CreepypastaDämonenEigenartigesGeisterKreaturenLangNSFWNSFWPsychologischer HorrorTiereTodTraum

Die Mine von Blackwood Rock, Teil2 Alex Geständnis

DDAlesA

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Ich begann den Rückweg anzutreten und war von Glück und Trauer gleichermaßen erfüllt. Trauer darüber, dass meine Freunde tot waren, und Glück, dass ich die Mine fast unverletzt bis auf die Bisswunde des Dämon, der sich als Wolf getarnt hatte, entkommen konnte. Mein Bein schmerzte sehr und ich musste gelegentlich eine Pause einlegen. Ich musste mich setzen und lehnte mich an einen moosbewachsenen Baum. Immer noch versuchte ich das Geschehene vor meinem inneren Auge zu verarbeiten, und ich brach einen Weinkrampf aus.

Meine Scham darüber, dass ich meine beiden Freunde in der Mine ihrem Schicksal überlassen hatte, überwältigte mich so sehr, dass mein Glücksgefühl gänzlich verschwand. Mein eigener Stolz und Egoismus standen mir in der Mine wieder einmal selbst im Wege, so wie es schon so öfter der Fall gewesen war.

Warum?“, schluchzte ich. „Warum kann ich nicht einmal meinen Stolz und Egoismus ablegen? Bin ich wirklich so ein Arsch?“, flüsterte ich.

Es half alles nichts. Ich musste weiter, und so rappelte ich mich wieder auf und fand in einem Gestrüpp neben dem Baum, an dem ich saß, einen dickeren Ast, der mir als Gehhilfe diente.

Die frische Luft hatte meine Kopfschmerzen verschwinden lassen. Doch mein Kopf war nun leer und fühlte sich wie in Watte gepackt an. Die Bisswunde an meinem Bein blutete wieder und das Blut lief mir in meinen Schuh. Aber ich schenkte dem Bluten keine große Beachtung.

Ich musste nach Hause. Dort kann ich mich dann um die Verletzung kümmern!“, sagte ich zu mir selbst. „Aber zuhause bedeutete auch, ich muss gestehen, was wir getan haben, und dass Benjamin und Rene tot sind“, meldete sich die Stimme in meinem Kopf. Ich wusste nicht, wie ich das Ganze zuhause und den Eltern von Benjamin und Rene erklären sollte. Aber eines wusste ich. Es würde jede Menge Ärger geben.

Ich erreichte den Waldfriedhof. Flüsternde Stimmen waren wieder zu hören. Ich schaute mich um und versuchte herauszufinden, woher das Flüstern kam. Ich sah wieder niemand. Gerade als ich weitergehen wollte. Hörte ich ein Knacken und ich erschrak. Samuel der Friedhofswärter stand plötzlich vor mir. Er hatte die Aufgabe, den alten Waldfriedhof zu bewachen und einigermaßen in Ordnung zu halten. Sein Blick wirkte leer und müde.

Ich weiß, was Ihr getan habt!“, sagte er mit ernster Stimme zu mir. „Ihr habt die verlassene Mine betreten und euer Schicksal damit besiegelt.“ Ich schaute ihn irritiert an und wusste im ersten Moment nicht, was ich sagen sollte. Mein Herz begann zu rasen. „Woher wissen Sie das?“, fragte ich ihn. „Die Stimmen auf dem Friedhof haben es mir gesagt!“, antwortet er mit ernstem Gesichtsausdruck. „Sie sprechen von nichts Anderem.“ „Ihr wurdet beobachtet, als Ihr den Berg hinaufgegangen seid und die Bretter am Mineneingang entfernt habt!“

Ich bekam eine Gänsehaut. „Ich höre hier keine Stimmen!“, sagte ich zu ihm. Mir war bewusst, dass es eine Lüge war, die ich gegenüber ihm aussprach. Doch er wusste direkt, dass ich nur die halbe Wahrheit sagte. „Warum hast du dich dann eben suchend umgeblickt, als die Flüsterstimmen auf dem Friedhof zu hören waren?“, fragte er mich nun eindringlich. „Ich ähhh…“, begann ich zu sprechen, und Samuel unterbrach mich. „Ihr wolltet ein Abenteuer erleben.“ „Doch nur einer von drei ist zurück gekehrt.“ Ich entschloss mich, das Gespräch ohne ein weiteres Wort von mir zu beenden. Kurze gesagt, ich humpelte an ihm vorbei.

