EigenartigesGeisteskrankheitLangMord

Spiel des Lebens

Langsam, ganz langsam konnte ich meine schweren Augenlieder öffnen und meine Umgebung aufgrund ihrer Umrisse ausmachen. Ich stöhnte. Wo war ich? Was ist passiert? Warum müffelt es hier so?

Meine Sicht war immernoch verschwommen und die Umrisse vor mir schienen stets ihre Position zu wechseln.

Ich versuchte mich auf zu rappeln, allerdings dröhnte mein Kopf wie eine Flugmaschine direkt vor meinem Gehör, und fühlte sich immer noch tonnenschwer an. Außerdem konnte ich meine Hände und Füße nicht von einander lösen.

Moment, waren sie gefesselt? Was zur Hölle ist passiert? Ich fühlte schwere Taue um meine Gelenke. Sehen konnte ich sie nicht, ich lag auf dem Bauchlinks auf dem hölzernen Boden. Ich drückte ein Auge zu und zwang mich, einen klaren Gedanken zu fassen.

Schwankende Erinnerungen bahnten sich einen Weg durch die Blockade in meinem Kopf.

“Die Klausur war geschrieben… Ich ging nachhause. Mein Weg war nicht lang, aber ich nahm die Abkürzung durch den Wald…”

Meine Sicht schwankte… welche Klausur… welcher Wald…

“Die Matheklausur lief gut, ich ging von der Schule nachhause und nahm eine Abkürzung durch den Wald… es dämmerte…”

War es das?

“Ich hörte Rascheln und Knistern hinter mir… Ich blickte panisch nach hinten, aber da war nichts… Nicht so schreckhaft sein, also lief ich weiter… Ich fühlte mich unwohl, beobachtet… irgendetwas war hier gewaltig faul. Nein, nicht schon wieder Paranoia…ich stoppte und hielt inne. Ich lauschte und ich legte einen Schritt in mein Tempo dazu. Ich rannte.

Dann erinnere ich mich an einen Schlag an den Hinterkopf, ein dumpfer Aufprall meinerseits auf dem gefrorenen Waldboden und wie irgendetwas oder jemand mir einen Sack über den Kopf stülpt und meinen Arm auf meinen Rücken dreht.”

Danach alles leer. An Details kann ich mich nicht erinnern. Ich spielte das Geschehen verschwommen vor mir ab.

Was wollten sie von mir?

Der Raum war stickig. Es gab ein kleines, vergittertes Fenster, durch das ich die pechschwarze Nacht sehen konnte und welches sich zu weit oben befand und schimmelige, graue Wände, die schon am abblättern waren und nicht zu den frisch und fest aussehenden Holzdielen passten. Ich vermutete, mich in einem alten Keller zu befinden. Vielleicht in dem eines Mehrfamilienhauses. Es war dunkel und kalt. Ich merkte erst jetzt, wie sehr ich frierte. Wie lang war ich weg gewesen?

Ich hatte keine Kraft mich zu bewegen.

Dann hörte ich schwere Schritte, die von der hinteren Ecke des Raumes auf mich zu zukommen schienen. Langsam, aber sicher konnte ich eine Person anhand der Schritte ausmachen, aber durch mein mangelndes Bewusstsein in dem Moment nahm ich es nicht richtig wahr.

“Sieh an, sieh an… Ich dachte schon, ich hätte zu fest zugeschlagen”

Erst bei der maskulinen Stimmt zuckte ich zusammen und kam mit einem mal zu mir. Alle meine Sinne waren aktiviert. Die Person lachte ekelhaft amüsiert.

Dann packte er mich kräftig an der Schulter und drehte mich mit einem Ruck auf den Rücken, jede Bewegung tat in meinen muskeln weh, und blickte auf mich herab, zumindest glaubte ich das, sehen konnte ich es durch die pechschwarze Ganzkopf Rabenmaske nicht.

