KreaturenMittel

Siren Head Origins Teil 3: Garys Verlust

Ich bin kein gefühlsbetonter Mensch. Gefühle bringen einen nicht weiter. Wer wenig hat, woran sein Herz hängt, hat auch wenig zu verlieren. Mein Name ist Garry Stanhope. Ich arbeite in der Spotartikelfirma meines Dads.  Im Sommer dieses Jahres habe ich ein Mädchen todgefahren. Ja, seid ruhig entrüstet, ist mir scheiß egal !

Gefühle, wie Schuld oder Angst sind Hindernisse, die aus dem Weg geräumt werden müssen. Schuldgefühle  können, wie der Fall meines Freundes Peter Morrow zeigt, sogar tödlich sein.

Er hat sich wegen der Sache mit Hanna Cole umgebracht und er ist nicht mal gefahren. Wie wir mit der ganzen Sache davon gekommen sind, tut nichts zur Sache. Garry Stanhope ist eben wie eine Katze, die immer auf den Beinen landet. Ihr habt ein Problem damit, wie mir das alles am Arsch vorbei geht und wollt, dass ich auf die Schnauze falle, wartet nur ab.

Ich sagte, dass mir Nichts und Niemand etwas bedeutet, nun das stimmt eigentlich nicht. Es gibt da eine Person, die mir alles bedeutet. Es ist kein Mädchen, denn die sind austauschbar.

Der Name der Person ist Stanley Robert Stanhope oder Stan, the little man, wie ich ihn nenne. Er hasst das. Stan ist 6 Jahre alt und liebt Eulen und Flugzeuge. Er ist clever und liebenswert, Bruder und bester Freund in einer Person. Nein, ich erzähle euch nicht von ihm um bei euch Pluspunkte zu kriegen. Ich liebe Stan,  the litte man. Wir sind trotz des Altersunterschiedes ein Superteam. Zumindest waren wir es bis….

Es hatte alles mit dieser geheimnisvollen Fantasiefreundin angefangen. Er zog sich immer mehr von mir zurück, um mit ihr zu spielen, und redete ständig von ihr.

Stan: Garry sie ist obercool! Sie kann zaubern und Schatten kontrollieren. Sie liebt Schattenspiele, weißt du? Und manchmal holt sie ihren Freund und wir gehen…

Garry: Bist du nicht etwas zu alt für eine Fantasiefreundin?

Stan (trotzig): Nein. Sie gibt’s wirklich, aber sie hat gesagt, dass du das sagen würdest.

Gary: Na schön Kumpel, dann stell sie mir doch mal vor.

Stan: Nö. Sie findet dich doof. Sie sagt du machst böse Sachen.

Garry: Aha und was für Sachen sind das genau?

Stan: Das weißt du doch und sie weiß es auch, du Mistkerl!

Dann beendete er das Gespräch und rannte in sein Zimmer.

Als er damals so von seiner mysteriösen Fantasiefreundin sprach, hielt ich es noch für harmlos. Ich dachte er sei sauer auf mich, weil ich ihm verboten hatte „Nightmare on Elm Street“ im Fernsehen anzusehen.

Aber sein Verhalten wurde immer eigenartiger. Er schien mich immer mehr abzulehnen.

„Geh weg!!“, waren die Worte, die er mir fast täglich entgegen schleuderte.

Aber nicht im Traum hatte ich  damit gerechnet, was dann geschehen ist.

Eines Nachts sah ich Stan in seinem Zimmer mit seinen Autos spielen und hörte wie er dabei einen Dialog vor sich hinplapperte, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ:

„ Kabumm! Ey ,was zum Fick war das?

Bambimörder!!

Oh Scheiße meine Karre!

„Hey Mann, was ist los?“

Shit das darf doch nicht wahr sein!

„Ist das eine Frau?“ „Wir müssen jemanden anrufen, damit…“

„ Nein, wir haben alle etwas genommen und diese Sache ruiniert uns unser Leben.“

Er spielte die Geschehnisse aus jener Nacht nach und das Wort für Wort.

