
ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT
Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.
Der kalte Wind fegte durch die düsteren, kalten Straßen. Es schien wie Verlassen in dem stillen Dorf. Nur einen schwarzer Kater, der zwischen den Mülltonnen nach etwas Fressbaren suchte, hörte man ab und zu miauen. Ein Auto bog um die Ecke und bremste an einem alten, verlassenen, kaputten Häuschen. Eine alte Frau stieg aus der Hintertür und trat an das Tor des alten Hauses. Das Auto fuhr laut stark davon. Die Alte blickte sich nach Links und Rechts um und betrat dann das Gebäude. Die Tür fiel knarrend hinter ihr zu.
Ich, das unscheinbare Mädchen von Nebenan, mit den zerrissenen Klamotten, was jeden Tag ums nackte Überleben kämpfen musste, damit meine ich natürlich, das Klauen von etwas Essbaren und hin und wieder Kleider von Wäscheleinen, wollte dieser alten geheimnisvollen Frau folgen. Es musste doch einen Grund geben, wieso sie jedesmal sich hektisch umsah, Angst entdeckt zu werden hatte, wenn sie dieses kaputte Haus betrat. Ich überquerte die Straße, als plötzlich der schwarze Kater meinen Weg kreuzte. Ich blieb wie angewurzelt stehen. Der Kater starrte mir mit seinen leuchtenden grünen Augen dabei direkt in meine. Mir lief es kalt den Rücken runter. Ich glaubte nicht an schwarze Katzen Flüche und Sprüche, aber dieser Anblick und diese Situation, ließen es mich kurz glauben und fühlen. Mein Gott, Evelyn reiß dich zusammen, ging es mir immer wieder durch den Kopf. Ich setzte meinen Weg zum unheimlichen, düsteren Hauseingang fort.
Als ich vor dem Haus ankam, las ich die Hausnummer und das Namensschild, was etwas schief herab hing. Nr.6 Fam. Garay. Ich kannte keinen in der Nachbarschaft, der mit Nachnamen Garay hieß. Ich nahm all meinen Mut zusammen und drückte die Türklinke, tief einatmend, runter und betrat das dunkle Haus. Verdammt Evelyn, was machst du hier eigentlich, ging es mir wieder durch meinen schon schweißnass gewordenen Kopf vor Aufregung. Ich setzte einen Fuß vor den anderen und schaute mich jede Sekunde nach Links und Rechts um. Meine Angst entdeckt zu werden von dieser alten, schrecklich aussehenden Frau war einfach zu groß. Ich merkte wie ich automatisch anfing falsch zu atmen und Herzstolpern zu bekommen. Ich kannte diese Reaktion meines Körpers nicht. Es war eine neue Situation, mit der ich jetzt noch klar kommen musste.
Ein lautes Knarren lies mich wieder erstarren, ich hörte auf der Stelle auf zu atmen. Ich spürte meine Halsschlagader pochen. Ich drehte meinen Kopf langsam in die Richtung des Geräusches. Die Alte starrte mir direkt in meine Augen. Sie streckte ihre Hand mir entgegen, als wäre es das normalste der Welt, dass sich jemand ins Haus begibt um sie zu ‚besuchen‘. Komm her, mein Kind sagte sie mit heiserer Stimme. Ich ging paar Schritte zurück, meine Angst übermannte mich daraufhin und ich rannte so schnell es ging aus dem Gebäude hinaus. Ein lautes Lachen durchbrach die leise, schlafende Nachbarschaft.
Die Alte folgte mir langsam, unter ihrem Rock zog sie einen großen Marshmallow Hasen hervor. Aus ihren zerzausten Haaren holte sie eine Nähnadel hervor. Sie blieb mitten auf der Straße stehen. Sie blickte mir nach. Ich drehte mich um und fiel plötzlich. Alles wurde schwarz vor mir.
Als ich aufwachte, lag ich in meinem weichen Bett, eingekuschelt in meine warme Bettdecke. Was ein dummer und schrecklicher Traum, dachte ich mir und stand auf, um mich fertig zu machen. Die Uhr zeigte 8:00 Uhr morgens. Ich sah auf mein Handy. Es war schon wieder Samstag. Ich tippelte die Treppe hinunter in die Küche und sah meine Mutter ihren Kaffee trinken. Guten Morgen ging es über meine Lippen. Ich setzte mich auf meinen Stuhl an den Frühstückstisch und wartete darauf, dass meine Mutter den restlichen Tisch zu decken. Meine Mutter setzte sich zu mir an den Tisch und sah mich an.