Als ich den Abstand zwischen mir und ihm vergrößert hatte, hörte ich, dass er mir nachrief. „Es gibt noch Hoffnung!“ „Nichts ist wie es scheint.“ Ich drehte mich zu ihm um und sah ihn an. Sein trauriger Blick fixierte dabei meine Augen. Wieder bekam ich eine Gänsehaut und ich humpelte weiter den Berg hinunter.

Die Stadt Blackwood Rock lag still vor mir, als ich endlich den Wald hinter mir ließ. Ich schaute auf die Uhr des Kirchturms und sah, dass es mittlerweile 9 Uhr 30 war.

Alles in allem hatte ich 2,5 Stunden für den Rückweg gebraucht. Als ich endlich zuhause ankam, waren es 10 Uhr. Ich warf den Stock, der mir als Gehilfe gedient hatte, in das Gebüsch vor der Veranda unseres Hauses und hüpfte die Treppe hinauf. Meine Eltern waren am Morgen zu einem Sonntagsausflug aufgebrochen und kamen erst am späten Abend zurück. Ich schloss die Tür auf und betrat unser Haus. Die Stille, die ich vernahm, war befriedigend und eine Wohltat für meine Ohren. Ich humpelte ins Bad. Dort angekommen öffnete ich den Allibert-Spiegel und suchte darin nach Schmerztabletten, Jod und der Wundsalbe. Aus dem Verbandskasten nahm ich eine sterile Wundkompresse, eine Rolle Verband und Pflaster. Mein Bein pochte und schmerzte mittlerweile sehr.

Ich zog mich bis auf seine Unterhose aus und setze mich auf den Rand der Wanne, stellte das Wasser an, nahm den Duschkopf und ließ sachte warmes Wasser über das Shirt, das die Wunde bedeckte, laufen. Das Shirt musste erst etwas einweichen, so dass ich es besser von der Wunde lösen konnte. Nach ein paar Minuten öffnete ich den Knoten und zog das Shirt von der Wunde und spülte diese ab.

Die Bisswunde war zum Glück nicht sehr tief, aber es begann sich bereits durch die Anstrengung des Laufens eine Rötung bemerkbar zu machen, die in eine Infektion übergehen würde, wenn ich mich nicht schonte.

Ich reinigte die Verletzung, so gut es ging, und duschte mich. Als ich fertig war, trocknete ich mich ab und begann mit dem Jod, die Bisswunde abzutupfen. Ich trug die Wundsalbe auf und verband meine Wunde anschließend.

Erst jetzt bemerkte ich, dass es Stunden her war, dass ich das letzte Mal etwas gegessen und getrunken hatte. Ich humpelte in die Küche und schmierte mir ein Sandwich und goss mir ein Glas Orangensaft ein. Als ich mit dem Essen fertig war, nahm ich 2 Schmerztabletten und schluckte sie mit dem restlichen Saft hinunter. Meine Müdigkeit übermannte mich und ich ging in mein Bett.

Ich schlief den ganzen Sonntag durch. Meine Träume waren verworren und das Erlebte spiegelte sich in ihnen wieder. Ich sah Ben und Rene, die nun fast abgenagt bis auf die Knochen und in einer Pfütze aus ihrem eigenen Blut am Mineneingang standen. Beide riefen meinen Namen.

Alex!“ Komm zu uns, Alex! „Helf uns, von hier zu entkommen.“ „Das Böse ist so unfassbar grausam“, sagte Benjamin und hielt dabei einen Teil seiner Innereien fest, die ihm aus der linken Flanke hingen. Blut tropfte aus seinen Gedärmen.

Ja Alex!“ Es frisst uns auf. Schau dir an, wie wir ausschauen. Du hast uns das Bösen zum Fraß vorgeworfen. Hilf uns, von hier zu entkommen. „Es ist deine Pflicht, uns zu erlösen!“, sprach Rene, dessen abgetrennten Kopf mit dem weit aufgerissenen Auge unter dem rechten Arm von Benjamin ruhte.

