ExperimenteKurzMordPlottwitst

Immer der Reihe nach

Zu aller erst ein guter Rat für euch alle. Nehmt keine Abkürzungen über irgendwelche schäbig aussende Seitenstraßen. Das geht selten gut aus. Überfälle, Vergewaltigungen oder Entführungen. Mir ist letzteres zugestoßen. Ungeahnt lief ich abends die Abkürzung über diese dunkle Seitengasse. Ich spürte nur wie mich jemand kräftiges packte und dann einen Schlag auf dem Kopf.

Jetzt bin ich hier. Sitze auf der gammligen Matratze in einer noch gammligeren Zelle wie alle anderen “Versuchsobjekte” , so nannten uns zumindest diese Schweine. Vor den Zellen standen den ganzen Tag Wachen, die sich nach etwa acht Stunden ablösten. Gut organisiert waren sie, dass musste man ihnen lassen. Schlecht für uns Gefangene. Wir waren für einen Versuch da. Mehr wussten wir nicht. Man hätte uns ja auch nett auf der Straße ansprechen können, ob wir an einer Forschung oder ähnlichem teilnehmen wollten, aber nein, man muss die Menschen ja gleich entführen. Deshalb befürchtete ich schlimmes. Ich wartete angespannt, wackelte mit den Beinen, oder lief die Zelle auf und ab. Nachts konnte ich nicht schlafen, da ich verzweifelte Schreie, oder das Weinen der anderen Gefangen hörte.

Dann am dritten Tag, öffnete sich plötzlich meine Zelle. “Alle Versuchsobjekte vortreten!”, rief eine strenge Stimme, der man sich nicht widersetzten wollte. Langsam schritt ich aus meiner Zelle und sah, dass mir es die anderen Gefangenen gleich taten. Ich sah sie alle das erste Mal, bisher hatte ich sie immer nur gehört. Es waren mit mir zehn Männer. Wir standen nun in dem großen runden Raum, rundherum waren die zehn Zellen platziert. Es war genau so wie diese Menschen es haben wollten. Sie hatten zehn Zellen und sie hatten es geschafft zehn Menschen für was auch immer zu entführen. Was das ist sollten wir nun erfahren.

“Stellt euch in einer Reihe auf!”, sagte der Wächter der genauso streng aussah, wie seine Stimme sich anhörte. Es dauerte einen Moment bis der Befehl ausgeführt wurde. Ein paar der Männer sahen gesundheitlich angeschlagen aus. Doch diese Menschen hatten kein Mitleid. “Los jetzt!”, brüllte der Wächter und prügelte mit einem Schlagstock, auf den langsamsten von ihnen ein. Dieser wimmerter nur und schlurfte in die Reihe.

Wir standen nun ordentlich in einer Reihe. Ich stand ganz am Ende der Reihe. “Gut. Nun wird der Versuch durchgeführt werden. Jeder von euch bekommt nun eine Waffe. Die Aufgabe die ihr zu bewältigen habt, ist ganz simpel. Ihr habt zehn Sekunden Zeit zu überlegen ob ihr auf mich schießen wollt. Schießt ihr nicht, schieße ich auf euch. Ganz einfach.” Es kamen Unruhe in der Reihe auf. Ein paar weinten, andere wollten es nicht glauben. Der Wächter verteilte an jedem von uns eine Pistole. Der Mann links neben mir konnte sie kaum greifen, so sehr zitterte er.

Der Wächter ging ganz ans andere Ende der Reihe. Ich war also der letzte. “Es geht los! Die Zeit läuft.” Die zehn Sekunden gingen um, ich hörte keinen Schuss. Dann drückte der Wächter ab. Der erste fiel leblos auf dem Boden. Ich schluckte. Mir wurde ganz heiß. Sie taten das gerade wirklich. Diese verdammten Bastarde brachten Menschen um. Der zweite war an der Reihe. Innerhalb der zehn Sekunden kam kein Schuss. Auch er wurde von dem Wächter umgebracht. So ging dieser Alptraum weiter. Keiner der Gefangen konnte innerhalb der Zeit einen Schuss abfeuern. Alle bekamen eine Kugel in den Kopf. Dann war der Mann neben mir an der Reihe. Ich roch Urin. Der Arme hatte sich eingepisst vor Angst. Auch er wurde vor meinen Augen umgebracht. Nun war ich an der Reihe. der Wächter grinste mich provozierend an. Ich bekam einen richtigen Adrenalinschub und richtete meine Pistole auf den Wächter und drückte ab. Nichts geschah. Das Magazin war leer. Der Wächter lachte nun laut und richtete nun seine Waffe, die er gerade nachgeladen hatte, auf mich.

Diese verdammten Schweine.

 

 

 

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