Ich musterte die männliche Statur, konnte aber nichts erkennen, da dieser in einen schwarzen Mantel gehüllt war, der alles bedeckte bis auf Hände und in schwarze Lederschuhe gesteckte Füße. Ich konnte nur ausmachen, dass die Person nicht allzu groß und schlank war. Das Gesicht wurde von der schwarzen Ganzkopf Maske mit langem Rabenschnabel, Hut und dunklen Augenlinsen bedeckt.

Der Anblick graute mir und es lief mir eiskalt den Rücken hinunter.

Mit einem Ruck hievte mich die Person auf die Knie und gefühlt alle meine Knochen knacksten. Ich schwankte und fiel fast wieder rücklingst auf den Rücken, konnte mich aber noch fangen.

Beim Verstand drohte, wieder auszuschalten, aber in dem Moment sagte die raue Stimme wieder etwas und musterte mich dabei.

“Die Kameras sind platziert, die Materialien sind poliert, mein Geschenk, und darauf freue ich mich seit Wochen, ist vor mir und wartet auf sein Urteil.”

Er holte tief Luft durch seine Nase und seufzte zufrieden.

“Das Leben könnte nicht schöner sein, nicht war?”

Er gluckste. Ich wollte schreien, schreien was das soll, warum ich hier bin und was ich getan habe…

Ich versuchte etwas zu sagen, aber es alles was rauskam war ein gedämpfter Laut, und erst jetzt bemerkte ich, dass ich geknebelt und in einem völlig handlungsfähigen Zustand war.

“Nanana, mein Kleiner. Spitz jetzt lieber die Ohren. Das ist alles ein Spiel, okay? Du kannst Schmerz also vermeiden, oder zumindest weniger erleiden… Du musst nur das tun, was ich dir sage. Dort sind die Kameras.”

Er zeigte in die Ecke des Raumes.

“Es ist Unterhaltung, verstehst du? Wenn du mir gehorchst, wird dir nicht allzu schmerzhaftes passieren. Vielleicht schaffst du es sogar lebendig raus.”

Er lachte unbekümmert.

“Und mach es mir nicht allzu schwer, die Leute wollen Unterhaltung, keine Tragödie! Das Filmmaterial lässt sich am Besten verkaufen, wenn du auch noch jämmerlich weinst. Innerhalb der nächsten 2 Tage sollte das Video online kommen, aber ich bezweifle, dass du es sehen kannst.”

Er lachte dröhnend. Er lachte so laut und schallend, dass er husten musste und eine Sekunde brauchte, um sich wieder zu fassen.

Er hielt inne und drehte sich wieder zu mir. Mit einer schnellen Bewegung riss er den Streifen, das mich geknebelt hatte, raus und brachte meine Lippen und Wangen zum brennen.

“Was hälst du davon? Bist du bereit?”

Ich konnte nicht fassen, dass er mich das echt fragte. Er war doch wahnsinnig. Wortlos blickte ich ihn an. Er schien auf eine Antwort zu warten, die gab ich ihm aber nicht.

“Sprich mit mir!”

Ich war nie diese Art von Mensch, der gerne viel redete. Ich konnte förmlich fühlen, wie sein Gesicht unter der Maske rot wurde.

“Schade. Ich dachte, vielleicht wir könnten uns unterhalten bevor wir starten. Egal, so geht’s auch. Die anderen waren aber gesprächiger.”

“Die anderen?!”

Er schaute mich Kurz an, wandte sich dann der Fernbedienung in seiner Hand.

“Du kannst also doch sprechen. Denkst du du bist der erste? Natürlich gibt es andere, die meine bekanntschaft… mehr oder weniger, genossen haben… Ahh, das war der richtige Knopf und… hier sind wir auch schon.”

Der Typ war doch krank. Vor mir reflektierte an der ganzen Wand ein Bildschirm, während der Rabentyp hektisch auf der Fernbedienung drückte, bis ein bestimmtes Bild zu sehen war.