Dein Egoismus hat uns zu Verbannten gemacht und wir können ohne deine Hilfe nicht entkommen.“ „Du bist dafür verantwortlich!“, sagten beide gleichzeitig, während ihre Stimmen dabei immer tiefer wurden und dämonenhaft klangen. Beide begannen dabei hysterisch zu lachen, das in ein Jaulen überging, als der dämonische Wolf sich auf die beiden stürzte und wieder an Benjamins Körper und Renes Kopf fraß und nagte.

Der Kopf von Rene rollte dabei von Benjamins Körper weg, hinterließ dabei eine kurvige Blutspur auf dem dreckigen, steinernen Minenboden und kam vor meinen Füßen zum stehen. Das weit aufgerissene Auge starrte bedrohlich und ging langsam in ein komplettes Schwarz über.

Das Letzte, was ich in meinem Traum hörte, waren die Worte

Wir holen dich! „Wir werden dich holen!“, die der entstellte Kopf von Rene aussprach.

Ich erwachte schweißgebadet aus diesem Alptraum und sah auf die Uhr, die auf meinem Nachttisch stand. 21 Uhr 30 zeigte diese an.

Die letzten Sonnenstrahlen erloschen hinter den bewaldeten Hügeln von Blackwood Rock und hüllten die Stadt und die Erzmine in Dunkelheit, als die Nacht hereinbrach.

Meine Eltern kehrten gegen 22 Uhr 45 von Ihrem Ausflug zurück. Ich saß im dunklen Wohnzimmer im Sessel meines Vaters mit dem Rücken zur Tür, als meine Eltern das Haus betraten. Ich hatte in der letzten Stunde damit verbracht, meine Gedanken zu ordnen. Noch immer wusste ich nicht, wie ich es meinen Eltern sagen sollte. Ich zuckte vor Schreck zusammen, als meine Mutter fragte, warum ich in der Dunkelheit saß, als sie das Licht anschaltete.

Alex, warum sitzt du hier in der Dunkelheit? Woher hast du die grauen Haarsträhne? Was ist passiert?“, fragte meine Mutter mich. Ihre Augen waren voller Sorge. Ich drehte mich langsam um und starrte meiner Mutter traurig in die Augen.

Mommy…“, flüsterte ich mit Tränen in meinen Augen.

Mommy, ich habe einen schweren Fehler gemacht und Rene und Benjamin…!“ Schluchzte ich nun herzzerreißend und ein weiterer Weinkrampf überkam mich. Es dauerte gut 20 Minuten, bis ich mich wieder beruhigt hatte.

Ich schluckte schwer, bevor ich wieder anfing zu sprechen.

Ich war mit Benjamin und Rene in der verlassenen Mine, Mom. Wir dachten, es wäre nur ein harmloser Streich, die alten Geschichten zu überprüfen. Aber dann“… „dann sind sie…“, und ich schluchzte wieder schwer.

Was sind Sie?“, fragte meine Mutter. Sie sind gekommen. Und haben…!”                                        Was und wen meinst du mit ‚sie‘?“, hakte mein Vater nun nach, während er besorgt aufstand und die Vorhänge im Wohnzimmer schloss.

Geister, Dad.“ Die Geister aus der Mine. Dunkle, verzerrte Gestalten, Schattenwesen und ein Dämon in Gestalt eines Wolfes“, sagte ich leise. „Sie haben Benjamin und Rene angegriffen und getötet. Ich konnte nichts tun. „Ich bin einfach nur weggerannt“, erzählte ich mit zitternder Stimme.

George, kannst du uns bitte einen Beruhigungstee machen?“, bat meine Mutter meinen Vater. Dad verschwand in der Küche und kehrte kurze Zeit später mit drei Tassen Tee zurück.

