
AS-1924: Der Termin
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
„Guten Tag, ich sollte hier heute um 9 Uhr erscheinen. Mein Name ist Liebknecht. Eduard.“
„Eduard Liebknecht? Moment bitte, ich schaue wo Sie vorgemerkt sind.“
„Danke.“
„Naaaa….wo haben wirs denn…. Liebknecht….Liebknecht…. ah…ja genau. Gehen Sie einfach durch die Halle, die Treppe hinauf, geradeaus in den Gang, Zimmer A212. Kriminalkommissar Heinrich Rätz erwartet Sie dann.“
„Einfach anklopfen, oder werde ich aufgerufen?“
„Klopfen Sie einfach an.“
„Dankeschön.“
„Gern.“
“
“’*Klopf* *Klopf*“‘
„Ja bitte?“
“
„Eduard Liebknecht, Herr Kriminalkommissar.“
„Ah, Herr Liebknecht, kommen Sie doch herein. Nehmen Sie Platz. Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?`“
„Etwas Wasser wäre nett.“
„Ja, die Hitze ist brutal. Seit Tagen schon.“
„Sie sagen es.“
„Hier bitte.“
„Dankesehr.“
„Nun, Herr Liebknecht, wie Sie ja der Vorladung entnehmen konnten, muss ich Ihnen einige Fragen stellen bezüglich einer…nun… wie soll ich sagen….unangenehmen Thematik. Hier, schauen Sie sich doch einmal dieses Foto an, erkennen Sie den Mann darauf wieder?“
„Ja, sicher. Das ist doch der Fritz. Er beliefert unser Haus seit längerer Zeit schon.“
„Womit genau?“
„Fleisch und Wurstwaren. An uns und zwei… Ja, es sind wohl zwei weitere Gasthäuser. Tadellose Qualität. Da kann man nichts sagen. Ist ihm irgendetwas passiert? Ich habe ihn schon seit einigen Tagen nicht mehr gesehen.“
„Er sitzt derzeit in Haft.“
„Der Fritz? Das kann ich mir kaum vorstellen. Er ist doch so ein netter.“
„Seit wann beliefert er Sie denn?“
„Ins Gasthaus „Calenberg“ seit etwa einem dreiviertel Jahr. Zuerst nur einige Dosen Wurstwaren pro Woche, doch dann mehr. Er sagte damals, er ist dabei, sein Geschäft aufzumachen. Und derzeit hat es doch niemand wirklich leicht. Ich finde es sehr ehrenwert, wie hart er arbeitet.“
„Hat er eine eigene Schlachterei?“
„Er sagte zwar, er schlachtet ab und an selber, doch meistens bezieht er sein Fleisch von Landwirten aus der Region.“
„Und er verarbeitet das dann in seinem Geschäft“
„Ich muss ehrlich sagen, ich habe ihn in seiner Produktionsstätte nie aufgesucht, Herr Kriminalkommissar.“
„Nennen Sie mich einfach Rätz.“
„Danke.“
„Also er beliefert Sie direkt aus eigener Herstellung?“
„Ja, sagte ich doch.“
„Ist das ein übliches Vorgehen?“
„Ja…Nein…Ich….warum fragen Sie das?“
„Wenn ich ein Gasthaus und ein…Sie haben auch ein Hotel nebenbei, oder?“
„Ja genau. Wir sind überregional beliebt.“
„Das freut mich, Herr Liebknecht. Wenn ich ein gutes Hotel führe, dann schaue ich doch schon, woher ich meine Waren beziehe, oder?“
„Naja. Das Brot backen wir selber, das Mehl dafür kriegen wir geliefert aus der Mühle Neudorf. Obst und Gemüse beziehen wir direkt aus der Markthalle und das meiste an Fleisch und Fisch auch. Wir haben einige Seperatverträge mit Jägern und anderen Herstellern regionaler Spezialitäten. Wir achten auf Qualität und sind bekannt für eine vorzügliche Küche. Natürlich sind wir nicht in jedem Schlachthof, oder in jedem Obstbetrieb oder jeder Mosterei vor Ort. Wir vertrauen in den Leumund der Lieferanten und ihre Qualität. Und Fritz hat uns einfach mit der Qualität seiner Wurstwaren überzeugt.“
„Wie sind Sie denn miteinander ins Geschäft gekommen?“
„Hier in der Stadt kennt man sich schon untereinander und ich wusste, dass er ein Geschäft aufbauen möchte. Ich kenne seinen Vater und seine Brüder. Untadelige Leute. Er kam eines Tages mit einer Auswahl an Produkten in mein Gasthaus und hat sie mir vorgeführt und ich war wirklich überzeugt davon. In meiner Küche arbeiten Topkräfte und ich kann ein gutes Produkt von einem schlechten unterscheiden.“
„Wie kann ich mir das denn vorstellen?“
„Mittwochs backen wir traditionell. Unser Roggenbrot ist kräftig und herzhaft. Ich esse es selbst sehr gerne. An einem dieser Backtage kam er in den Gastraum und fragte, ob er uns einige Produkte vorstellen kann. Ich hatte gerade etwas Zeit und ich finde immer, man sollte offen sein für Neues. Wer weiß, wohin es einen führen kann. Ich holte also unseren Koch, Brot und dann haben wir uns gemeinsam an den Tisch gesetzt, seine Produkte verkostet und er hat einiges dazu erzählt.“