“Wilkommen. Und möge das Spiel des Lebens beginnen. Starten wir doch direkt.”

Ich hörte sein grinsen förmlich. Ich guckte auf den Bildschrim. Darauf stand

WÄHLE DEINE OPTION

Auf völlig rotem Hintergrund. Zwei schwarze Kästchen waren darunter mit der Aufschrift, und ich vermute das waren meine Optionen,

“Geruchssinn” oder “zwischen Beine”

Waren das meine Optionen? Wofür?

“Los, entscheide dich! Sonst tue ich es, und glaub mir, ich nehme immer das Spaßige…”

Ich brachte kein Wort raus. Ich schaute ihn einfach mit grossen Augen an.

“Los! Deine Zeit läuft ab!”

Erst jetzt bemerkte ich den Balken, an der sich Drittel der Füllung schon ausgelaufen schien.

Ich wollte nicht wissen, was “zwischen Beine” bedeutete, deswegen blickte ich ihn gereizt an und flüsterte

“Geruchssinn”

“Was? Ich konnte dich nicht verstehen.”

Er sagte dies so provokant, dass ich ihn am liebsten ins Bein gebissen hätte. Was wollte er von mir?

“Geruchssinn” sagte ich bestimmt lauter.

“Sehr gut.”

Er holte aus und schlug heftig mit der Faust auf meine Nase. Das kam sehr unerwartet und ich schwankte nach vorne und nach hinten, nachdem soch der Schmerz ausgebreitet hatte. Meine Augen tränten und meine Sehkraft gab nach. Ich fühlte meinen Puls in meiner Nase und vermutete, sie gebrochen zu haben. Es zurrte in meinen Ohren, ich versuchte ruhig Luft zu holen, bekam aber keine und musste durch meinen Mund atmen. Meine Sinne kamen nach und nach wieder zu sich, bis auf meine Nase, aus der inzwischen Blut wie aus einem Wasserfall rauschte.

Es befleckte meine Klamotten und die Dielen, ich legte mein Kopf in den Nacken, um es unter Kontrolle zu bringen.

“Oh, gut für dich, dass du nicht die zweite Option genommen hast. Ich hoffe, du hast das prinzip des Spiels verstanden. Nächstes.”

Sagte er unbeeindruckt.

Ich schnappte nach Luft. Ich war noch nicht bereit, aber die nächsten Optionen spielten sich ab.

WÄHLE DEINE OPTION

“Elektrizität” oder “Brenner”

Er gluckste wieder. Wenn das heißen sollte, ob ich verbrannt werden will oder einen Elektroschlag kriegen wollte, war klar, welches ich von beiden nehmen würde.

“Elektroschlag” sagte ich bestimmt, immernoch mit dem Kopf im Nacken.

“Gut, wie du willst. Gib mir eine Sekunde.”

Er ging in die hinteren Ecke des Raumes, die ich nicht sah und kramte in einer Schublade. Mit einem “Da haben wir es ja” kam er zurück. Meine Nase hatte aufgehört zu bluten und befand sich in einem geschwollenem Zustand in der eigentlichen Position.

Er trat vor mich und zeigte mir den metallischen Stab mit der Aufschrift “Niapes” in seiner Hand. Und ehe ich mich versah, drückte er es auf meine Brust wie ein Arzt sein Stethoskop und flüsterte. “Atme.” Ich gehorchte und holte tief Luft durch meinen Mund. Das Ende des Stabes war eiskalt und es herrschte eine gewisse Anspannung zwischen mir und dem Ding.

In dem Moment glitten seine Finger am Einstellungsrad von 0 auf 4.

Es war mit Abstand schmerzhafter, als ich mir mal beim Fußball Spielen als Kind in der 4. Klasse mein Bein gebrochen hatte. Und damals war mein Knochen absolut verschoben worden.