Ich begann wieder zu sprechen:

Sie haben uns in die Irre geführt. Die Tunnel haben sich immer wieder verändert. Ich wollte Rene und Benjamin helfen, aber ich konnte nicht. Als ich endlich den Ausgang der Mine gefunden habe, wurde ich von diesem Dämon, der wie ein Wolf aussah, attackiert und er biss mir in mein Bein.“

Als Beweis zog ich das linke Bein meiner Pyjamahose bis zu meinem Knie hoch und zeigte die verbundene Wade. Der Verband war wieder leicht durchblutet. Mein Vater war stinksauer darüber, dass ich nicht auf seinen Rat gehört habe und mich von dem verfluchten Bergwerk ferngehalten habe. Meine Mom schwankte zwischen Glauben und Nichtglauben, wusste aber im Inneren, dass ich sie nicht anlog.

Wir versorgen erst nochmal die Wunde, bevor wir weiter reden“, sagte sein Dad etwas strenger. Eine leichte Dominanz schwang in seiner Stimme mit, als er mich aufforderte, ins Badezimmer zu gehen.

Im Bad angekommen, setze ich mich wieder auf den Wannenrand. Meine Mutter schnitt den Verband einmal in der Mitte durch und legte die Wunde frei. Die Rötung, die noch am Vormittag zu sehen war, war zurückgegangen. Mein Vater sah sich die Wunde genauer an und musste zugeben, dass diese wirklich wie der Biss eines Tieres aussah.

Mom holte den Verbandskasten und reinigte die Wunde noch einmal mit dem Jod und gab etwas Wundsalbe auf eine neue Kompresse. Sie legte diese auf die Wunde und verband sie wieder.

Kaum hatten wir das Bad verlassen, läutete das Telefon. Meine Mutter wartete wie immer auf das dritte Läuten des Telefons ab und nahm dann das Gespräch entgegen. Hallo, hier Thompsen.“ sagte sie.

Am anderen Ende der Leitung meldete sich eine besorgte Frauenstimme mit einem:

Hallo, Emmely,

Yvonne White am Apparat.

Mein Vater gab meiner Mutter ein Zeichen, dass sie die Lautsprechertaste am Telefon drücken sollte, so dass wir das Gespräch mithören konnten.

Mrs- White sprach weiter.

Sind die Jungs bei euch? Rene wollte zum Abendessen eigentlich zurück sein, aber bisher sind er und Benjamin noch nicht zuhause eingetroffen.

Ich habe schon mit Benjamins Mom telefoniert und gefragt, ob die Jungs bei Ihnen sind. Sie verneinte dies.

Renes Mutter war besorgt.

Meine Mutter spürte, dass die Wahrheit zu viel für Mrs. White sein könnte, und in einem verzweifelten Versuch, die Realität zu mildern, formulierte sie hastig eine Notlüge.

Die Jungs sind gestern Abend zu uns gekommen“, sagte sie zu Mrs. White am Telefon.

Sie waren zum Campen in den Wald aufgebrochen, sind aber vom Gewitter überrascht worden.“ Erzählte sie und versuchte glaubwürdig zu klingen.

Sie haben dann hier übernachtet.“ Ich und George waren heute Morgen zu einem Ausflug aufgebrochen und sind erst seit einer Stunde wieder zurück. Wenn du möchtest, schaue ich nach, ob sie hier sind. „Sie werden aber bestimmt schon schlafen.“ Schmückte sie ihre Lüge noch ein wenig aus.

Mrs. White antwortet darauf:

Nein, das ist nicht nötig, lass sie schlafen. Wir waren ja auch mal jung und haben vergessen, uns bei unseren Eltern abzumelden, wenn wir dann doch noch bei einem Freund oder der Freundin übernachtet haben. Wir waren nur besorgt, da Sie sich nicht bei uns gemeldet hatten. Danke, Emmely.

Danke, dass du uns das gesagt hast. Ich werde Benjamins Mom anrufen und ihr Bescheid geben. Gute Nacht, euch.“

Meine Mutter legte den Hörer auf. Sie sah mich mit einem strafenden Blick an. Ich merkte sofort, dass die Lüge schon jetzt auf ihrer Seele lastete. Doch kannte meine Mutter noch nicht die ganze Geschichte, was genau in der Mine geschehen war.

Du weißt, dass ich gelogen habe, um vorerst deinen Hinter zu retten!“, sagte sie mit strenger Stimme zu mir. „So haben wir wesentlich ein wenig Zeit bekommen, bis du uns erzählt hast, was genau passiert ist und wir eventuell handeln können.“ Beim letzten Satz schaute sie mich mit traurigen Augen an.