„Sie haben sie verkostet?“
„Ja, sage ich doch.“
„Und was hat er ihnen dazu erzählt?“
„Was er für Gewürze dazu nimmt, dass er das Fleischbrät mit Eis kühlt. Und dass er zur Leberwurst frische Äpfel mit in den Kutter gibt, das macht die Wurst besonders sämig und aromatisch.“
„Und er hat mitgegessen?“
„Ja. Warum fragen Sie mich das denn alles? Hat er die Wurstwaren gestohlen?“
„Nein, ganz sicher nicht. Kam Ihnen irgendetwas seltsam vor?“
„Nein. Die Wurst schmeckte wirklich gut. Sie war gut verarbeitet und auch hygienisch in Dosen verpackt. Unsere Gäste essen sie gerne und kommen teilweise von weit her. Man kann beinahe sagen, dass sie uns noch ein kleines Stück mehr besonders macht.“
„Sie sagen es, Herr Liebknecht. Kommen Sie, ich möchte Ihnen etwas zeigen.“
„Aha. Wohin gehen wir denn? Soll ich meine Tasche hierlassen?“
„Nein, ich denke, sie werden danach direkt gehen wollen.“
„Also nun fühle ich mich doch etwas merkwürdig.“
„Kommen Sie, wir müssen in den Keller.“
„Den Keller? Warum das denn?“
„Dort sind die Zellen.“
„Die… oh, wir besuchen den Fritz.“
„Hier entlang bitte. Ich gehe vor.“
„Danke. Herr Rätz?“
„Hm?“
„Bitte sagen Sie es mir, was ist los?“
„Sie werden es gleich sehen. Hier entlang. Hier sind die Zellen der Untersuchungshäftlinge.“
„Aha.“
„Die Tür dort vorne…nein…auf der Rechten. Ja genau. Schauen Sie mal durch den Spion in die Zelle.“
„Jawohl… dort…oh mein Gott… Was ist …. “’Was ist denn DAS???““‘
„Das ist die Haftzelle ihres Fleischlieferanten.“
„Das sehe ich, Mann. Warum liegen dort denn Knochen und warum hängen und stehen dort… Oh Gott….Warum sind dort überall Totenköpfe mit leuchtenden Augen?“
„Sie sollen ihm helfen, sich zu erinnern.“
„Sich zu erinnern?? Bei allen Göttern, sehen Sie denn nicht, wie zusammengekauert er dort in der Ecke sitzt und zittert? Der Mann hat Angst.“
„Das soll er auch.“
„Herr Rätz, ich bitte Sie. Das kann doch kein legales Vorgehen sein.“
„Bitte, Herr Liebknecht. Sie sind aufgebracht. Lassen Sie uns dort vorne ins Wachenzimmer gehen. Ich muss Ihnen etwas erklären.“
„Das glaube ich aber auch.“
„Die Tür ist offen, bitte nach Ihnen.“
„Es ist niemand hier.“
„Bitte setzen Sie sich, Herr Liebknecht.“
„Ich bin sehr aufgewühlt, das muss ich ihnen sagen.“
„Sie hätten ihren Wurstlieferanten wirklich vorher genauer überprüfen müssen.“
„Warum? Was hat er getan?“
„Er hatte einen falschen Detektivausweis.“
„Aber das ist doch kein Verbrechen. Na gut, doch, aber das rechtfertigt doch nicht so eine grausame Haft.“
„Herr Liebknecht. Mit diesem Detektivausweis ist er gerne in den Bahnhof gegangen und hat Herumtreiber, Heimkinder und Waisenkinder angesprochen. Alles Jungs.“
„Oh mein Gott.“
„Er hat sie mit zu sich nach Hause genommen und Unzucht an ihnen vorgenommen.“
„Meine Güte.“
„Und dann….“
„Sprechen Sie!“
„…Dann hat er sie tot gebissen.“
„Er hat WAS???“
„Er hat sie tot gebissen. Er hielt ihnen den Mund zu und beugte ihren Kopf nach hinten und dann biss er ihnen in die Kehle, Herr Liebknecht.“
„Hören Sie auf!!!“
„Er biss mindestens 24 junge Männer tot.“
„Das kann nicht sein. Nur ein Monster könnte sowas tun.“
„Er hat es aber getan.“
„Aber was habe ich damit zu tun?“
„Herr Liebknecht…. er hat die toten jungen Männer zerstückelt und ihnen das Fleisch von den Knochen gekocht.“
„Mir wird schlecht.“
„Und er warf ihre Knochen in den Fluss.“
„Dieses Monster.“
„Das Fleisch verarbeitete er zu Wurst, Her Liebknecht.“
„Zu…. Oh Gott.“
„Er hat ihnen seit Monaten Menschenfleisch verkauft. Ihre Gäste haben es gegessen. Ihr Koch hat es gegessen. Ihre Frau und ihre Kinder haben es gegessen. Sie haben es gegessen.“
„Nein….oh nein….bitte…“
„Fritz Haarmann ist wohl eines der perversesten Monster, dass die Welt je hervorgebracht hat.“
„Ich….ich…bitte, nein…“
„Monatelang haben sie blind blind einem Massenmörder und Kannibalen vertraut und sich und ihren Gästen Menschenfleisch von ihm liefern lassen.“
„Bitte…hören Sie auf…Ich bitte Sie!“
„Sie sehen so blass aus, Herr Liebknecht. Ich hole Ihnen noch ein Glas Wasser. Wenn Sie sich etwas besser fühlen, dann gehen wir nach oben. Ich habe wohl doch noch einige Fragen an Sie.“