Es raubte mir die Luft und meine Sicht wurde sofort schwarz. Ich zuckte wie verrückt und ein schriller Schrei entglitt meinen Lippen, welcher in einen heiseren Laut überging. Meine Muskeln schmerzen und die Welt um mich verstummte. Es war, als würde man mich lebendig braten. Es roch verbrannt und ich bekam keine Luft.

Gott, bitte lass es aufhören.

Es wurde immer schlimmer und schmerzhafter. Für den Bruchteil einer Sekunde verspürte ich gar nichts mehr, kein brennen in meinen Nerven, kein zucken, kein Schmerz. Es fühlte sich an, als wäre es nicht mehr mein Körper, doch in dem Moment nahm er den Eiskalten Griff des Stabes von meiner Brust weg.

“Hach, was das für ein Gefühl sein muss. Jemand beschrieb es als schweben. Jetzt sag du es, wie war es für dich.”

Es klang mehr nach einer Aussage statt einer Frage. Eine Sache würde ich nur sagen.

“Verdammter Bastard…”

“Was? Ich wollte nicht deine schwache Meinung, sondern dein verdammtes Gefühl wissen! Sag es mir, wie hat es sich angefühlt? Gut? Schlecht? Soll ich es wiederholen?”

“Das ist wahnsinnig, scheiss Nuttensohn…”

Ich würde nicht nachgeben, aber er erhob sich. Ich dachte er würde sich wegwenden, aber er griff in seine Manteltasche und holte etwas stählernes, glänzendes raus. Es war ein scharf aussehendes Jagdmesser. Mit einer schnellen Handbewegung hielt er die kalte Klinge an meine Kehle. Ich fühlte das kalte Metall an meiner Haut entlang gleiten und er hauchte in mein Ohr.

“Hör mal zu. Ich kann es mir nicht leisten, dass du Schuld daran  bist, nichts an meine Zuschauer leisten zu können. Also pass dich gefälligst an und Sag. Verdammt nochmal. Wie. Sehr. Es. Geschmerzt hat!”

Er nahm die Klinge von mir weg und ich traute mich erst jetzt zu atmen. Dann musste ich wohl mitspielen.

“J-ja… ich hab geschwebt. ”

Ich schaute absichtlich kläglich in die Kamera.

“Guter Junge. Okay, nächstes.”

Sagte er mit rauer Stimme.

Er drückte auf die Bedieung.

“Arm” oder “Bein”

Die Zeit lief schneller aus, als sonst. Ich wollte mich nicht mehr entscheiden. Ich konnte nicht mehr. So schwach hatte ich mich noch nie gefühlt. Beides konnte doch genau so schlimm sein.

“Fein! Wenn du die Wahl mir überlässt, nehme ich diese herzlichst an.”

Ich erwiderte nichts. Es war mir egal. Ich hatte nicht mal bemerkt, dass die Zeit ausgelaufen war. Was war das denn für ein Spiel?! Er spielte ein wenig mit seinem Messer und polierte dieses mit seinem Mantel.

“Weißt du was? Ich wähle Arm. Mal sehen wies wird. Ich löse jetzt deine Fesseln und dann wirst du sehen, was es heißt, mir die Wahl zu überlassen. Aber bleib schön ruhig.”

Er trat hinter mich und schnitt die seile an meinen Handgelenken durch. Ich fühlte, wie meine Hände wieder durchblutet wurden. In dem Moment trat er wieder vor und streckte meinen rechten Arm mit einem festen Griff nach vorne. Ich wusste, wenn ich mich wehrte, würde es noch schlimmer für mich enden. Gegebenfalls würde er mich sogar umbringen.

“Achtung. Sei stark, das könnte piksen”

Er lachte über seinen eigenen Witz.

Dann zückte er sein Messer und stach ganz langsam in meinen Handgelenk.

Es war, als ob 1000 Nadeln auf einmal in mein Fleisch Pieksen würden. Es war, als ob jemand ein Feuerzeug an die Stelle halten würde. Als würde man ein Nagel reinschlagen.