Mein Dad forderte mich auf, dass ich Ihnen die ganze Geschichte über das, was in der Mine geschehen war, bitte zu erzählen. In seinen Augen sah ich die Spur einer Besorgnis, während meine Mutter mich nun mit einem neugierigen Blick anschaute.

Es ist an der Zeit, darüber zu sprechen“, sagte mein Vater.

Schließlich räusperte ich mich, bevor ich mit meiner Erzählung begann. Noch bevor ich etwas sagen konnte, erhob meine Mom nochmals ihre Stimme: „Diese Geschichten über die Mine sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.“ Es sind keine Märchen oder urbane Legenden. „Also warum habt ihr das Bergwerk betreten?“, forderte sie mich nun auf, ihre Frage zu beantworten.

Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug, und ich wusste, dass die Zeit gekommen war, die Wahrheit zu gestehen. Ich blickte in die Augen meines Vaters und anschließend in die meiner Mutter und suchte nach einem Funken von Verständnis und begann schließlich zu erzählen. Die Stille im Raum war spürbar, wenn nicht sogar fast greifbar, als meine Eltern gebannt auf mein Geständnis warteten.

Ich begann:

Dad hatte mir doch wegen der Tradition die Geschichten über die Mine erzählt.“ Meine Mutter nickte mich an. „Ich habe die Geschichte ein paar Tage später Benjamin und Rene erzählt.“ „Wir beschlossen, dass wir an diesem Wochenende dort hingehen, um uns die Mine anzuschauen.“ „Gestand ich, mit belegter Stimme. Trotz all der Warnungen und den düsteren Legenden, die mir Dad erzählt hatte, und was wir sonst noch an Informationen bekommen konnten, haben wir beschlossen, die Bretter am Eingang zu lösen und hineinzugehen.“

Mom verdeckte vor Entsetzen mit beiden Händen ihren Mund, während mein Vater seine Hände zu Fäusten ballte. „Alex, wie konntet ihr nur so dumm und leichtsinnig sein?“ „Die Geschichten sind nicht ohne Grund entstanden.“ Schimpfte er mich aus. „Ich dachte, ihr hättet mehr Verstand und haltet euch von so einem Ort fern.“

Ich senkte den Blick, unfähig, die Enttäuschung in den Augen meiner Eltern zu ertragen. „Es tut mir so leid!“, stammelte ich.

Wir wussten nicht, worauf wir uns einlassen. Als wir in der Mine waren, haben wir plötzlich seltsame Geräusche gehört – und dann… Dann sind Sie gekommen. Die Geister, der Minenarbeiter. Es waren dunkle und verzerrte Gestalten. „Sie waren überall um uns herum“, flüsterte ich und meine Augen füllten sich mit Tränen. Während die Erinnerungen an die vergangene Nacht wieder vor meinem inneren Auge lebendig wurden.

Wir hatten panische Angst.“ Benjamin wurde ergriffen und in die Dunkelheit gezerrt. Rene und ich konnten nichts tun. Wir riefen nach ihm, aber er antwortete uns nicht. Wir sind aus der Panik heraus, einfach nur weggerannt.“

Die Stille, die auf meine Worte folgte, war beängstigend. Ich konnte Tränen in den Augen meiner Mutter erkennen, während mein Vater nach Worten rang, um seine Wut und Sorge zu bändigen.

Warte, Dad, ich bin noch nicht fertig mit erzählen.“ sagte ich zu ihm.

Rene und ich sind dann weiter gelaufen und wurden immer wieder in Stollen geführt, wo eigentlich keine sein konnten. Wenn wir uns umdrehten, war der Eingang zu dem Stollen, den wir gerade betreten hatten, verschwunden. Letztendlich kamen wir in einen Stollen, in dem ein Vogelkäfig mit toten Vögeln darin hing. Dort waren auch jede Menge Skelette in alter Bergmannskleidung, die auf dem Boden lagen. Wir konnten ein Flüstern hören, das von sämtlichen Stollen und Schächten der Mine zukommen schien. Rene und ich sind dann weiter in den nächsten Tunnel gelaufen und dort traf ihn ein Stein, der von der Decke kam, am Kopf und er wurde bewusstlos.

