Oder? 😉

PoP

Predator of Predators

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