Ich spürte, wie die Klinge durch mein Fleisch glitt und Blut strömte aus der Wunde. Dunkelrotes, dickflüssiges, warmes Blut tropfte auf den schönen Dielenboden. Er umklammerte meinen Arm und als ich versuchte, es los zu reißen,  zog er den Griff des Messers immer weiter in Richtung Ellenbogen.

Mein Arm wurde förmlich aufgespalten und gab den inneren in mein Fleisch und Blut frei.

Ich wimmerte kläglich und umklammerte meinen Arm. Mir wurde schlecht bei dem Anblick und ich musste mich fast übergeben. Heisse Tränen bahnten sich ihren Weg über meine Wangen und tropften mein Kinnd runter, als das Metall die Sehnen an meinem Ellenbogen Durchschnitt und ich schnappte nach Luft, als meine Sicht langsam aber sicher verschwand.

Bitte… bitte lass es aufhören…

Ich wimmerte erneut leise. An meinem Oberarm angekommen schließlich, zog er das Messer raus und ließ meinen Arm, oder des Klumpen aus Fleisch und Blutresten, nutzlos an meiner Schulter baumeln. Es hatte sich wie Stunden angefühlt und ich zog scharf Luft ein wobei ich bedacht versuchte, nicht an meinen Arm runter zu sehen… Schließlich wurde ich nicht verschont und übergab mich direkt nach vorne, angewidert von dem, was mal mein Arm gewesen ist.

“Brav… sehr gut, machen wir direkt weiter.”

Er tätschelte meine Haare. Himmel, wie sehr ich diesen Wer-auch-immer hasste. Ich spuckte ihm gedanklich ins Gesicht, diesem ekelerregendem Perversling.

Ich würde nicht mehr auf die Optionen gucken. Das war es doch, was er wollte. Ich sollte mich erst davor fürchten, dann fühlen. Ich senkte meinen Kopf und schaute auf das Muster der Dielen.

“Los, Junge! Die nächsten Optionen wollen gewählt werden. Bedenke deinen Zug gut. Guck gefälligst nach vorne!”

Nein… Ich fokussierte mich auf den Boden, nicht auf seine Stimme. Er hatte mich in die Ecke getrieben, um sein Vergnügen zu begünstigen. Das ließ ich mir wohl nicht gefallen.

“Das Spiel kann nicht funktionieren, wenn DU nicht mitmachst! Los jetzt, reiz mich nicht!”

Als ich immernoch nicht aufblickte, packten mich seine Finger  von hinten unters Kinn und hoben es gewaltsam an und zwangen mich, auf den Bildschirm zu sehen.

WÄHLE DEINE OPTION

“Gewehr” oder “Messer”

Das wars? Ich wollte noch nicht sterben, ich war noch so jung, ich hatte mein ganzes Leben vor mir! Sein Griff an meinem Kinn lockerte sich und ich brachte etwas wie “warum” heraus.

“Warum? Weil ich es sage. Das Leben ist nun mal nicht gerecht. Einige leben, andere nicht. Aber hey, lang durchgehalten! Das Letzte soll genüsslich sein und lang dauern. Ich hab genug von dir du armseliges Stück Scheisse!”

Das letzte schrie er förmlich.

“Und jetzt wähl!”

Ich wollte das “Spiel” nicht mehr spielen, aber ich wollte auch nicht verlieren. Die ganze Nacht fühlte sich an wie tagelang. Ich musste irgendwas unternehmen. Mein Leben durfte nicht so enden.

“Deine Zeit läuft ab… als Erinnerung.”

Ich hatte ja keine Wahl, als es zu versuchen. Würde ich “Messer” nehmen, würde er mich sofort erstechen, und wenn ich “Gewehr” wähle, wäre ich innerhalb der nächsten 3 Minuten sofort tot.

Immernoch kniend drehte ich meinen Oberkörper zu ihm.

“Ich glaube, so funktioniert das nicht.”