Ich wollte ihm helfen, aber er wurde sofort in die Dunkelheit gezogen.“ Berichtete ich weiter. Meine Stimme zitterte leicht dabei und Tränen liefen mir nun über meine Wangen.

Ich hatte zu viel Angst, die beiden alleine zu suchen, und habe wieder versucht, den Ausgang zu finden.“ Ich war plötzlich wieder in dem Stollen, mit den Skeletten und dem Vogelkäfig. Im nächsten Stollen habe ich die beiden dann tot, verstümmelt und in Ihrem eigenen Blut liegend, aufgefunden. Von überall her waren Stimmen und ein böses Lachen zu hören.“

Ich war so geschockt von allem, was ich gesehen und gehört habe, und bin weitergelaufen. Dann habe ich einen Spalt entdeckt und mich durch diesen gequetscht. Ich konnte Vögel zwitschern hören und bin dem Geräusch gefolgt und habe so den Ausgang der Mine gefunden. Als ich diese verlassen wollte, haben die Geister versucht den Weg zu blockieren!“, sagte ich zu meinem Vater.

Das erklärt aber nicht, wie du die Bisswunde bekommen hast!“, sagte er in einem ruhigen, aber strengen Ton zu mir.

Da komme ich gleich hin!“, entgegnete ich ihm und setzte mit meiner Erzählung fort.

Durch die aufgehende Sonne wurden die Geister immer blasser und ich bin mit Anlauf durch sie hindurch gesprungen. Als ich vor dem Mineneingang landete, war mein linkes Bein noch nicht ganz aus dem Höllenloch von Mine, und der Dämon in Gestalt des Wolfes hat mich gebissen. „Ich konnte gerade noch mein Bein wegziehen, bevor er erneut zubeißen konnte und mich eventuell auch in die Höhle gezogen hätte!“, beendete ich meinen Bericht über die letzte Nacht. Wohl wissend, einige der grausamen Details ausgelassen zu haben.

Meine Eltern schauten sich besorgt und ohne ein Wort miteinander zu wechseln an. Es war fast so, als ob sie nur mit ihren Augen miteinander kommunizierten.

Wir müssen etwas unternehmen!“, sagte mein Dad schließlich mit fester Stimme. „Bist du dir zu 100 % sicher, dass Rene und Benjamin wirklich tot sind und du keine Trugbilder, die von den Geistern hervorgerufen wurden, gesehen hast?“, fragte er mich eindringlich. Ich weiß es nicht“, antwortete ich auf die Frage meines Vaters.

Ich musste mir selbst eingestehen, dass ich nicht mit Sicherheit wusste, ob es nur Trugbilder waren oder ob es real war, was ich gesehen hatte. Jedenfalls wirkte es auf mich, so als ob es real gewesen wäre. Ein wenig Hoffnung keimte in mir auf. Vielleicht leben beide noch, dachte ich mir.

Wir dürfen diese Geister nicht länger ignorieren“, fuhr mein Vater fort. „Es gab schon zu viele Opfer, die diese Mine gefordert hat. Ich seufzte, meine Stimme voller Trauer. Ich fürchte, Sie sind nicht lebend aus der Mine zurückgekehrt. Ich habe keine Ahnung, was mit Ihnen geschehen ist. „Es könnten Trugbilder gewesen sein, ich habe die Leichen nicht angefasst“, sagte ich zu den beiden.

Minuten der Stille setzten ein und die Wahrheit lag nun offen wie ein Buch auf dem Tisch. Die Dunkelheit der verlassenen Mine hatte sich in unser Leben geschlichen und unsere heile Welt auf den Kopf gestellt.

Meine Mom schaute auf die Uhr und stellte fest, dass es bereits 0 Uhr 30 war.

Wir müssen noch heute Nacht handeln.“ Vielleicht ist es für die beiden noch nicht zu spät und sie leben noch!“, sagte sie zu meinem Vater und mir. „Wir haben nur wenige Stunden Zeit, sonst muss ich den Eltern von Rene und Benjamin über das, was passiert ist, die Wahrheit sagen und dass ihre Söhne tot sind.“ „Und das will ich ungern machen!“, betonte sie eindringlich.