Ich fing an zu Essen und sah nach einiger Zeit hoch zu meiner Mutter. Sie starrte mich an. ‚Jemand hat dir ein Geschenk vor die Tür gelegt‚ sagte sie trocken. Das Verhältnis zwischen meiner Mutter und mir war nie das Beste. Ich stand auf und ging zur Eingangstür und machte diese auf und schaute auf die Fußmatte. Ein Päckchen der Größe eines Hockers stand vor der Tür. Ich nahm es langsam hoch und trug es hinein. An dem Päckchen war ein Schild dran. Es waren die Buchstaben RGAYA zu lesen. Ich schmunzelte darüber, was RGAYA zu bedeuten hatte und plötzlich wurde mir schlecht und ich merkte, wie Schweiß sich auf meiner Stirn bildete. Ich riss das Päckchen auf und erstarrte beim Anblick. Ein weisser Marshmallow Hase, dessen Augen aus roten Smarties bestand und die Nase aus braunen, blickte mich direkt an. Ich setzte mich auf den Boden und sah nochmal die Buchstaben an. RGAYA wie GARAY. Ich schmiss den Hasen aus Reflex nach draußen auf die Steinplatten vor meiner Eingangstür.
Ich glaubte wieder zu Träumen. Das konnte doch auch nur ein Traum sein oder nicht? Ich machte die Tür blitzschnell zu und atmete tief ein und aus. Morgen ist das Schulfest und ich habe nicht mal Sachen rausgelegt, sagte ich zu mir in Gedanken. Ich ging auf mein Zimmer und vergaß dabei komplett das Frühstück. Ich packte in Windeseile meine Sachen für den morgigen Tag.
Der Tag verging schnell und ich unterlag meiner Müdigkeit. Als mein Wecker mich am Morgen laut klingelnd aus meinen süßen Träumen riss, war ich direkt hellwach und machte mich sofort fertig für das Schulfest. 2.Stunden später, saß ich auf dem Schulhof und teilte mir mit meiner besten Freundin eine Zigarette. Ich hatte ihr nichts von meinem Traum und dem Vorfall am gestrigen Morgen erzählt. Ich konnte aber an nichts anderes mehr denken. Als es klingelte, versammelten sich alle Klassen der 8-10 Klasse in der großen Aula. Es waren viele Tische mit Essen gedeckt und auf einem waren weiße Marshmallow Hasen. Mir wurde bei diesem Anblick ganz schwindelig und ich merkte ein Stechen in meiner linken Brust. Evelyn dreh jetzt nicht ab! Das sind nur weiße Marshmallow Hasen, ging es mir immer wieder durch den Kopf.
Das Stechen in meiner linken Brust wurde immer stärker. Ich musste mich setzen. Es kam mir so vor, als würden die weißen Häschen sich zu mir umdrehen und sich über meinen Anblick erfreuen. Kurz darauf stürmten die Kinder an die Esstische und griffen zu. Die Kinder, die zu den Marshmallow Hasen rannten, griffen diese an den Ohren oder Hals. Ich hatte das Gefühl, meine Luft würde mir abgedrückt und meine Ohren brannten fürchterlich. Mir schossen Tränen in die Augen vor Schmerz. Manche Kinder nahmen Gabeln und stießen diese in die Seiten des Häschens. Mir zog es durch die Seiten und ich musste kurz aufschreien. Die Musik übertönte mein Geschrei. Meine beste Freundin kam mit einem Marshmallow Hasen zu mir und biss ihm vor mir den Kopf ab. In diesem Moment hielt ich meinen Hals und musste schrecklich husten. Sekunden später spuckte ich Blut und sackte zu Boden.
Diese Schmerzen waren kaum auszuhalten, der Geschmack von Eisen in meinem Mund, das warme Blut, was mir über meine Lippen floss. Diese Qualen, diese bitterlichen Qualen. Ich sah vor mir die Alte, wie sie auf der Strasse stand, mit dem weißen Marshmallow Hasen in der Hand und in der anderen die Nähnadel. Was war das bloß alles, wieso überhaupt ein weißer Marshmallow Hase. Wieso keine Puppe? Vielleicht weil man den Hasen essen konnte? Auf die Antwort werde ich wohl nie kommen, denn ich merke wie meine Kräfte schwanden und ich müde wurde und einfach nur noch schlafen wollte.
Die Alte Frau schlug die Zeitung zu und nahm einen großen Bissen vom Marshmallow Hasen. Ein breites Grinsen breitete sich über ihr Gesicht aus und eine große Nähnadel durchbohrte den Kopf des Hasen…