
Tagebuch einer Toten
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Vorwort:
Hey, dies sind Tagebucheinträge die meine letzten Tage beschreiben. Mittlerweile bin ich tot und verfasse dieses Buch, in der Hoffnung, dass mich jemand versteht….
28.3.2007
Ich bin seit ein paar Tagen nun endlich 14 Jahre alt! Ich liebe es, nicht mehr als ‚kleines Mädchen‘ abgestempelt zu werden. In den letzten Tagen habe ich von meinen Eltern viel mehr Freiraum bekommen als vorher. Gefällt mir super. Ich darf abends mit Freunden weg so lange ich will und kann auch mal spontan irgendwo schlafen. Ich bin nicht mehr so oft zuhause, weil ich nun quasi tun und lassen kann, was ich will.
01.04.2007
Gestern habe ich mit meinen Freunden meinen Geburtstag nachgefeiert. Ich habe zum ersten mal Alkohol getrunken und war auch nach einigen Bieren schnell betrunken. Ich wusste nicht mehr was ich tat und nahm deshalb auch dankend eine Zigarette an als sie mir angeboten wurde. Insgesamt habe ich ca. eine halbe Schachtel Zigaretten geraucht und die andere halbe habe ich heute Morgen in meiner Handtasche wiedergefunden. Ich spüre schon morgens um 10 Uhr den Entzug und begebe mich nach draußen um eine zu rauchen.
Nun ja, ist ja weiter nicht schlimm, rauch ich nun eben.
06.04.2007
Heute ist wieder Samstag. Es ist nun eine Woche her, dass ich angefangen habe zu rauchen und das tue ich auch immer noch regelmäßig. Ich weiß mittlerweile wo ich meine Zigaretten herbekomme und wenn ich mal kein Geld habe schnorr ich mich eben durch. Heute geh ich wieder mit Freunden feiern. Meinen Eltern habe ich einfach gesagt: ‘Hey, ich bin jetzt mit Freunden bisschen feiern‘. Sie haben mich nicht gefragt wo ich schlafe oder mit wem ich unterwegs bin und darum war ich, ehrlich gesagt, auch recht froh, denn ich wusste selbst noch nicht wo ich hin wollte. Ich hab ein bisschen von meinem Taschengeld dazugegeben und die älteren sind den Alkohol kaufen gegangen. Dieser Abend endete auch im Absturz pur und ich hatte vor bei meinem Kumpel Tom zu schlafen, ich hatte ihn zwar erst vor 2 Stunden kennengelernt aber er meinte seine Eltern wären nicht da und es würde ihm nichts ausmachen wenn ich in seinem Bett schlafen würde und er auf der Couch. Als ich später bei ihm zuhause war, küsste er mich plötzlich. Ich wollte ihn eigentlich nicht küssen aber irgendwie hat es mir dann doch gefallen, womöglich weil ich total betrunken war. Weiter ist an diesem Abend aber nichts passiert.
07.04.2007
Ich bin von Tom aus zu mir nachhause gelaufen. Es fährt kein Bus über diese Strecke, aber es hat mich nicht gestört 5 km nachhause zu laufen. Es ging immer einen Waldweg entlang, parallel zur Hauptstraße. Ich rauchte unterwegs 2- 3 Zigaretten und als ich zuhause ankam und ich auf meine Mutter traf wollte ich so schnell wie möglich in mein Zimmer, denn ich war müde und ich hatte einfach keine Lust mit ihr zu sprechen. Sie hat in den letzten Tagen auch nicht einmal auf mein Handy angerufen und gefragt wie es mir geht. In meinem Zimmer angekommen warf ich mich sofort aufs Bett und schlief ein.
12.04.2007
Endlich ist es wieder Wochenende! Nach der Schule liefere ich meine Tasche zuhause ab und gehe direkt zu meinen Freunden. Ich gebe wieder etwas Geld dazu und habe wieder die volle Kontrolle verloren als ich betrunken war. Am nächsten Morgen wurde ich bei Lisa wach, lief nachhause und die Schule begann wieder.
01.08.2007
Im Moment bin ich jedes Wochenende bei meinen Freunden und rauche immer noch. Meine Eltern fragen immer noch nicht wo ich bin oder mit wem ich unterwegs bin, aber das ist mir eigentlich egal denn sie kümmern sich kaum noch um mich. Ich rede nur noch das Nötigste mit Ihnen. Mein Vater arbeitet den ganzen Tag und meine Mutter redet nur Mist, wenn sie dann mal mit mir redet und mir zuhört. Ich hätte gerne mehr Kontakt zu meiner Mutter, so wie früher, aber das ist kaum noch möglich denn sie versteht mich nicht mehr, egal was ich ihr erzähle. Was hat sich nur geändert?
15.10.2007
Ich hasse mein Leben mittlerweile. Meine Noten werden schlechter und es gibt nur noch Stress zuhause. Ich ertränke meinen Kummer nun jedes Wochenende in Alkohol und Zigaretten. Ich finde mich zu dick, obwohl ich eigentlich ganz normal bin. Ich beginne eine Diät zu machen, in der Hoffnung, dass meine Eltern es bemerken und etwas unternehmen.
24.10.2007
Meine Eltern haben nicht bemerkt, dass ich eine Diät gemacht habe. Ich habe echt gedacht, dass sie sich jetzt endlich mal um mich kümmern. Ich fange an mich zu ritzen, ich komme nicht mehr klar damit, nicht geliebt zu werden, immer das Gefühl zu haben unerwünscht zu sein. Zu diesem Zeitpunkt kommt es immer öfter vor das ich jemanden küsse obwohl ich ihn nicht liebe… naja scheint wohl ein Versuch zu sein, erneut Liebe zu spüren.
04.01.2008
Bis jetzt habe ich mich schon 24-mal geritzt. Niemand hat es gesehen und ich wiege auch nur noch 45 Kilogramm. Ich bin oft traurig und allein, ziehe mich in mein Zimmer zurück und bin das ganze Wochenende weg. Ich habe keine Lust mehr, meine Familie liebt mich eh nicht, und sonst zeigt mir niemand dass er mich sonderlich gerne hat. Immer wenn ich mit dem Zug über eine Brücke fahre, stelle ich mir vor wie wundervoll es wäre zu springen, der freie Fall und mit einem Schlag ist der ganze Mist vorbei!
31.03.2008
Die Wunden werden immer mehr. Das Gewicht wird weniger. Ich habe keine Lust mehr auf den ganzen Stress und beschließe alles zu beenden.
02.04.2008
Heute werde ich es beenden. Ich schreibe einen Abschiedsbrief an meinen besten Freund, denn nur er war für mich da, wann immer ich ihn gebraucht habe. Der Inhalt lautet wie folgt:
Hey Jan,
“! Es wird niemand außer dir kommen aber bitte sorg dafür dass ich einen Grabstein habe mit der Aufschrift: „Es tut mir leid, aber ihr wolltet es so!“ Ich hoffe du kannst mich verstehn. Danke <3
Ich stehe nun am Rand der Brücke, sehe hinunter und sehe die fahrenden Autos unter mir. Ich hole tief Luft… dann springe ich.
Ich liege nun dort, tot. Überfahren. Der Autofahrer ruft den Notarzt, doch es ist zu spät.
Als Geist beobachte ich nun in diesem Moment meine Beerdigung, Jan sitzt dort. Der Grabstein ist auch da. Niemand sonst. Ich weiß nicht, warum meine Eltern nicht gekommen sind, anscheinend habe ich allen wirklich so wenig bedeutet, wie ich es immer geglaubt habe….