Aber Mom…“, seufzte ich. „Ich möchte nicht wieder an diesen verfluchten Ort und schon gar nicht wieder in diese Mine rein.“ »Du kannst dir nicht vorstellen, wie unheimlich es da drin ist!!“ Dabei drehte ich mich zu ihr um und zeigte auf die Stelle mit der grauen Haarsträhne an meinem Kopf. „Dad sag du doch auch was!“ flehte ich meinen Vater an.

Mein Vater, der mit einem ernsten Blick in seinem Sessel saß, erhob sich, verschränkte die Arme und schaute mich an und sagte mit ernstem Tonfall zu mir: „Hör zu, mein Sohn.“ Solange du die Füße unter meinen Tisch stellst, hast du gefälligst das zu tun, was ich und deine Mutter dir sagen. Du hast die beiden da oben auf dem Berg ihrem Schicksal überlassen und es ist nur recht, wenn du mit uns die beiden suchen gehst und ihnen hilfst. Also zieh dir andere Kleidung an und schau zu, dass du in das Auto kommst.“

In diesem Moment begann die Deckenlampe zu flackern und das Licht ging aus. Ein Kratzen war am Fenster zu hören. Mein Dad stand auf und ging zum Fenster. Er öffnete den Vorhang einen Spalt und schaute hindurch. Das Mondlicht erhellt kurz sein Gesicht. „Wer ist dort George?“, fragte meine Mutter ihn. Angst war aus ihrer Stimme zu hören. „Niemand!“, antwortet mein Vater auf die Frage meiner Mutter. „Ich kann niemanden sehen.“ Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, hörten wir ein Klopfen an der Haustür.

TOK, TOK, TOK.

Wir schauten erschrocken in Richtung der Tür. Mein Vater ging zum Kamin und griff nach dem großen Schürhaken. Wieder klopfte es an der Tür.

TOK, TOK, TOK.

Meine Mutter setzte sich neben mich und ich spürte ihre Angst nun deutlich. „Was machst du da, George?“ fragte sie leise meinen Vater.

Ich schaue, wer um diese Uhrzeit hier anklopft. Wenn es ein Einbrecher ist, ziehe ich ihm mit den Schürhaken eins über die Rübe. Nimm das Telefon und ruf im Notfall die 911 an!“, sagte er zu meiner Mutter.

Sie nahm das Telefon und hielt es griffbereit, während mein Vater sich der Haustür näherte. Er riss die Tür auf und hob den Schürhaken dabei hoch in die Luft. Gerade noch rechtzeitig konnte er sich bremsen, bevor er zuschlug.

Wer ist es?“, fragte meine Mutter, als sie merkte, dass mein Vater inne hielt. Mein Vater antwortete ihr nicht. „Wer ist an der Tür?“, fragte sie ihn erneut. Wieder gab mein Vater keine Antwort auf Ihre Frage.

Ich schaute meine Mutter an. „Lass uns nachsehen, wer es ist.“ ,sagte ich leise zu ihr. Sie nickte mir zu und wir standen vom Sofa auf und gingen zur Haustür. Wir schauten durch die offene Tür und erstarrten – genauso wie mein Vater.

Auf der Veranda unseres Hauses stand Samuel, der Friedenswärter. Seine Gliedmaßen waren unnatürlich, verdreht und seine Augen weit aufgerissen. Er hatte die Augen nach hinten gerollt, so dass man nur das Weiß seiner Augäpfel sehen konnte. Sein Mund stand weit offen und ein fauliger Geruch nach Schwefel und Verwesung war aus ihm zu riechen. Bei jeder Bewegung, die er tat, knackten seine verdrehten Gelenke hörbar. Er neigte seinen Kopf nach links, als er mich sah. Sein rechter Arm hob sich und man konnte ein lautes Knacken seiner Finger hören, als er mit dem Zeigefinger auf mich zeigte.

Du hast das Böse erweckt!“, sagte er mit tiefer Stimme, die nicht seine war. Sein Mund bewegte sich keinen Millimeter, als er sprach.