“Was funktioniert so nicht”

“Es ist kein Spiel, wenn nur eine Seite gewinnen kann. Beide Optionen sind ein Verlust für mich.”

“Und das ist der Sinn des Spiels! Es geht nicht um deine Optionen! Es soll einfach Spaß machen, und rede nicht so viel!”

“Aber stopp! Wann ist mein Zug? Ich muss auch wenigstens einen Zug machen!”

“Halt deine verdammte Fresse und tu, was man dir sagt!”

Ich wähle selbst meine Option. Und ich sage, dass mein Zug ist.

Vielleicht war es mein Überlebensinstikt, vielleicht auch meine Wut, aber schneller als er reagieren konnte, griff ich mit einer Hand nach dem Messer in seiner Hand und mit meinen Beinen während ich ihn mit meinen Beinen gegen sein Schienbein tretend umhauen wollte.

Lächerlich sah er mich, dann meine Beine an, die ihn nicht mal ein Zentimeter bewegt hatten. Er lachte belustigt. Wenigstens hatte ich das Messer noch im Griff.

Kurz sah er aus, als wolle er mich an den Schultern packen, aber in dem Moment steuerte ich das Messer so gut wie ich konnte geradeaus zu ihm und traf ihn, wenn auch nicht heftig, zwischen die Beine.

Er jaulte und sackte sofort in sich zusammen, heftig nach Luft schnappend und während er versuchte die Wunde mit seinen Händen zu verschleiern, zog ich das Messer mit einer ekelerregenden Substanz raus.

Ehrlich gesagt, weiß ich auch nicht, WIE ich es gemacht habe, ich war einfach schnell. Fakt war aber, dass er jetzt derjenige war, der meine Spielvariante erleiden musste. Ich schnitt die Seile an meinen Beinen noch durch, und fühlte mich das erst seit langem wieder frei.

Der Rabentyp sackte bewusstlos auf den Boden, ganz ehrlich, wäre mir so etwas passiert, wäre ich auf der Stelle tot.

In einer Ecke des Kellers, entdeckte ich einen alten Stuhl, den ich davor nicht gesehen hatte. Ich schleifte ihn her und hievte den Rabentypen darauf, während ich mit den noch übrigen Tauen seine Hände und Füße zusammenband.

Langsam schien er wieder sein Bewusstsein zu erlangen.

“Was willst du? Lass mich frei!”

Brüllte er. Ich jedoch griff nach der Maske auf seinem Kopf und zog an dieser. Als ich diese abnahm, staunte ich nicht schlecht.

“Ja, ich bin es. Wurde auch mal Zeit. Überraschung! Und jetzt? Was willst du jetzt tun… Es Mama petzen gehen?”

Er lachte laut auf und wollte gar nicht mehr aufhören. Mein fast 8 Jahre älterer Bruder schüttete sich vor Lachen und blickte mir direkt in die Augen.

“Warum…?”

“Warum?! Weil ich es sage! Weil du ein beschissener Scheisser bist, der in mein Leben gekommen ist, ohne mich zu fragen!!! Weil ich nichts mehr wert bin seit du da bist!”

Er brüllte und spuckte dabei und wurde hochrot. Er bebte am ganzen Körper.

“Ich bin ein Niemand in unserer Familie, seit dem du da bist. Wann haben sich Mama oder Papa das Letzte mal um mich gekümmert?! Es geht immer nur um dich und deinen beschissenen Willen! Ich hab mein Abschluss vor Jahren gemacht, und sie haben es nicht mal mitbekommen, weil DU an dem Tag Geburtstag hattest! Und wer hat heute Geburtstag?!!! Sag es, WESSEN GEBURTSTAG IST HEUTE?!”

Stimmt ja… Mein Bruder hatte heute Geburtstag, aber das hatte ich schon vergessen, überhaupt weil wir nie seinen Geburtstag feierten.

“Warum dann die Kameras?”