„Hey Kleiner, was machst du da?“ fragte ich mit bebender Stimme. Er schaute mit einem eiskalten Blick zu mir und antwortete: „Das Spiel heißt, als die drei kleinen Schweinchen Hannah töteten, meine Freundin hat es mir beigebracht…“

In diesem Moment gingen alle Lichter aus und ein beißender Gestank wie totes Fleisch, Metall und Benzin breitete sich aus. Ich konnte jemanden auf Stans Bett sitzen sehen. Es wirkte wie ein Kind. Ich wollte das Licht wieder anmachen, aber ich konnte mich nicht bewegen.

„Hey Garry“, sagte die Stimme eines Mädchens, „du hast wohl gedacht, du kommst davon was?“

Garry : WWWas… Hannah Cole?

Hannah: Wer  weiß, ich bin hier um einen  Ausgleich zu bekommen. Du nimmst mir etwas, ich nehme Dir etwas weg.

Garry fleht: Nein, Nein. Nicht bitte, bitte!!

Hanna lacht: Stan ist so ein netter Junge, er wird jetzt für immer mit uns spielen. Na, wie fühlt sich das an das Einzige zu verlieren, was einen was bedeutet?

Was passiert hier? Ich möchte zu Stan, aber ich kann mich nicht bewegen. Wie gebannt starre ich auf die Gestalt, die jetzt in Stans verdunkeltem Zimmer sitzt  und die ich trotz der Dunkelheit mit all meinen Sinnen deutlich spüren und wahrnehmen kann. Es ist nicht Hannah, das erkenne ich jetzt. Die Gestalt ist riesig, sehr dünn, seine Köpfe wirken wie zwei Sirenen. Tatschlich sitzt ein kleines Mädchen auf seinem Schoß, er hält es wie ein Bauchredner seine Puppe und spricht durch sie mit der Stimme eines kleinen Mädchens.

„Bitte“, flehe ich, „ich werde mich der Polizei stellen…“

„Das nützt nichts“, sagt die Kreatur mit Hannahs Stimme. „Das bringt sie mir nicht wieder.“

Er wendet sich zu Stan, der wie erstarrt dasteht: „ Komm wir gehen an den besonderen Ort, den ich dir zeigen will.“

„Nein!!“ Ich brülle wie von Sinnen, doch Stan hört mich nicht. Plötzlich bildet sich ein Durchgang  in der Wand hinter Stans Bett. Stan steht auf und folgt dem Monster durch die Wand.

Mein verzweifeltes Schreien hilft  nichts…

Seit jener Nacht ist mein Bruder Stan aus meinen Leben verschwunden und das meine ich wortwörtlich, denn er ist nicht nur aus seinem Zimmer verschwunden, sondern auch aus den Erinnerungen der restlichen Familienmitglieder. Mum und Dad verhalten sich so, als hätte Stanley Robert Stanhope niemals existiert. Seit jener Nacht ist auch sein Zimmer mit all seinen Sachen, seine ganzen Fotos und all die Zeichnungen, die er gemacht hat, verschwunden. Er scheint nicht mehr zu existieren, außer in meinen Gedanken und meinen Erinnerungen. Ich weiß, dass der einzige Mensch, der mir je etwas bedeutet hat, von einem Monster entführt wurde und niemand glaubt mir. Ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Gestern habe ich eine Nachricht gefunden, die mir weiterhelfen könnte. Sie war in Stans krakeliger Kinderhandschrift verfasst und lautete: „Das erste kleine Schweinchen fuhr den Wagen, das zweite kleine Schweinchen hatte Angst was zu sagen, das dritte kleine Schweinchen hat auch nicht aufgepasst. Du weißt, was du zu tun hast!“

„Ja, ja, ich weiß, dass wir alle bestraft werden müssen und ich tue alles, um meinen Stan zurückzubringen, wirklich alles.“

Tags

Ähnliche Artikel

7 Kommentare

  1. Du hast aus Siren Head ein ganz neues Wesen gemacht mit einer Geilen Background Story!
    Du hast dich nicht von seiner Beschreibung voreinnehmen lassen! Das Finde ich MEGA Gut!
    Auch wie es geschrieben ist. Da wird heute wieder viel Sound Kulisse in die Vertonung fließen!

Schreibe einen Kommentar

Check Also
Close
Back to top button
Close
Close