Die Worte kamen tief aus seinem Hals. „Es ist auf dem Weg, um dich zu holen. „Sie haben dein Blut gekostet. Es dürstet sie nach mehr. Deine Seele wird auf ewig verdammt sein!“, sprach er zu mir und eine Reihe von knackenden Gelenkgeräuschen folgten, als er auf unserer Veranda bewusstlos zusammenbrach. Sein Körper hatte wieder die normale Haltung der Gliedmaße angenommen und er lag auf dem Holzboden vor uns. Zum gleichen Zeitpunkt, als er zusammenbrach, ging das Licht wieder an.

Meine Eltern erwachten aus ihrer Starre und waren fassungslos über das, was sie gehört hatten. Sie brauchten beide einen Moment, um etwas sagen zu können. Wir müssen ihn von der Veranda wegbringen!“, sagte ich zu meinem Vater. „Mom, Dad hilft mir bitte, ihn ins Wohnzimmer zu bringen.“ Dort soll er sich erholen. Wir hoben zu Dritt den bewusstlosen Körper von Samuel an und trugen ihn ins Haus. Meine Mutter nahm eines der Sofakissen und legte es an eine Lehne, bevor ich und mein Vater Samuel auf unser Sofa legten. Meine Mutter hob die Beine von Samuel an und legte ein weiteres Kissen unter diese. Seine Bewusstlosigkeit war tief und uns drängte die Zeit.

Meine Mutter lief ins Bad, holte das Riechsalz und hielt es Samuel unter die Nase. Er erwachte kurze Zeit später und er konnte sich nichts erinnern, was vor wenigen Minuten geschehen war. Er wusste nicht mal, wie er zu uns gekommen war.

Meine Vater erklärte ihm kurz, dass er vor unserer Haustür gestanden habe und sein Körper eine unnatürliche Haltung angenommen hatte. Samuel schaute in meine Richtung und ein trauriger und müder Blick traf meine Augen. Mein Vater erläuterte ihm unser Vorhaben und bot Samuel an, die Nacht in unserem Haus zu verbringen, um sich von den Strapazen zu erholen. Samuel nahm das Angebot gerne an und schloss seine Augen. „Seit auf der Hut und passt auf euch auf!“, sagte er mit geschlossenen Augen zu meinem Vater.

Ich trat einen Schritt nach vorne und Samuel öffnete kurz seine Augen und schaute mich eindringlich an. „Denk daran, mein Junge. „Nichts ist, wie es scheint.“ „Nichts ist, wie es scheint.“, sagte er mit ernster Stimme zu mir. Er schloss wieder seine Augen und schlief sofort ein.

Los Alex, zieh dir endlich was anders an, wir müssen los!“, sagte mein Vater zu mir. Ich folgte widerwillig den Worten meines Vaters. Ich zog mir schnell was anderes an und 10 Minuten später fand ich mich auf dem Rücksitz unseres Autos wieder.

Mein Vater fuhr los. Ich schloss für einen Moment meine Augen. Die fürchterlichen Bilder der letzten Nacht kamen wieder vor meinem inneren Auge zum Vorschein und ich bekam eine Gänsehaut. Während der Fahrt zur alten Mine herrschte im Auto eine gespenstige Stille und Anspannung, die fast greifbar war und die warme Luft darin zu zerschneiden schien.

Mein Vater fuhr den Berg zur alten Mine hinauf und bog ein letztes Mal links ab. Wir erreichten das windschiefe Tor des Minengeländes. Mein Vater parkte das Auto vor dem Tor und fragte in die Stille.

Seit ihr bereit?“

Meine Mom und ich nickten nur mit unseren Köpfen und wir stiegen aus dem Auto aus.

Trotz der sommerlichen Temperaturen, die in dieser Nacht herrschten, wehte ein eisiger Windhauch über das verlassene Minengelände, der uns frösteln ließ. Die Mine lag wieder als stummes Zeugnis vergangener Zeiten still und verwaist da. Fast so, als ob es die letzte Nacht nie gegeben hätte.

In der Ferne war ein einziger Lichtkegel zu sehen, der den Mineneingang anleuchtete.

Fortsetzung folgt…!

Bewertung: 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Überprüfen Sie auch
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"