“Für Geld, du idiot!!! Wie soll ich denn auskommen, wenn mir keiner irgendwas finanziert! Ich hab die Nase voll von euch!”

“Das ist kein Grund, mir etwas an zu tun! Du hättest mit Papa reden sollen.”

Er lachte wieder wie wild.

“Reden? Du glaubst doch selber nicht was du sagst! Und jetzt beende das hier endlich, ich kann dein Gesicht nicht nehr ertragen!”

Wut kochte in mir auf. Szenen spielten sich vor meinem Kopf ab, wie mein Bruder meinen Kopf in den Teich steckte, mich in meinem Schrank einschloss, die Köpfe meiner Spielfiguren abschredderte. Er war nie nett zu mir gewesen. Wie unsere Eltern zu ihm.

“Du warst nie ein Bruder für mich. Du weißt ebenfalls nucht, wann ich meinen Abschluss gemacht habe. Und jetzt bin ich dran. Wenn du schon angefangen hast, beenden wir es auch. Vielleicht wird es sogar Spaßig. Also, wähle deine Option… Magen… oder Leber?”

Ich grinste.

“Ich wähle rein gar nichts, denkst du, du kannst gegen mich ankommen?”

“Na gut, dann wähle ich. Ich wähle Magen.”

Mit dem Messer in meiner Hand lief ich auf ihn zu, und genoss regelrecht die Angst in seinen weitgeöffneten Augen.

“Stopp! Was willst du tun. W-warte mal.”

Aber ich hob sein Shirt mit zur Brust und strich mit der Klinge am Unterleib entlang. Als hätte ich die richtige Stelle gefunden, stach ich rein. Das Messer glitt durch wie durch Butter und Blut spritze mir entgegen. Ich drehte das Messer ein wenig, seine Schreie ignorierend, und gab den Blick auf ein offenes Loch frei, in der man Hautreste und Fleisch sehen konnte.

“Nein… hier ist dein Magen nicht…”

Er schrie weiter, während ich das Messer in Richtung Magen bewegte und dabei jede Sehne und jeden Muskel durch schnitt. Er fing an Vlut zu spucken.

“Das Tolle am Bauch ist doch, dass keine Knochen im Weg sind…”

Er fing an zu weinen und schluchzte wie ein Kind.

Ich trennte seine Nerven und seine Muskel zogen sich zurück, es war ekelhaftes Bild aus Fleischklumpen. Sein Darm kam frei und drohte raus zu kommen, aber geschickt umging ich den klebrigen Darm, der auch in Blut getaucht war.

Erst als ich beim Magen angekommen war, blieb ich stehen und zog das Messer raus.

“Da haben wir es ja. Aber entfernen werde ich es nicht, wir wollen ja nicht, dass du so schnell schon gehst…”

Er hörte auf zu schreien und zog scharf Luft ein.

“Ohne Umschweife… Wähle deine nächste Option! Auge… oder Lippen?”

Er schaute mit halb geschlossenen Augen zu mir hoch.

“Lippen”

Es war mehr ein hauchen und hörte sich an wie “Linn”. Das Blutgetränkte Messer in meiner Hand bahnte sich seinen Weg in sein Gesicht.
Mit einer Hand hielt ich sein Kinn hoch, mit der anderen streifte ich an seinen Lippen entlang.

Langsam stach ich leicht an seinem Mundwinkel ein und zog das Messer an der Kontur der Unterlippe entlang. Er winselte sehr sehr erbärmlich.

Blut tropfte sein Kinn herunter, und seine Unterlippe wurde nur durch ein paar Hautfetzen zusammengehalten. Das Messer schnitt wie durch Butter und an dem rechten Munkwinkel stoppte ich, drehte das Messer in den Munkwinkel rein und begann, die Oberlippe abzutrennen.

Ich kam wieder am Mundwinkel an und zog das Messer raus. Sein Mund stand offen und gab den Blick auf strahlend rote Zähne frei. Seine Augen rollten.

