
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
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Der volle, silberne Mond tauchte die Nacht in ein eisig kaltes Licht. Venato Crud gab seinem schwarzen Hengst erneut die Sporen und lehnte sich nach vorne. Sein Umhang aus grauem Wolfspelz flatterte elagant im Wind und das tückische Gesicht des Wolfes, welches sein Haupt krönte, ließ ihn bedrohlich aussehen. Die in der Dunkelheit hellweiß aufleuchtende Gestalt auf ihrem passenden Pferd, die er verfolgte, war noch lange außer Reichweite. Trotzdem lächelte Crud siegessicher, schließlich hatte er es geschafft, seinen Widersacher von den Bergen aus ins Thal zu treiben und in den dichten Wäldern würde er unmöglich weiterreiten können. Unweigerlich würde es zu einer Jagt zu Fuß, oder auf ein körperliches Kräftemessen hinauslaufen. Bei beidem wäre Crud im Vorteil und so weidete er sich an der Aussichtslosigkeit des fliehenden Entgifters.
Vom Rand des kaum noch vorhandenen Weges versuchte ein Untoter, ihn mit seinen fauligen Grapschhänden vom Rücken seines Reittieres zu reißen. Angewidert stieß Crud ihn mit dem Ellbogen beiseite und fluchte innerlich. Könnte er diese stumpfsinnigen Kreaturen noch kontrollieren, wäre diese Verfolgungsjagd schon längst vorrüber, aber so erwiesen sie sich noch als lästige Hindernisse.
Langsam wurden die Bäume größer, ihre Stämme dicker und der Abstand zwischen ihnen geringer. Das galt auch für den Abstand zwischen den beiden Reitern und schließlich wurde der Entgifter erst langsamer, hielt dann an und stieg von seinem Ross.
Crud tat es ihm gleich. Nur wenig Moondlicht gelangte jetzt noch durch die Baumkronen hierher und grausige Schatten umspielten das breite Grinsen, das jetzt sein schmahles Gesicht umspielte.
Einen Moment lang standen sich die beiden Männer gegenüber und sahen einander an. Der schlanke Krieger in seinem Dunklen Wolfspelz und der zitternde Entgifter, gänzlich gehüllt in sein strahlend weißes Gewand, dem man die Furcht selbst durch die kleinen Schlitze der glänzend schwarzen Schnabelmaske an den Augen ablesen konnte. Kurz löste sich Cruds Blick von seinem Feind und blieb stattdessen an dessen Pferd hängen. Dort, unter der Satteltasche ragte es hervor: Der Griff mit schwarzem Stoff umwickelt, die Scheide ebenfalls schwarz, wie die rasiermesserscharfe, biegsame Klinge in ihrem Inneren.
Blitzschnell griff der Entgifter in die Tiefen seines Gewandes und beförderte gleich zwei knocherne Wurfpfeile hintereinander in die Richtung seines Gegners. Unter dem ersten duckte sich Crud lässig hinweg, den zweiten fing er geschickt aus der Luft und warf in verächtlich auf den laubbedeckten Waldboden.
„Du weißt, dass es sinnlos ist, mir zu trotzen! Nun gib mir mein Katana bevor ich dich töte!“, fauchte er wütend.
Der Entgifter blieb weiterhin stumm und schritt nun langsam auf sein Pferd zu und streckte seinen Arm aus. Schon sah Crud sich und sein Schwert wieder vereint, sah sich dabei, mit seiner Aufgabe fortzufahren, da trieb sein Feind dem Pferd mit voller Wucht die Faust in die Seite. „NEIN!“, schrie Crud als das Pferd panisch wiehernd und blindlings zwischen den Bäumen in der Dunkelheit verschwand.
In rasender Wut packte er den Entgifter und warf ihn in hohem Bogen gegen den dicken Stamm einer Eiche, an deren Fuß er bewusstlos liegen blieb. Gerade schritt Crud auf ihn zu, um ihn zu töten, da linderte ein letzter Rest klaren Verstandes seine blinde Wut. Dieser Mann konnte ihm noch nützlich sein.
Als die ersten Untoten die Lichtung betraten, um frisches Fleisch zu reißen, hatte Crud den Entgifter schon längst hinten an den Sattel seines Hengstes gebunden und sich davon gemacht.
Therdrer 21:45, 8. Jul. 2016 (UTC)