Ich betrachtete sein entstelltes Gesicht zufrieden.

“Letzte Option: Pulsader oder Halsader?”

Seine Augen waren inzwischen geschlossen, und er konnte natürlich nichts erwidern. Stattdessen stöhnte er vor Schmerz. Dann wurde er bewusstlos.

“Kurze Pause? Klar, warum nicht.”

Ich griff in das Loch in seinem Bauch und wählte in den Fleischresten herum, bis meine Finger etwas langes, klebrigen zu fassen bekamen.

Langsam zog ich es raus und siehe da! Es war der 12-Fingerdarm. Es glitt aus der Wunde und ich trennte es sauber vom Dickdarm ab. Ich zog das Organ raus und legte als um mich, als wäre es ein Gürtel.

Er stöhnte bewusstlos.

Der etwa 30 Zentimeter lange Darm riss in dem Moment an meinem Rücken durch die Mitte und beide Enden klatschten auf den Boden, während eine ekelerregende Substanz raus lief. Ich ließ mich davon ab und wandte mich seinen anderen Organen zu.

Als ich den Dickdarm, Magen und Leber auch von einander gelöst und abgetrennt hatte, sah ich auf den Klumpen an Gedärmen und Innereien vor mich herunter. Alles sah widerlich zermatsch aus und in den Magen hatte ich mehrmals reingestochen, weswegen es auch säuerlich roch.

Ich bezweifelte, dass er wieder aufwachen würde, also wollte ich es einfach gleich beenden. Eine Sache fehlte noch.

Ich stach nochmals mit dem Messer in seine geschlossenen Augen und sein halber Augapfel quoll raus, bleib aber noch an der Lederhaut hängen und baumelt runter. Auf beiden Seiten.

Menschen haben einen gewissen Schmerzpegel, und wenn dieser überschritten wird, im physischischen Sinne, gibt der Körper nach und man wird bewusstlos und handlungsfähigen. So wie mein Bruder vor mir. Sein Oberkörper fiel nach vorne hin und der Stuhl kippte nach vorne und er landete mit dem Gesicht in seinen eigenen Innereien.

Ich machte mir nicht die Mühe ihn umzudrehen und weiter auf ihm rum zu hacken.

Ich schaute nur an seine Hüfte, ein Teil des Beckens war zu sehen und gab den Blick auf ein wenig Fleich zwischen Hautfetzen frei. Ich griff in das Fleisch und zog daran. Wie soll es beschreiben, es war ein Rrratsch und das Fleisch löste sich.

Klumpig und schleimig wie alter Kaugummi hielt ich die helle Masse zwischen meinen Fingern, und knetete drauf rum.

Ich schob es mir in den Mund und es schmeckte erstaunlich gut. Wie Rinderfleisch, nicht süss, nicht salzig, nicht sauer, nicht bitter. Ich kaute und kaute, kriegte es aber nicht herunter. Es war immernoch eine Masse in meinem Mund, welches schwer zu kauen war. Ich glaube da war ein wenig Fettschicht dran, es war zu trocken.

Ich drehte ihn doch um und steckte meine Hand in den Bauch und gleitete nach oben in den Brustbereich, bis meine Finger das glitschige noch pochende Herz erreichten. Ich umklammerte es zog es mit einem Ruck raus, während sich die Adern davon abrissen und runterglitten. Hochgehoben presste ich es zusammen und das glitschige Herz in meiner Hand glitt runter und klatschte auf den Boden. Spätestens jetzt war er Tod.

Ich wischte meine Hände an meiner Jeans ab und trat auf das etwa 6 Zentimeter große Herz, welches unter meinem Fuß zerquetscht wurde und Blut und Venen herausquollten. Eine Masse aus Rot und Weiß vermischte sich mit den Dielen und ich blickte auf die schleimig Masse und die härteren Venen und leckte herausgespritztes Blut von meinen Lippen

“Wusste gar nicht, dass du ein Herz hattest.”

 

 

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